{"id":1157613,"date":"2026-07-10T21:54:17","date_gmt":"2026-07-10T21:54:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1157613\/"},"modified":"2026-07-10T21:54:17","modified_gmt":"2026-07-10T21:54:17","slug":"seit-jahrzehnten-begleitet-silvio-zein-junge-leichtathleten-beim-art-duesseldorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1157613\/","title":{"rendered":"Seit Jahrzehnten begleitet Silvio Zein junge Leichtathleten beim ART D\u00fcsseldorf."},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Ziellinie ist \u00fcberquert, der Jubel bricht los. Vier junge Sprinterinnen fallen sich in die Arme, lachen, schreien ihre Freude heraus und k\u00f6nnen kaum glauben, was gerade passiert ist. Auf der Anzeigetafel im Lohrheidestadion in Wattenscheid leuchtet die Zeit auf: 47,16 Sekunden. Bronze bei den Deutschen Jugendmeisterschaften. Und das als j\u00fcngste Staffel des gesamten Wettbewerbs.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ein paar Meter daneben steht Silvio Zein. Er beobachtet, wie seine Sch\u00fctzlinge den Erfolg gemeinsam feiern. Sein Blick wandert noch einmal zur Anzeigetafel. F\u00fcr viele Zuschauer sind es 47,16 Sekunden. F\u00fcr den Cheftrainer des ART D\u00fcsseldorf stecken in dieser Zeit Jahre voller Arbeit, Geduld und Vertrauen. \u201eDas ist ein Riesensprung und ein hervorragendes Ergebnis\u201c, sagt der 57-J\u00e4hrige. Und tats\u00e4chlich: Vor einem Jahr war dieselbe Staffel deutscher U16-Meister \u00fcber 4&#215;100 Meter geworden. Damals blieb die Uhr bei 47,95 Sekunden stehen. Nur zw\u00f6lf Monate sp\u00e4ter steigern sich die vier jungen Frauen um fast acht Zehntelsekunden \u2013 und behaupten sich als j\u00fcngerer Jahrgang gegen \u00e4ltere Konkurrenz. Solche Entwicklung l\u00e4sst sich nicht planen. Aber sie l\u00e4sst sich vorbereiten.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Silvio Zein treiben Medaillen allein nicht an. Er freut sich \u00fcber Siege, Podestpl\u00e4tze und Rekorde. Doch wenn er \u00fcber seine Arbeit spricht, geht es fast immer zuerst um Menschen. \u201eDu lebst als Trainer vom Erfolg deiner Sch\u00fctzlinge, von ihrem Feedback und ihrer Kommunikation. Das ist alles, was du als Trainer bekommst. Erfolge der Athleten sind das Sch\u00f6nste \u00fcberhaupt.\u201c Das verr\u00e4t viel \u00fcber den Mann, der seit Jahrzehnten den Leistungssport beim ART pr\u00e4gt. Dabei k\u00f6nnte Zein problemlos \u00fcber seine eigene Karriere sprechen. Zwischen 1982 und 1995 geh\u00f6rte er selbst der Nationalmannschaft an. Er studierte an der renommierten Deutschen Hochschule f\u00fcr K\u00f6rperkultur in Leipzig, sp\u00e4ter auch in K\u00f6ln, und sammelte Erfahrungen, die heute in jede Trainingseinheit einflie\u00dfen. Doch wenn das Gespr\u00e4ch auf Erfolge kommt, lenkt er es immer wieder auf seine Athletinnen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Als \u201eenergiegeladen, k\u00e4mpferisch und zielorientiert\u201c beschreibt er seine U18-Mannschaft. Diese drei Worte fassen zusammen, was die Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid eindrucksvoll gezeigt haben. Die Bronzemedaille der Staffel war nur einer von vielen H\u00f6hepunkten. Matilda Leowald sprang mit starken 5,97 Metern zu Silber im Weitsprung. Drei Zentimeter fehlten ihr zur Norm f\u00fcr die U18-Europameisterschaften. Nur wenige Minuten sp\u00e4ter verpasste auch Clara <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/apfel\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Apfel<\/a> die internationale Qualifikation denkbar knapp. Mit 5,94 Metern belegte sie Rang vier \u2013 sechs Zentimeter fehlten zur EM-Norm. Carlotta Meurer erreichte mit 3,65 Metern Platz acht im Stabhochsprung. Matilda Leowald sammelte zus\u00e4tzlich einen achten Platz im <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/hochsprung\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hochsprung<\/a>, Marie Enting wurde dort Dreizehnte. \u00dcber 100 Meter geh\u00f6rten Charlotte Apfel und Milena Sandkr\u00fcger als Sechste beziehungsweise Achte ihres j\u00fcngeren Jahrgangs ebenfalls zu den besten Nachwuchssprinterinnen Deutschlands.