{"id":1151586,"date":"2026-07-08T10:37:22","date_gmt":"2026-07-08T10:37:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1151586\/"},"modified":"2026-07-08T10:37:22","modified_gmt":"2026-07-08T10:37:22","slug":"mehr-als-300-000-gefangene-warum-das-stalag-326-bielefeld-angeht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1151586\/","title":{"rendered":"Mehr als 300.000 Gefangene: Warum das Stalag 326 Bielefeld angeht"},"content":{"rendered":"<p id=\"absatz1\" class=\"em_text\">Bielefeld. Es ist ein Ort von bedr\u00fcckender historischer Dimension \u2013 und ein Ort, dessen Zukunft derzeit neu verhandelt wird. Das fr\u00fchere Stalag 326 (VI K) in Stukenbrock-Senne geh\u00f6rte zwischen 1941 und 1945 zu den zentralen Kriegsgefangenenlagern des nationalsozialistischen Deutschlands. Mehr als 300.000 Menschen waren keine halbe Autostunde von Bielefeld entfernt inhaftiert, viele von ihnen sowjetische Kriegsgefangene. Heute befindet sich auf dem Gel\u00e4nde eine Gedenkst\u00e4tte, die in den kommenden Jahren zu einem \u00fcberregionalen und internationalen Erinnerungsort weiterentwickelt werden soll.<\/p>\n<p id=\"absatz2\" class=\"em_text\">Wie das gelingen kann, ist Thema einer Diskussion am Freitag, 3. Juli, in Bielefeld. Unter der \u00dcberschrift \u201eStalag 326 als ,Mitmach\u0091-Gedenkst\u00e4tte. Partizipation \u2013 Kooperation \u2013 Innovation\u201c sprechen Jugendliche, Forschende der Universit\u00e4t Bielefeld, Geschichtslehrer und Christoph Herkstr\u00f6ter vom LWL-Institut f\u00fcr westf\u00e4lische Regionalgeschichte dar\u00fcber, wie die k\u00fcnftige Gedenkst\u00e4tte ein Ort werden kann, an dem nicht nur erinnert, sondern auch mitgedacht, mitgefragt und mitgestaltet wird.<\/p>\n<p id=\"absatz3\" class=\"em_text\">Dass die Diskussion in Bielefeld stattfindet, zeigt den regionalen Anspruch des Projekts. Zwar liegt das fr\u00fchere Lagergel\u00e4nde im Kreis G\u00fctersloh. Doch die Geschichte des Stalag reicht weit \u00fcber den eigentlichen Lagerzaun hinaus. In der Region wird bereits dar\u00fcber gesprochen, welche Orte, Wege und Erinnerungszeichen k\u00fcnftig mit der Gedenkst\u00e4tte verbunden werden k\u00f6nnten. Denn Transporte, Fu\u00dfm\u00e4rsche, Au\u00dfenorte und Friedh\u00f6fe geh\u00f6ren ebenso zur Geschichte wie das Lager selbst.<\/p>\n<p id=\"absatz4\"><b class=\"bold\">Enger Zeitplan: <\/b><a href=\"https:\/\/www.nw.de\/nachrichten\/zwischen_weser_und_rhein\/23924037_Enger-Zeitplan-Stalag-Gedenkstaette-in-OWL-soll-2029-fertig-sein.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stalag-Gedenkst\u00e4tte in OWL soll 2029 fertig sein<\/a><\/p>\n<p>\n        \u00d7\n    <\/p>\n<p>\n            Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail zur Best\u00e4tigung Ihrer Anmeldung.\n        <\/p>\n<p>Erst danach ist diese abgeschlossen.<\/p>\n<p>Bitte pr\u00fcfen Sie auch den Spam-Ordner.<\/p>\n<p>\n        \u00d7\n    <\/p>\n<p>\n            Sie haben bisher Ihre E-Mail-Adresse noch nicht best\u00e4tigt.\n        <\/p>\n<p>Erst danach ist diese abgeschlossen.<\/p>\n<p>Bitte pr\u00fcfen Sie auch den Spam-Ordner.<\/p>\n<p>\n        \u00d7\n    <\/p>\n<p>\n            Es ist einen Fehler aufgetreten\n        <\/p>\n<p>Bei Fragen hilft unser Newsletter-Support<\/p>\n<p> Newsletter<\/p>\n<p> Aus Bielefeld<\/p>\n<p>W\u00f6chentliche News direkt aus der Redaktion Bielefeld.<\/p>\n<p>                Jetzt anmelden<\/p>\n<p>Ein Besuch soll mehr sein als ein historischer Pflichttermin<\/p>\n<p id=\"absatz5\" class=\"em_text\">Gleichzeitig geht es um mehr als um Tafeln, Wege oder Ausstellungen. Im Kern steht die Frage, wie Erinnerung heute funktionieren kann: Wie wird aus einem historischen Tatort ein lebendiger Lernort? Wie k\u00f6nnen Schulklassen, Angeh\u00f6rige, Forschende, Ehrenamtliche und Menschen aus der Region einbezogen werden? Und wie l\u00e4sst sich verhindern, dass der Besuch einer solchen Gedenkst\u00e4tte vor allem von jungen Menschen nur als historischer Pflichttermin wahrgenommen wird?