{"id":1152121,"date":"2026-07-08T15:40:18","date_gmt":"2026-07-08T15:40:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1152121\/"},"modified":"2026-07-08T15:40:18","modified_gmt":"2026-07-08T15:40:18","slug":"vaiana-im-kino-die-coolste-disney-prinzessin-segelt-wieder-uebers-riff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1152121\/","title":{"rendered":"\u201eVaiana\u201c im Kino: Die coolste Disney-Prinzessin segelt wieder \u00fcbers Riff"},"content":{"rendered":"<p>\u201eVaiana\u201c ist zur\u00fcck \u2013 diesmal mit echten Schauspielern, handwerklich gebauten Kulissen und neu eingespielten Songs. Die Botschaft des Films tr\u00e4gt noch immer weit.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Wer ist cooler als Elsa? Viele M\u00e4dchen, die f\u00fcr den Hype um \u201eDie Eisk\u00f6nigin\u201c, der eine ganze Generation von Kindern \u201ev\u00f6llig unverfroren\u201c in einem Merchandising-Blizzard kommerzialisiert hat, etwas zu jung sind (wof\u00fcr die entsprechende Elterngeneration dankbar sein kann), beantworten die Frage eindeutig mit: Vaiana! <\/p>\n<p>Und recht haben sie. Die junge Polynesierin, die ihre dem Untergang geweihte Insel retten will, ist die Protagonistin des gleichnamigen Disney-Animationsfilms aus dem Jahr 2016. Und sie ist nicht nur so cool, wie bei 35 Grad im Palmenschatten m\u00f6glich, sondern gleichzeitig auf so l\u00e4ssige Weise warmherzig, wie es ein Disney-Star nur sein kann.<\/p>\n<p>\u201eVaiana\u201c hat so ziemlich alles, was Disney im besten Fall gelingt, n\u00e4mlich ein M\u00e4rchen mit historischen bis exotischen Versatzst\u00fccken modern zu erz\u00e4hlen und das auch noch als Musical: Der \u201eVaiana\u201c-Soundtrack von Lin-Manuel Miranda hat praktisch keinen schwachen Song und sicher mit dazu beigetragen, dass der im Original \u201eMoana\u201c genannte Film auch an der Kinokasse erfolgreich war und weltweit mehr als 640 Millionen Dollar einspielte.<\/p>\n<p>Kein Wunder also, dass \u201eVaiana\u201c bald als Kandidat daf\u00fcr gehandelt wurde, von Disney als \u201eLive Action\u201c recycelt zu werden. So nennt die Produktionsfirma ihre Reihe von Remakes, f\u00fcr die Zeichentrickklassiker oder digital animierte Blockbuster mit echten Schauspielern und an (teilweise) realen Schaupl\u00e4tzen neu verfilmt werden. Und so geschah es.<\/p>\n<p>Die bew\u00e4hrte Coming-of-Age-Geschichte wurde in der Regie von Thomas Kail eins zu eins beibehalten: Vaiana w\u00e4chst als Tochter des H\u00e4uptlings eines polynesischen Stammes auf der Insel Motonui im Pazifik auf. Sie f\u00fchlt sich dem Meer verbundener als ihr besorgter Vater (John Tui), der stets warnt, \u00fcber das die kleine Insel umgebende Riff hinauszufahren. Vaianas als verr\u00fcckt verschriene Oma (Rena Owen) best\u00e4rkt sie dagegen in der Sehnsucht, schlie\u00dflich seien ihre Ahnen einst mutige Ozeanreisende gewesen und keine \u00e4ngstlichen Kokosnussbauern.<\/p>\n<p>Als die ersten Kokosn\u00fcsse faulig schwarz aus den Palmen fallen und immer mehr Hibiskusbl\u00fcten am St\u00e4ngel verdorren, keimt in Vaiana die Gewissheit, ihr Volk aus der Misere herausf\u00fchren zu m\u00fcssen. Im Meer findet die 16-J\u00e4hrige das Herz der G\u00f6ttin Te Fiti, einen geheimnisvoll leuchtenden Stein, und beginnt damit ihre Reise \u2013 nun \u00fcber das Riff hinaus und hinein in die Mythen Polynesiens. <\/p>\n<p>Schuld an dem ganzen \u00dcbel ist n\u00e4mlich der Halbgott Maui, der Te Fiti das Herz stahl, woraufhin diese sich in das Lavamonster Te Ka verwandelte, dessen schlechter Feueratem das Paradies zerst\u00f6rt. Vaiana bricht auf, um Maui zu finden und ihn zu \u00fcberzeugen, ihr bei der Weltrettung zu helfen. Doch der Halbgott hat vor allem mit sich selbst zu tun \u2026<\/p>\n<p>Der Plot traf im Jahr 2016 einen Nerv, verband er doch den immer dringlicher werdenden Naturschutz mit der Mythologie einer Pazifikregion, die in der westlichen Perspektive lange ein blinder Fleck war. Vor zehn Jahren vermieden es die Drehbuchautoren, die aktuellen Themen mit woken Parolen zu \u00fcberfrachten. Auch acht Jahre sp\u00e4ter beim Realfilm-Remake \u2013 gedreht wurde 2024 \u2013 besann man sich darauf. Die Produktion beruht auf Recherchen etwa im Museum Te Papa in Wellington und anderen neuseel\u00e4ndischen Institutionen. <\/p>\n<p>F\u00fcr die Kost\u00fcme und das Set-Design fuhr man nach Samoa und arbeitete mit polynesischen Handwerkern zusammen. Vaianas Heimat Motonui entstand im Laufe von f\u00fcnf Monaten auf einer Farm au\u00dferhalb von Atlanta, Georgia. Zum Bau des Dorfes wurden nach historischen Vorbildern f\u00fcnf riesige H\u00fctten errichtet und \u00fcber 250 Kokospalmen gepflanzt. Live Action eben \u2013 auch wenn die glamour\u00f6s performende Riesenkrabbe Tamatoa doch nur digital in Szene gesetzt werden konnte.<\/p>\n<p>Die Hauptbotschaft des Films kommunizieren \u2013 wie im Original \u2013 aber die Charaktere Vaiana und Maui selbst. In der Realverfilmung werden sie von der Australierin Catherine Laga\u2019aia, die im Ensemble von 200 Darstellern aus dem pazifischen Raum ein \u00fcberzeugendes Schauspieldeb\u00fct gibt, und Dwayne \u201eThe Rock\u201c Johnson verk\u00f6rpert. Letzterer hat selbst samoanische Wurzeln, lieh dem selbstverliebten Halbgott bereits im Animationsfilm die Stimme und spielt nun muskelbepackt und im Tattoo-Suit mit angemessener Selbstironie. <\/p>\n<p>\u201eVaiana\u201c ist und bleibt \u2013 mit neu eingespielten Fassungen der Originalsongs \u2013 die bezaubernde, Disney-pathetische, aber (fast) kitschfreie Geschichte von Selbsterm\u00e4chtigung, jugendlicher Durchsetzungskraft und dem unersch\u00fctterlichen Glauben daran, dass man manchmal weiter hinausfahren muss, als die Erwachsenen es erlauben.<\/p>\n<p>\u201eVaiana\u201c l\u00e4uft ab dem 10. Juli 2026 im Kino.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eVaiana\u201c ist zur\u00fcck \u2013 diesmal mit echten Schauspielern, handwerklich gebauten Kulissen und neu eingespielten Songs. 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