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Was diese Ergebnisse so bemerkenswert macht, ist nicht nur ihre Qualit\u00e4t. Es ist ihre Breite. W\u00e4hrend viele Vereine einzelne Spitzentalente hervorbringen, pr\u00e4sentiert der ART eine komplette Trainingsgruppe, die in zahlreichen Disziplinen zur deutschen Spitze geh\u00f6rt. Sechs aktuelle Bundes- und Landeskaderathletinnen trainieren gemeinsam \u2013 eine Konstellation, die deutschlandweit nur selten zu finden ist. F\u00fcr Zein ist das kein Zufall. \u201eDas ist ein ungew\u00f6hnlich starker Jahrgang. M\u00f6glich macht das unser Unterbau.\u201c Beim ART w\u00e4chst der Leistungssport von unten nach oben. Bereits in der U10 werden Kinder spielerisch an die Leichtathletik herangef\u00fchrt. Jahr f\u00fcr Jahr entwickeln Trainerinnen und Trainer Technik, Koordination und Bewegungsgef\u00fchl weiter. Manche Kinder bleiben ein paar Jahre. Andere entdecken ihren Ehrgeiz \u2013 und bleiben ein Jahrzehnt. \u201eDie Jungen und M\u00e4dchen kommen, um Spa\u00df zu haben. Aber der Spa\u00df stellt sich oft besonders dann ein, wenn der Erfolg da ist. F\u00fcr den einen ist das die Landesmeisterschaft, der andere tr\u00e4umt von <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/olympia\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Olympia<\/a>. Wenn Kinder den Traum von Olympia haben, dann finde ich das sehr sch\u00f6n.\u201c F\u00fcr Zein beginnt Leistung genau dort: bei der Begeisterung.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Deshalb misst er Erfolg nicht ausschlie\u00dflich an Medaillen. Er misst ihn daran, ob junge Menschen bereit sind, regelm\u00e4\u00dfig zu trainieren, R\u00fcckschl\u00e4ge auszuhalten und an sich zu glauben. Die aktuelle U18-Mannschaft ist f\u00fcr ihn das beste Beispiel daf\u00fcr. Die Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid best\u00e4tigten diesen Weg eindrucksvoll. Der ART war der erfolgreichste Verein der Region. Sechs Athletinnen qualifizierten sich f\u00fcr Einzelwettbewerbe \u2013 mehr als jeder andere Verein aus D\u00fcsseldorf und Umgebung. Dazu kam die eigene Sprintstaffel. W\u00e4hrend andere Vereine Startgemeinschaften bilden mussten, lief der ART mit einem Quartett an, das vollst\u00e4ndig im eigenen Verein ausgebildet worden war. Die Bronzemedaille war deshalb weit mehr als ein Erfolg \u00fcber 4&#215;100 Meter. Sie war die Best\u00e4tigung einer Philosophie, die seit vielen Jahren gelebt wird.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Silvio Zein ist \u00fcberzeugt, dass ein Trainingsplan allein keine Medaille gewinnt. Technik, Schnelligkeit und Kraft lassen sich trainieren. Vertrauen nicht. \u201eDie Mannschaft verbringt viel Zeit miteinander\u201c, erz\u00e4hlt er. \u201eWir waren zwei Wochen zur Vorbereitung in Spanien. Dort sind wir nicht nur gemeinsam auf dem Trainingsplatz, sondern auch au\u00dferhalb des Sports unterwegs. Die Athletinnen haben einen guten Draht, sie kommunizieren viel miteinander und unterst\u00fctzen sich gegenseitig.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wer die Gruppe erlebt, sp\u00fcrt schnell, dass sie anders funktioniert als viele Trainingsgemeinschaften. Obwohl jede Athletin in ihrer eigenen Disziplin antritt, fiebern alle mit, wenn eine Teamkollegin startet. Bei den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid war das besonders eindrucksvoll zu beobachten. Als Carlotta Meurer ihren Stab in die Hand nahm, standen Matilda Leowald, Clara Apfel, Charlotte Apfel, Milena Sandkr\u00fcger und Marie Enting l\u00e4ngst an der Anlage. Jeder gelungene Sprung wurde bejubelt, jeder Fehlversuch gemeinsam verarbeitet.