{"id":1155322,"date":"2026-07-09T23:02:54","date_gmt":"2026-07-09T23:02:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1155322\/"},"modified":"2026-07-09T23:02:54","modified_gmt":"2026-07-09T23:02:54","slug":"berlin-tag-macht-merz-demnaechst-im-kino-fsk-67","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1155322\/","title":{"rendered":"Berlin Tag &#038; Macht: MERZ. Demn\u00e4chst im Kino! FSK: 67"},"content":{"rendered":"<p>Berlin Tag &amp; MachtMERZ. Demn\u00e4chst im Kino! FSK: 6709.07.2026, 18:15 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Marie-von-den-Benken-article25527651.html\" class=\"article-detail-head_author___bDMZ\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_1_1__Ei3jf\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/MARIE-VON-DEN-BENKEN-N-TV-LIZENZFREIE-BILDER-01.webp.webp\" alt=\"MARIE-VON-DEN-BENKEN-N-TV-LIZENZFREIE-BILDER-01\"\/>Eine Kolumne von Marie von den Benken<\/a><\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(10:01 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Lupita-Nyong-o-at-The-Odyssey-world-film-premiere-Odeon-Luxe-Leicester-Square-Leicester-Square-on-Mo.webp\" alt=\"Lupita-Nyong-o-at-The-Odyssey-world-film-premiere-Odeon-Luxe-Leicester-Square-Leicester-Square-on-Monday-06-July-2026-in-London-England-UK\"\/>Lupita Nyong&#8217;o spielt in &#8222;Die Odyssee&#8220; die Helena. (Foto: picture alliance \/ Captital Pictures)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/www.google.com\/preferences\/source?q=n-tv.de\" title=\"ntv als bevorzugte Quelle auf Google hinzuf\u00fcgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Gro\u00dfes Budget, prominente Darsteller, jahrelange Irrfahrt und ein Mann, der unbedingt ans Ziel will: Die Parallelen zwischen &#8222;Die Odyssee&#8220; und der Bundesregierung sind frappierend. Nur: Christopher Nolan hat ein Drehbuch, Friedrich Merz nur einen Koalitionsvertrag.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Stellen Sie sich mal einen Film \u00fcber einen Mann vor, der sein Land in au\u00dfergew\u00f6hnlich schwierigen Zeiten anf\u00fchren und retten soll. Der mit gro\u00dfen Ambitionen startet, von einer Katastrophe in die n\u00e4chste ger\u00e4t, jeden Zeitplan rei\u00dft, sich mit Kriegen und Intrigen auseinandersetzen muss, zwischendurch die Orientierung verliert und trotz dieser Irrfahrt unbeirrbar darauf besteht, alles verlaufe im Gro\u00dfen und Ganzen nach Plan. Aber mal genug von Friedrich Merz. Kommen wir lieber zu etwas Kulturrelevantem: Am 16. Juli startet Christopher Nolans &#8222;Die Odyssee&#8220;.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Ein Film, der bereits vor seinem Kinostart f\u00fcr gigantischen Kommentarspalten-Trubel sorgt. Und das nicht, weil das Werk trotz des recht eindeutigen Titels \u00fcberraschenderweise kein Epos \u00fcber die Suche der Bundesregierung nach den versprochenen Erfolgsreformen ist. Sondern weil \u00fcberschallpatriotische Stolzmonat-Avengers sich von Nolans Casting-Entscheidungen in ihrer Kernkompetenz untergraben f\u00fchlen: historisches Detailwissen \u00fcber die ph\u00e4notypischen Gegebenheiten der Bronzezeit. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die neue Armada Antik-Experten wirft Nolan vor, f\u00fcr &#8222;Die Odyssee&#8220; dem Konzept der historischen Authentizit\u00e4t noch weniger Aufmerksamkeit zu schenken als Jens Spahn der Aufkl\u00e4rung \u00fcber seine Maskendeals. An allem wird gem\u00e4kelt: R\u00fcstungen. Waffen. Kost\u00fcme. Akzente. Altert\u00fcmliche Genauigkeit. Vor allem aber an der Besetzung. Insbesondere der ethnischen Darstellung der Figuren. Oder kurz gesagt: an der Hautfarbe. <\/p>\n<p>&#8222;Was kommt als N\u00e4chstes? Ryan Gosling als Nelson Mandela?