{"id":1149990,"date":"2026-07-07T18:50:22","date_gmt":"2026-07-07T18:50:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1149990\/"},"modified":"2026-07-07T18:50:22","modified_gmt":"2026-07-07T18:50:22","slug":"uruguay-warnt-eu-mercosur-ratifizieren-oder-einfluss-in-suedamerika-an-china-verlieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1149990\/","title":{"rendered":"Uruguay warnt EU: Mercosur ratifizieren oder Einfluss in S\u00fcdamerika an China verlieren"},"content":{"rendered":"<p>Uruguays Au\u00dfenminister Mario Lubetkin fordert die Europ\u00e4ische Union auf, eine aus seiner Sicht historische Chance zu nutzen und das EU\u2011Mercosur-Handelsabkommen endlich zu ratifizieren. Sonst droht Europa, Einfluss in Lateinamerika an China und andere Gro\u00dfm\u00e4chte zu verlieren.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch mit Euronews in Br\u00fcssel, wo Uruguay gerade den rotierenden Vorsitz im Mercosur \u00fcbernommen hat, nannte Lubetkin das Abkommen einen \u201eQualit\u00e4tssprung\u201c in den Beziehungen zwischen Europa und S\u00fcdamerika. Der Block habe seinen Teil der Vereinbarung bereits erf\u00fcllt, betonte er.<\/p>\n<p>\u201eBinnen zwei Monaten haben die vier Mercosur-Staaten das Abkommen ratifiziert\u201c, sagte Lubetkin. \u201eDas hat es noch nie gegeben. Regierungen von rechts bis links haben zugestimmt, weil wir es als strategisch wichtig ansehen \u2013 nicht nur f\u00fcr uns, sondern auch f\u00fcr Europa.\u201c<\/p>\n<p>Das Abkommen war nach mehr als zwei Jahrzehnten Verhandlungen politisch abgeschlossen. F\u00fcr Mercosur trat es am 1. Mai in die Umsetzungsphase ein.<\/p>\n<p>In Europa ist die Ratifizierung politisch umstritten; das Europ\u00e4ische Parlament gilt als gr\u00f6\u00dftes Hindernis im Verfahren.<\/p>\n<p>Abkommen h\u00e4ngt am Europaparlament<\/p>\n<p>Im Januar 2026 verlangte das Parlament ein Gutachten des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union. Es soll kl\u00e4ren, ob die Rechtskonstruktion des Abkommens und seine vorl\u00e4ufige Anwendung mit den EU\u2011Vertr\u00e4gen vereinbar sind.<\/p>\n<p>Seither hat das Parlament dem Vertrag nicht zugestimmt. Das Verfahren liegt auf Eis, bis das Gutachten vorliegt \u2013 das kann mehr als ein Jahr dauern.<\/p>\n<p>In der Zwischenzeit ist das gesamte Assoziierungs- und Partnerschaftsabkommen noch nicht vollst\u00e4ndig in Kraft, auch wenn die Handelss\u00e4ule bereits vorl\u00e4ufig l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Lubetkin zeigt sich \u00fcberzeugt, dass das Europaparlament den Deal am Ende billigen wird. Wann das passiert, bleibt f\u00fcr ihn offen.<\/p>\n<p>\u201eIch wei\u00df nicht, ob es 2027 oder 2028 sein wird\u201c, sagte er. \u201eDas ist Europas Entscheidung. F\u00fcr uns ist der Prozess abgeschlossen.\u201c<\/p>\n<p>Uruguay will jedoch nicht auf Br\u00fcssel warten.<\/p>\n<p>Als Mercosur-Vorsitz plant Montevideo im Dezember das erste EU\u2011Mercosur-Handelsforum. Uruguay arbeitet zudem mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des EU-Handelskommissars zusammen, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu vertiefen, noch bevor die Ratifizierung abgeschlossen ist.<\/p>\n<p>\u201eUnsere B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger k\u00f6nnen nicht warten\u201c, sagte Lubetkin. \u201eSie brauchen jetzt konkrete Antworten.\u201c<\/p>\n<p>Wandelnde Geopolitik erh\u00f6ht Bedeutung des Abkommens<\/p>\n<p>Lubetkin h\u00e4lt das Abkommen heute f\u00fcr strategisch noch wichtiger als vor f\u00fcnf Jahren. Der Welthandel werde immer st\u00e4rker von geopolitischem Wettbewerb gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>\u201eEuropa muss \u00fcberlegen, mit welchen Regionen es zusammenarbeitet, deren St\u00e4rken sich erg\u00e4nzen\u201c, sagte er. \u201eDas ist ein klassisches Win-win-Abkommen.\u201c<\/p>\n<p>Nach seinen Worten kann Europa mit steigenden Investitionen, mehr Wachstum und neuen Arbeitspl\u00e4tzen rechnen. Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks w\u00fcrden ihre Aktivit\u00e4ten ausbauen.<\/p>\n<p>Das Abkommen gehe nicht nur darum, s\u00fcdamerikanische Exporte auf den europ\u00e4ischen Markt zu bringen, f\u00fcgte er hinzu. In der Region gebe es selbst viel Investitionskraft. Der Austausch laufe in beide Richtungen.