{"id":1156810,"date":"2026-07-10T14:00:27","date_gmt":"2026-07-10T14:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1156810\/"},"modified":"2026-07-10T14:00:27","modified_gmt":"2026-07-10T14:00:27","slug":"nach-aus-von-herforder-weiteren-brauereien-droht-die-schliessung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1156810\/","title":{"rendered":"Nach Aus von Herforder: Weiteren Brauereien droht die Schlie\u00dfung"},"content":{"rendered":"<p>Die Herforder Brauerei ist bald Geschichte, die in Paderborn k\u00f6nnte folgen. Immer mehr Traditionsbrauereien stehen vor dem Aus: Wie die Krise den Alltag der Biertrinker und das Angebot im Handel ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Meschede\/Berlin\/Warstein (dpa\/gl) &#8211; Die Brauwirtschaft ger\u00e4t tiefer in die Krise: Der Bierkonsum in Deutschland geht 2026 weiter zur\u00fcck. Das hat Auswirkungen auf das Sortiment im Handel und die Preise. Insolvenzen, Schlie\u00dfungen und Verk\u00e4ufe von Brauereien werden an immer mehr Standorten ein Thema.<\/p>\n<p class=\"contextmenu caption\">Z\u00e4sur in der Branche<\/p>\n<p>\u201eTatsache ist, dass es die Branche weniger mit einer Absatzdelle als mit einer echten Z\u00e4sur zu tun hat\u201c, sagt Holger Eichele, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Brauer-Bundes. Der deutsche Biermarkt schrumpfe nach minus 6 Prozent 2025 um gut 5 Prozent in den ersten f\u00fcnf Monaten 2026. <\/p>\n<p>\u201eSeit Mai 2019, dem letzten Jahr ohne externe Einfl\u00fcsse durch Corona-Pandemie oder den Krieg gegen die Ukraine, hat die Branche somit 550 Millionen Liter Bier verloren, das sind rund 18 Prozent des fr\u00fcheren Gesamtmarktes\u201c, verdeutlicht Eichele das Ausma\u00df des Abw\u00e4rtstrends.<\/p>\n<p class=\"contextmenu caption\">Bei Hohenfelder und Pott\u2018s ist man guter Dinge<\/p>\n<p>Das hat gravierende Folgen, beispielsweise in Nordrhein-Westfalen: Der Braukonzern um Warsteiner gab Anfang Mai einen <a href=\"https:\/\/ecms.die-glocke.de\/alfresco\/d\/d\/workspace\/SpacesStore\/3a33e23b-357b-4a6b-aa0c-eda8806e7297\/herforder-brauerei-steht-aus-paderborner-soll-verkauft-werden.xmd?type=amo%3Aarticle\" target=\"_blank\" class=\"contextmenu inlinelink\" idref=\"X0.9620552398479216\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Kapazit\u00e4tsabbau um fast ein Drittel mit Kahlschlag<\/a> bekannt. Die Brauerei in Herford wird geschlossen. Falls sich kein K\u00e4ufer findet, wird auch die Brauerei in Paderborn dicht gemacht. Zusammen sind davon rund 220 Menschen an den beiden Standorten betroffen.\u00a0<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/hohenfelder_brauerei_foto_sophia_schuetze_0caf9378_87b5_4f6a_9c2e_148706422fb8.jpg\" class=\"img-responsive inline-image\"\/>Im historischen Kupferkessel produziert die von Sophia Sch\u00fctze (Foto) und ihrem Vater Dr. Edgar Sch\u00fctze familiengef\u00fchrte Hohenfelder Privatbrauerei ihr Bier.\u00a0 Foto: Hohenfelder<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ecms.die-glocke.de\/alfresco\/d\/d\/workspace\/SpacesStore\/5c94d76e-8fd4-4802-ba50-1601bbd0d3dd\/blicken-hohenfelder-potts-herforder-aus.xmd?type=amo%3Aarticle\" target=\"_blank\" class=\"contextmenu inlinelink\" idref=\"X0.6471290251776279\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Betroffenheit l\u00f6sten die Nachrichten in Langenberg bei Hohenfelder und in Oelde bei Pott\u2018s aus.<\/a> Aus Langenberg hie\u00df es im Gespr\u00e4ch mit der\u00a0\u201eGlocke\u201c kurz nach Bekanntwerden aber, dass\u00a0man \u201emit den Abs\u00e4tzen total zufrieden\u201c sei, so Chefin\u00a0Sophia Sch\u00fctze. Auch in Oelde sehe man sich\u00a0\u201egut aufgestellt\u201c, so\u00a0Inhaber und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00f6rg Pott.