{"id":1148107,"date":"2026-07-07T00:10:15","date_gmt":"2026-07-07T00:10:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1148107\/"},"modified":"2026-07-07T00:10:15","modified_gmt":"2026-07-07T00:10:15","slug":"marineschiffbau-milliarden-deal-kanada-will-deutsche-u-boote","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1148107\/","title":{"rendered":"Marineschiffbau: Milliarden-Deal: Kanada will deutsche U-Boote"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Kanada setzt bei der Erneuerung seiner U-Boot-Flotte auf eine milliardenschwere Kooperation mit Deutschland und Norwegen. Dazu soll der Kieler Marineschiffbauer TKMS bis zu zw\u00f6lf <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/tauchboot\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">U-Boote<\/a> liefern, wie Premierminister Mark Carney in Halifax vor seiner Abreise zum Nato-Gipfel in Ankara sagte. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begr\u00fc\u00dfte die Entscheidung: \u00abDies ist ein gro\u00dfes, strategisches Vorhaben, das Kanada, Deutschland und Norwegen auf Jahrzehnte verbindet.\u00bb Die kanadische Regierung setze damit vor dem Nato-Treffen ein starkes Zeichen der transatlantischen Zusammenarbeit.\n<\/p>\n<p>Aktuelles<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2026-07\/kanada-bestellt-u-boote-bei-deutschem-hersteller-tkms\" data-ct-label=\"R\u00fcstungsindustrie: Kanada bestellt U-Boote bei deutschem Hersteller TKMS\" data-uuid=\"b79646b5-bea5-4737-be59-65a59a7fd0c4\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        R\u00fcstungsindustrie:<br \/>\n                        Kanada bestellt U-Boote bei deutschem Hersteller TKMS<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2026-06\/boris-pistorius-fregatte-f126-marine-ende\" data-ct-label=\"Aufr\u00fcstung: Pistorius plant laut Berichten Aus f\u00fcr Fregattenprojekt F126\" data-uuid=\"4875153d-a33d-4a7f-85bc-7993a71aec6d\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Aufr\u00fcstung:<br \/>\n                        Pistorius plant laut Berichten Aus f\u00fcr Fregattenprojekt F126<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-07\/russisches-flugzeug-nordmeer-britische-arktismission-hms-prince-of-wales\" data-ct-label=\"Milit\u00e4r: Britische F-35-Kampfjets fangen russisches Flugzeug im Nordmeer ab\" data-uuid=\"efd27e5a-14a8-43d7-b2ee-8e1e9bfad436\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Milit\u00e4r:<br \/>\n                        Britische F-35-Kampfjets fangen russisches Flugzeug im Nordmeer ab<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">F\u00fcr TKMS ist es der gr\u00f6\u00dfte U-Boot-Auftrag in der Unternehmensgeschichte. <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/kanada\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kanada<\/a> erh\u00e4lt von der Werft U-Boote des Typs 212CD. Dieses Modell haben Deutschland und Norwegen f\u00fcr die gemeinsame Nutzung entwickelt. Die Buchstaben \u00abCD\u00bb stehen dabei f\u00fcr das gemeinsame Design (\u00abCommon Design\u00bb). Diese Baugleichheit soll die Kosten verringern und eine einfache Zusammenarbeit erm\u00f6glichen, der sich nun Kanada als dritter gro\u00dfer Partner anschlie\u00dft.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00abMittelm\u00e4chte wie Kanada streben durch Partnerschaften mit gleichgesinnten Staaten nach gr\u00f6\u00dferer strategischer Autonomie\u00bb, sagte <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/mark-carney\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Carney<\/a>. Er verwies darauf, dass sein Land \u00fcber die l\u00e4ngste K\u00fcstenlinie der Welt verf\u00fcge und maritime F\u00e4higkeiten wichtig seien: \u00abNirgendwo wird dies deutlicher als auf unseren Meeren und in der Arktis. Die Arktis wird zunehmend zu einem zentralen Faktor f\u00fcr die Sicherheit Nordamerikas und der Nato-Westflanke.