{"id":1152819,"date":"2026-07-08T22:21:16","date_gmt":"2026-07-08T22:21:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1152819\/"},"modified":"2026-07-08T22:21:16","modified_gmt":"2026-07-08T22:21:16","slug":"ice-ausfaelle-nrw-was-pendler-ab-samstag-erwartet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1152819\/","title":{"rendered":"ICE-Ausf\u00e4lle NRW: Was Pendler ab Samstag erwartet"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ab diesem Samstag m\u00fcssen sich Reisende im Fernverkehr der Bahn auf Einschr\u00e4nkungen einstellen. Wie ein Bahn-Sprecher unserer Redaktion best\u00e4tigte, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/nrw\/landespolitik\/fernverkehr-ruhrgebiet-bahn-streicht-viele-ice-halte_aid-151184411\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">entfallen einzelne ICE-Halte in D\u00fcsseldorf, Duisburg, Essen, Bochum und Hamm<\/a>: \u201eNRW verf\u00fcgt \u00fcber ein sehr dichtes Bahnnetz, das besonders stark ausgelastet ist. Gleichzeitig gibt es in NRW einen gro\u00dfen Sanierungsstau in der Infrastruktur, der zu vielen, auch kurzfristigen Baustellen f\u00fchrt\u201c, so der Sprecher. Hinzu k\u00e4men zahlreiche Bauma\u00dfnahmen im gesamten Bundesgebiet, die sich ebenfalls auf den Betrieb in NRW auswirkten. Die Ma\u00dfnahmen dienten dazu, den Betrieb zu stabilisieren. \u201eInsgesamt sind davon nur vier Prozent der Halte in NRW betroffen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Fahrgastverband <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/pro-bahn\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pro Bahn<\/a> NRW reagierte mit Verst\u00e4ndnis: Die \u00c4nderungen im Fernverkehrsfahrplan der Deutschen Bahn seien als \u201eNotma\u00dfnahme\u201c vertretbar, \u201esoweit es sich um reine Ausf\u00e4lle von Zwischenhalten und nicht um Streichung von ganzen Fahrten oder Fahrtabschnitten handelt\u201c und \u201edie Fahrg\u00e4ste deutlich auf die Alternativen hingewiesen werden\u201c, sagte Sprecher Lothar Ebbers. Auf der betroffenen Strecke st\u00fcnden zahlreiche alternative Verbindungen zur Verf\u00fcgung. Voraussetzung sei aber ein p\u00fcnktlich fahrbarer Notfahrplan, sollte die DB Fernverkehr die Fahrpl\u00e4ne aufgrund von Baustellen nicht mehr einhalten k\u00f6nnen. \u201eAnsonsten werden durch die Versp\u00e4tung der Fernz\u00fcge auch zahlreiche Regionalz\u00fcge, vor allem die langlaufenden RE-Linien, zus\u00e4tzlich versp\u00e4tet, was immer wieder zu vorzeitigen Wenden dieser Z\u00fcge und zu Anschlussverlusten f\u00fcr die Fahrg\u00e4ste f\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p>FDP fordert rasche Netz-Offensive      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Angesichts der Einschr\u00e4nkungen bilanzierte der FDP-Verkehrsexperte Christof Rasche: \u201eNRW hat das schlechteste Schienennetz aller 16 Bundesl\u00e4nder. Den Preis daf\u00fcr zahlen Pendler, Unternehmen und Reisende t\u00e4glich.\u201c Man brauche jetzt schleunigst Druck auf dem Kessel: eingleisige Strecken grunds\u00e4tzlich zweigleisig ausbauen, geb\u00fcndelte Sanierungen, Nacht- und Wochenendarbeit als Regelfall und Bonus-Malus-Regeln, damit schneller gebaut werde. Entsprechende Vorschl\u00e4ge hat die FDP-Landtagsfraktion in einem Ideenpapier zusammengetragen, das unserer Redaktion vorliegt. Darin schl\u00e4gt die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/fdp\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">FDP<\/a> vor, dass jeder Haushalt in NRW innerhalb von 15 Kilometern Zugang zu einem modernen Mobilit\u00e4tsknoten bekomme. \u201eAu\u00dferdem m\u00fcssen digitale Stellwerke, 5G am Gleis und KI-gest\u00fctzte Echtzeitinformationen endlich Standard werden. Die Zukunft umarmen wir nur, wenn Mobilit\u00e4t f\u00fcr alle funktioniert\u201c, so Rasche. Zudem enth\u00e4lt es die Forderung danach, Entsch\u00e4digungen an die Kunden bereits ab 15 Minuten Versp\u00e4tung zu zahlen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Branche reagiert mit Skepsis. Die Entsch\u00e4digungsforderung sei zwar als politische Ma\u00dfnahme nachvollziehbar, teilte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) mit. Sie f\u00fchre aber \u201eaus unserer Sicht am Problem vorbei\u201c, so Verbandssprecher Lars Wagner. \u201eDie Fahrg\u00e4ste wollen nicht einen Teil ihres Fahrpreises zur\u00fcckerstattet wissen, sondern m\u00f6glichst p\u00fcnktlich und zuverl\u00e4ssig ans Ziel kommen.