{"id":1155165,"date":"2026-07-09T21:31:26","date_gmt":"2026-07-09T21:31:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1155165\/"},"modified":"2026-07-09T21:31:26","modified_gmt":"2026-07-09T21:31:26","slug":"block-prozess-in-hamburg-ich-bin-dumm-dass-ich-darauf-reingefallen-bin-35-jaehriges-ex-model-fuehlt-sich-ausgenutzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1155165\/","title":{"rendered":"Block-Prozess in Hamburg: \u201eIch bin dumm, dass ich darauf reingefallen bin\u201c \u2013 35-j\u00e4hriges Ex-Model f\u00fchlt sich ausgenutzt"},"content":{"rendered":"<p>Ein israelischer Zeuge im Block-Prozess f\u00fchlt sich nach eigenen Worten \u201ebetrogen\u201c und \u201eals Opfer\u201c. Der mutma\u00dfliche Entf\u00fchrer sagt, er habe die Verschleppung der Block-Kinder f\u00fcr eine legale Rettungsaktion gehalten.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Im Fall Block f\u00fchlt sich einer der mutma\u00dflichen Entf\u00fchrer eigenen Worten zufolge ausgenutzt. \u201eIch f\u00fchle mich als Opfer\u201c, sagte der 35 Jahre alte Zeuge Jonathan G., der fr\u00fcher als Model und Fitnesstrainer arbeitete, vor dem Landgericht Hamburg auf Englisch laut \u00dcbersetzung. \u201eIch bin dumm, dass ich darauf reingefallen bin.\u201c<\/p>\n<p>Zuvor hatte Verteidiger Sascha B\u00f6ttner, der einen mutma\u00dflichen Komplizen (36) von G. vertritt, den Mann zu seiner schriftlichen Einlassung f\u00fcr die Polizei befragt. Dort soll G. geschrieben haben: \u201eIch f\u00fchlte mich betrogen von Frau Block und Herrn Barkay.\u201c<\/p>\n<p>Block-Kinder wurden in einer Silvesternacht entf\u00fchrt<\/p>\n<p>Die Hamburger Unternehmerin Christina Block ist eine der Hauptangeklagten in dem Prozess. Sie soll eine israelische Sicherheitsfirma im Zuge eines langen Sorgerechtsstreits mit ihrem Ex-Mann damit beauftragt haben, ihre beiden j\u00fcngsten Kinder vom Wohnort des Vaters Stephan Hensel zu entf\u00fchren. Block bestreitet die Vorw\u00fcrfe.<\/p>\n<p>Die Sicherheitsfirma habe in der Silvesternacht 2023\/24 auf eigene Faust gehandelt, hatte die Tochter des Gr\u00fcnders der Steakhaus-Kette \u201eBlock House\u201c erkl\u00e4rt. Der Junge und das M\u00e4dchen (damals 10 und 13) waren beim Beobachten des Feuerwerks in dem d\u00e4nischen Ort Gr\u00e5sten (Gravenstein) in einen Wagen gezerrt und nach Deutschland gebracht worden.<\/p>\n<p>Zeugen aus Israel bekamen sicheres Geleit<\/p>\n<p>Die Aktion organisierte laut Ermittlern der Chef der Sicherheitsfirma, David Barkay. Er habe ein Team zusammengestellt. Der 69-j\u00e4hrige Israeli hatte als Zeuge betont, ihm sei immer wieder versichert worden, die R\u00fcckf\u00fchrung sei nach deutschem Recht legal. Das soll er auch den Teammitgliedern gesagt haben.<\/p>\n<p>Barkay, G. und drei weitere Israelis hatten sich mitten im laufenden Prozess gemeldet und f\u00fcr ihre Zeugenaussagen sicheres Geleit bekommen. Sie m\u00fcssen zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt ebenfalls mit einer Anklage und einem Prozess rechnen. Es gibt noch sechs weitere Angeklagte. F\u00fcr alle Beschuldigten in dem komplexen Fall gilt die Unschuldsvermutung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeit wurde zeitweilig ausgeschlossen<\/p>\n<p>Am Morgen hatte das Landgericht die \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr die Befragung von G. kurzzeitig ausgeschlossen. Das geschehe zum Schutz des 35-J\u00e4hrigen, weil ein Verteidiger Fragen zu sehr pers\u00f6nlichen Themen stellen wolle, lautete die Begr\u00fcndung der Richter. G. hatte bereits am vorherigen Prozesstag als Zeuge berichtet, dass es ihm derzeit psychisch nicht gutgehe.<\/p>\n<p>In seiner schriftlichen Einlassung hatte er den Ermittlern zuvor auch Erlebnisse aus seiner Vergangenheit geschildert, zu denen er befragt werden sollte. Auch f\u00fcr die Verlesung einer Krankenakte des Sohnes wurde die \u00d6ffentlichkeit ausgeschlossen. Prozessbeobachter stellten sich anschlie\u00dfend die Frage, ob der Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit an diesem Tag Folgen f\u00fcr die Pl\u00e4doyers haben wird und diese dann ebenfalls nicht-\u00f6ffentlich sein werden.<\/p>\n<p>Mutma\u00dflicher Entf\u00fchrer glaubte an Rettungsaktion<\/p>\n<p>Jonathan G. hatte vor Gericht ausgesagt, ihm sei im Dezember 2023 erkl\u00e4rt worden, die R\u00fcckholung der Kinder sei rechtm\u00e4\u00dfig. Er und seine mutma\u00dflichen Komplizen h\u00e4tten sich als Helden gef\u00fchlt, weil ihnen vorgegaukelt worden sei, sie w\u00fcrden die Kinder aus den H\u00e4nden eines angeblich b\u00f6sen Vaters befreien. Er sei in das Team geholt worden, weil er Deutsch spreche, denn er habe lange in Hamburg gelebt. Er habe mit den Kindern kommunizieren sollen.<\/p>\n<p>Der Zeuge bestritt, in der Tatnacht den Vater Stephan Hensel geschlagen zu haben. So hatte es der 36 Jahre alte Angeklagte aus Israel erz\u00e4hlt. Dessen Verteidiger B\u00f6ttner sprach anschlie\u00dfend von einer \u201eFalschaussage\u201c des 35-j\u00e4hrigen G. Die anderen Verteidiger wiederholten ihre Ansicht, dass die Aussagen der israelischen Zeugen nicht glaubhaft und voller Widerspr\u00fcche seien.<\/p>\n<p>Der Prozess wird am 27. Juli fortgesetzt.<\/p>\n<p>dfe, dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein israelischer Zeuge im Block-Prozess f\u00fchlt sich nach eigenen Worten \u201ebetrogen\u201c und \u201eals Opfer\u201c. 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