{"id":1148732,"date":"2026-07-07T06:43:16","date_gmt":"2026-07-07T06:43:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1148732\/"},"modified":"2026-07-07T06:43:16","modified_gmt":"2026-07-07T06:43:16","slug":"muenchen-garching-muenchner-start-up-sammelt-411-millionen-fuer-fusionsreaktor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1148732\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen\/Garching | M\u00fcnchner Start-up sammelt 411 Millionen f\u00fcr Fusionsreaktor"},"content":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen\/Garching (dpa) &#8211; Das Start-up Proxima Fusion hat Hunderte Millionen Euro f\u00fcr den Bau eines Fusionsreaktors eingesammelt. In einer aktuellen Finanzierungsrunde, an der sich auch RWE und Google beteiligten, kamen 411 Millionen Euro zusammen, wie das Unternehmen mitteilte. Damit erf\u00fcllt Proxima Fusion die Bedingungen daf\u00fcr, dass der Freistaat Bayern weitere 400 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung stellt, wie im Februar vereinbart wurde, und wird zum Unicorn (Einhorn) &#8211; einem Start-up mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde Euro.\u00a0<\/p>\n<p>Das Unternehmen will bis zum Ende der 2030er Jahre im fr\u00e4nkischen Gundremmingen einen kommerziellen Fusionsreaktor bauen, der tats\u00e4chlich Strom ins Netz leitet. Dazu soll bis Anfang der 2030er Jahre in Garching bei M\u00fcnchen der Demonstrationsreaktor \u00abAlpha\u00bb entstehen. Alleine er wird mit zwei Milliarden Euro veranschlagt. Um diese aufzubringen, setzt das Unternehmen unter anderem auch auf Geld vom Bund: Man hoffe, dass die Ausschreibung f\u00fcr eine entsprechende F\u00f6rderung im Herbst komme, sagte eine Sprecherin.\u00a0<\/p>\n<p>Schon jetzt werden Teile f\u00fcr Alpha gefertigt. Der erste Magnet soll Ende n\u00e4chsten Jahres fertiggestellt werden. Die jetzt eingeholten Mittel flie\u00dfen ebenfalls in den Bau, die Erweiterung von Entwicklungs- und Fertigungskapazit\u00e4ten sowie die Weiterentwicklung zentraler Technologien.\u00a0<\/p>\n<p>Komplex aufgebaute Magnetspulen\u00a0<\/p>\n<p>Nachdem die Fusionsforschung lange eine Dom\u00e4ne von Staaten und Staatengemeinschaften war, versucht inzwischen eine gr\u00f6\u00dfere Zahl von Start-ups, mit verschiedenen Ans\u00e4tzen Fusionsreaktoren zu bauen. Neben dem klassischen Konzept, hei\u00dfes Plasma mit Magnetfeldern einzuschlie\u00dfen, gibt es unter anderem auch den Ansatz, Laser zur Z\u00fcndung einzusetzen.\u00a0<\/p>\n<p>Proxima Fusion setzt auf Magnetfelder &#8211; allerdings in einer speziellen Form: Der Reaktor soll ein sogenannter Stellarator werden. Anders als beim verbreiteteren Tokamak, dessen Form einem Donut \u00e4hnelt, sorgen dabei komplex aufgebaute Magnetspulen daf\u00fcr, dass sich das eingeschlossene Plasma verzwirbelt. Das erleichtert einen Dauerbetrieb des Reaktors, ist allerdings schwieriger zu konstruieren und zu bauen.\u00a0<\/p>\n<p>Das Start-up setzt dabei darauf, dass neue Fertigungstechniken und Materialien den Aufbau m\u00f6glich machen. Gerade in Deutschland gebe es daf\u00fcr hohe Kompetenz und mit dem Wendelstein-Programm des Max-Planck-Instituts f\u00fcr Plasmaphysik auch bereits Erfahrung, hei\u00dft es. Aus ebendiesem Institut ist Proxima Fusion als Spin-out entstanden.\u00a0<\/p>\n<p>Jetzt ein Einhorn\u00a0<\/p>\n<p>Mit der aktuellen Finanzierungsrunde wird Proxima Fusion nach eigenen Angaben nun mit mehr als 2,4 Milliarden Euro bewertet. Das sichert dem Unternehmen einen Platz unter den Unicorns (Einh\u00f6rnern) &#8211; so nennt man Start-ups, die eine Bewertung von mehr als einer Milliarde erreichen.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abDiese Finanzierung zeigt, dass Deutschland und Europa in der Lage sind, internationales Kapital f\u00fcr strategische Zukunftstechnologien zu mobilisieren\u00bb, sagt Francesco Sciortino, Mitgr\u00fcnder und Chef von Proxima Fusion. \u00abDie internationale Investorengemeinschaft hat ein starkes Signal gesendet: Sie vertraut nicht nur auf die wissenschaftliche Exzellenz Europas, sondern auch auf unsere F\u00e4higkeit, daraus weltweit wettbewerbsf\u00e4hige Industrieunternehmen aufzubauen.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Die Fusionstechnologie habe das Potenzial \u00abeine \u00e4hnliche wirtschaftliche Bedeutung zu erlangen wie einst die Automobilindustrie\u00bb, wirbt er. In Deutschland k\u00f6nne sie zu einer neuen Schl\u00fcsselindustrie werden.\u00a0<\/p>\n<p>Internationale Konkurrenz\u00a0<\/p>\n<p>Angesichts der Konkurrenz &#8211; in den USA und China sind bereits Milliarden in Fusions-Start-ups geflossen &#8211; ist allerdings alles andere als sicher, dass sich Proxima Fusion durchsetzen wird. Zudem jagen Wissenschaftler der Fusion bereits seit vielen Jahrzehnten hinterher und manchen gilt sie inzwischen als Sackgasse, anderen weiter als gro\u00dfe Hoffnung. Bei der Stellarator-Technologie sieht sich das M\u00fcnchner Unternehmen selbst momentan in der Spitzenposition.\u00a0<\/p>\n<p>Fusionsenergie basiert auf dem Prozess der Verschmelzung (\u00abFusion\u00bb) von Atomkernen. In der Sonne und anderen Sternen liefert dieser Prozess die abgestrahlte Energie. Fusionsenergie gilt als sauberer als Kernspaltung, zudem gibt es dabei, anders als bei fossilen Kraftwerken, keinen direkten CO2-Aussto\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00fcnchen\/Garching (dpa) &#8211; Das Start-up Proxima Fusion hat Hunderte Millionen Euro f\u00fcr den Bau eines Fusionsreaktors eingesammelt. 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