&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das im Emp\u00f6rungsmodus am h\u00e4ufigsten als Beleg daf\u00fcr herangezogene Argument, warum Nolan sich der politischen \u00dcberkorrektheit einer neuen Hysteriegesellschaft unterwerfe, ist die Personalie der Helena. Homer beschrieb &#8222;die wei\u00dfarmige Helena&#8220; als &#8222;einer unsterblichen G\u00f6ttin gleich&#8220;. Eine Sch\u00f6nheit, f\u00fcr die M\u00e4nner in den Krieg ziehen. Einst spielte das 27-j\u00e4hrige Supermodel Diane Kruger jene Helena. In Nolans &#8222;Odyssee&#8220; wird sie von der in Kenia aufgewachsenen Lupita Nyong&#8217;o interpretiert. Ein Supergau f\u00fcr alle, die Alice Weidel f\u00fcr die Retterin des Abendlandes halten. Da wird gesch\u00e4umt: Die ist ja schwarz! Dabei war Homers Helena doch hellenischer Abstammung, das sieht man ja bereits am Namen. Eine derartig turboevidente Argumentation ist typisch f\u00fcr ein woke-phobisches Lager, das auch zweifelsfrei davon \u00fcberzeugt ist, Hitler, Goebbels, G\u00f6ring, Himmler und Heydrich seien Sozialisten gewesen. Immerhin hie\u00df ihre Partei &#8222;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei&#8220;. Nach dieser Logik war auch die DDR demokratisch, aber da mal politsemantischer Schwamm dr\u00fcber. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Frage lautet also: Wie viel darf man am urspr\u00fcnglichen Buch ver\u00e4ndern, wenn man es f\u00fcr die Gegenwart adaptiert? Eine Debatte, die auch die Bundesregierung kennt. Nur lautet sie dort: Stand das wirklich so im Koalitionsvertrag? Was bleibt, ist die Erkenntnis: Es gibt Filme, bei denen man schon vor Kinostart wei\u00df: Sie schreiben Geschichte. Und es gibt Bundesregierungen, bei denen schon kurz nach Amtsantritt klar ist: Selbst sehr f\u00e4hige Historiker werden es sp\u00e4ter schwer haben, zu rekonstruieren, was genau sie eigentlich gemacht haben. <\/p>\n<p>Ist das Matt Damon oder Lars Klingbeil?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">F\u00fcr das Kabinett Merz kommt erschwerend hinzu: Die Unterschiede zu &#8222;Die Odyssee&#8220; sind mit blo\u00dfem Auge kaum bemerkbar. Beide haben ein Ensemble, bei dem man sich fragt, ob wirklich jeder eine Sprechrolle ben\u00f6tigt h\u00e4tte. Bei beiden sitzt das Publikum ewig da und denkt: Kommen wir eigentlich auch mal irgendwo an? Die Parallelen zwischen Homers Odysseus und der schwarz-roten Bundesregierung sind inzwischen derart offensichtlich, man fragt sich bereits, warum Universal Pictures nicht l\u00e4ngst Unterlassungsklage eingereicht hat.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Auch bei den jeweiligen Protagonisten, Odysseus und Friedrich Merz, identifiziert der geschulte Polit-Beobachter klare Analogien. Odysseus brauchte zehn Jahre, um nach Hause zur\u00fcckzukehren. Also etwa so lange, wie es in Deutschland dauert, um einen Beh\u00f6rdentermin zu bekommen. Unter anderem deswegen w\u00fcnschen sich knapp 80 Prozent der Deutschen, auch Merz w\u00fcrde sich bei Gelegenheit an griechischer Mythologie orientieren und ebenfalls den Heimweg nach Arnsberg-Niedereimer antreten. N\u00e4hme er daf\u00fcr die Deutsche Bahn, w\u00e4re das Gleichnis formvollendet. Merz w\u00fcrde dann f\u00fcr seine Heimkehr vermutlich ebenfalls zehn Jahre ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Und selbst wenn er es statt in zehn Jahren in zehn Minuten schaffen w\u00fcrde, zum Beispiel weil er im Besitz eines Pilotenscheins und eines Privatflugzeuges ist, w\u00e4re damit die Ziellinie auf der nach oben offenen Homer-Skala der Polit-Gleichnisse noch lange nicht erreicht. Denn: Odysseus schleuste das Trojanische Pferd ein und hinterlie\u00df Troja in Tr\u00fcmmern. Merz schleuste Lars Klingbeil ein und hinterlie\u00dfe die Regierung in posttrojanischem Zustand. Neben Klingbeil hat nat\u00fcrlich auch Foodblogger Markus S\u00f6der eine Hauptrolle in der Merz-Odyssee. Er ist Poseidon. Taucht in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden auf, erzeugt gewaltige Wellen und verschwindet anschlie\u00dfend wieder nach Bayern. <\/p>\n<p>Die Hollywoodisierung des Politikbetriebs <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Odyssee