\u00bb Er erwarte 6 bis 18 Monate Verhandlungen \u00fcber den Vertrag.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die zuk\u00fcnftige U-Boot-Flotte der drei Nationen sei wesentlicher Pfeiler in der Strategie der Nato zur Sicherung des hohen Nordens und sichtbarer Beitrag zur Lastenteilung im B\u00fcndnis, teilte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit. Er sprach von einem Meilenstein und erkl\u00e4rte: \u00abGemeinsam werden wir die weltweit gr\u00f6\u00dfte und modernste konventionelle U-Boot-Flotte aufbauen.\u00bb Au\u00dfenminister Johann Wadephul (CDU) schrieb, Kanada habe \u00abdamit ein starkes Signal des Zusammenhalts im transatlantischen B\u00fcndnis abgegeben\u00bb.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Kanada bezieht bisher rund 80 Prozent seiner Milit\u00e4rg\u00fcter aus den USA. Das Verh\u00e4ltnis ist aber seit Beginn der zweiten Amtszeit von US-Pr\u00e4sident Donald Trumps schwer belastet. Neben Z\u00f6llen wird das Verh\u00e4ltnis auch von Trumps mehrfach ge\u00e4u\u00dfertem Wunsch strapaziert, Kanada als 51. Bundesstaat einzugliedern.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Kanada verf\u00fcgt aktuell \u00fcber vier U-Boote, die laut Regierungsangaben noch bis Mitte 2030 in Betrieb sein sollen. Aktuell ist nur eines davon einsatzbereit. TKMS habe angeboten, U-Boote aus den deutschen und norwegischen Auftr\u00e4gen umzuwidmen, so dass die ersten vier U-Boote bereits bis 2034 geliefert werden k\u00f6nnten, sagte der Premierminister.\u00a0\n<\/p>\n<p>            Vor der Entscheidung gab es harten Wettbewerb            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">In den vergangenen Wochen und Monaten hatte das R\u00fcstungsunternehmen TKMS im Wettbewerb mit dem koreanischen Anbieter Hanwha Ocean sein Werben intensiviert und diverse Kooperationen mit kanadischen Unternehmen verk\u00fcndet, um die eigenen Chancen zu erh\u00f6hen.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">In S\u00fcdkorea wurde die Entscheidung f\u00fcr den deutschen Bieter auch als strategische Wahl interpretiert. \u00abTrotz aller Anstrengungen (&#8230;) konnten wir die Barriere, die das Nato-B\u00fcndnis darstellt, nicht \u00fcberwinden\u00bb, erkl\u00e4rte Hanwha Ocean in einer ersten Stellungnahme. S\u00fcdkorea ist kein vollwertiges Nato-Mitglied, gilt jedoch als wichtiges Partnerland der Milit\u00e4rallianz im Indopazifik. Pr\u00e4sident Lee Jae Myung nimmt in Ankara erstmals seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr pers\u00f6nlich an einem Nato-Gipfel teil.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">TKMS-Chef Oliver Burkard sprach am Abend von einem wichtigen Tag f\u00fcr Kanada, Deutschland und <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/norwegen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Norwegen<\/a>. Nach Unternehmensangaben soll w\u00e4hrend der Projektlaufzeit in ganz Kanada eine wirtschaftliche Gesamtaktivit\u00e4t in H\u00f6he von 167 Milliarden kanadischen Dollar (entspricht mehr als 100 Milliarden Euro) generiert werden. TKMS rechnet damit, das erste U-Boot der 212CD-Klasse bis 2033 auszuliefern.