{"id":1148155,"date":"2026-07-07T00:39:16","date_gmt":"2026-07-07T00:39:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1148155\/"},"modified":"2026-07-07T00:39:16","modified_gmt":"2026-07-07T00:39:16","slug":"wofuer-eine-bundespraesidentin-ilse-aigner-stehen-wuerde-bayern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1148155\/","title":{"rendered":"Wof\u00fcr eine Bundespr\u00e4sidentin Ilse Aigner stehen w\u00fcrde &#8211; Bayern"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">An historischer Aufladung mangelt es schon mal nicht. G\u00f6tter, K\u00f6nige und mythische Figuren zieren die Gro\u00dfe Aula der M\u00fcnchner Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t (LMU). Die Nazis inszenierten den Saal mit der schweren Holzdecke einst mit einer einsamen B\u00fcste Adolf Hitlers. Vor den T\u00fcren verteilten Hans und Sophie Scholl ihre Flugbl\u00e4tter und zahlten daf\u00fcr mit ihrem Leben.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Aula vom Ort der Diktatur zur Keimzelle der bayerischen Demokratie: Hier wurde vor 80 Jahren die Landesverfassung erdacht; hier konstituierte sich der Landtag neu und w\u00e4hlte mit Hans Ehard (<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/CSU\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">CSU<\/a>) den ersten Nachkriegs-Ministerpr\u00e4sidenten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/bayern-whatsapp-kanal-sueddeutsche-zeitung-anmeldung-abonniere-lux.53Kn45a8k7kuCphD9cvyfg\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;nachrichten_aus_der_bayern_redaktion_jetzt_auf_whatsapp_abonnieren&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;bayern&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;lux.53Kn45a8k7kuCphD9cvyfg&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;metered&quot;,&quot;section&quot;:&quot;bayern&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" data-tb-link=\"\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedebayernbayern-whatsapp-kanal-sueddeutsche-zeitung-anmeldung-abonniere-lux53Kn45a8k7kuCphD9cvyfg\" class=\"css-14tg8sh\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/9eb3992c-8ccd-422c-b33d-55d59e50937d.jpeg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>SZ Bayern auf Whatsapp<\/p>\n<p>:Nachrichten aus der Bayern-Redaktion \u2013 jetzt auf Whatsapp abonnieren<\/p>\n<p class=\"css-a6ecqs\" data-manual=\"teaser-text\" data-tb-description=\"\" data-schema-org-speakable=\"true\">Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat f\u00fcr Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergr\u00fcnde direkt aufs Handy bekommen m\u00f6chten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eEs ist eine echte Aura sp\u00fcrbar\u201c, sagt <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ilse_Aigner\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ilse Aigner<\/a>, als sie am Montagabend auf die Holzb\u00fchne tritt, die f\u00fcr eine einzelne Rednerin eigentlich viel zu gro\u00df ist. Die bayerische Landtagspr\u00e4sidentin h\u00e4lt eine Festrede, die Aula wird als \u201eOrt der Demokratie\u201c ausgezeichnet, eine neue Stele soll die Bedeutung des Saals hervorheben.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die CSU-Politikerin will aber auch grunds\u00e4tzlich werden. Als \u201ePl\u00e4doyer f\u00fcr eine vers\u00f6hnte Gesellschaft\u201c wurde ihre Rede angek\u00fcndigt. Ein Testlauf f\u00fcr die Bundespr\u00e4sidentschaft, f\u00fcr die sie hartn\u00e4ckig als Kandidatin gehandelt wird?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die entscheidende Bundesversammlung findet erst Anfang des kommenden Jahres statt, noch ist vieles im Ungef\u00e4hren. Aber seit CSU-Chef <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Markus_S%C3%B6der\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Markus S\u00f6der<\/a> seine Parteifreundin per Interview ins Spiel gebracht hat, werden ihre Auftritte nat\u00fcrlich genau beobachtet. Aigner hat sich bislang nicht zu ihren Ambitionen ge\u00e4u\u00dfert, aber auch nie Ablehnung signalisiert.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ein Staatsoberhaupt soll die gro\u00dfen Fragen aufwerfen, lange Linien ziehen: aus der Geschichte ins Heute und Morgen. Dass Aigner diesen historischen Ort als B\u00fchne f\u00fcr ihre Grundsatzrede gew\u00e4hlt hat, ist also schon ein Teil der Botschaft. Aber wof\u00fcr steht die 61 Jahre alte Oberbayerin? Welche Antworten will sie einer verunsicherten Gesellschaft geben? Kann sie sogar Identit\u00e4t stiften?