{"id":1152096,"date":"2026-07-08T15:24:20","date_gmt":"2026-07-08T15:24:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1152096\/"},"modified":"2026-07-08T15:24:20","modified_gmt":"2026-07-08T15:24:20","slug":"nach-dem-schimmel-kommt-der-streit-studentenstadt-debatte-eskaliert-im-landtag-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1152096\/","title":{"rendered":"Nach dem Schimmel kommt der Streit: Studentenstadt-Debatte eskaliert im Landtag &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Es passiert nicht oft, dass der Vorsitzende eines Landtagsausschusses die anwesenden G\u00e4ste bittet, den Saal zu verlassen. Michael Piazolo, Abgeordneter der Freien W\u00e4hler und Vorsitzender des Ausschusses f\u00fcr Wissenschaft und Kunst, machte an diesem Mittwoch jedoch von dieser Ma\u00dfnahme Gebrauch. Man m\u00fcsse sich, so sagte er, intern dar\u00fcber abstimmen, ob die anwesenden Studierenden im Publikum vor dem Ausschuss zu Wort kommen d\u00fcrften. Trotz \u00d6ffentlichkeit der Sitzung habe nicht jeder ein Rederecht. Man wolle Pr\u00e4zedenzf\u00e4lle vermeiden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Zuvor hatte es bereits mehrfach Zwischenrufe der Studierenden gegeben. Im Saal eins des Altbaus des Landtagsgeb\u00e4udes herrschte an diesem Morgen eine aufgeheizte Stimmung. Dabei war zuvor bereits viel gelobt worden im Ausschuss, an dessen Tagesordnungspunkt eins am Mittwoch das studentische Wohnen in Bayern stand.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nach Bekanntwerden der Zust\u00e4nde in der sogenannten Altstadt der Studentenstadt Freimann (Stusta) im Februar hatte das seit Jahren schwelende Thema an Aktualit\u00e4t gewonnen. <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/projekte\/artikel\/muenchen\/muenchen-wohnheim-studentenstadt-schimmel-wohnen-sanierung-e693131\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Auf mehr als 2000 Fotos hatten Studierende Schimmel, Dreck und bauliche M\u00e4ngel dokumentiert \u2013 und diese \u00f6ffentlich gemacht.<\/a><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Bereits zum zweiten Mal war deshalb auch Claudia Meijering, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Studierendenwerks <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a> Oberbayern (Stuwerk) vor dem Ausschuss geladen, um \u00fcber das Vorankommen des nach den Ereignissen im Februar initiierten Aktionsplans und der Sanierungsarbeiten in der Stusta zu berichten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Meijering erkl\u00e4rte, dass einige der Vorw\u00fcrfe, mit denen sich das Stuwerk im Februar konfrontiert gesehen hatte, zutreffend gewesen seien. Man h\u00e4tte angesichts der vorherrschenden Zust\u00e4nde fr\u00fcher eingreifen m\u00fcssen. <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-studentenstadt-schimmel-mietminderung-studierende-politik-li.3383414\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dass dies vers\u00e4umt wurde, daf\u00fcr wolle sie sich noch einmal entschuldigen.<\/a><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nachfolgend erkl\u00e4rte Meijering, dass das Stuwerk nun neben der Umsetzung des Aktionsplans weitere vier Millionen Euro investiere, um s\u00e4mtliche K\u00fcchen und B\u00e4der in der Altstadt komplett zu erneuern. Damit sollen weitere f\u00fcnf bis zehn Jahre Bewohnbarkeit der H\u00e4user gew\u00e4hrleistet werden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der urspr\u00fcngliche Plan, die H\u00e4user leerzuziehen, sei auf Wunsch der Staatsregierung verworfen worden, erkl\u00e4rte Meijering sp\u00e4ter im Gespr\u00e4ch. Nachfolgend erkl\u00e4rte sie dem Gremium, dass die Pl\u00e4ne zur Nachverdichtung der Studentenstadt ebenfalls gut voranschreiten w\u00fcrden. Die Machbarkeitsstudie, die hierzu bei der Stadt in Auftrag gegeben worden sei, befinde sich kurz vor dem Abschluss.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Mehrere Fotos, die Meijering im Verlauf ihrer Pr\u00e4sentation vorlegte, zeigten nicht nur den Zustand vor und nach der Sanierung, sondern auch, wie die H\u00e4user einige Wochen nach Abschluss des Aktionsplans wieder aussahen. Dabei wurden etwa M\u00fcllberge sichtbar, ein neues Ceranfeld war bereits wieder stark besch\u00e4digt, Fl\u00e4chen wurden nicht sauber gehalten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/c90c893e-7992-4361-9cf6-65830fc8d205.jpg\"   alt=\"M\u00fcllberge in der K\u00fcche: Das Foto stammt aus der Pr\u00e4sentation des Studierendenwerkes.