ist eine Geschichte \u00fcber Versuchungen, Ablenkungen, Monster, toxische Verbindungen. \u00dcber falsche Versprechen und \u00fcber M\u00e4nner, die glauben, alles unter Kontrolle zu haben. Also praktisch eine Folge &#8222;Markus Lanz&#8220; mit Tino Chrupalla. Sie zeigt aber auch: Die deutsche Politik hat die erstaunliche F\u00e4higkeit entwickelt, Aktivit\u00e4t und Ergebnis vollst\u00e4ndig voneinander zu entkoppeln. Sollte &#8222;Die Odyssee&#8220; (und das prognostizieren Filmexperten nach wie vor) ein ziemlich gigantischer Blockbuster werden, ist Christopher Nolan etwas ganz \u00c4hnliches gelungen: die vollst\u00e4ndige Entkopplung von \u00f6ffentlichem Diskurs und kommerziellem Erfolg. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Nolan brauchte daf\u00fcr einen dreimin\u00fctigen Trailer. Die Bundesregierung ist etwas langsamer. Aber nicht tatenlos. Sie hat nun etwas getan, was Regierungen oft tun, wenn die Bev\u00f6lkerung den Eindruck gewinnt, man h\u00e4tte sich in einen h\u00fcbschen politischen Stillstand man\u00f6vriert: Sie hat ein Papier mit beeindruckenden 34 Ma\u00dfnahmen vorgelegt. Sapperlot, vierunddrei\u00dfig! Das ist ungef\u00e4hr die Anzahl an Til-Schweiger-Filmen, die man nie auseinanderhalten kann, wenn man beim Vorspann nicht genau auf den Titel geachtet hat. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Politik ist nicht wie Hollywood. Trailer reichen nicht, um Begeisterung zu entfachen. Man kann monatelang beraten, tagen, abstimmen, verhandeln, beschlie\u00dfen, nachverhandeln und anschlie\u00dfend verk\u00fcnden, man habe sich geeinigt, dass man demn\u00e4chst vermutlich irgendwann etwas \u00e4ndert. Aber dann liegt halt irgendwann die AfD bei 30 Prozent. Da hilft dann auch kein Christopher Nolan mehr. Obwohl der aus diesem Prozess vermutlich ein Regierungsviertel-Sequel von &#8222;Inception&#8220; gemacht h\u00e4tte: eine Reformpapier-Diskussion in einer Reformpapier-Diskussion in einer Reformpapier-Diskussion. Und ganz unten dreht sich Friedrich Merz als Kreisel.<\/p>\n<p>Friedrich Christopher Nolan Merz hat ein Kommunikationsproblem<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Dabei w\u00e4re es so einfach. Die Bundesregierung m\u00fcsste ihre Arbeit lediglich wie einen Christopher-Nolan-Film vermarkten. Statt &#8222;Die Wirtschaft w\u00e4chst kaum&#8220; eher: &#8222;Das gr\u00f6\u00dfte Abenteuer einer Generation&#8220;. Und statt &#8222;Union und SPD streiten \u00fcber die Rente&#8220; lieber: &#8222;Zwei Parteien. Ein Schicksal. Keine Exit-Strategie.&#8220; Da produziert sich dann auch der Trailer nahezu von selbst: Friedrich Merz steht auf dem Dach des Kanzleramtes, hinter ihm explodiert der Reichstag. Eine markante Erz\u00e4hlerstimme raunt: &#8222;In einer Welt, in der nichts mehr funktioniert, muss ein Mann den Koalitionsausschuss einberufen. MERZ. Demn\u00e4chst im Kino! FSK: 67&#8220;.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Wobei: Bei Nolan bekommt man Matt Damon und Anne Hathaway, Deutschland bekommt Alexander Dobrindt und B\u00e4rbel Bas. Plus: Christopher Nolan wei\u00df, wie sein Film endet. Er hat ein Drehbuch. Eine Dramaturgie. Ein Ziel. Einen Anfang und ein Ende. Die Bundesregierung hat einen Koalitionsvertrag. Das ist ungef\u00e4hr dasselbe, nur eben ohne Dramaturgie, ohne Ziel und ohne die Gewissheit, dass alle Beteiligten das Ende erleben. Irgendwie bin ich jetzt doch nicht mehr so sicher, dass diese Regierung ein Blockbuster wird. Aber vielleicht ist sie auch gar kein Kinofilm. Vielleicht ist sie eine Serie. Teuer produziert. Gro\u00df angek\u00fcndigt. Mittelm\u00e4\u00dfig besetzt. Nach der ersten Staffel entt\u00e4uschende Quoten. Und am Ende wird sie abgesetzt, obwohl noch s\u00e4mtliche Handlungsstr\u00e4nge offen sind.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin Tag &amp; MachtMERZ. Demn\u00e4chst im Kino! 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