{"id":1156751,"date":"2026-07-10T13:27:15","date_gmt":"2026-07-10T13:27:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1156751\/"},"modified":"2026-07-10T13:27:15","modified_gmt":"2026-07-10T13:27:15","slug":"ein-zwischenruf-von-bild-chefin-marion-horn-felor-badenberg-ist-die-frau-die-berlin-jetzt-braucht-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1156751\/","title":{"rendered":"Ein Zwischenruf von BILD-Chefin Marion Horn: Felor Badenberg ist die Frau, die Berlin jetzt braucht | Politik"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"skip-content skip-content--link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5<\/a><a id=\"in-content-skip-link-target-v-0-0\" class=\"skip-content--target-link-hidden skip-content skip-content--target-link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">Artikel weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><b>Es gibt Politiker, die betreten einen Raum und suchen sofort die Kamera. Felor Badenberg geh\u00f6rt nicht zu ihnen. Sie ist eher jemand, der R\u00e4ume scannt: Wer redet nur? Wer wei\u00df wirklich etwas? Wo liegt das Risiko? Wo die L\u00fccke im System?<\/b><\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnte die Antwort sein auf einen gl\u00fccklosen Regierenden B\u00fcrgermeister, dem in einer Stadt, die jeden Tag nach F\u00fchrung schreit, zunehmend die Kontrolle entglitt. Kai Wegner wollte Berlin ordnen. Am Ende k\u00e4mpft er um seine eigene Glaubw\u00fcrdigkeit. \u00dcberall kursiert das Video von WELT.TV, in dem er in die Kamera flunkert \u00fcber sein Engagement w\u00e4hrend des schlimmen Stromausfalls in Berlin. Die CDU liegt nach aktuellen Berichten nur noch um die 17 Prozent, die Junge Union forderte seinen R\u00fcckzug, die SPD wollte mit ihm nach der Wahl nicht mehr koalieren.<\/p>\n<p><b>Jetzt tritt er als CDU-Spitzenkandidat zur Berlin-Wahl zur\u00fcck, bleibt aber bis dahin im Amt. Heute Abend will die Partei beraten, wer ihn beerbt. Nach BILD-Informationen geht es um zwei M\u00e4nner: Stefan Evers, derzeit Finanzsenator, Dirk Stettner, CDU-Fraktionschef.<\/b><\/p>\n<p>Mir fehlt da ein Name: eben Felor Badenberg, Justizsenatorin. 50 Jahre alt, geboren in Teheran, als Kind mit ihrer Familie nach Deutschland gekommen, Juristin, promoviert, Verfassungssch\u00fctzerin, Justizsenatorin. Eine Frau, deren Biografie gr\u00f6\u00dfer ist als Berliner Parteitagsfloskeln. Sie kennt Krieg nicht aus Sonntagsreden. Sie wuchs im Iran auf; in Deutschland: Schule, Studium der Rechtswissenschaften in K\u00f6ln, Promotion, zweites Staatsexamen. Kein schneller Aufstieg durch Parteijugend und Hinterzimmer. Sondern durch Akten, Pr\u00fcfungen, Dienstwege, Verantwortung.<\/p>\n<p>Badenberg ist keine geborene CDU-Politikerin. Sie trat erst 2024 in die Partei ein, als sie l\u00e4ngst Berliner Justizsenatorin war. Das macht sie f\u00fcr manche in der Union fremd. F\u00fcr andere gerade interessant. Denn sie ist nicht aus dem Berliner CDU-Biotop gewachsen, diesem Milieu aus Kreisverb\u00e4nden, Kiezk\u00f6nigen, alten Loyalit\u00e4ten und alten Rechnungen. <\/p>\n<p>Sie kommt aus dem Maschinenraum des wehrhaften Staates. Seit 2006 arbeitete Badenberg beim Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz, erst in verschiedenen Verwaltungs- und F\u00fchrungspositionen, sp\u00e4ter in besonders sensiblen Bereichen. Sie baute die Cyberabwehr mit auf, leitete den Bereich Rechtsextremismus und Terrorabwehr und wurde 2022 die erste Frau in der Amtsleitung des Bundesamtes f\u00fcr Verfassungsschutz.<\/p>\n<p>Das ist nicht nur Lebenslauf, das ist ein politisches Versprechen: Diese Frau wei\u00df, dass Demokratie Institutionen braucht, Regeln, Grenzen. Und sie erkennt Feinde der Freiheit auch dann, wenn sie sich als Opfer verkleiden.<\/p>\n<p>Als Berliner Justizsenatorin hat sie sich besonders den Kampf gegen organisierte Kriminalit\u00e4t vorgenommen: Verm\u00f6gensabsch\u00f6pfung, beh\u00f6rden\u00fcbergreifendes Vorgehen, konsequenter Zugriff auf Strukturen, die sich zu lange darauf verlassen konnten, dass Berlin sich zwar viel emp\u00f6rt, aber wenig durchh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Berlin ist laut, eitel, chaotisch, verletzlich, aggressiv, m\u00fcde. Diese Stadt braucht Kontrolle. Und sie braucht Zuwendung. Jemanden, der die Clan-Kriminalit\u00e4t bek\u00e4mpft, der Extremisten klare Grenzen setzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich verk\u00f6rpert Badenberg etwas, das der CDU in Berlin lange fehlte: Ernst. Kompetenz. Biografische Tiefe. Sie ist kein Produkt der Hauptstadtblase, sondern geradezu eine Zumutung f\u00fcr sie. Sie zwingt Berlin, sich mit Fragen zu besch\u00e4ftigen, die diese Stadt gern vertagt: Warum funktioniert der Staat nicht? Warum sind Gerichte \u00fcberlastet? Warum lassen wir kriminelle Strukturen wachsen? Warum verwechselt Politik so oft Haltung mit Handwerk?<\/p>\n<p>In einer Berliner CDU, die sich gerade fragt, ob sie bei der kommenden Wahl \u00fcberhaupt noch eine Chance hat, ist Badenberg deshalb mehr als eine Personalie. <\/p>\n<p>Ob sie wirklich Kandidatin werden k\u00f6nnte, das ist offen. Politik ist kein Eignungstest. Politik ist Macht, Mehrheit, Timing. Und Berlin ist brutal zu allen, die Ordnung versprechen. Diese Stadt liebt die gro\u00dfe Ank\u00fcndigung und verachtet danach jeden, der an der Wirklichkeit scheitert. Aber vielleicht ist gerade das Badenbergs Moment.<\/p>\n<p>Berlin braucht keinen weiteren gut gelaunten Verwalter des Stillstands. Berlin braucht jemanden, der den Rechtsstaat wieder ernst nimmt. Badenberg ist keine Politikerin zum Knuddeln. Sie ist keine Feelgood-Kandidatin. Sie ist nicht weichgesp\u00fclt, nicht volkst\u00fcmlich, nicht bequem. <\/p>\n<p><b>Aber Berlin ist im Moment auch keine Stadt, die sich Bequemlichkeit leisten kann.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5Artikel weiterlesen Es gibt Politiker, die betreten einen Raum und suchen sofort die Kamera. 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