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>M\u00fcllberge in der K\u00fcche: Das Foto stammt aus der Pr\u00e4sentation des Studierendenwerkes. Studierendenwerk M\u00fcnchen Oberbayern<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/7af6d863-379d-4241-b578-a6ad5da16da5.jpg\"   alt=\"Vor dem Geb\u00e4ude stapeln sich Holzplatten.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Vor dem Geb\u00e4ude stapeln sich Holzplatten. Studierendenwerk M\u00fcnchen Oberbayern<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Meijering appellierte an die Bewohner, pfleglich mit den neuen Einrichtungsgegenst\u00e4nden umzugehen. Aus einem Bericht des\u00a0Staatsministeriums f\u00fcr Wissenschaft und Kunst, der der SZ in vollem Umfang vorliegt, geht hervor, dass das Ministerium das Stuwerk zu verschiedenen Ma\u00dfnahmen \u201eangeregt\u201c hat, damit Fehlverhalten k\u00fcnftig \u201eschwer sanktioniert\u201c werden kann.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Unter anderem ist eine gesamtschuldnerische Haftung aller Bewohner einer Wohngemeinschaft vorgesehen sowie die K\u00fcndigung des Mietverh\u00e4ltnisses einzelner Bewohner. Wie genau das Fehlverhalten daf\u00fcr aussehen muss, wird nicht n\u00e4her definiert.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Pr\u00e4sentation der Fotos sorgte f\u00fcr Unmut bei den anwesenden Studierenden, was zu der Abstimmung f\u00fchrte, ob auch ein Bewohner der Studentenstadt zu Wort kommen d\u00fcrfe. Nach wenigen Minuten Beratungszeit \u00f6ffneten sich die T\u00fcren zu Saal eins wieder und Simon Schaub, Teil der gew\u00e4hlten Wohnheimvertretung, durfte zu den gezeigten Fotos Stellung nehmen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Schaub bedankte sich f\u00fcr das Engagement, dass seit Februar von allen Seiten in die Stusta gesteckt worden sei. Jedoch warf er dem Stuwerk vor, die Bewohner mit den Fotos diskreditieren zu wollen, anstatt in eine ernsthafte Auseinandersetzung dar\u00fcber zu gehen, wie man den Zustand der Fl\u00e4chen in Zukunft erhalten k\u00f6nne. Der sukzessive Abbau der studentischen Selbstverwaltung sowie die Streichung von Wohnzeitverl\u00e4ngerungen als Anreiz erschwere dies zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Claudia Meijering wies die Vorw\u00fcrfe zur\u00fcck. \u201eWenn sie sich von diesen Fotos diskreditiert f\u00fchlen, nehmen sie einfach mal hin, dass auch wir eine Toleranzgrenze haben.\u201c Unterst\u00fctzung erhielt Meijering unter anderem von Stephan Oetzinger (CSU), der bei einer Begehung der neu sanierten Fl\u00e4chen Mitte Juni erschrocken gewesen sei, dass die Zust\u00e4nde dort schon wieder \u201eunter aller Sau\u201c seien.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Frage, wie die Einhaltung der Bewohnerpflichten k\u00fcnftig besser kontrolliert werden k\u00f6nne, sorgte auch im Ausschuss f\u00fcr einige Diskussionen. \u201eWenn Menschen anonym wohnen, wird es schwieriger\u201c, erkl\u00e4rte Katja Weitzel von der SPD-Fraktion. Sie appelliere daher an das Stuwerk, nicht nur \u00fcber, sondern auch mit den Studierenden zu sprechen, und gemeinsam eine Struktur zu entwickeln, wie eine Selbstverwaltung der Wohnheime k\u00fcnftig aussehen k\u00f6nne. Diesem Appell schlossen sich auch die meisten \u00fcbrigen Fraktionen an.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nach Abschluss des Tagesordnungspunkts entbrannte vor der T\u00fcr des Sitzungssaals eine heftige Diskussion zwischen Meijering und den anwesenden Studierenden. Auch hier wurde erneut die Abschaffung der seit Jahren bestehenden internen Wohnheimstrukturen bem\u00e4ngelt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Meijering hatte bereits in fr\u00fcheren Gespr\u00e4chen erl\u00e4utert, dass das Stuwerk in erster Linie dazu verpflichtet sei, bed\u00fcrftigen Studierenden eine Unterkunft zu bieten. Daf\u00fcr m\u00fcsse man auch f\u00fcr die n\u00f6tige Fluktuation bei der Belegung der Wohnheimpl\u00e4tze sorgen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Verena Ozgyan (Gr\u00fcne) empfahl allen Beteiligten, sich zu einem Gespr\u00e4ch zusammenzufinden. Das, so Meijering, k\u00f6nne man gerne tun. \u201eAn den bestehenden Regularien zu Wohnplatzvergabe, Wohnzeitverl\u00e4ngerung und Tutorenprogramm\u201c werde man jedoch vorerst nichts mehr ver\u00e4ndern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es passiert nicht oft, dass der Vorsitzende eines Landtagsausschusses die anwesenden G\u00e4ste bittet, den Saal zu verlassen. 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