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zum genauen Auftragsvolumen machten weder Kanada noch TKMS Angaben. Es d\u00fcrfte sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aber allein f\u00fcr die U-Boote inklusive Service auf rund 20 Milliarden Euro belaufen. Carney nannte es das \u00abgr\u00f6\u00dfte Beschaffungsvorhaben in der kanadischen Geschichte\u00bb.\n<\/p>\n<p>            Boote sollen in Kiel und Wismar gebaut werden            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">TKMS z\u00e4hlt zu den weltweit f\u00fchrenden Unternehmen im Bau nicht nuklear betriebener U-Boote. Nach fr\u00fcheren Angaben von TKMS will Kanada die ersten neuen Boote sp\u00e4testens 2035 in Betrieb nehmen. Zuletzt hatte sich aber angedeutet, dass eine erste Auslieferung fr\u00fcher erfolgen k\u00f6nnte.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Produktion werde komplett in Deutschland stattfinden, k\u00fcndigte TKMS-Chef Oliver Burkhard an. Die High-Tech-Boote will die <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/werft\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Werft<\/a> sowohl am Stammsitz in Kiel als auch in der zweiten Werft in Wismar in Mecklenburg-Vorpommern bauen. Dort will das Unternehmen bis zu 1.500 Arbeitspl\u00e4tze schaffen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben mehr als 9.100 Besch\u00e4ftigte, darunter rund 3.300 in Kiel. Weiterer Standort neben Kiel und Wismar ist Itaja\u00ed in Brasilien.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Auftragsb\u00fccher des Unternehmens waren bereits vor dem Rekordauftrag aus \u00dcbersee gut gef\u00fcllt. Die Werft profitiert von der anhaltend hohen Nachfrage nach R\u00fcstungsg\u00fctern. In der ersten H\u00e4lfte des Gesch\u00e4ftsjahres &#8211; von Oktober 2025 bis M\u00e4rz 2026 &#8211; erreichte der Auftragsbestand 20,6 Milliarden Euro. Das war bereits ein neuer H\u00f6chstwert. Schon damit war TKMS bis in die 2040er Jahre hinein ausgelastet.\n<\/p>\n<p>            Neue U-Boot-Klasse mit besseren Sensoren            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Durch die Bestellung erh\u00f6ht sich die Zahl der Auftr\u00e4ge f\u00fcr die neue Klasse 212CD auf 24. F\u00fcr Deutschland und Norwegen baut die Werft bereits jeweils sechs U-Boote.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Deutschland nutzt aktuell sechs U-Boote der Vorg\u00e4ngerklasse 212A, die 56 Meter lang sind. Die neuen U-Boote werden dagegen etwa 72 Meter lang sein. Die neue Klasse verf\u00fcgt \u00fcber eine verbesserte Sensorik f\u00fcr die Erkennung m\u00f6glicher Gegner unter und auf dem Wasser. Die Boote sollen mit jeweils 30 Besatzungsmitgliedern fahren. Sie sind laut TKMS speziell f\u00fcr den Einsatz in der Arktis und unter Eis ausgelegt.\n<\/p>\n<p>                                    Umsatz w\u00e4chst bei TKMS &#8211; gro\u00dfe Investitionen            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">In der ersten H\u00e4lfte des Gesch\u00e4ftsjahres 2025\/26 stieg der Umsatz bei TKMS nach Firmenangaben um zehn Prozent auf 1,17 Milliarden Euro, weil Auftr\u00e4ge nach Plan erf\u00fcllt worden seien. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern nahm bereinigt um 14 Prozent auf 60 Millionen Euro zu. Unter dem Strich verdiente TKMS 27 Millionen Euro, was einem R\u00fcckgang um 41 Prozent entsprach. Der Gewinnr\u00fcckgang ergibt sich aus Investitionen in den Ausbau des Unternehmens, etwa f\u00fcr Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:260706-930-343937\/3<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kanada setzt bei der Erneuerung seiner U-Boot-Flotte auf eine milliardenschwere Kooperation mit Deutschland und Norwegen. 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