{"id":1146256,"date":"2026-07-06T06:10:25","date_gmt":"2026-07-06T06:10:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1146256\/"},"modified":"2026-07-06T06:10:25","modified_gmt":"2026-07-06T06:10:25","slug":"migration-was-fotos-nicht-verraten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1146256\/","title":{"rendered":"Migration: Was Fotos (nicht) verraten"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"https:\/\/www.lmu.de\/kunstwissenschaften\/de\/personen\/kontaktseite\/burcu-dogramaci-f10d09d8.html\" class=\"is-external\" title=\"Link \u00f6ffnet in neuem Fenster\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Burcu Dogramaci <\/a>ist Professorin f\u00fcr Kunstgeschichte an der LMU und Direktorin am K\u00e4te Hamburger Kolleg global dis:connect. Sie ist eine der Herausgeberinnen des aktuell erschienenen Bands \u201eNomadic Camera Photography, Displacement and Dis:connectivities\u201c.<\/p>\n<p><b>Seit Jahrzehnten wird Migration fotografisch festgehalten. Wie hat das den Blick darauf gepr\u00e4gt?<\/b><\/p>\n<p><b>Burcu Dogramaci<\/b>: Fotografie ist das Medium schlechthin, um Migrationsph\u00e4nomene, Flucht, Verfolgung, Vertreibung, Exil zu verbildlichen. Das hat auch damit zu tun, dass die Kamera ein mobiles Medium ist, also mitgenommen werden kann. Fotografie transportiert eine Unmittelbarkeit der Erfahrung. Sie hat eine affektive Kraft, kann Emotionen hervorrufen und Solidarisierung erzeugen.<\/p>\n<p>Oft wird bei Fotografie von dem Dokumentarischen gesprochen. Das w\u00fcrde ich aber differenzieren: Fotografie hei\u00dft weit mehr, als ein Zeugnis abzulegen. Durch bestimmte Perspektiven und Schwerpunkte, die gesetzt werden, aber auch durch Eingriffe und Manipulationen \u2013 das ist zuzeiten der analogen Fotografie schon der Fall gewesen \u2013 wird ein bestimmtes Bild von Migration vermittelt.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"picture__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/dogramaci_migration_nomadic-camera_quagliati_07_web_flex_gr_format_l.jpg\" alt=\"Eine Gruppe junger Menschen sitzt auf einem Sofa\" title=\"Eine Gruppe junger Menschen sitzt auf einem Sofa | \u00a9 Karim El Maktafi\" data-\/><\/p>\n<p class=\"big-image__image-description-text\">Das Gruppenfoto ist durch Meerwasser korrodiert. Es geh\u00f6rte einer Person, die an Bord eines Fischerbootes von Libyen nach Italien unterwegs war, das am 3. Oktober 2013 vor der Insel Lampedusa sank.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\u00a9 Karim El Maktafi<\/p>\n<blockquote class=\"quote__content\"><p>Fotografie kann die Wahrnehmung von Fluchtbewegungen pr\u00e4gen. <\/p><\/blockquote>\n<p>\t\t\t\tBurcu Dogramaci, Professorin f\u00fcr Kunstgeschichte an der LMU und Direktorin am K\u00e4te Hamburger Kolleg global dis:connect<\/p>\n<p><b>Hei\u00dft das, Fotos von Migration k\u00f6nnen auch instrumentalisiert werden?<\/b><\/p>\n<p>Fotografie kann die Wahrnehmung von Fluchtbewegungen pr\u00e4gen. Es ist zum Beispiel ein sehr gro\u00dfer Unterschied, ob Personen stark anonymisiert sind, etwa wenn der Blick von weit oben eingenommen wird, wie von einer Drohne, und die Personen fast homogen verbildlicht werden. Oder ob Migration am Beispiel des Fotos einer Person, die einen Namen und eine Geschichte hat, veranschaulicht wird, das zeigt, was sie bewegt und erlebt hat. <\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"picture__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/merkela-picture-alliance-reuters-fabrizio-bensch_1_1_format_s.jpg\" alt=\"Anas Modamani macht ein Selfie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel\" title=\"Anas Modamani macht ein Selfie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel | \u00a9 Merkel: Bildnachweis: picture alliance \/ REUTERS | FABRIZIO BENSCH\" data-\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tVergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\tSelfie mit Angela Merkel: <\/p>\n<p class=\"figure__caption-content\">Anas Modamani macht ein Selfie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einer Fl\u00fcchtlingsunterkunft in der N\u00e4he des Bundesamtes f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge nach der Registrierung im Berliner Bezirk Spandau am 10. September 2015 | \u00a9 Merkel: Bildnachweis: picture alliance \/ REUTERS | FABRIZIO BENSCH<\/p>\n<p><b>Welche Rolle spielt es, woher die Aufnahmen stammen, wer macht sie? <\/b><\/p>\n<p>Das k\u00f6nnen diejenigen sein, die selbst gefl\u00fcchtet sind und fotografieren, oder aber auch Blicke von au\u00dfen auf Flucht und Vertreibung. Wenn wir zum Beispiel an die Berichterstattung denken im Sommer der Migration 2015, sind das die gewaltigen Bilder von Menschenstr\u00f6men, die in den Zeitungen und Zeitschriften und auf Social Media zu finden waren. Sie haben die Angst befeuert, was passiert, wenn so viele Menschen kommen. <\/p>\n<p>Auf der anderen Seite gab es das Selfie des Gefl\u00fcchteten Anas Modamani mit Angela Merkel, das zum Bild f\u00fcr die damalige Willkommenskultur geworden ist.<\/p>\n<blockquote class=\"quote__content\"><p>Es gibt diese dominanten Bilder, die auch \u00c4ngste erzeugen und mit Wasser-Metaphern arbeiten \u2013 die Flut, die Lawine, die rollt.  Sie sind fast schon biblisch.<\/p><\/blockquote>\n<p>\t\t\t\tBurcu Dogramaci, Professorin f\u00fcr Kunstgeschichte an der LMU und Direktorin am K\u00e4te Hamburger Kolleg global dis:connect<\/p>\n<p><b>Herrschen diese Bilder vor allem in Europa vor?<\/b><\/p>\n<p>Das w\u00fcrde ich so pauschal nicht sagen. Ich erinnere mich auch an Fotos aus den USA, die zeigen, wie viele Menschen \u00fcber Guatemala und Mexiko versuchten ins Land zu kommen. Vielleicht l\u00e4sst sich eher von archaischen Bildern sprechen, die immer wieder in bestimmten Kontexten aufgerufen und fotografisch befeuert werden. <\/p>\n<p>In der medialen \u00d6ffentlichkeit oder politisch wird polarisierend und zuspitzend \u00fcber Migration gesprochen. Und da sind es die gro\u00dfen, \u00fcberw\u00e4ltigenden Bilder, die herangezogen werden, um zu zeigen: \u201eDas ist zu viel. Wir m\u00fcssen die Grenzen schlie\u00dfen.\u201c <\/p>\n<p>Auf der anderen Seite gibt es, gerade in den letzten zehn, 20 Jahren eine Sensibilisierung \u2013 und das wissenschaftliche Interesse w\u00e4chst. In der Kunstgeschichte zum Beispiel setzt sich eine junge Generation intensiv mit Bildern der Migration auseinander und hat Interesse, sie zu entschl\u00fcsseln und kritisch zu dekonstruieren.<\/p>\n<p>\tMigration in der Kunst<\/p>\n<p><b>Wie greifen Kunstschaffende das Thema Foto und Migration auf?<\/b><\/p>\n<p>Es gibt viele zeitgen\u00f6ssische K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, die sich mit dem Thema auseinandersetzen und kritisch damit umgehen. Ihre eigenen Produktionen sind sehr wichtig daf\u00fcr, diesen medialen Bildern etwas entgegenzusetzen.<\/p>\n<p>In unserem Buch diskutiert ein Beitrag zum Beispiel die Arbeit von Paulo Nazareth, der sich selbst in k\u00fcnstlerischen Selbstinszenierungen mit stereotypen Vorstellungen von Migrantinnen und Migranten auseinandersetzte. Auch Fotob\u00fccher schaffen eine andere Erz\u00e4hlung \u00fcber Bildstrecken. Die Fotografin Tammy Law etwa arbeitet in ihrem k\u00fcnstlerisch-dokumentarischen Fotobuch \u201ePermission to Belong\u201c mit empathischen Bildern und komplexen Erz\u00e4hlungen.