{"id":115478,"date":"2025-05-16T15:42:14","date_gmt":"2025-05-16T15:42:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/115478\/"},"modified":"2025-05-16T15:42:14","modified_gmt":"2025-05-16T15:42:14","slug":"was-eine-aufhebung-der-us-sanktionen-fuer-syrien-bedeuten-koennte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/115478\/","title":{"rendered":"Was eine Aufhebung der US-Sanktionen f\u00fcr Syrien bedeuten k\u00f6nnte"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 16.05.2025 14:32 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die Aufhebung der US-Sanktionen gegen Syrien versetzt Investoren in Aufregung. Sie versprechen sich gute Gesch\u00e4fte. Experten f\u00fcrchten jedoch, es werde dauern, bis ein solcher Schritt das Leben der Syrer merklich verbessert.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Ank\u00fcndigung von US-Pr\u00e4sident Donald Trump, die US-Sanktionen gegen Syrien aufzuheben, kam \u00fcberraschend &#8211; und sie hat Investoren in eine Goldgr\u00e4ber-Stimmung versetzt. Wohlhabende Exil-Syrer, aber auch Unternehmen aus den umliegenden Staaten hoffen auf einen Boom beim Wiederaufbau des durch den jahrelangen B\u00fcrgerkrieg verw\u00fcsteten Landes.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd der Staat hofft auf diese ausl\u00e4ndischen Investoren: &#8222;Syrien ist ein Land der M\u00f6glichkeiten&#8220;, betont der syrische Finanzminister Yisr Barnieh in einem Gespr\u00e4ch mit der Nachrichtenagentur Reuters. &#8222;Wir rufen alle Investoren auf, diese Chance zu nutzen.&#8220;<\/p>\n<p>    Rubio skizziert Sanktionserleichterungen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSyrien war von den USA als staatlicher F\u00f6rderer des Terrors bereits seit 1979 sanktioniert worden. Nach Ausbruch des B\u00fcrgerkrieges versch\u00e4rfte Washington die Sanktionen gegen die Regierung des damaligen syrischen Pr\u00e4sidenten Baschar al Assad, den Rebellen im Dezember 2024 nach einem jahrelangen B\u00fcrgerkrieg gest\u00fcrzt haben. Bislang h\u00e4lt die Regierung in Washington an diesen Sanktionen fest &#8211; US-Au\u00dfenminister Marco Rubio hat aber bereits den Weg zu Sanktionserleichterungen f\u00fcr das ehemalige B\u00fcrgerkriegsland skizziert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDiese k\u00f6nnten damit beginnen, dass die US-Regierung von Ausnahmeregelungen Gebrauch mache, um vom Kongress beschlossene Strafma\u00dfnahmen gegen die Regierung von Assad auszusetzen, sagte Rubio nach einem Treffen mit dem neuen syrischen Au\u00dfenminister am Rande eines NATO-Treffens im t\u00fcrkischen Antalya.<\/p>\n<p>    Tempo ist unklar<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Wei\u00dfe Haus werde damit Sanktionen des sogenannten &#8222;Caesar Act&#8220; aussetzen, sagte Rubio. Dabei handelt es sich um das dritte von drei amerikanischen Sanktionsprogrammen gegen Syrien, die Washington zwischen 1979 und 2019 auflegte. Der &#8222;Caesar Act&#8220; stammt aus der ersten Amtszeit von US-Pr\u00e4sident Trump. &#8222;Ich denke, wir wollen mit ersten Ausnahmeregelungen beginnen, die es ausl\u00e4ndischen Partnern erm\u00f6glichen werden, die Hilfen bereitstellen m\u00f6chten, das auch zu tun, ohne Sanktionen zu riskieren&#8220;, sagte Rubio zu Journalisten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWie schnell sich das in der Praxis aber tats\u00e4chlich umsetzen l\u00e4sst, ist unklar. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass es dauern werde, bis ein solcher Schritt das Alltagsleben der Syrerinnen und Syrer merklich ver\u00e4ndere. &#8222;Ich glaube, die Leute sehen Sanktionen als einen Schalter, den man an- und abstellen kann&#8220;, sagt Karam Schaar, ein syrischer \u00d6konom und Leiter der Beratungsfirma Karam Schaar Advisory.<\/p>\n<p>    Syrien und DP World vereinbaren Hafenentwicklung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTrotz allem k\u00f6nnte ein Sanktionserlass dem Land dringend ben\u00f6tigte Investitionen bescheren. Und die ersten Unternehmer stehen bereits in den Startl\u00f6chern: Die syrische Regierung und der Hafenbetreiber DP World aus Dubai haben einem Agenturbericht zufolge eine Absichtserkl\u00e4rung im Wert von 800 Millionen Dollar zur Entwicklung des syrischen Hafens Tartous unterzeichnet. Dies meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Vereinbarung \u00fcber die Entwicklung, das Management und den Betrieb eines Mehrzweck-Terminals in Tartous umfasst auch die Zusammenarbeit bei der Einrichtung von Industrie- und Freihandelszonen. DP World ist eine Tochtergesellschaft der Investmentgesellschaft Dubai World aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.