<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.nw.de\/_em_daten\/_cache\/image\/1xQ0lQWU5tSVE2WVJzdkJZTXE0SGVZOHRMOXlNdElrZC92QkgzV0tSa3drb3ZIRStadGU5SW9DdUFmSVpodTVmczl6cTlac21QN3NjU1JTRlZMNGpkM1E9PQ\/260701-1525-912223571.jpg\" class=\"nw-article-image\" title=\"Die Gedenkst\u00e4tte Stalag 326 liegt im Kreis G\u00fctersloh, rund 30 Kilometer von Bielefeld entfernt. Hier ist der \" stahlkoloss=\"\" zu=\"\" sehen=\"\" ein=\"\" aufgestelltes=\"\" mahnmal=\"\" vom=\"\" k=\"\" alf=\"\" lechner.=\"\" die=\"\" zahl=\"\" steht=\"\" f=\"\" opfer=\"\" im=\"\" stalag=\"\" ums=\"\" leben=\"\" gekommen=\"\" sind.=\"\" data-glightbox=\"type: image; description: Die Gedenkst\u00e4tte Stalag 326 liegt im Kreis G\u00fctersloh, rund 30 Kilometer von Bielefeld entfernt. Hier ist der &quot;Stahlkoloss&quot; zu sehen, ein 1994 aufgestelltes Mahnmal vom K\u00fcnstler Alf Lechner. Die Zahl 65.000 steht f\u00fcr die Opfer, die im Stalag ums Leben gekommen sind.  | \u00a9 Sigurd Gringel \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/260701-1525-912223571.jpg\" class=\"nw-img-fluid nw-w-full nw-lazy nw-rounded-t-md\" alt=\"Die Gedenkst\u00e4tte Stalag 326 liegt im Kreis G\u00fctersloh, rund 30 Kilometer von Bielefeld entfernt. Hier ist der &quot;Stahlkoloss&quot; zu sehen, ein 1994 aufgestelltes Mahnmal vom K\u00fcnstler Alf Lechner. Die Zahl 65.000 steht f\u00fcr die Opfer, die im Stalag ums Leben gekommen sind. - \u00a9 Sigurd Gringel\" data-format=\"16:9\"\/><br \/>\n        <\/a><\/p>\n<p>                Die Gedenkst\u00e4tte Stalag 326 liegt im Kreis G\u00fctersloh, rund 30 Kilometer von Bielefeld entfernt. Hier ist der &#8222;Stahlkoloss&#8220; zu sehen, ein 1994 aufgestelltes Mahnmal vom K\u00fcnstler Alf Lechner. Die Zahl 65.000 steht f\u00fcr die Opfer, die im Stalag ums Leben gekommen sind.<br \/>\n                                    | \u00a9 Sigurd Gringel<\/p>\n<p id=\"absatz6\" class=\"em_text\">Dass b\u00fcrgerschaftliches Engagement beim Stalag 326 eine lange Tradition hat, zeigt der F\u00f6rderverein der Gedenkst\u00e4tte. Im Juni 1996 er\u00f6ffnete er auf dem ehemaligen Lagergel\u00e4nde eine Dokumentationsst\u00e4tte, aus der sp\u00e4ter die Gedenkst\u00e4tte hervorging. In den vergangenen drei Jahrzehnten wurden dort Schicksale von Kriegsgefangenen dokumentiert, Angeh\u00f6rige begleitet und Quellen zusammengetragen. Noch immer erreichen die Gedenkst\u00e4tte Anfragen von Familien, die wissen wollen, was mit V\u00e4tern, Gro\u00dfv\u00e4tern oder Urgro\u00dfv\u00e4tern geschehen ist. Noch im vergangenen Jahr waren es rund 250.<\/p>\n<p id=\"absatz7\"><b class=\"bold\">Lesen Sie auch: <\/b><a href=\"https:\/\/www.nw.de\/lokal\/kreis_paderborn\/hoevelhof\/24362654_Kann-Hoevelhof-vom-internationalen-Rang-des-Stalag-Gedenkstaetten-Projekts-profitieren.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kann H\u00f6velhof vom internationalen Rang des Stalag-Gedenkst\u00e4tten-Projekts profitieren? | nw.de<\/a><\/p>\n<p id=\"absatz8\" class=\"em_text\">Und doch ist die geplante Weiterentwicklung der Gedenkst\u00e4tte kein Selbstl\u00e4ufer. Im Gegenteil: Politisch war das Projekt zuletzt ein veritabler Zankapfel \u2013 und zeitweise stand es sogar komplett auf der Kippe. Besonders im Kreis G\u00fctersloh wurde heftig \u00fcber Kosten, Zust\u00e4ndigkeiten und den richtigen Zeitpunkt f\u00fcr verbindliche Beschl\u00fcsse gestritten. Kern der Auseinandersetzung sind nicht nur die geplanten Baukosten von bis zu 50 Millionen Euro, sondern vor allem die dauerhaften Betriebskosten. Sie werden nach bisherigen Berechnungen auf rund 4,2 Millionen Euro pro Jahr gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Kritiker warnen vor Belastungen f\u00fcr klamme kommunale Haushalte<\/p>\n<p id=\"absatz9\" class=\"em_text\">Der Bund hat zwar einen Zuschuss in Aussicht gestellt, verlangt daf\u00fcr aber eine gesicherte dauerhafte Finanzierung. Genau daran entz\u00fcndete sich die politische Debatte: Bef\u00fcrworter sehen im Ausbau einen dringend n\u00f6tigen Ort der Demokratiebildung von nationaler Bedeutung. Kritiker warnen vor langfristigen Belastungen f\u00fcr ohnehin klamme kommunale Haushalte.