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Aigner pr\u00e4sentiert sich als Verteidigerin der Demokratie, die in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Deutschland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a> aus der Katastrophe des Nationalsozialismus heraus geboren wurde. \u201eKeine andere Regierungsform garantiert mehr Freiheiten\u201c, sagt sie. \u201eWarum wir uns f\u00fcr die Demokratie einsetzen? Weil wir verstanden haben, wohin Unfreiheit f\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u00dcber den Wert und die Bedrohung der Demokratie von innen und au\u00dfen wurde schon viel gesagt, Aigners Analyse bleibt weitgehend beim Bekannten: Die vielen Krisen der vergangenen Jahre haben Unsicherheit und \u00c4ngste verursacht, die von den Radikalen weltweit verst\u00e4rkt und ausgenutzt werden. Neben Russland und China werde auch der einstige Partner USA zunehmend zum Problem. Social Media wirke wie \u201eein Brandbeschleuniger\u201c, der dringend reguliert werden m\u00fcsse \u2013 vor allem mit Blick auf Kinder und Jugendliche.<\/p>\n<p>Ein AfD-Parteitag am 100. Jahrestag des ersten NSDAP-Parteitages? Kein Zufall, findet Aigner<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Rolle der AfD thematisiert die CSU-Frau ausf\u00fchrlich, ohne die Partei beim Namen zu nennen: \u201eDa ist eine in Teilen rechtsextreme Kraft, die absolvierte ihren Bundesparteitag am vergangenen Wochenende \u2013 genau am 100. Jahrestag des ersten NSDAP-Parteitages 1926. Auch in Th\u00fcringen.\u201c Das sei kein Zufall.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Partei missbrauche reale Probleme, \u201eum Menschen mit Migrationshintergrund pauschal zu diffamieren und dann \u201amillionenfache Remigration\u2018 einzufordern\u201c, sagt Aigner. Das d\u00fcrfe man so nicht stehen lassen. \u201eWir erkennen eindeutig v\u00f6lkisches, ja menschenverachtendes Gedankengut.\u201c Bei dieser Passage reagiert das bis dahin eher zaghafte Publikum mit hochrangigen G\u00e4sten aus Politik, Justiz und Wissenschaft zum ersten Mal mit starkem Applaus.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dass Aigner einen direkten Zusammenhang zwischen der AfD und der Nazi-Partei herstellt, legt nahe, dass mit ihr als Bundespr\u00e4sidentin eine klare Haltung verbunden w\u00e4re: keine Ann\u00e4herung an die oder gar Koalition mit der Rechtsau\u00dfen-Partei. Diese Position kann sie auch deshalb glaubw\u00fcrdig vertreten, weil sie der AfD bereits seit Jahren als Landtagspr\u00e4sidentin in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Bayern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bayern<\/a> Grenzen aufzeigt und auch Kontroversen nicht scheut. Die radikalen R\u00e4nder, sagt Aigner, w\u00fcrden tiefe Gr\u00e4ben aufrei\u00dfen, um ein anderes Land zu erschaffen. \u201eIch will dieses andere Land nicht!\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Aigner ruft die demokratischen Kr\u00e4fte dazu auf, Br\u00fccken zu bauen. \u201eEs wird zu viel auf Polarisierung hingearbeitet\u201c, sagt sie. Kulturk\u00e4mpfe sieht sie als \u201eAusflucht aus den wirklich wichtigen Debatten, auf Kosten von Minderheiten\u201c. M\u00f6glicherweise hat sie dabei auch den einen oder anderen Parteikollegen vor Augen. \u201eIch warne vor dieser Unvers\u00f6hnlichkeit.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wenn es darum geht, Antworten zu geben auf die massiven Herausforderungen durch globale Krisen, wirtschaftlichen Abschwung und das gesellschaftliche Auseinanderdriften, bleibt Aigner im Allgemeinen. Das Land m\u00fcsse \u201ewehrhaft\u201c sein, Glaubw\u00fcrdigkeit und Vertrauen zur\u00fcckgewinnen und \u201eden Glauben an Aufstieg und Wohlstand neu entfachen\u201c. Zu den nun geplanten Reformen der Bundesregierung sagt sie milde: \u201eDie Richtung stimmt.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In gro\u00dfen Teilen ist ihre Rede eine Zustandsbeschreibung, die sie an einigen Stellen mit einem gewissen Kampfgeist verbindet. Die \u00c4ngste und Entt\u00e4uschungen vieler Menschen m\u00fcsse man ernst nehmen, sagt Aigner. \u201eAber: Wenn man von der Feuerwehr entt\u00e4uscht ist, dann ruft man doch nicht nach jemand, der auch noch \u00d6l ins Feuer gie\u00dft.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Leidenschaftlicher klingt die Politikerin etwa, wenn sie zu mehr Engagement gegen Antisemitismus aufruft: \u201eDa fehlt mir auch der Aufschrei.\u201c Aber vor allem, wenn sie vor R\u00fcckschritten bei der Gleichberechtigung von Mann und Frau warnt. Im Internet entstehe durch neue M\u00e4nnlichkeitsideale und Herabsetzung von Frauen die Erz\u00e4hlung \u201eFrauen k\u00f6nnen sich nur um Kinder und K\u00fcche k\u00fcmmern, nett aussehen\u00a0\u2026 und den Rest sollen M\u00e4nner machen.\u201c Aber die Gesellschaft sei l\u00e4ngst weiter. \u201eWir haben so viele starke, kluge und stolze Frauen. Sie bestimmen selbst, was sie wollen. Und sie passen nicht in diese falsche Ideologie. Sie sind mit Sicherheit alles andere als solche \u201aTradwives\u2018!\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ein guter Beweis daf\u00fcr w\u00e4re wohl die erste Frau an der Spitze der Bundesrepublik. Aber das hat Aigner nat\u00fcrlich nicht gesagt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"An historischer Aufladung mangelt es schon mal nicht. 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