<\/p>\n<p>    &#8222;Wir werden sicher weitere Investoren anlocken&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch syrische Exil-Unternehmer haben bereits angek\u00fcndigt, sich in ihrem Heimatland engagieren zu wollen, etwa der Milliard\u00e4r Ghassan Aboud: &#8222;Erstens m\u00f6chte ich dem Land auf jede erdenkliche Weise dabei helfen, sich zu erholen, und zweitens ist der Boden fruchtbar. Jede heute gepflanzte Saat kann zu guten Gewinnen f\u00fchren.&#8220; Er gehe davon aus, dass auch andere syrische Gesch\u00e4ftsleute mit Verbindungen ins Ausland seinem Beispiel folgen werden, da sie nun nicht mehr bef\u00fcrchten m\u00fcssten, mit US-Sanktionen belegt zu werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer libanesische Gesch\u00e4ftsmann Imad al-Khatib treibt seit der Kehrtwende von US-Pr\u00e4sident Trump seine Investitionspl\u00e4ne f\u00fcr Syrien ebenfalls energischer voran. Er habe vor wenigen Tagen Spezialisten in die Hauptstadt Damaskus geschickt, um den Bau einer 200 Millionen Dollar schweren Abfall-Sortieranlage vorzubereiten. &#8222;Das ist nur der erste Schritt, weitere werden folgen&#8220;, betont er. &#8222;Wir werden sicher weitere Investoren anlocken, da Syrien deutlich gr\u00f6\u00dfer ist als der Libanon.&#8220; Finanzminister Barnieh zufolge haben Interessenten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und Saudi-Arabien bei ihm bereits vorgef\u00fchlt.<\/p>\n<p>    Pr\u00e4sident al-Scharaa verspricht offenes Syrien<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSyriens \u00dcbergangspr\u00e4sident Ahmed al-Scharaa hatte bereits kurz nach der Aufhebung der Sanktionen zu Investitionen aufgerufen. Syrien solle zu einem Land der Arbeit und des Wohlstands werden, sagte al-Scharaa in einer im Fernsehen \u00fcbertragenen Ansprache. Investoren aus dem In- und Ausland seien willkommen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Syrien wird da sein f\u00fcr alle, die dem Land die Hand reichen&#8220;, sagte der Interimspr\u00e4sident. Zugleich bekr\u00e4ftigte er erneut den Willen zur nationalen Einheit. Syrien werde sich nicht l\u00e4nger zu einem Schauplatz \u00e4u\u00dferer Konflikte machen lassen, betonte er.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie politische Lage in dem Land bleibt angespannt. Einige der fr\u00fcheren Oppositionsgruppen haben ihre Waffen der neuen Regierung bislang nicht \u00fcbergeben. Die Autonomiebestrebungen der Kurden im Nordosten sorgen immer wieder f\u00fcr Reibungspunkte. Au\u00dferdem gab es in den vergangenen Monaten Zusammenst\u00f6\u00dfe mit Assad-Anh\u00e4ngern, die wie der gest\u00fcrzte Machthaber der Religionsgemeinschaft der Alawiten angeh\u00f6ren. Auch andere Minderheiten bef\u00fcrchten, drangsaliert zu werden.<\/p>\n<p>    Syrische Wirtschaft liegt am Boden<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach mehr als einem Jahrzehnt B\u00fcrgerkrieg liegt die syrische Wirtschaft am Boden. Das Bruttoinlandsprodukt (BiP) habe sich zwischen 2010 und 2021 mehr als halbiert, sagt die Weltbank unter Verweis auf offizielle syrische Daten. In der Realit\u00e4t sei der Einbruch aber wohl noch dramatischer. Der aktuelle Interimspr\u00e4sident al-Scharaa setzt nun auf den freien Markt statt auf Planwirtschaft wie Assad.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Aufhebung der US-Sanktionen ist nach Einsch\u00e4tzung von Jihad Yazigi, Herausgeber einer f\u00fchrenden syrischen Wirtschaftspublikation, richtungsweisend und ein &#8222;starkes politisches Signal&#8220;. Sie ebne den Weg f\u00fcr die Wiedereingliederung des Landes in die Golfstaaten, internationale Finanzorganisationen und die R\u00fcckkehr der syrischen Diaspora.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKaram Bechara, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der syrischen Shahba Bank, beschreibt die Begeisterung, die die TV-Bilder vom j\u00fcngsten Treffen Trumps mit Scharaa bei syrischen Wirtschaftsvertretern ausgel\u00f6st haben. &#8222;Es ist zu gut um wahr zu sein. Wir sind auf einem guten Weg, sofern nichts passiert, das Syrien aus der Bahn wirft.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 16.05.2025 14:32 Uhr Die Aufhebung der US-Sanktionen gegen Syrien versetzt Investoren in Aufregung. 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