\u201c Mit Blick auf die von der FDP vorgeschlagenen Mobilit\u00e4tshubs verwies Wagner auf das in NRW bereits existierende Konzept \u201eMobilstation\u201c, Verkehrsknotenpunkte, an denen etwa vom Zug aufs Rad oder Carsharing-Fahrzeug umgestiegen werden kann. Dieses Konzept werde vom Land, den Kommunen und den Aufgabentr\u00e4gern des Schienenpersonennahverkehrs bereits verfolgt.<\/p>\n<p>Pro Bahn fordert neue Bauplanung      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Fahrgastverband Pro Bahn NRW h\u00e4lt die vorgeschlagene Entsch\u00e4digung nach 15 Minuten f\u00fcr \u201erecht unrealistisch, vor allem aufgrund des Zustands des Netzes\u201c. Eine Neukonzeption der Bauplanung der DB Infrago sei aus Sicht von Pro Bahn hingegen notwendig, so Sprecher Ebbers. Es brauche eine gesamtwirtschaftliche Bewertung der Auswirkungen von Bahnbaustellen: \u201eHier darf nicht mehr die betriebswirtschaftliche Kalkulation von Infrago dar\u00fcber entscheiden, wie schnell und mit welchen Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr den Bahnverkehr gebaut wird, sondern es sind auch die Effekte auf Eisenbahnverkehrsunternehmen, Fahrg\u00e4ste, Verlader und auch die Umwelt zu ber\u00fccksichtigen\u201c, betonte Ebbers und verwies auf die Niederlande: In dem Nachbarland w\u00fcrden gro\u00dfe Bahnbaustellen h\u00e4ufig innerhalb kurzer Sperrpausen von wenigen Tagen abgewickelt. Das sei in Deutschland beispielsweise mit Blick auf den sich seit Jahren hinziehenden Ausbau der Betuwe-Strecke nicht der Fall. \u201eF\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Kunden ist es sehr wichtig, wenn sie schon bald nach den Sperrungen auch von den Verbesserungen profitieren k\u00f6nnen\u201c, so Ebbers.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Eine Sprecherin des NRW-Verkehrsministeriums erkl\u00e4rte: \u201eWir leben in einem Sanierungsjahrzehnt und auch die Deutsche Bahn muss ihrer Verantwortung nachkommen.\u201c Es werde so viel investiert wie seit Jahrzehnten nicht. \u201eDeshalb gibt es \u00fcberall, wo wir hinsehen, Baustellen. Zwischenzeitliche Einschr\u00e4nkungen auf der Schiene sind die Folge dieser umfassenden Sanierung eines hochbelasteten Netzes. Fromme W\u00fcnsche der FDP helfen uns jetzt nicht weiter. Das Ziel bleibt: P\u00fcnktlichkeit und Zuverl\u00e4ssigkeit statt h\u00f6herer Entsch\u00e4digungen. Die beste Entsch\u00e4digung ist immer noch ein Zug, der p\u00fcnktlich einf\u00e4hrt.\u201c<\/p>\n<p>Ministerium zweifelt an Wirkung      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ob die angek\u00fcndigten Haltausf\u00e4lle und damit einhergehend eine Ausd\u00fcnnung des Fernverkehrs geeignet seien, dieses Ziel zu erreichen, sei fraglich. \u201eHaltausf\u00e4lle k\u00f6nnen nur wirken, wenn sie mit der Baustellenplanung und dem Nahverkehr abgestimmt sind\u201c, so die Ministeriumssprecherin.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Davon losgel\u00f6st verfolge man als NRW-Verkehrsministerium das Ziel, den Zugang zum \u00d6PNV durch erg\u00e4nzende Mobilit\u00e4tsangebote zu verbessern. \u201eWir entwickeln die multimodale Vernetzung an Haltepunkten und Bahnh\u00f6fen weiter dort, wo Angebote wie On-Demand-Verkehre oder Mobilstationen die Erreichbarkeit am wirksamsten verbessern k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ab diesem Samstag m\u00fcssen sich Reisende im Fernverkehr der Bahn auf Einschr\u00e4nkungen einstellen. 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