<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.nw.de\/_em_daten\/_cache\/image\/1xWVhsb1grYnJYWHl1NWwwV1VSWlAwbGNDYzBhaTB4OThaamliUEJsTkpieGEzeUlmZG1GNldBWUF2UWxEUCtqekZrRU82NzZ3V0FqVElFVmltNUxNQjFJdnlET0x4SVplY0F3eHNmUFlTajQ9\/260701-1525-912223342.jpg\" class=\"nw-article-image\" title=\"Christoph Herkstr\u00f6ter ist beim LWL-Institut f\u00fcr westf\u00e4lische Regionalgeschichte besch\u00e4ftigt und geh\u00f6rt zur Projektstelle \" stalag=\"\" k=\"\" senne=\"\" data-glightbox=\"type: image; description: Christoph Herkstr\u00f6ter ist beim LWL-Institut f\u00fcr westf\u00e4lische Regionalgeschichte besch\u00e4ftigt und geh\u00f6rt zur Projektstelle &quot;Stalag 326 (VI K) Senne&quot;.  | \u00a9 Jens Reddeker \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/260701-1525-912223342.jpg\" class=\"nw-img-fluid nw-w-full nw-lazy nw-rounded-t-md\" alt=\"Christoph Herkstr\u00f6ter ist beim LWL-Institut f\u00fcr westf\u00e4lische Regionalgeschichte besch\u00e4ftigt und geh\u00f6rt zur Projektstelle &quot;Stalag 326 (VI K) Senne&quot;. - \u00a9 Jens Reddeker\" data-format=\"16:9\"\/><br \/>\n        <\/a><\/p>\n<p>                Christoph Herkstr\u00f6ter ist beim LWL-Institut f\u00fcr westf\u00e4lische Regionalgeschichte besch\u00e4ftigt und geh\u00f6rt zur Projektstelle &#8222;Stalag 326 (VI K) Senne&#8220;.<br \/>\n                                    | \u00a9 Jens Reddeker<\/p>\n<p id=\"absatz10\" class=\"em_text\">Die Podiumsdiskussion in Bielefeld d\u00fcrfte diese Fragen nicht abschlie\u00dfend beantworten. Interessant wird sie gerade deshalb: Wer verstehen will, warum die Zukunft des Stalag 326 nicht nur Schlo\u00df Holte-Stukenbrock betrifft, sondern die ganze Region, bekommt dort einen Einblick in ein Projekt, das gerade erst Gestalt annimmt.<\/p>\n<p id=\"absatz11\" class=\"em_text\">Die Veranstaltung beginnt um 16.15 Uhr im Murnau-Saal der Volkshochschule Bielefeld im Ravensberger Park, der Eintritt ist frei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bielefeld. Es ist ein Ort von bedr\u00fcckender historischer Dimension \u2013 und ein Ort, dessen Zukunft derzeit neu verhandelt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1151587,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1841],"tags":[1605,3364,29,39340,124346,2416,30,23744,9307,730,1611,1608,16896,198715,736,164252,34715,16362,1209,22059,241785,29784,39067],"class_list":["post-1151586","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-bielefeld","tag-bielefeld","tag-de","tag-deutschland","tag-enger","tag-erinnerungsort","tag-gedenkstaette","tag-germany","tag-guetersloh","tag-label_foto","tag-label_grafik","tag-label_informiere-mich","tag-label_top-news","tag-label_xl-160","tag-meta_artikelklasse_nische","tag-meta_copyrights_nw","tag-meta_eo_zusammenfassung","tag-meta_themen_geschichte","tag-meta_userneeds_inspirieremich","tag-nordrhein-westfalen","tag-owl","tag-stalag","tag-stukenbrock","tag-universitaet-bielefeld"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116883926096851437","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1151586","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1151586"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1151586\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1151587"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1151586"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1151586"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1151586"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}