{"id":1157369,"date":"2026-07-10T19:28:19","date_gmt":"2026-07-10T19:28:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1157369\/"},"modified":"2026-07-10T19:28:19","modified_gmt":"2026-07-10T19:28:19","slug":"cyber-spezialisten-des-schweizer-militaers-verlassen-microsoft-cloud","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1157369\/","title":{"rendered":"Cyber-Spezialisten des Schweizer Milit\u00e4rs verlassen Microsoft-Cloud"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              Cyber-Spezialisten des Schweizer Milit\u00e4rs verlassen Microsoft-Cloud<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>    close notice<\/p>\n<p class=\"notice-banner__text a-u-mb-0\">\n      This article is also available in<br \/>\n        <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/news\/Swiss-Army-breaks-with-Microsoft-Cyber-Command-relies-on-Open-Source-11361516.html\" class=\"notice-banner__link a-u-inline-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">English<\/a>.<\/p>\n<p>      It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.\n    <\/p>\n<p class=\"notice-banner__link a-u-mb-0\">\n    Don\u2019t show this again.\n<\/p>\n<p>Die Schweizer Armee vollzieht in ihrer IT-Infrastruktur eine Kehrtwende. Die Cybersicherheitsexperten der Schweizer Streitkr\u00e4fte \u2013 allen voran das \u201eKommando Cyber\u201c und die Untereinheit f\u00fcr Cyber- und elektromagnetische Aktionen (CEA) \u2013 kehren dem Softwareriesen Microsoft den R\u00fccken. Bis zum Oktober sollen s\u00e4mtliche Mitarbeiter dieser Einheiten an ihren Arbeitspl\u00e4tzen mit der quelloffenen Alternative OpenDesk ausgestattet werden. Der ambitionierte Fahrplan zeigt, wie akut der Handlungsbedarf in der Alpenrepublik eingesch\u00e4tzt wird.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Hintergrund dieses Schrittes <a href=\"https:\/\/www.republik.ch\/2026\/07\/09\/die-cyber-spezialisten-des-bundes-kehren-microsoft-den-ruecken\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">ist laut dem Magazin Republik ein Strategiewechsel bei Microsoft<\/a>. Zwar kooperiert die Schweiz schon lange mit dem US-Konzern. Doch bislang blieben sensible beh\u00f6rdliche Daten in den eigenen, staatlichen Rechenzentren. Nun zwingt der Gigant Kunden aber zunehmend in die eigene Cloud-Infrastruktur. E-Mails, Dokumente, Kalenderdaten oder Videokonferenzen lassen sich k\u00fcnftig nur noch \u00fcber die Server des US-Unternehmens abrufen. F\u00fcr die Schweizer Armee, deren operative Daten zu gro\u00dfen Teilen als streng geheim klassifiziert sind, ist das ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko.<\/p>\n<p>Cloud-Zwang und geopolitische Risiken<\/p>\n<p>Die eidgen\u00f6ssischen Milit\u00e4rs bef\u00fcrchten dem Bericht zufolge, dass sensible milit\u00e4rische Informationen \u00fcber diesen Umweg letztlich in die H\u00e4nde der US-Regierung gelangen k\u00f6nnten. Der Chef des Kommandos Cyber, Simon M\u00fcller, gibt zu bedenken, dass Microsofts cloudbasiertes Office-Paket 365 f\u00fcr eine Armee mit h\u00f6chsten Anspr\u00fcchen an Vertraulichkeit, Verf\u00fcgbarkeit und Integrit\u00e4t nicht geeignet sei. Solange Konzerne Gesetzen wie dem <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Im-Widerspruch-CLOUD-Act-gegen-EU-DSGVO-4103247.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">US Cloud Act<\/a> unterl\u00e4gen, seien sie f\u00fcr gewisse milit\u00e4rische Kontexte nicht nutzbar. Die Sorge vor versteckten Datenabfl\u00fcssen an ausl\u00e4ndische Geheimdienste wie die NSA wiegt schwer.<\/p>\n<p>Brisanz erh\u00e4lt das Thema durch die aktuelle geopolitische Lage, in der digitale Infrastrukturen zunehmend als geopolitische Waffen instrumentalisiert werden. J\u00fcngste Beispiele zeigen, wie rigoros die US-Regierung Tech-Konzerne an der Leine h\u00e4lt. <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/US-Regierung-erzwingt-Abschaltung-von-Anthropics-KI-Fable-5-und-Mythos-5-11331129.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">So ordnete die US-Administration tempor\u00e4r Verkaufsverbote<\/a> f\u00fcr bestimmte KI-Modelle ins Ausland an und zwang Microsoft zur Herausgabe des E-Mail-Verkehrs niederl\u00e4ndischer Regierungsbeamter.