{"id":1149934,"date":"2026-07-07T18:19:20","date_gmt":"2026-07-07T18:19:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1149934\/"},"modified":"2026-07-07T18:19:20","modified_gmt":"2026-07-07T18:19:20","slug":"regierung-will-wohnbau-beschleunigen-was-bringt-der-gebaeudetyp-e","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1149934\/","title":{"rendered":"Regierung will Wohnbau beschleunigen: Was bringt der &#8222;&#8220;Geb\u00e4udetyp E&#8220;?"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/treppenhaus-102.jpg\" alt=\"Blick auf das Treppenhaus in einem Mehrparteienhaus in Berlin.\" title=\"Blick auf das Treppenhaus in einem Mehrparteienhaus in Berlin. | Elisa Schu\/dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 07.07.2026 \u2022 19:15 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>In Deutschland entsteht zu wenig neuer Wohnraum. Der neue &#8222;Geb\u00e4udetyp E&#8220; soll helfen. Das E steht f\u00fcr &#8222;einfach&#8220; und &#8222;experimentell&#8220;. Ein Gesetzentwurf ist in Arbeit. Wie k\u00f6nnte dieser neue Wohnraum aussehen? <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/oliver-neuroth-101.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Oliver Neuroth\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/neuroth-oliver-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Manchmal m\u00fcssen Ministerinnen auch Schauspielerinnen sein. Verena Hubertz und Stefanie Hubig betreten die K\u00fcche einer Wohnung in einem einfach gebauten Mehrfamilienhaus in Berlin-Neuk\u00f6lln. Vor laufenden Kameras kommen sie aus dem Staunen nicht mehr raus. Die W\u00e4nde der Wohnung sind in Beton-Optik gehalten, wirken auf den ersten Blick wie noch nicht fertiggestellt. In einem Gro\u00dfraumb\u00fcro in der Etage darunter liegen einige Kabelsch\u00e4chte frei. Alles gewollt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Grundidee des &#8222;Geb\u00e4udetyps E&#8220; ist, von nicht sicherheitsrelevanten Standards abzuweichen, wenn es g\u00fcnstiger ist, auch mal auf die sogenannten &#8222;anerkannten Regeln der Technik&#8220; zu verzichten. Es geht um etliche DIN-Normen, von denen viele formal freiwillig sind.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aus Haftungsgr\u00fcnden halten Bauherren sie aber bisher meist ein, erkl\u00e4rt Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD): &#8222;Wir werden mit unserem Gesetzentwurf k\u00fcnftig erm\u00f6glichen, dass die Vertragspartner &#8211; der Bauherr, die Bauherrin auf der einen Seite, der Architekt, die Architektin, der Bauunternehmer auf der anderen &#8211; klare rechtliche Regelungen treffen k\u00f6nnen, um zu wissen: Was ist geschuldet, was ist der Standard, den wir wollen, und welchen Standard vereinbaren wir ganz bewusst nicht.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Nur das N\u00f6tigste: Das neue Konzept soll Bauen schneller und g\u00fcnstiger machen.\n                    <\/p>\n<p>    Kein Vorgabenkatalog, sondern ein Konzept<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ziel ist ein klarer rechtlicher Rahmen. Vor allem Architekten und Bauunternehmer sollen somit nicht l\u00e4nger Gefahr laufen, dass sie verklagt werden, wenn sie die &#8222;anerkannten Regeln der Technik&#8220; beim Bau nicht vollst\u00e4ndig beachten &#8211; zum Beispiel nicht eine zweistellige Zahl Steckdosen in ein Wohnzimmer verbauen oder spezielle Heizk\u00f6rper im Bad, an denen Handt\u00fccher trocknen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">SPD-Bundesbauministerin Verena Hubertz stellt klar: Das neue Gesetz ist kein genauer Anforderungskatalog, was eine Wohnung haben muss und was nicht. &#8222;Wenn wir das jetzt einmal definieren, wie der &#8218;Geb\u00e4udetyp E&#8216; aussieht: Es entwickelt sich vieles wahnsinnig schnell weiter. Und wir m\u00fcssen ja auch zur Kenntnis nehmen, dass jedes Geb\u00e4ude unterschiedlich ist &#8211; ob ich in Holz baue oder in Beton oder in Holzhybrid, das macht eben einen Unterschied.