{"id":1148882,"date":"2026-07-07T08:11:18","date_gmt":"2026-07-07T08:11:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1148882\/"},"modified":"2026-07-07T08:11:18","modified_gmt":"2026-07-07T08:11:18","slug":"friedrichstrasse-im-umbruch-ist-klassischer-einzelhandel-ueberholt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1148882\/","title":{"rendered":"Friedrichstra\u00dfe im Umbruch: Ist klassischer Einzelhandel \u00fcberholt?"},"content":{"rendered":"<p data-start=\"0\" data-end=\"340\"><strong>Die Friedrichstra\u00dfe verliert weitere prominente Einzelh\u00e4ndler, w\u00e4hrend neue Bauprojekte l\u00e4ngst andere Nutzungskonzepte verfolgen. Braucht die Stra\u00dfe k\u00fcnftig mehr Kultur, Gastronomie, Entertainment und Wohnen statt klassischem Retail?<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-92490\" class=\"lazyload wp-image-92490 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271280%27%20height%3D%27720%27%20viewBox%3D%270%200%201280%20720%27%3E%3Crect%20width%3D%271280%27%20height%3D%27720%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Friedrichstrasse-Quartier-206-\u00a9-Foto-Wikimedia-Commons-Joerg-Zaegel-CC-BY-SA-3.0-.jpg\" alt=\"Au\u00dfenansicht der Luxus-Immobilie Quartier 206 in der Friedrichstra\u00dfe Berlin mit moderner Geb\u00e4udestruktur.\" width=\"1280\" height=\"720\"\/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-92490\" class=\"wp-caption-text\">Die Au\u00dfenansicht des \u201eQuartier 206\u201c in der Friedrichstra\u00dfe in Berlin zeigt die markante Fassade des Wohn- und Gesch\u00e4ftshauses im Stadtbild. Auch hier stehen gro\u00dfe Fl\u00e4chen leer und warten auf neue Nutzungsideen. \/ \u00a9 Foto: Wikimedia Commons, J\u00f6rg Z\u00e4gel, CC BY-SA 3.0<\/p>\n<p>\u00a9 Titelbild: <a href=\"https:\/\/depositphotos.com\/home.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Depositphotos.com<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Die <a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/friedrichstrasse-in-der-warteschleife-vision-ohne-ziel-und-zeitplan\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Friedrichstra\u00dfe<\/a> in Berlin-Mitte verliert weitere prominente Einzelh\u00e4ndler. Nach zahlreichen Schlie\u00dfungen der vergangenen Jahre wollen nun auch Zara und Hugo Boss ihre Standorte an der einstigen Berliner Einkaufsmeile aufgeben. Die Entwicklung wirft erneut die Frage auf, welche wirtschaftliche und st\u00e4dtebauliche Rolle die Stra\u00dfe k\u00fcnftig \u00fcberhaupt noch spielen kann.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Denn m\u00f6glicherweise liegt das Problem l\u00e4ngst nicht mehr allein in fehlenden Verkehrskonzepten, Baustellen oder einer unklaren politischen Strategie. Vielleicht ist auch das jahrzehntelang verfolgte Leitbild einer exklusiven Einkaufsstra\u00dfe an diesem Standort \u00fcberholt. Vergleichbare Probleme gibt es in vielen anderen St\u00e4dten weltweit.<\/p>\n<p>Friedrichstra\u00dfe in Berlin: Immer mehr Einzelh\u00e4ndler ziehen sich aus der ehemaligen Einkaufsmeile zur\u00fcck<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Mit Galeries Lafayette verlor die Friedrichstra\u00dfe bereits 2024 einen ihrer wichtigsten Ankerpunkte. Weitere Leerst\u00e4nde und Gesch\u00e4ftsaufgaben folgten. Nun setzen Zara und Hugo Boss diese Entwicklung fort.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Gleichzeitig tut sich entlang der Stra\u00dfe durchaus einiges. <a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/kein-masterplan-aber-viele-projekte-die-friedrichstrasse-im-wandel\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zahlreiche Immobilien werden saniert<\/a>, umgebaut oder neu entwickelt. Das ehemalige Galeries Lafayette wird zum Mixed-Use-Projekt \u201eLumina\u201c, in das unter anderem das Musikunternehmen BMG einziehen will. Im n\u00f6rdlichen Bereich entstehen neue Wohnungen, w\u00e4hrend rund um das Tacheles bereits ein hochpreisiger Mix aus Wohnen, Gewerbe und Kultur geschaffen wurde.