{"id":1148802,"date":"2026-07-07T07:24:17","date_gmt":"2026-07-07T07:24:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1148802\/"},"modified":"2026-07-07T07:24:17","modified_gmt":"2026-07-07T07:24:17","slug":"mariama-sow-steuert-ihren-traum-die-schwebebahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1148802\/","title":{"rendered":"Mariama Sow steuert ihren Traum \u2013 die Schwebebahn"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Geschichte von Mariama Sow ist eine Geschichte von Mut und Selbstbewusstsein. Davon, sich zu trauen und Ideen nicht nur zu denken, sondern auch zu leben. Seit drei Monaten ist sie in Wuppertal als Schwebebahnfahrerin im Einsatz. \u201eAls erste schwarze Frau\u201c, betont sie stolz.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die 43-J\u00e4hrige stammt aus Guinea in Westafrika. Auf ihrem Smartphone zeigt sie Videos von hohen Wasserf\u00e4llen und nebelverhangenen Landschaften ihrer Heimat. Wuppertal mag keine Wasserf\u00e4lle haben, bietet aber ebenfalls einen einzigartigen Ausblick \u2013 aus der Schwebebahn. Diesen Ausblick erlebt Mariama Sow nun fast jeden Tag aus der Fahrerkabine. Wobei sie betont: \u201eMan braucht Konzentration und Disziplin.\u201c Die Fahrten selbst als Sightseeing zu betrachten, komme gar nicht infrage. \u201eIch konzentriere mich auf die Instrumente\u201c \u2013 und die Passagiere. Zwar sitzt sie in einer geschlossenen Kabine; das bedeutet aber keineswegs, dass sie nichts mitbekommt. \u201eAn jeder Haltestelle registriere ich die Fahrg\u00e4ste.\u201c Besonders an der Station D\u00f6ppersberg, wo die meisten Fahrg\u00e4ste warten und viel los ist, m\u00fcsse man sehr aufmerksam sein \u2013 \u201eund darauf achten, dass die wei\u00dfen Linien nicht \u00fcbertreten werden, wenn die Bahn einf\u00e4hrt\u201c. Oder wenn Rollstuhlfahrer mitfahren und sie die Rampe im vorderen Zugteil ausklappt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">2002 kam Mariama Sow nach Deutschland. Viele Jahre lebte sie in Winterberg im Sauerland und zog 2018 nach Oberbarmen. Das brachte den Ansto\u00df. W\u00e4hrend sie in der Gastronomie arbeitete, sah sie jeden Tag die Busse der Wuppertaler Stadtwerke und die Schwebebahn, die von Oberbarmen aus ihre Reise antritt. \u201eMich hat allein der Anblick gl\u00fccklich gemacht\u201c, erinnert sie sich \u2013 und so entstand der tiefe Wunsch, diese Schwebebahn selbst zu steuern. Die Ausbildung zur Busfahrerin war das Sprungbrett. Aber nicht das Ziel.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Andreas Haus, Leiter der Schwebebahn-Fahrschule, vermittelt den neuen Kolleginnen und Kollegen die Technik, besonders aber die Handhabung. \u201eIch k\u00f6nnte jemandem an einem Tag beibringen, wie man eine Schwebebahn bewegt\u201c, sagt er. \u201eAber erheblich aufwendiger sind St\u00f6rungsmanagement oder auch Ma\u00dfnahmen zur Evakuierung.\u201c So nahm die Weiterbildung f\u00fcr die Schwebebahn vier Wochen in Anspruch. Mitte Februar absolvierte Mariama Sow die Pr\u00fcfung \u2013 in Theorie und Praxis. \u201eEin bisschen Angst hatte ich schon, aber ich habe mein Bestes gegeben\u201c, unterstreicht die 43-J\u00e4hrige. \u201eMeine Kinder wissen, wen sie haben \u2013 eine K\u00e4mpfer-Mama!\u201c Als sie die Pr\u00fcfung bestand, habe sie gleich ihre Tochter angerufen. \u201eUnd sie meinte: Mama, ich hab dir doch gesagt, dass du das schaffst.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch Andreas Haus bemerkte das Engagement schnell: \u201eIhre Motivation ist sehr \u00fcberzeugend.\u201c Das macht die Wuppertalerin dankbar \u2013 und sie wei\u00df: \u201eIch frage viel, ich bin neugierig.\u201c Allerdings bekr\u00e4ftigt die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern auch: \u201eDas ist Teamarbeit.\u201c Ihre Dienste wechseln in drei Schichten; zurzeit sehe sie ihre neue T\u00e4tigkeit nicht als Stress: \u201eWenn ich meine Arbeit liebe, ist sie keine Belastung f\u00fcr mich. Ich bin sehr positiv eingestellt.\u201c Und zielstrebig obendrein: \u201eIch w\u00fcrde auch gern den Kaiserwagen fahren\u201c, sagt sie geradeheraus. Ihr Chef Andreas Haus l\u00e4chelt und erg\u00e4nzt: \u201eWir schauen mal, was wir machen k\u00f6nnen.\u201c Denn daf\u00fcr gibt es eine Sonderausbildung.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Mariama Sow liebt die Schwebebahn. Doch nach der Arbeit schaltet sie ab. \u201eIch genie\u00dfe die private Zeit. Dann bin ich bei meiner Familie.\u201c Die K\u00e4mpfer-Mama, wie sie sich selbst genannt hat. Sie klingt entschlossen, mit einer ehrlichen Lebenshaltung. Beharrlich, ohne stur zu sein. Sie beweist, dass der Blick nach oben inspirieren kann. Wenn eine Schwebebahn vor\u00fcberzieht. Und wenn sie wei\u00df, dass sie nicht allein ist. Sondern Kollegen vertrauen kann. Und den Zusammenhalt sp\u00fcrt. Um ein Verkehrsmittel zu steuern, das genauso beharrlich ist. Schlie\u00dflich hat es bereits 125 Jahre \u00fcberdauert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Geschichte von Mariama Sow ist eine Geschichte von Mut und Selbstbewusstsein. 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