{"id":1156457,"date":"2026-07-10T10:27:17","date_gmt":"2026-07-10T10:27:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1156457\/"},"modified":"2026-07-10T10:27:17","modified_gmt":"2026-07-10T10:27:17","slug":"koeln-angst-vor-stellenabbau-gehen-oder-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1156457\/","title":{"rendered":"K\u00f6ln | Angst vor Stellenabbau: Gehen oder bleiben?"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6ln (dpa\/tmn) &#8211; Nachrichten von Werksschlie\u00dfungen und Stellenabbau machen die Runde. Sind meine Kollegen und ich die n\u00e4chsten, die gehen m\u00fcssen? Das fragen sich nun viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in betroffenen Unternehmen.<\/p>\n<p>Welche Strategie ist jetzt die richtige? Noch schnell k\u00fcndigen und einen neuen Job suchen, bevor der Markt quasi \u00fcberschwemmt wird von Arbeitssuchenden? Oder lieber abwarten und eine Abfindung mitnehmen?\u00a0<\/p>\n<p>\u00abDie erste Frage, die man sich stellen sollte, ist: Droht mutma\u00dflich die Schlie\u00dfung eines gesamten Werks oder sind nur Teile betroffen?\u00bb, r\u00e4t der Fachanwalt f\u00fcr Arbeitsrecht Volker G\u00f6rzel. Denn: Wird ein Werk dichtgemacht, ist der Ausgang der Lage in der Regel klar: Alle m\u00fcssen gehen. In Betrieben mit Betriebsrat gibt es dann eine Abfindung.\u00a0<\/p>\n<p>Wer sollte jetzt einen neuen Job annehmen?<\/p>\n<p>\u00abEinem jungen Ingenieur mit zwei Jahren Betriebszugeh\u00f6rigkeit w\u00fcrde ich raten, sich sofort nach einem neuen Job umzusehen, auch wenn ihm dann die Abfindung entgeht\u00bb, so G\u00f6rzel.\u00a0<\/p>\n<p>Mit fortschreitendem Alter, Verpflichtungen, Ortsgebundenheit und Betriebszugeh\u00f6rigkeit, wird es schwieriger: \u00abHier muss man individuell abw\u00e4gen\u00bb so G\u00f6rzel. Mit den Jahren der Betriebszugeh\u00f6rigkeit steigt die Abfindung und \u00e4ltere Arbeitnehmer haben es schwerer, auf die Schnelle einen geeigneten und ad\u00e4quaten Job zu finden.<\/p>\n<p>Wichtig: Wer von einer Werks- oder Standortschlie\u00dfung betroffen sein k\u00f6nnte, sollte unbedingt in seinem Vertrag nachsehen, welcher Arbeitsort vorgesehen ist. \u00abIst auch ein anderer Einsatzort als der des geschlossenen Werks m\u00f6glich, ist der Job nicht unbedingt weg\u00bb, so G\u00f6rzel.\u00a0<\/p>\n<p>Bitte schnell freiwillig gehen<\/p>\n<p>Andere Ausgangsbedingung haben Arbeitnehmer bei Teilschlie\u00dfungen. Also, wenn nur Teile des Betriebes geschlossen werden. Dann wird ausgew\u00e4hlt, wer gehen muss. Das kann auf unterschiedliche Art und Weise passieren. In der Regel wird hierf\u00fcr ein Fahrplan von Betrieb und Betriebsrat ausgehandelt.<\/p>\n<p>\u00abDerzeit sind Freiwilligenprogramme sehr in Mode\u00bb, so G\u00f6rzel. Arbeitnehmer erhalten ein Angebot, zu dem sie freiwillig gehen k\u00f6nnen. Hier kann es sich tats\u00e4chlich lohnen, schnell zu sein. \u00abH\u00e4ufig gibt es einen Bonus f\u00fcr schnell Entschlossene, also Arbeitnehmer, die bis zu einem bestimmten Stichtag unterschrieben haben &#8211; das k\u00f6nnen durchaus auch mal 30.000 bis 40.000 Euro zus\u00e4tzlich zur Abfindung sein\u00bb, sagt der Fachanwalt.\u00a0<\/p>\n<p>Wichtig: Freiwilligenprogramm bedeutet auch: Der Arbeitgeber muss Arbeitnehmer, die er behalten m\u00f6chte, nicht im Rahmen eines Freiwilligenprogramms gehen lassen. Und: In der Regel wird der Arbeitnehmer bis zu zw\u00f6lf Wochen f\u00fcr Arbeitslosengeld gesperrt, weil er freiwillig gegangen ist.<\/p>\n<p>Was passiert bei betriebsbedingter K\u00fcndigung?<\/p>\n<p>Die Alternative zum Freiwilligenprogramm ist die betriebsbedingte K\u00fcndigung und der Stellenabbau nach Sozialplan. M\u00f6glich ist auch, dass nach einem Freiwilligenprogramm noch betriebsbedingte K\u00fcndigungen ausgesprochen werden, weil nicht genug Mitarbeiter gegangen sind.\u00a0<\/p>\n<p>Das Risiko, gek\u00fcndigt zu werden, sinkt mit steigender Dauer der Betriebszugeh\u00f6rigkeit und h\u00f6herem Lebensalter. Auch Behinderungen oder Unterhaltspflichten sind Kriterien, die das K\u00fcndigungsrisiko von Besch\u00e4ftigten senken k\u00f6nnen. \u00abWer hier viel vorzuweisen hat und seinen Job unbedingt behalten will, kann auch das Abwarten der betriebsbedingten K\u00fcndigung riskieren\u00bb, so G\u00f6rzel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00f6ln (dpa\/tmn) &#8211; Nachrichten von Werksschlie\u00dfungen und Stellenabbau machen die Runde. 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