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"picture__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/dogramaci_migration_nomadic-camera_bourdin01_web_3_2_format_s.jpg\" alt=\"Der brasilianische K\u00fcnstler Paulo Nazareth, Foto aus der Serie \u201eNoticias de Amerika\u201c\" title=\"Der brasilianische K\u00fcnstler Paulo Nazareth, Foto aus der Serie \u201eNoticias de Amerika\u201c | \u00a9 Paulo Nazareth\" data-\/><\/p>\n<p class=\"big-image__image-description-text\">Der brasilianische K\u00fcnstler Paulo Nazareth unternahm eine Reise \u00fcber 15.000 Kilometer, ausgehend von seiner Heimatstadt Santa Luzia, um sich mit Migration auseinanderzusetzen. Das Foto stammt aus der Serie \u201eNoticias de Amerika\u201c, 2012. <\/p>\n<p>\t\t\t\t\u00a9 Paulo Nazareth<\/p>\n<blockquote class=\"quote__content\"><p>Was wir in der medialen Berichterstattung an Fotografien sehen und was in den sozialen Medien geteilt wird, ist lenkend. Es ist wichtig, eine Sensibilit\u00e4t daf\u00fcr zu erzeugen und auf die Diversit\u00e4t des fotografischen Materials hinzuweisen. Die Frage ist: War das Bild zuerst da oder das Narrativ?<\/p><\/blockquote>\n<p>\t\t\t\tBurcu Dogramaci, Professorin f\u00fcr Kunstgeschichte an der LMU und Direktorin am K\u00e4te Hamburger Kolleg global dis:connect<\/p>\n<p>\tKontext beachten<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"picture__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/burcu_dogramaci_1_1_format_s.jpg\" alt=\"Prof. Burcu Dogramaci\" title=\"Prof. Burcu Dogramaci | \u00a9 privat\" data-\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tVergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p class=\"figure__caption-content\">Burcu Dogramaci ist Professorin f\u00fcr Kunstgeschichte an der LMU und Direktorin am K\u00e4te Hamburger Kolleg global dis:connect. | \u00a9 privat<\/p>\n<p><b>Und wie sollten Mediennutzende mit der Bilderflut zu Migration umgehen?<\/b><\/p>\n<p>Mein Pl\u00e4doyer w\u00e4re, sich kritisch mit Fotografien der Migration auseinanderzusetzen, die Entstehungs- und Verbreitungskontexte zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Was wir in der medialen Berichterstattung an Fotografien sehen und was in den sozialen Medien geteilt wird, ist lenkend. Es ist wichtig, eine Sensibilit\u00e4t daf\u00fcr zu erzeugen und auf die Diversit\u00e4t des fotografischen Materials hinzuweisen. Die Frage ist: War das Bild zuerst da oder das Narrativ? Wenn berichtet wird, dass viele junge M\u00e4nner oder unbegleitete junge Erwachsene nach Europa kommen, ist es verleitend, ein Foto auszuw\u00e4hlen, das diese These unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p><b>Das Foto allein reicht also nicht aus, um es verstehen zu k\u00f6nnen? Man muss auch den Kontext kennen?<\/b><\/p>\n<p>Es ist zum Beispiel wichtig zu wissen, ob das Foto nur eines aus einer ganzen Serie ist, und, falls ja, sich zu fragen: Warum ist gerade dieses Foto so bekannt geworden? Auch eine Abwesenheit von Bildern kann zu Erkenntnissen f\u00fchren.<\/p>\n<p>\tAnderer Blick auf Migration<\/p>\n<p><b>Die Kamera und heute Smartphones erm\u00f6glichen es Migrantinnen und Migranten, ihre Exilrouten selbst zu dokumentieren. Unterscheiden sich diese von den Bildern, die von Beobachtenden gemacht werden?<\/b><\/p>\n<p>Das w\u00fcrde ich grunds\u00e4tzlich bejahen. Es ist sehr erhellend, in den privaten Bereich zu blicken, weil die Fotografien andere Geschichten erz\u00e4hlen. Es sind pers\u00f6nlichere Fotografien. Wenn wir zur\u00fcckgehen zu den Fluchtbewegungen der 1930er-, 1940er-Jahre aus NS-Deutschland und den besetzten Staaten, gibt es auch schon Fotografien von Fluchtrouten. Oder diese Aufnahmen fehlen, was auch wieder R\u00fcckschl\u00fcsse zul\u00e4sst: War es unter Umst\u00e4nden zu gef\u00e4hrlich, auf den Fluchtwegen zu fotografieren? War das Fotomaterial besonders knapp oder kostbar, sodass jedes Bild wohlbedacht sein musste?