<\/p>\n<p class=\"contextmenu caption\">Was bedeutet das f\u00fcr die Verbraucher? <\/p>\n<p>Die gro\u00dfen Anbieter besitzen Skaleneffekte, k\u00f6nnen also Bier g\u00fcnstiger produzieren, wie Veltins-Chef Volker Kuhl erkl\u00e4rt. Das R\u00fcckgrat der Branche, mittlere und kleinere Betriebe, gerieten am st\u00e4rksten in die Zange. Die Traditionsmarken blieben aber oft erhalten, wenn Produktion abwandere. <\/p>\n<p>Auch im Handel finde eine Marktbereinigung statt. Die Regale seien lange mit Hellbieren \u201egeflutet\u201c worden. Inzwischen gewinne das alkoholfreie Segment an Vielfalt hinzu, sagt Veltins-Marketing-Manager Fabian Veltins. Alkoholfreie Getr\u00e4nke h\u00e4tten im Handel den Umsatzanteil von 50 Prozent \u00fcberschritten, w\u00e4hrend der von Bier auf unter 22 Prozent gesunken sei. <\/p>\n<p class=\"contextmenu caption\">Handel wirbt mit hohen Rabatten <\/p>\n<p>Mit der Fu\u00dfball-WM startete eine Rabattwelle mit Preisabschl\u00e4gen von bis zu knapp 40 Prozent: \u201eUm die tief sitzende Verbraucherunsicherheit zu durchbrechen und die eigene Marktposition zu verteidigen, reaktivierte der Handel vermehrt die psychologisch kritische Kampfgrenze von unter 10 Euro pro Kasten Bier\u201c, beschreibt Veltins-Vertriebsmanager Rainer Emig. <\/p>\n<p>Laut Marcus Strobl, Getr\u00e4nkeexperte des Marktforschungsunternehmens NIQ, hat der Absatzr\u00fcckgang bei Bier von 4 Prozent in den ersten sechs Monaten 2026 im Handel die gleiche Gr\u00f6\u00dfenordnung wie die im Vorjahr. <\/p>\n<p>Der durchschnittliche Bierpreis erh\u00f6hte sich von 1,59 Euro je Liter im ersten Halbjahr 2025 auf 1,64 Euro je Liter im ersten Halbjahr 2026. Deshalb sei der Umsatz im Handel nicht erneut so stark zur\u00fcckgegangen wie im Vorjahr. Die Juni-Aktionspreise seien im WM-Umfeld h\u00f6her gewesen als die im Vorjahr. <\/p>\n<p class=\"contextmenu caption\">Kaum Effekte auf Braubranche <\/p>\n<p>\u201eVon der Fu\u00dfball-WM hatten wir nichts erwartet und wurden auch nicht entt\u00e4uscht\u201c, meint Eichele. Mit Blick auf hohe Produktionskosten und den R\u00fcckgang des Bierkonsums \u201eist leider damit zu rechnen, dass die Anzahl der Brauereien in Deutschland weiter abnehmen wird\u201c. Ein Lichtblick sei der wachsende Anteil alkoholfreier Biere und deren Spitzenstellung in Europa. <\/p>\n<p>Als Gr\u00fcnde f\u00fcr den starken Abw\u00e4rtstrend f\u00fchrt der Verbandsvertreter das schlechte Konsumklima an, das durch anhaltende politische Unsicherheit verursacht sei. Au\u00dferdem wirkten sich die Bev\u00f6lkerungsentwicklung, Post-Pandemie-Effekte wie die anhaltende Krise der Gastronomie, das ver\u00e4nderte Ausgehverhalten, die Digitalisierung des Alltags mit Lieferdiensten aus. Auch konsumierten junge Leute deutlich weniger Alkohol als \u00e4ltere Menschen. <\/p>\n<p>\u201eEs wird weiter weniger Bier getrunken in Deutschland\u201c, stellt auch Niklas Other, Herausgeber des Getr\u00e4nkemarkt-Magazins \u201eInside\u201c fest. Die Braubranche befinde sich in einer Konsolidierungswelle, bei der sicherlich noch einiges kommen werde. Das sei ein z\u00e4her und schmerzlicher Prozess. \u201eMan wird nicht mehr alle Standorte retten k\u00f6nnen in der Braubranche.\u201c<\/p>\n<p class=\"contextmenu caption\">Veltins w\u00e4chst nur mit Zukauf <\/p>\n<p>Die Gro\u00dfbrauerei Veltins hat nur durch den Zukauf der Marke Karamalz ihren Wachstumskurs fortsetzen k\u00f6nnen. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Getr\u00e4nkeabsatz zwar um 1,3 Prozent auf 180 Millionen Liter. Aber ohne die \u00dcbernahme des Malzgetr\u00e4nks von der Brauerei Eichbaum in Mannheim w\u00e4re der Absatz Sauerland um 2,5 Prozent gesunken. Die Stammmarke Veltins Pils verlor im ersten Halbjahr 4,3 Prozent Absatz. Dabei habe auch eine vollzogene Preiserh\u00f6hung eine Rolle gespielt, erl\u00e4uterte der Veltins-Chef. <\/p>\n<p>Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich gesch\u00fctzt.<br \/>\n            Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Herforder Brauerei ist bald Geschichte, die in Paderborn k\u00f6nnte folgen. 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