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hier genaue Vorgaben zu machen, w\u00fcrde Architekten in ihrer Kreativit\u00e4t einschr\u00e4nken, sagt die Ministerin. Somit soll der &#8222;Geb\u00e4udetyp E&#8220; keine neue Geb\u00e4udeklasse sein, sondern ein Planungs- und Vertragskonzept. Das wichtigste Ziel ist, den Bau von Wohnungen g\u00fcnstiger und schneller zu machen.<\/p>\n<p>    H\u00e4lt der &#8222;Geb\u00e4udetyp E&#8220;, was er verspricht?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bauforscher Dietmar Walberg h\u00e4lt den &#8222;Geb\u00e4udetyp E&#8220; f\u00fcr den richtigen Ansatz. Aber er m\u00fcsse zu Ende gedacht werden, sagt der Leiter des gemeinn\u00fctzigen Vereins ARGE, der Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr zeitgem\u00e4\u00dfes Bauen in Kiel: Der neue Geb\u00e4udetyp m\u00fcsse einen &#8222;Basisstandard&#8220; definieren, &#8222;auf dem man auch urteilen kann und sagen kann: So sieht es aus, das ist das Produkt Wohnung, das Du bekommst. Bist Du damit gl\u00fccklich?&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wenn dann &#8222;99 Prozent der Leute&#8220; gl\u00fccklich seien, so Walberg, dann &#8222;w\u00fcrde der &#8218;Geb\u00e4udetyp E&#8216; das leisten, was wir von ihm erwarten&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Um den Wohnungsbau so anzukurbeln, wie es n\u00f6tig w\u00e4re, muss aus Walbergs Sicht noch mehr passieren. Zusammen mit dem Institut f\u00fcr Bauforschung pl\u00e4diert er daf\u00fcr, dass eine Vielzahl von Normen und Auflagen ganz wegf\u00e4llt. So k\u00f6nnte laut einer Studie der Institute ein Drittel mehr Wohnungen in Deutschland gebaut werden &#8211; und der Quadratmeterpreis w\u00fcrde um 1.000 Euro sinken.<\/p>\n<p>    Kritik: F\u00f6rderstrategie passt nicht zum Bedarf<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Walberg bringt au\u00dferdem andere F\u00f6rderprogramme des Staats ins Spiel: F\u00fcr ihn passt es nicht zusammen, dass die Bundesregierung Werbung f\u00fcr einfaches Bauen macht, aber vor allem Neubau f\u00f6rdert, der besonders energieeffizient und damit aufw\u00e4ndig und teuer ist. &#8222;Ich kann nicht auf der einen Seite Butterbrot propagieren und auf der anderen Seite das Lachsfilet in die F\u00f6rderung rufen&#8220;, so Walberg. &#8222;Das erzeugt bei allen, die am Markt sind, Widerspruch und Unverst\u00e4ndnis. Also muss ich das aufeinander anpassen, das muss deutlich entschlackt werden.\u201c<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Ministerinnen Hubertz und Hubig wollen sich zun\u00e4chst auf niedrigere Standards im Wohnungsbau konzentrieren. Die Bundesregierung spricht sich zum &#8222;Geb\u00e4udetyp E&#8220; jetzt intern ab. Innerhalb der n\u00e4chsten Monate soll der Gesetzentwurf vom Kabinett offiziell auf den Weg gebracht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 07.07.2026 \u2022 19:15 Uhr In Deutschland entsteht zu wenig neuer Wohnraum. 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