<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"picture__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/dogramaci_migration_nomadic-camera_02_3_2_format_s.jpg\" alt=\"Negativstreifen mit einem hohen Haus (links) und einem Blumenstrau\u00df in einer Vase (rechts)\" title=\"Negativstreifen mit einem hohen Haus (links) und einem Blumenstrau\u00df in einer Vase (rechts) | \u00a9 Hans G\u00fcnter Flieg\" data-\/><\/p>\n<p class=\"big-image__image-description-text\">Hans G\u00fcnter Flieg musste in NS-Deutschland aus Chemnitz fliehen. Er nahm ein letztes Foto von seinem Zuhause auf. Das n\u00e4chste Foto wurde mehrere Monate sp\u00e4ter schon in S\u00e3o Paulo aufgenommen und zeigt eine Vase mit wei\u00dfen Orchideen. Dazwischen ist nur der schwarze Negativstreifen, der wie sinnbildlich f\u00fcr die Zeit der Flucht und die Entfernung steht, die Flieg mit seiner Familie auf dem Weg ins Exil bew\u00e4ltigen musste.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\u00a9 Hans G\u00fcnter Flieg<\/p>\n<p>Die Smartphones heute haben viele verschiedene Funktionen. Sie sind nicht nur eine Kamera, die eine Fluchtroute festh\u00e4lt, sondern sie erm\u00f6glichen Kommunikation, Vernetzung und auch Orientierung: Wo gehe ich \u00fcberhaupt lang? Wo finde ich meine Route? Und sie archivieren Erinnerung, das hei\u00dft fotografische Erinnerungen an den Herkunftsort, an zur\u00fcckgelassene Familienmitglieder, Freunde und Freundinnen. Mitunter enthalten diese Handybilder auch zur\u00fcckliegende gewaltvolle Erfahrungen, dann kommen die Fluchtwege hinzu, aber auch das Ankommen in neuen Umgebungen.<\/p>\n<p>\tKI-generierte Bilder erkennen<\/p>\n<p><b>Was \u00e4ndert sich durch K\u00fcnstliche Intelligenz, die durch erfundene Bilder unseren Blick beeinflussen kann?<\/b><\/p>\n<p>Das ist eine gro\u00dfe Herausforderung, weil damit auch Kontrafaktisches produziert wird. Es wird auch zuk\u00fcnftig wichtig sein, die Fotografie anzuerkennen als etwas, das Bilder schafft, die pr\u00e4gend sind f\u00fcr die Wahrnehmung von Fluchtprozessen und Migrationsph\u00e4nomenen. Aber die neuen Bilder, die durch KI entstehen, f\u00fcgen dem Ganzen noch etwas anders hinzu: die Herausforderung, zu unterscheiden zwischen tats\u00e4chlichen Fluchtbildern und KI-generierten, die affektiv arbeiten und die Betrachtenden in ihren \u00c4ngsten und Vorbehalten packen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Ich denke, wir m\u00fcssen noch intensiver kritisch an der Dekonstruktion von Bildern arbeiten und notwendige Kompetenzen vermitteln: Was ist da eigentlich zu sehen? Und wie wird Bedeutung generiert? Wie antwortet das KI-Bild auf Sehns\u00fcchte und Vorstellungen, etwas auf bestimmte Weise sehen zu wollen?<\/p>\n<p class=\"slider__image-description-text\">\n\t\tDer Film \u201eFire at Sea\u201c von Gianfranco Rosi handelt von der Fluchtbewegung nach Lampedusa. \u201eDer Regisseur hat sich sowohl mit den Gefl\u00fcchteten als auch den Bewohnerinnen und Bewohnern vor Ort auseinandergesetzt. Der Film thematisiert, was es f\u00fcr sie bedeutet, am Rande Europas situiert zu sein und die Menschlichkeit und Empathie im Umgang mit den auf der Insel Gestrandeten nicht zu verlieren. Dieser Film zeigt, wie differenziert der Blick auf Flucht sein kann\u201c, sagt Burcu Dogramaci.\n\t<\/p>\n<p>\t\t\u00a9 Rai Cinema<\/p>\n<p class=\"slider__image-description-text\">\n\t\tDie Schriftstellerin Stefanie Zweig besch\u00e4ftigt sich in einem Familienbuch mit der Exilgeschichte ihrer Familie. Sie emigrierte 1938 auf der Flucht vor dem NS-Regime nach Kenia, zu dieser Zeit war die Autorin f\u00fcnf Jahre alt.