{"id":1155392,"date":"2026-07-09T23:46:26","date_gmt":"2026-07-09T23:46:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1155392\/"},"modified":"2026-07-09T23:46:26","modified_gmt":"2026-07-09T23:46:26","slug":"europa-soll-den-notstand-ausrufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1155392\/","title":{"rendered":"Europa soll den Notstand ausrufen"},"content":{"rendered":"<p>sein. Bei den Bayerischen Energie- und Wassertagen in Regensburg, bei denen die Staatszeitung Medienpartner war, fordert Klaus Steiner, Vorsitzender des <a href=\"https:\/\/www.vbew.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW)<\/a>, Verl\u00e4sslichkeit von der Politik und Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger (Freie W\u00e4hler) bittet um Verst\u00e4ndnis, dass die bayerische Politik wegen der Unklarheiten auf Bundesebene derzeit \u201enur auf Sicht fahren kann\u201c. Angesichts der Herausforderungen Photovoltaik- und Windenergieausbau, Netzausbau, Stromspeicherbau sowie Stromversorgung von neu zu errichtenden Rechenzentren eine ziemlich schwierige Ausgangslage.<\/p>\n<p>Zumindest beim Thema Resilienz, sprich dem Schutz der kritischen Infrastruktur vor Anschl\u00e4gen, herrschte Einigkeit. Energieminister Aiwanger und VBEW-Vorsitzender Steiner bekr\u00e4ftigen, dass sowohl Energieversorger als auch Sicherheitsbeh\u00f6rden und die Rettungsdienste viel mehr kooperieren und vor allem \u00fcben m\u00fcssen als bisher.<\/p>\n<p>Biogas wird vom Bund zu wenig ernst genommen<\/p>\n<p>Besonders wurmt es Aiwanger, dass auf Bundesebene das Biogas viel zu wenig ernst genommen wird. \u201ePro Jahr \u00fcberweisen wir aus Deutschland 80 Milliarden Euro f\u00fcr fossile Energietr\u00e4ger, also f\u00fcr \u00d6l und Gas, ins Ausland\u201c, moniert der Energieminister. Das seien 1000 Euro pro Einwohner. Es sei absurd, dass Biogas nicht genutzt werde. \u201eHier k\u00f6nnte man den heimischen Kreislauf st\u00fctzen und das Geld bleibt im Land\u201c, so Aiwanger. Das w\u00e4re viel sinnvoller, als das \u201eGeld in komische Staaten\u201c zu transferieren.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich sehe es bei der Holzenergie aus. \u201eEin Drittel Bayerns ist mit Wald bedeckt und ein Ster Holz, also etwa ein Kubikmeter gestapeltes Holz, ersetzt 200 Kubikmeter Erdgas\u201c, verdeutlicht der Energieminister. Doch im Bundeswirtschaftsministerium setze man immer noch auf die Kaskadennutzung von Holz. \u201eJa soll man erst den d\u00fcrren Fichtenwipfel in ein Stuhlbein verarbeiten, bevor man ihn verheizen darf\u201c, fragt Aiwanger kopfsch\u00fcttelnd. Immerhin w\u00fcrden auch die anderen Bundesl\u00e4nder ein Umdenken in Berlin fordern, um heimisches Holz als Energieholz nutzen zu k\u00f6nnen, erk\u00e4rt Aiwanger am Rand der Tagung der Staatszeitung. Man m\u00fcsse sehr aufpassen, da immer noch zu viele gr\u00fcn gepr\u00e4gte Menschen im Bundeswirtschaftsministerium arbeiteten. \u201eDeshalb gibt es immer wieder Referentenentw\u00fcrfe, die man schnell einfangen muss\u201c, so Aiwanger.<\/p>\n<p>Die Wasserkraft hat es in Berlin schwer<\/p>\n<p>Mit der Nutzung der Wasserkraft zum Beispiel k\u00f6nne man in Berlin \u201egeistig nicht viel anfangen\u201c. Denn dort gebe es kein Gef\u00e4lle. Dabei w\u00fcrden gerade die vielen kleinen Wasserkraftanlagen im Fall eines gro\u00dffl\u00e4chigen Stromausfalls helfen k\u00f6nnen, lokal eine Notversorgung aufrechtzuerhalten. \u201eIch bin selber Fischer und kenn die Bedenken der Fischerei. Aber wenn bei Sommerhitze nur noch 40 Zentimeter Wasser im Bach ist, \u00fcberlebt die Forelle zumindest im M\u00fchlenschuss\u201c, sagt der Minister. Dort gebe es wenigstens 1,5 Meter Wassertiefe. Und dass der Fisch von dort aus nicht in die M\u00fchlr\u00e4der gelangt, daf\u00fcr gebe es bauliche Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Aiwanger betont, dass Bayern 75 Prozent des Stroms, den es verbraucht, inzwischen selbst in Form von \u00d6kostrom erzeugt. \u201eAber das ist nur ein F\u00fcnftel des Energiekuchens.