{"id":1157779,"date":"2026-07-10T23:40:19","date_gmt":"2026-07-10T23:40:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1157779\/"},"modified":"2026-07-10T23:40:19","modified_gmt":"2026-07-10T23:40:19","slug":"the-cure-ein-stiller-perry-bamonte-tribut-live-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1157779\/","title":{"rendered":"The Cure: Ein stiller Perry-Bamonte-Tribut live Berlin"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/rs-badge-recommendation.png\" alt=\"ROLLING STONE Badge\"\/><\/p>\n<p>Empfehlungen der\u00a0Redaktion<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/49d1d2fff8dc4feaa937d79624db428e.gif\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\"\/>\u201eI think it\u2019s dark, and it looks like rain, you said\u201c, singt <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/toten-hosen-cure-wm-viertelfinale-3166047\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Robert Smith<\/a>, und es bleibt lustig \u2013 und gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig \u2013, \u201ePlainsong\u201c ausgerechnet als Er\u00f6ffnungsst\u00fcck eines sonnendurchfluteten Open-Air-Konzerts zu erleben. Das instrumentale, dreieinhalbmin\u00fctige Intro des \u201eDisintegration\u201c-Klassikers ist eigentlich ein B\u00fchnenlichtlied der Dunkelheit, bietet aber zuverl\u00e4ssig die interessantesten Beobachtungen, die wir an Smith vornehmen k\u00f6nnen \u2013 und die er selbst anstellt. Er wandert tapsig von B\u00fchnenseite zu B\u00fchnenseite und fixiert verschiedene ferne Punkte, sein Kiefer mahlt, er l\u00e4chelt. Nie w\u00fcrde er dar\u00fcber reden, woran er in solchen Momenten denkt.<\/p>\n<p>Bassist Simon Gallup ist erkrankt, sein Sohn Eden \u00fcbernimmt f\u00fcr ihn (obwohl er sowieso l\u00e4ngst festes Mitglied geworden ist), und <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/the-cure-berlin-wuhlheide-konzert-23-uhr-laermschutz-3166579\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">The Cure<\/a> schrumpfen vom Sextett zum Quintett. Vom \u201eClassic Cure\u201c-Line-up ist damit nur noch Smith \u00fcbrig (Roger O\u2019Donnell stie\u00df erst 1989 dazu), was The Cure nun ungewollt in die N\u00e4he der ewigen Konkurrenzband New Order r\u00fcckt. Auch bei ihnen ist live nur noch ein einziges Gr\u00fcndungsmitglied \u00fcbrig geblieben: Bernard Sumner. Aber auch zu f\u00fcnft m\u00fcssen The Cure ihre Arrangements nicht umbauen. \u201eIt was a difficult day\u201c, sagt Robert Smith dennoch. Er bedankt sich; sein schnell gezischtes \u201eThank you\u201c klang lustigerweise schon immer so, als w\u00fcrde er stattdessen \u201eThe Cure!\u201c rufen.<\/p>\n<p>Schade ist allerdings, dass \u201ePrimary\u201c ausgerechnet am heutigen Abend in der Parkb\u00fchne Wuhlheide sein Tourdeb\u00fct feiert. Der 1981 ver\u00f6ffentlichte Song wird wie in der Studioversion eigentlich mit zwei B\u00e4ssen gespielt, doch ein Gallup am Bass muss heute reichen. Vielleicht auch ein zynischer Gru\u00df an Simon. Man h\u00e4tte vermuten k\u00f6nnen, er fiele nicht heute, sondern f\u00fcr das Konzert am Sonntag aus, wenn er sich nach dem England-Sieg morgen zu sehr betrinkt.<\/p>\n<p>Eine Songauswahl mit kleinen Rissen<\/p>\n<p>Es ist ein sehr gelungener Auftritt mit nur wenigen, wenn auch erwartbaren Fehlern. \u201eHigh\u201c klang live noch nie gut, seit Boris Williams nicht mehr bei Cure Schlagzeug spielt; Jason \u201eCoop\u201c Cooper setzt sein letztes Break bei \u201ePush\u201c zu fr\u00fch ein, wor\u00fcber zumindest Smith lachen kann. \u00dcberhaupt bleibt \u201ePush\u201c der wohl meistgefeierte Cure-Evergreen, der nie als Single erschien. Und \u201eNever Enough\u201c mit nur einer Gitarre zu performen und diese dann auch noch Reeves Gabrels zu \u00fcberlassen, ist keine optimale Idee. Er setzt sich wie immer unter Druck, in seinen Soli blo\u00df keinen einzigen Ton zu wiederholen, und spielt das St\u00fcck von Anfang bis Ende in den h\u00f6chsten Lagen \u2013 wie das aufgeregte Vorspiel eines Teenagers bei der Lieblingsband. Smith tanzt dabei mit seinem Schellenkranz und scherzt dar\u00fcber, wie schwer es doch sei, gerade mit dem Tamburin den Rhythmus zu halten: \u201eI always get out of time!