\n\t<\/p>\n<p>\t\t\u00a9 Familie Zweig<\/p>\n<p class=\"slider__image-description-text\">\n\t\tDer Film \u201eFati\u2018s Choice\u201c ist in Ghana entstanden und entwickelt eine besondere Perspektive auf Migration: Der Protagonistin Fatimah M. Dadzie war die Flucht nach Europa gelungen. Sie entschied sich aber daf\u00fcr, nach Ghana zur\u00fcckzukommen. Dort erlebt sie jedoch starke Konflikte, weil sie es nicht geschafft hat, in Europa zu bleiben.\n\t<\/p>\n<p>\t\t\u00a9  Fatimah M. Dadzie<\/p>\n<p>\tPublikation<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"picture__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/cover_-dogramaci_nomadic-camera_1_1_format_s.jpg\" alt=\"Cover des Sammelbands Nomadic Camera: Photography, Displacement and Dis:connectivities\" title=\"Cover des Sammelbands Nomadic Camera: Photography, Displacement and Dis:connectivities\" data-\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tVergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p class=\"figure__caption-content\">Cover des Sammelbands Nomadic Camera: Photography, Displacement and Dis:connectivities<\/p>\n<p>Der Sammelband Nomadic Camera: Photography, Displacement and Dis:connectivities ist entstanden aus dem Workshop \u201eNomadic Camera\u201c, der 2023 am K\u00e4te Hamburger Kolleg global dis:connect an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen stattfand, und vereint Beitr\u00e4ge aus Geschichte, Medienwissenschaft, Kunst, Kunstgeschichte und Ethnologie.<\/p>\n<p>Unter der Herausgeberschaft von Burcu Dogramaci, Winfried Gerling, Jens J\u00e4ger und Birgit Mersmann und unter Beteiligung von global-dis:connect-Fellows untersucht das Buch die \u201enomadische Kamera\u201c als mobiles Medium im Kontext von Migration, Flucht und Vertreibung. Die Beitr\u00e4ge behandeln technische, mediale und \u00e4sthetische Praktiken, Narrative von Bewegung sowie Fragen von Archivierung, Zirkulation und Erinnerung \u2013 und \u00f6ffnen so neue Perspektiven auf Fotografie als Medium der Migration.<\/p>\n<p>Burcu Dogramaci (Editor), Winfried Gerling (Editor), Jens J\u00e4ger (Editor), Birgit Mersmann (Editor): <a href=\"https:\/\/lup.be\/book\/nomadic-camera\/\" class=\"is-external\" title=\"Link \u00f6ffnet in neuem Fenster\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Nomadic Camera: Photography, Displacement and Dis:connectivities<\/a>. Leuven University Press 2026 DOI: 10.11116\/9789461667151<\/p>\n<p>\tKOLLEG global dis:connect<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.globaldisconnect.org\" class=\"is-external\" title=\"Link \u00f6ffnet in neuem Fenster\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">K\u00e4te Hamburger Kolleg<\/a> forscht zu Globalisierung unter dem Begriff global dis:connect. \u201eWir wollen mit dem Doppelpunkt die Spannung zwischen Verflochten- und Verbundenheit in Globalisierungsprozessen betonen, Konnektivit\u00e4t geht auch mit Disruption und Z\u00e4suren einher\u201c, erl\u00e4utert Burcu Dogramaci. <\/p>\n<p>2026 wird am K\u00e4te Hamburger Kolleg dis:connect in Zusammenarbeit mit der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln ein Workshop zu \u201eInfrastrukturen und Gemeinschaftsformen informeller Kunstr\u00e4ume im globalen Kontext\u201c stattfinden, der auch das Thema Post-\/Migration ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Burcu Dogramaci ist Professorin f\u00fcr Kunstgeschichte an der LMU und Direktorin am K\u00e4te Hamburger Kolleg global dis:connect. 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