\u201c Den Rest w\u00fcrden Mineral\u00f6l und Gas f\u00fcr W\u00e4rme, Mobilit\u00e4t und Industrie ausmachen.<\/p>\n<p>Damit Photovoltaik- und Windkraftanlagen nicht abgeregelt werden m\u00fcssen, um das Stromnetz vor \u00dcberlastung zu sch\u00fctzen, pl\u00e4diert Aiwanger f\u00fcr Speicher. Dabei hat er nicht nur Batteriespeicher im Sinn, sondern Pumpspeicherkraftwerke. Bei Riedl w\u00fcrde jetzt endlich gebaut werden k\u00f6nnen. \u201eAber es gibt noch 16 bis 18 weitere m\u00f6gliche Standorte f\u00fcr Pumpspeicherkraftwerke. Daf\u00fcr muss man Akzeptanz schaffen\u201c, so der bayerische Energieminister.<\/p>\n<p>Weil Energie in Europa so teuer ist, hat die EU-Kommission die Mitgliedstaaten aufgerufen, die Energiesteuern zu senken. Doch das sei abgelehnt worden, sagt Bereichsleiter Jan Van Elst vom Rat der Europ\u00e4ischen Union. Er pl\u00e4diert daf\u00fcr, dass die EU den Klima-, Energie- und Wettbewerbsnotstand ausruft. \u201eDenn die EU leistet ihr Bestes, wenn sie mit dem R\u00fccken zur Wand steht\u201c, so Van Elst. Das habe man bei der Energiekriese 2022 gesehen, als Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine gestartet hat. Pl\u00f6tzlich konnte Europa ganz schnell Fl\u00fcssiggasterminals realisieren. \u201eAber damit ist man von einer Abh\u00e4ngigkeit in die andere geraten.\u201c<\/p>\n<p>Wettbewerbsf\u00e4higkeit sichern<\/p>\n<p>Nur \u00fcber den Notstand k\u00f6nne Europa die aktuell widerspr\u00fcchlichen Priorit\u00e4ten zwischen Green Deal und internationaler Wettbewerbsf\u00e4higkeit \u00fcberwinden, meint Van Elst. Hoffentlich hat er damit recht.<\/p>\n<p>Denn ansonsten k\u00f6nnte Klaus Steiners Untergangsszenario wahr werden. Der VBEW-Vorsitzende richtet zum Tagungsauftakt mahnende Worte vor allem an die Politik. Wenn es nicht gelingt, die Energie- und Wasserversorgung langfristig abzusichern, k\u00f6nnte die europ\u00e4ische Kultur wie einst die der Maya im heutigen Mexiko untergehen. \u00d6kologische \u00dcbernutzung, ausbleibender Regen, ersch\u00f6pfte B\u00f6den, soziale Spannungen, eine \u00fcberforderte Elite und am Ende versiegende Wasserquellen h\u00e4tten die einstige Hochkultur dahingerafft.<\/p>\n<p>Das will Steiner zumindest f\u00fcr Bayern und Deutschland verhindern. Er setzt auf Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit, Umweltvertr\u00e4glichkeit und Akzeptanz. Damit sollte die Energie- und Wasserversorgung gesichert sein. Hierf\u00fcr wei\u00df er Energieminister Aiwanger an seiner Seite. Dieser glaubt an das \u201eLand der Dichter und Denker\u201c, auch wenn er den Eindruck habe, dass vor allem die \u201eUndichten und Verr\u00fcckten\u201c immer mehr werden.<br \/>(Ralph Schweinfurth)<\/p>\n<p>Hier kann man die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bayerische-staatszeitung.de\/staatszeitung\/wirtschaft\/detailansicht-wirtschaft\/artikel\/resilienz-finanzierung-nachhaltigkeit\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Rede von VBEW-Vorsitzendem Klaus Steiner<\/a>\u00a0nachlesen.<br \/>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"sein. 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