<\/p>\n<p>Besonders drastisch war die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Wie-ein-franzoesischer-Richter-von-den-USA-digital-abgeklemmt-wurde-11087453.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Deaktivierung der Nutzerkonten von Richtern des Internationalen Strafgerichtshofs nach US-Sanktionen<\/a>. Diese Beispiele sch\u00fcren in Europa die Angst vor einer willk\u00fcrlichen Stilllegung von Programmen oder Systemen durch einen \u201eKill Switch\u201c oder aggressiven Lizenzkostenstrategien.<\/p>\n<p>Vormarsch von OpenDesk und LibreOffice<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Mit OpenDesk greift das Schweizer Milit\u00e4r auf ein Softwarepaket zur\u00fcck, das vom deutschen Zentrum f\u00fcr Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t (Zendis) entwickelt wird und eine quelloffene Alternative zu MS 365 darstellt. Die Relevanz solcher L\u00f6sungen w\u00e4chst im gesamten deutschsprachigen Raum. So <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Oesterreichs-Bundesheer-stellt-auf-LibreOffice-um-10660756.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">migriert etwa das \u00f6sterreichische Bundesheer auf LibreOffice<\/a>. Das IT-Systemhaus der Bundeswehr BWI schloss <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Rahmenvertrag-MS-365-Alternative-OpenDesk-soll-die-Bundeswehr-erobern-10342327.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">derweil mit Zendis einen Rahmenvertrag \u00fcber souver\u00e4ne Kommunikations- und Kollaborationssoftware wie OpenDesk<\/a>. Die Suite <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Souveraenitaet-Oeffentlicher-Gesundheitsdienst-setzt-verstaerkt-auf-Open-Source-10443399.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">soll sich zudem im \u00f6ffentlichen Gesundheitsdienst<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Microsoft-Alternative-Sozialversicherer-erproben-OpenDesk-fuer-den-Ernstfall-11149572.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">bei Sozialversicherern beweisen<\/a>.<\/p>\n<p>Die Schweiz macht sich bereits seit L\u00e4ngerem f\u00fcr digitale Souver\u00e4nit\u00e4t stark. Ein seit Anfang 2024 geltendes Gesetz verpflichtet den Bund, den Quellcode von eigens entwickelter Beh\u00f6rdensoftware offenzulegen. Das soll Abh\u00e4ngigkeiten von einzelnen Softwareherstellern verringern und f\u00fcr Transparenz sorgen. Die Armee hatte das Parlament eigentlich aus Sicherheitsgr\u00fcnden von dieser Pflicht ausgenommen. Das Cyberkommando unterwirft sich aber nun freiwillig dieser Open-Source-Linie.<\/p>\n<p>Technische H\u00fcrden und die digitale Allmende<\/p>\n<p>Untersuchungen der zivilen Verwaltung in Z\u00fcrich haben zwar ergeben, dass OpenDesk wegen fehlender Desktop-Apps, mangelnder Telefonie-Integration und unklarer Migrationskosten <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Digitale-Souveraenitaet-OpenDesk-laut-Studie-keine-volle-Microsoft-Alternative-11303065.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">im normalen B\u00fcroalltag noch Defizite aufweise<\/a>. Die IT-affinen Cyberspezialisten der Armee betrifft das aber kaum. Sie betreiben die Software autark in eigenen Rechenzentren und k\u00f6nnen selbst Anpassungen vornehmen.<\/p>\n<p>Zudem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JnbuvAYyNTY\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">engagiert sich die Armee als \u201eSwiss Defense Forces\u201c auf Entwicklerplattformen<\/a> wie Gitlab, reicht Verbesserungen zur Kryptografie ein und hat mit <a href=\"https:\/\/gitlab.com\/swiss-armed-forces\/cyber-command\/cea\/loom\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Loom bereits eine eigene Open-Source-Dokumentensuchmaschine ver\u00f6ffentlicht<\/a>. Es geht laut den Verantwortlichen darum, nicht nur Konsument der digitalen Allmende zu sein, sondern auch aktiv etwas an die Community zur\u00fcckgeben.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:nen@heise.de\" title=\"Niklas Engelking\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nen<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Cyber-Spezialisten des Schweizer Milit\u00e4rs verlassen Microsoft-Cloud close notice This article is also available in English. 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