\u201c<\/p>\n<p>Aber das sind Kleinigkeiten. \u201eShake Dog Shake\u201c, zum Gl\u00fcck gespielt, ist ein emotionaler H\u00f6hepunkt, weil der Song <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/the-cure-barcelona-perry-bamonte-2026-3150407\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">einen stillen Gru\u00df an den verstorbenen Perry Bamonte enth\u00e4lt.<\/a> Die Band blendet auf der Leinwand wieder den alten Split Screen mit den Schatten der Cure-Musiker ein. Die Silhouette ganz am rechten Rand ist noch immer die des vielgeliebten Multiinstrumentalisten Bamonte. Das kann niemanden kalt lassen, auch wenn Bamonte vielleicht nicht jeder erkannt hat.<\/p>\n<p>Der eigentliche H\u00f6hepunkt ist das noch seltener gespielte \u201eOne Hundred Years\u201c, ein Lied \u00fcber den Irrsinn des Krieges. \u201eCaressing an old man and painting a lifeless face \/ Just a piece of new meat in a clean room \/ The soldiers close in under a yellow moon\u201c, singt Smith \u2013 1981 im LSD-Rausch komponiert und noch immer faszinierend, seine sch\u00f6nsten Zeilen. Die Leinwand zeigt Kriegsbilder, und hier unterscheiden sich The Cure wohltuend von Strokes-S\u00e4nger Julian Casablancas, der bei seinen Lollapalooza-Auftritten mit suggestiven Einblendungen den ganz, ganz gro\u00dfen Bogen spannen wollte \u2013 von der Unterdr\u00fcckung der Sklaven in den USA bis zum Gazakrieg. \u201eOne Hundred Years\u201c zeigt kontextfreie Bilder aus mehr als hundert Jahren Gewalt, ohne anzuklagen. Es ist ihr bester Live-Song, und das war er schon immer. Der Rhythmus allein klingt wie Krieg.<\/p>\n<p>An dieser Stelle findest du Inhalte aus Youtube<\/p>\n<p>Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.<\/p>\n<p>\tSoziale Netzwerke aktivieren<\/p>\n<p>Ein kurzes Ende an einem schwierigen Tag<\/p>\n<p>\u201eI\u2019ll be back in two minutes and I put my happy face on!\u201c, sagt Smith und verl\u00e4sst die B\u00fchne kurz, um sich auf den Zugabenblock vorzubereiten.<\/p>\n<p>Nach seiner R\u00fcckkehr sagt er noch einmal: \u201eIt was a long and difficult day.\u201c Es muss schwierig sein, auf Gallup zu verzichten, aber ganz so klar erscheint das nicht. Sein Fehlen f\u00e4llt nicht allzu sehr auf, technisch war er nicht unersetzlich, und sein mit \u201eBad Wolf\u201c beschrifteter Verst\u00e4rker wird vom Sohn gut aufgew\u00e4rmt.<\/p>\n<p>Leider beenden The Cure ihr Set mit dem bisher k\u00fcrzesten der Tournee \u2013 abgesehen von einem Festivalauftritt (die naturgem\u00e4\u00df oft k\u00fcrzer sind) und jener Show im polnischen Gdynia, <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/robert-smith-the-cure-abbruch-gdynia-3163981\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">als die B\u00fchne nach starkem Regenfall unter Wasser stand und Smith nur halbironisch sagte, er k\u00f6nne an einem Stromschlag sterben, wenn er den Auftritt nicht abbreche.<\/a><\/p>\n<p>Vielleicht liegt es am Fehlen Gallups, dass The Cure etwas k\u00fcrzer treten. Vielleicht aber auch an der v\u00f6llig beknackten Berliner L\u00e4rmschutz-Sperrstunde. Morgen dann bitte \u201eSecrets\u201c!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Empfehlungen der\u00a0Redaktion \u201eI think it\u2019s dark, and it looks like rain, you said\u201c, singt Robert Smith, und es&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1157780,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,23447],"class_list":["post-1157779","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-berlin","tag-deutschland","tag-germany","tag-the-cure"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1157779","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1157779"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1157779\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1157780"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1157779"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1157779"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1157779"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}