<\/p>\n<p>Warnung an Europa<\/p>\n<p>Gleichzeitig richtet Lubetkin eine klare Warnung an europ\u00e4ische Entscheidungstr\u00e4ger: Mercosur wird nicht unbegrenzt warten. \u201eWenn Europa dieses Abkommen ablehnt, sind die Folgen f\u00fcr Europa deutlich gr\u00f6\u00dfer als f\u00fcr uns\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>Auf die Frage, ob China dann der naheliegende alternative Partner w\u00e4re, antwortete Lubetkin ohne Z\u00f6gern: \u201eNat\u00fcrlich.\u201c<\/p>\n<p>China ist in den vergangenen 14 Jahren zum wichtigsten Handelspartner Uruguays geworden. Europa bleibt die wichtigste Quelle f\u00fcr Investitionen, die Vereinigten Staaten dominieren bei Dienstleistungen.<\/p>\n<p>Statt sich auf eine Seite zu schlagen, will Uruguay nach seinen Worten die Beziehungen zu allen gro\u00dfen M\u00e4chten zugleich ausbauen.<\/p>\n<p>\u201eWir arbeiten nicht mit China gegen die Vereinigten Staaten\u201c, sagte er. \u201eWir arbeiten mit China, mit den Vereinigten Staaten und mit der Europ\u00e4ischen Union.\u201c<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der sechsmonatigen Mercosur-Pr\u00e4sidentschaft Uruguays will der Block zudem die Handelsgespr\u00e4che mit Kanada, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indien abschlie\u00dfen. Zugleich sollen die Beziehungen zu den ASEAN-Staaten und zu Afrika ausgebaut werden.<\/p>\n<p>\u201eNiemand wird warten\u201c, warnte Lubetkin.<\/p>\n<p>Uruguay lehnt Gro\u00dfmachtrivalit\u00e4t ab<\/p>\n<p>Lubetkin weist den Vorwurf zur\u00fcck, Uruguay gerate zwischen Washington und Peking, trotz zunehmenden Drucks der Regierung von US-Pr\u00e4sident Donald Trump, den chinesischen Einfluss in Lateinamerika zu begrenzen.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Politik ist positiv, nicht gegen jemanden gerichtet\u201c, sagte er. \u201eWir wollen die wirtschaftlichen Beziehungen zu allen Partnern vertiefen.\u201c<\/p>\n<p>Dieser Spagat pr\u00e4gt die Au\u00dfenpolitik Uruguays unter seiner mitte\u2011linken Regierung, die im M\u00e4rz 2025 ihr Amt antrat.<\/p>\n<p>Trotz eines zunehmend konservativen politischen Umfelds in Lateinamerika weist Lubetkin die Vorstellung zur\u00fcck, Uruguay werde isoliert.<\/p>\n<p>Als Beleg verweist er auf den j\u00fcngsten Besuch des chilenischen Pr\u00e4sidenten Gabriel Boric. Ideologische Gegens\u00e4tze weichen nach seiner Einsch\u00e4tzung immer h\u00e4ufiger praktischer Zusammenarbeit.<\/p>\n<p>\u201eOb Regierungen rechts oder links stehen, Staaten brauchen einander\u201c, sagte Lubetkin. \u201eDie Welt ver\u00e4ndert sich, und Zusammenarbeit wird wichtiger als politische Etiketten.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr Uruguay bleibt Europa der bevorzugte strategische Partner. Doch Lubetkins Botschaft in Br\u00fcssel war eindeutig: Das Zeitfenster f\u00fcr das Abkommen bleibt nicht dauerhaft offen.<\/p>\n<p>\u201eWenn Europa vorangeht, profitieren beide Seiten\u201c, sagte er. \u201eWenn nicht, wird Mercosur anderswo neue T\u00fcren \u00f6ffnen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Uruguays Au\u00dfenminister Mario Lubetkin fordert die Europ\u00e4ische Union auf, eine aus seiner Sicht historische Chance zu nutzen und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1149991,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3933],"tags":[331,332,227,106,548,663,158,3934,3935,13,76235,14,15,12,11269],"class_list":["post-1149990","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-china","tag-donald-trump","tag-eu","tag-europa","tag-europaeische-union","tag-europe","tag-european-union","tag-headlines","tag-mercosur","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-uruguay"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116880200769615740","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1149990","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1149990"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1149990\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1149991"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1149990"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1149990"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1149990"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}