{"id":115801,"date":"2025-05-16T18:35:08","date_gmt":"2025-05-16T18:35:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/115801\/"},"modified":"2025-05-16T18:35:08","modified_gmt":"2025-05-16T18:35:08","slug":"stadtverwaltung-ohne-termin-kein-service-meinung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/115801\/","title":{"rendered":"Stadtverwaltung: Ohne Termin kein Service &#8211; Meinung"},"content":{"rendered":"<p class=\"rhp-dpa-teaser\"><b>Verwaltungen sind Dienstleister f\u00fcr den B\u00fcrger. Aber Dienstleistungen gibt\u2019s nur mit Termin. Wo k\u00e4men wir dahin, wenn jemand unangemeldet ins B\u00fcrgerb\u00fcro hereinschneien w\u00fcrde?<\/b><\/p>\n<p>\u201eEine b\u00fcrgernahe und leistungsstarke Verwaltung\u201c oder: \u201eDie Bediensteten verstehen sich als Dienstleister f\u00fcr den B\u00fcrger\u201c , oder:  \u201eFreundliche und serviceorientierte Mitarbeiter k\u00fcmmern sich um ihre Anliegen\u201c \u2013  die Liste lie\u00dfe sich beliebig fortsetzen. Alle Formulierungen sind auf Internetseiten von Verwaltungen zu finden. Verschiedenen Verwaltungen. Aber es gibt sicher keine Beh\u00f6rde, die nicht f\u00fcr sich reklamiert, b\u00fcrgernah, freundlich und serviceorientiert zu sein. Und in den meisten F\u00e4llen ist das auch sicher so. Aber manchmal vergaloppiert sich der Amtsschimmel in den selbst auferlegten Richtlinien.<\/p>\n<p>Diese Erfahrung hat dieser Tage Uschi Bisanz gemacht. Uschi Bisanz ist eine resolute und engagierte Frau und als Vorsitzende der W\u00f6rther Tafel in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"W\u00f6rth\" data-rtr-id=\"c68b4afdf45a0ab361d35b4a6813e0800f76b867\" data-rtr-score=\"18.3060312732688\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"11\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/woerth-am-rhein?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">W\u00f6rth<\/a> und Umgebung keine Unbekannte. Bisanz ben\u00f6tigte in ihrer Funktion als Tafelvorsitzende f\u00fcr das Registergericht eine amtliche Beglaubigung ihrer Unterschrift. Mit der amtlichen Beglaubigung wird best\u00e4tigt, dass eine Person selbst die Unterschrift geleistet hat. Beglaubigen k\u00f6nnen das alle Beh\u00f6rden mit einem entsprechenden Amtsstempel. Der Vorgang dauert wenige Augenblicke. Kein gro\u00dfer Aufwand, denkt der Laie.<\/p>\n<p>\u201eHaben Sie einen Termin?\u201c<\/p>\n<p>Uschi Bisanz ging also mit ihrem Anliegen zur Stadtverwaltung in W\u00f6rth. Am Empfang trug sie ihren Wunsch vor. \u201eDie Dame am Empfang war auch sehr nett und hilfsbereit. Sie hat gesagt: Dann schauen wir mal, ob eine der Kolleginnen gerade frei ist\u201c, erz\u00e4hlt Bisanz. Es sei sehr wenig los gewesen. \u201eEigentlich war ich so ziemlich die einzige Kundin\u201c, erz\u00e4hlt Bisanz. Sie ging also in das B\u00fcrgerb\u00fcro an einen der Schreibtische zu einer Mitarbeiterin, die ganz offensichtlich gerade wenig zu tun hatte. Von der Mitarbeiterin wurde sie zun\u00e4chst gefragt, was sie wolle. Eine Beglaubigung der Unterschrift, mehr nicht!<\/p>\n<p>Dann kam die alles entscheidende Frage: \u201eHaben Sie einen Termin?\u201c &#8211; \u201eNein, habe ich nicht\u201c, antwortete Bisanz. \u201eDann m\u00fcssen Sie einen Termin ausmachen\u201c, stellte die st\u00e4dtische Angestellte klar. Am Donnerstag seien noch Termine frei. \u201eDonnerstags geht es bei mir nicht, da bin ich den ganzen Tag in der Tafel\u201c, sagte Bisanz. \u201eDann halt am Freitag, da ist auch noch ein Termin frei. Da werden sie ja wohl nicht auch den ganzen Tag in der Tafel verbringen\u201c, habe die Besch\u00e4ftigte der Stadt gesagt. Der Ton hat Bisanz \u00fcberhaupt nicht behagt. \u201eEs geht doch nur um eine Beglaubigung, das dauert h\u00f6chstens zwei Minuten. Das habe ich hier schon \u00f6fters machen lassen, und beim letzten Mal ging das doch auch ohne Termin\u201c, sagte Bisanz. \u201eTja, wenn man halt bekannt ist, dann geht so was vielleicht auch mal. Aber jetzt brauchen Sie einen Termin\u201c, habe die Dame von der Verwaltung in schnippischem Ton gesagt. Bisanz drehte sich um und verlie\u00df den Raum. \u201eDas war alles sehr unfreundlich\u201c, sagt sie.<\/p>\n<p>Den Freitagstermin in der Stadtverwaltung W\u00f6rth hat sie nicht wahrgenommen. Die Beglaubigung ihrer Unterschrift hat zwischenzeitlich eine andere Verwaltung in der Nachbarschaft vorgenommen. Ohne Termin. \u201eDas war sehr unkompliziert, die waren dort sehr freundlich und zuvorkommend\u201c, betont Bisanz. <\/p>\n<p>Ein \u00dcberbleibsel aus der Corona-Zeit<\/p>\n<p>Terminreservierungen \u2013 online oder telefonisch \u2013 wurden in den Verwaltungen w\u00e4hrend Corona eingef\u00fchrt, was damals zweifellos sinnvoll war. Man wollte ja den Publikumsverkehr kanalisieren, es sollten sich m\u00f6glichst wenige Menschen gleichzeitig im selben Raum aufhalten. Teilweise haben sich die Verwaltungen damals richtiggehend verbarrikadiert. Die Pandemie ist vor\u00fcber, die Terminvereinbarungen in den Verwaltungen sind geblieben. Es gibt B\u00fcrgermeister und Beh\u00f6rdenleiter, die das durchaus kritisch sehen. Sie k\u00f6nnten sich vorstellen, zum flexibleren und damit b\u00fcrgerfreundlicheren Vorg\u00e4ngermodell zur\u00fcckzukehren. Nur spielen da die Besch\u00e4ftigten nicht mit. Es k\u00f6nnte ja passieren, dass zwei Menschen gleichzeitig mit einem Anliegen vorstellig werden. Was f\u00fcr eine Horrorvision! Man muss doch den Arbeitstag exakt durchplanen k\u00f6nnen. Oder?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Verwaltungen sind Dienstleister f\u00fcr den B\u00fcrger. Aber Dienstleistungen gibt\u2019s nur mit Termin. 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