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eDa ist etwas entstanden \u2013 ein starkes Gemeinschaftsgef\u00fchl\u201c, sagt Zein. Gerade in einer Individualsportart ist das alles andere als selbstverst\u00e4ndlich. Nat\u00fcrlich gibt es Konkurrenz. Sie geh\u00f6rt zum Leistungssport. Sie ist sogar notwendig. \u201eJa, klar. Das w\u00e4re ungew\u00f6hnlich, wenn es die nicht g\u00e4be. Nat\u00fcrlich m\u00f6chte jede zum Beispiel die Erste sein, die die 100 Meter unter zw\u00f6lf Sekunden l\u00e4uft.\u201c In Wattenscheid zeigte sich, dass die Athletinnen das Vertrauen des Trainers l\u00e4ngst zur\u00fcckzahlen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die besondere St\u00e4rke dieser Mannschaft zeigt sich aber gar nicht im Wettkampf, sondern danach. W\u00e4hrend andere unmittelbar ihre Ergebnisse analysieren oder bereits an den n\u00e4chsten Start denken, freut sich diese Gruppe zun\u00e4chst \u00fcber den Erfolg der anderen. Die Silbermedaille von Matilda Leowald wird genauso gefeiert wie Carlotta Meurers Finaleinzug oder die starken Sprintleistungen von Charlotte Apfel und Milena Sandkr\u00fcger. Niemand steht allein.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Genau deshalb spricht Zein \u00fcber seine Athletinnen selten zuerst als Sportlerinnen. Er beschreibt ihre Pers\u00f6nlichkeiten. Milena Sandkr\u00fcger sei \u201edie Stimmungskanone\u201c, erz\u00e4hlt er. Als Startl\u00e4uferin der Staffel strahle sie eine bemerkenswerte Ruhe aus. \u201eWas rechts und links passiert, ist mir egal. Ich mache mein Ding.\u201c Clara Apfel nennt er diejenige, \u201edie den Geist der Mannschaft zusammenh\u00e4lt\u201c. Sie organisiert, vermittelt und sorgt daf\u00fcr, dass aus vielen starken Einzelk\u00e4mpferinnen ein echtes Team wird. Charlotte Apfel sei \u201edie Intellektuelle\u201c, die nach Wettk\u00e4mpfen gemeinsam mit ihm Videos analysiere und jedes Detail verstehen wolle. Und Matilda Leowald? Zein muss nicht lange \u00fcberlegen.\u201eSie ist die energiegeladene K\u00e4mpferin. Sie braucht rechts und links Gegnerinnen, gegen die sie k\u00e4mpfen kann.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Fragt man Silvio Zein nach dem Erfolgsgeheimnis des ART D\u00fcsseldorf, spricht er nicht \u00fcber sich. F\u00fcr ihn ist Leistungssport Teamarbeit \u2013 nicht nur auf der Bahn, sondern auch daneben. W\u00e4hrend er den Sprintbereich sowie die horizontalen Spr\u00fcnge verantwortet, betreut sein langj\u00e4hriger Co-Trainer Olaf Meurer den Stabhochsprung. Sein Sohn, selbst einst Deutscher Meister, gibt seine Erfahrungen inzwischen als Wurftrainer an die n\u00e4chste Generation weiter. Jeder bringt seine Expertise ein, jeder profitiert vom Wissen des anderen. Diese Kultur des Miteinanders zieht sich durch den gesamten Verein. Sie beginnt nicht erst bei den Jugendlichen, sondern bereits bei den J\u00fcngsten. Der ART versteht sich als Ausbildungsverein. Von der U10 an werden Kinder Schritt f\u00fcr Schritt an den Leistungssport herangef\u00fchrt. Koordination, Technik und Freude an der Bewegung stehen zun\u00e4chst im Vordergrund. Erst sp\u00e4ter kommen Leistungsziele hinzu.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eVon dieser Trainingsgruppe ist noch viel zu erwarten. Sie startet im kommenden Jahr noch einmal in der U18 und danach zwei Jahre in der U20\u201c, sagt Zein. In diesem Satz schwingt keine Euphorie mit, sondern Erfahrung. Zein hat in seiner langen Trainerlaufbahn viele Talente begleitet. Manche erf\u00fcllten alle Erwartungen, andere schlugen ganz andere Wege ein. Gerade deshalb vermeidet er gro\u00dfe Versprechen. Er spricht lieber von M\u00f6glichkeiten. Was ihn optimistisch stimmt, ist weniger das Talent als die Haltung seiner Athletinnen. Sie trainieren konsequent, sie arbeiten f\u00fcreinander und sie gehen respektvoll miteinander um. Eigenschaften, die sich nicht in Bestenlisten messen lassen, die aber oft dar\u00fcber entscheiden, wie weit ein sportlicher Weg tats\u00e4chlich f\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Ziellinie ist \u00fcberquert, der Jubel bricht los. 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