{"id":1149342,"date":"2026-07-07T12:42:13","date_gmt":"2026-07-07T12:42:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1149342\/"},"modified":"2026-07-07T12:42:13","modified_gmt":"2026-07-07T12:42:13","slug":"jadepuffer-die-erste-ki-ransomware-attacke-verbaselt-nicht-nur-den-schluessel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1149342\/","title":{"rendered":"Jadepuffer: Die erste KI-Ransomware-Attacke verbaselt nicht nur den Schl\u00fcssel"},"content":{"rendered":"<p>    close notice<\/p>\n<p class=\"notice-banner__text a-u-mb-0\">\n      This article is also available in<br \/>\n        <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/news\/Jadepuffer-The-first-AI-ransomware-attack-not-only-messes-up-the-key-11356453.html\" class=\"notice-banner__link a-u-inline-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">English<\/a>.<\/p>\n<p>      It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.\n    <\/p>\n<p class=\"notice-banner__link a-u-mb-0\">\n    Don\u2019t show this again.\n<\/p>\n<p>Forscher der Cloud-Security-Firma Sysdig dokumentieren den ersten, wie sie behaupten \u201ekomplett LLM-getriebenen\u201c Ransomware-Vorfall. Und was sie beschreiben, ist tats\u00e4chlich ein Einbruch in ein Produktionssystem, bei dem offenbar ein LLM weitgehend autonom agiert, dabei wichtige Daten verschl\u00fcsselt beziehungsweise l\u00f6scht und f\u00fcr deren Wiederbeschaffung L\u00f6segeld fordert. Doch bei genauerer Betrachtung ist das Ganze eher skurril als ernsthaft gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Dass bei dem Vorfall ein Large Language Model am Werk war, geht recht eindeutig aus den am Tatort vorgefundenen Skripten hervor. Menschliche Akteure dokumentieren ihre malizi\u00f6sen Skripte eher nicht mit Kommentaren wie &#8222;High-ROI databases to drop&#8220;. F\u00fcr die These, dass das LLM weitgehend autonom handelte, f\u00fchren die Forscher an, wie schnell es auf fehlgeschlagene Aktionen reagierte. So verbesserte es ein Skript nach einem fehlgeschlagenen Login innerhalb von 31 Sekunden.<\/p>\n<p>Typische LLM-Fails<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte an der Stelle auch anf\u00fchren, dass ein menschlicher T\u00e4ter f\u00fcr die L\u00f6segeldforderung kaum die Adresse einer Bitcoin-Wallet verwendet h\u00e4tte, die h\u00e4ufig als Beispiel in \u00f6ffentlich verf\u00fcgbarer Dokumentation auftaucht (3J98t1WpEZ73CNmQviecrnyiWrnqRhWNLy). Oder mehr Wert darauf gelegt h\u00e4tte, zumindest den Anschein zu erwecken, den zum Verschl\u00fcsseln der Daten verwendeten AES-Key auch tats\u00e4chlich f\u00fcr eine m\u00f6gliche sp\u00e4tere Herausgabe zu speichern. Die Liste der f\u00fcr LLMs so typischen Fails lie\u00dfe sich weiter fortsetzen.<\/p>\n<p>Das LLM absolvierte alle typischen Schritte eines Ransomware-Angriffs: vom Initial Access \u00fcber Persistenz, Informationsbeschaffung, weiteres Ausbreiten bis zum finalen Impact. Die konkreten Umst\u00e4nde des Einbruchs sind allerdings nicht unbedingt geeignet, bei seri\u00f6sen Admins Schrecken zu verbreiten. Der initiale Zugriff erfolgte \u00fcber eine offenbar seit langem ungepatchte Sicherheitsl\u00fccke eines \u00fcber Internet erreichbaren Langflow-Servers (<a href=\"https:\/\/nvd.nist.gov\/vuln\/detail\/CVE-2025-3248\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">CVE-2025-3248<\/a>), einer Code-Injection-L\u00fccke in einem Open-Source-Framework zum Bau von LLM-Systemen. Auf dem Server lief auch ein selbst-gehostetes MinIO, ein S3-kompatibler Objektspeicher mit Defaultzugang minioadmin:minioadmin. Der daraufhin angegriffene Naming-Server enthielt eine seit f\u00fcnf Jahren bekannte Schwachstelle (<a href=\"https:\/\/nvd.nist.gov\/vuln\/detail\/CVE-2021-29441\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">CVE-2021-29441<\/a>). Die Systeme und ihre Daten lagen also sozusagen auf einem Pr\u00e4sentierteller. Woher die Zugangsdaten f\u00fcr den finalen Zugriff auf eine MySQL-Datenbank stammen, ist allerdings ungekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>M\u00fcssen wir alle sterben?<\/p>\n<p>Der von Sysdig als <a href=\"https:\/\/www.sysdig.com\/blog\/jadepuffer-agentic-ransomware-for-automated-database-extortion#what-the-sysdig-trt-observed\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Jadepuffer bezeichnete Vorfall<\/a> zeigt, dass Angreifer tats\u00e4chlich damit experimentieren, Angriffe von einer KI weitgehend selbstst\u00e4ndig durchf\u00fchren zu lassen. Und dass das prinzipiell Schaden verursachen kann. Doch selbst aus Sicht der eigentlichen T\u00e4ter im Hintergrund d\u00fcrfte dieser Vorfall bestenfalls als Proof of Concept denn als echter Durchbruch verbucht werden. Der Weg zum eigentlichen Ziel \u201emake money fast\u201c ist doch noch sehr weit. Insgesamt wirkt das Vorgehen der KI mehr wie das eines Toddlers, der mit Cybercrime-Baukl\u00f6tzchen spielt, als das eines Furcht einfl\u00f6\u00dfenden Cyber-Terminators. Doch beim aktuellen Tempo der KI-Entwicklung wird dieser Toddler sehr schnell dazu lernen. Die wichtigste Jadepuffer-Botschaft f\u00fcr Verteidiger ist jedenfalls keine neue: Es wird allerh\u00f6chste Zeit, seine Security-Hausaufgaben zu machen und seine IT-Infrastruktur vern\u00fcnftig abzusichern.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:ju@heise.de\" title=\"J\u00fcrgen Schmidt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ju<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"close notice This article is also available in English. 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