<\/p>\n<p>Neue Bauprojekte zeigen: Die Friedrichstra\u00dfe entwickelt sich l\u00e4ngst vom klassischen Einzelhandel weg<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Auff\u00e4llig ist dabei: Die neue Dynamik entsteht gerade nicht durch zus\u00e4tzliche Handelsfl\u00e4chen. Vielmehr ziehen B\u00fcros, Wohnungen, Kulturangebote und neue gastronomische Konzepte in den Fokus. Die Friedrichstra\u00dfe ver\u00e4ndert ihr Profil also l\u00e4ngst, bislang allerdings ohne \u00fcbergeordnete Strategie.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Vielleicht m\u00fcsste Berlin genau an diesem Punkt ansetzen. Statt immer wieder \u00fcber die Wiederbelebung der \u201eEinkaufsmeile Friedrichstra\u00dfe\u201c zu diskutieren, k\u00f6nnte die Stra\u00dfe als innerst\u00e4dtischer Erlebnis- und Kulturraum neu gedacht werden.<\/p>\n<p>Gastronomie, Kultur und Entertainment: Braucht die Friedrichstra\u00dfe ein v\u00f6llig neues Nutzungskonzept?<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Andere europ\u00e4ische Metropolen zeigen, dass zentrale Innenstadtlagen zunehmend \u00fcber Nutzungsmischung funktionieren. Handel bleibt dort ein Bestandteil, wird aber st\u00e4rker mit Gastronomie, Kultur, Veranstaltungen, Hotels, hochwertigen Arbeitswelten und Wohnen verbunden.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Selbst klassische Einkaufsstra\u00dfen und ehemalige Warenh\u00e4user werden vielerorts zu gemischt genutzten Stadtr\u00e4umen umgebaut.<\/p>\n<p>Der Friedrichstra\u00dfe fehlt noch immer eine verbindende Idee: Berliner Senat ist gefordert<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">F\u00fcr die Friedrichstra\u00dfe k\u00f6nnte darin eine Chance liegen. Zwischen Checkpoint Charlie, Gendarmenmarkt, Bahnhof Friedrichstra\u00dfe und dem Tacheles existiert bereits eine ungew\u00f6hnlich hohe Dichte touristischer, kultureller und historischer Orte. Was fehlt, ist eine verbindende Idee.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Denkbar w\u00e4ren mehr Restaurants und Caf\u00e9s mit gro\u00dfz\u00fcgigen Au\u00dfenfl\u00e4chen, kleine B\u00fchnen, Musikclubs, Galerien, immersive Ausstellungen oder neue Entertainment-Konzepte. Auch hochwertiges innerst\u00e4dtisches Wohnen k\u00f6nnte eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen und daf\u00fcr sorgen, dass die Stra\u00dfe nach B\u00fcroschluss nicht regelm\u00e4\u00dfig an Frequenz verliert.<\/p>\n<p>Ist der klassische Retail an der Friedrichstra\u00dfe einfach nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df?<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Nat\u00fcrlich wird der Einzelhandel nicht vollst\u00e4ndig aus der Friedrichstra\u00dfe verschwinden. Doch m\u00f6glicherweise braucht es weniger austauschbare Filialkonzepte und stattdessen st\u00e4rker kuratierte, besondere Angebote: Showrooms, Flagship-Stores, Manufakturen oder hybride Konzepte, bei denen Verkauf nur noch ein Teil des Erlebnisses ist.<\/p>\n<p>Die Friedrichstra\u00dfe befindet sich l\u00e4ngst im Wandel. Die entscheidende Frage ist daher vielleicht nicht mehr, wie der alte Status als Einkaufsmeile zur\u00fcckgewonnen werden kann. Sondern ob Berlin den Mut hat, der Stra\u00dfe eine vollkommen neue Rolle zu geben.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Quellen: onii, Berliner Morgenpost, Deal Magazin, Tishman Speyer, ehret+klein, N\u00f6fer Architekten, Senatsverwaltung f\u00fcr Umwelt, Mobilit\u00e4t, Verbraucher- und Klimaschutz, Senatsverwaltung f\u00fcr Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, CKSA | Christoph Kohl Stadtplaner Architekten, seckler schick architekten BDA, N\u00f6fer Architekten, Astigmatic<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Friedrichstra\u00dfe verliert weitere prominente Einzelh\u00e4ndler, w\u00e4hrend neue Bauprojekte l\u00e4ngst andere Nutzungskonzepte verfolgen. 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