{"id":1159783,"date":"2026-07-11T19:31:35","date_gmt":"2026-07-11T19:31:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1159783\/"},"modified":"2026-07-11T19:31:35","modified_gmt":"2026-07-11T19:31:35","slug":"krankenkassenreform-als-brandbeschleuniger-aerzte-ueben-kritik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1159783\/","title":{"rendered":"Krankenkassenreform als &#8222;Brandbeschleuniger&#8220;: \u00c4rzte \u00fcben Kritik"},"content":{"rendered":"<p>\n                Stand: 10.07.2026 19:51 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Bundestag und Bundesrat haben sich mehrheitlich f\u00fcr die Reform ausgesprochen. Die Nieders\u00e4chsische Krankenhausgesellschaft und einzelne Berufsst\u00e4nde bef\u00fcrchten fatale Folgen. <\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Fritzi Bl\u00f6mer<\/p>\n<p class=\"\">Kinderarzt Sebastian Pfahl ist sprachlos. Zwei Monate harte Arbeit liegen hinter ihm, sagt er. Und mehrere Gespr\u00e4che mit Bundestagsabgeordneten. Zur\u00fcck bleibt das Gef\u00fchl, nicht geh\u00f6rt worden zu sein. Mit Praxen in Garrel und Cloppenburg ist der Kinderarzt in einer Region t\u00e4tig, die jetzt schon unterversorgt ist. Die geplante Budgetierung sei f\u00fcr seinen Berufsstand ein gro\u00dfes Problem. Wenn Impfangebote heruntergeschraubt w\u00fcrden, k\u00f6nnten Krankheiten, die vorher ausgerottet waren, auf einmal wiederkommen, sagt Pfahl. &#8222;Nur weil die Kapazit\u00e4ten fehlen&#8220;, beklagt er. Pfahl ist sich sicher: &#8222;Hier wurde auf Teufel komm raus gespart, ohne vorher dar\u00fcber nachzudenken.&#8220; Am Ende treffe es wieder mal die Kinder.<\/p>\n<p>    Psychotherapeutin sorgt sich: &#8222;Wer soll die Folgekosten tragen?&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Auch die Vechtaer Psychotherapeutin Daniela Bockhorst ist fassungslos. Es gebe jetzt schon deutlich mehr Anfragen als Therapiepl\u00e4tze. Dass genau in diesem Bereich gek\u00fcrzt werde, mache sie schwer betroffen. Auch Psychotherapie soll laut Reform budgetiert werden. Pro Quartal g\u00e4be es dann nur eine bestimmte Summe, die ausgegeben werden darf. Am Ende m\u00fcsse sie dann entscheiden, entweder ohne Bezahlung zu arbeiten oder Patienten abzuweisen, sagt Bockhorst. &#8222;Psychotherapeuten sorgen daf\u00fcr, dass station\u00e4re Aufenthalte und Arbeitsunf\u00e4higkeiten verhindert werden&#8220;, gibt Bockhorst zu bedenken. Wie die Regierung die voraussichtlich entstehenden Folgekosten tragen will, sei ihr schleierhaft. Die Existenz ihres Berufsstandes sieht sie als bedroht an.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/reden107.webp\" alt=\"Gespr\u00e4chsrunde\" title=\"Gespr\u00e4chsrunde | Fotolia, mankale\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Jahre nach einer Gesetzesreform ist nicht gekl\u00e4rt, wer die Weiterbildung zahlt. F\u00fcr Studierende und Patienten in Niedersachsen hat das Folgen.<\/p>\n<p>    Nachbesserungen nur ein Trostpflaster?<\/p>\n<p class=\"\">Die Regierung will im Bereich der Psychotherapie noch nachbessern. Laut Bockhorst sei das nur ein Trostpflaster. Dabei verursache ihr Berufsstand im Vergleich nur sehr geringe Gesamtausgaben im Gesundheitswesen. Ebenso sieht es bei Kinder\u00e4rzten und auch bei den Rettungsdiensten aus. Bei den Maltesern, Johannitern und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) ist die Reform ebenfalls mit Sorgen verbunden. Investitionen im Rettungsdienst zu deckeln, mache keinen Sinn in Zeiten, in denen Einsatzzahlen und Kosten stiegen und dringend Fachkr\u00e4fte gesucht w\u00fcrden, hei\u00dft es von den Maltesern im Bezirk Oldenburg. Jann-Eiken Diekmann vom DRK Cloppenburg betont: Wenn Kliniken schlie\u00dfen, womit zu rechnen sei, dann habe das auch Folgen f\u00fcr die Rettungsdienste.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/wahlurne-bundestag-110.webp\" alt=\"Abgeordnete stehen an der Wahlurne im Bundestag.\" title=\"Abgeordnete stehen an der Wahlurne im Bundestag. | Michael Kappeler\/dpa\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Umstrittene Gesundheitsreform<\/p>\n<p>Der Bundestag hatte f\u00fcr Einsparungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung gestimmt. Ausgabenbremsen und h\u00f6here Zuzahlungen sollen Beitragserh\u00f6hungen verhindern. Nun hat auch der Bundesrat zugestimmt. <\/p>\n<p>    Krankenhausgesellschaft fordert Nothilfeprogramm<\/p>\n<p class=\"\">Dass Kliniken bedroht sind, damit rechnet auch die Nieders\u00e4chsische Krankenhausgesellschaft. Sie fordert die Landesregierung gemeinsam mit den Spitzenverb\u00e4nden auf, kurzfristig ein Nothilfeprogramm aufzulegen. Besonders im l\u00e4ndlichen Raum sei durch die massiven K\u00fcrzungen mit einer schlechteren Versorgung zu rechnen. Wenn Kliniken schlie\u00dfen, dann werde das auch l\u00e4ngere Wege f\u00fcr Patientinnen und Patienten und eine deutliche Schw\u00e4chung der Notfallstrukturen bedeuten. Das Gesetz sei ein Brandbeschleuniger: Zahlreiche nieders\u00e4chsische Kommunen seien mit der finanziellen Belastung zunehmend \u00fcberfordert. Gleiches gelte f\u00fcr freigemeinn\u00fctzige und private Tr\u00e4ger. Die K\u00fcrzungen bedeuteten f\u00fcr die Kliniken rund 750 Millionen Euro weniger. Um das zu kompensieren, m\u00fcsste man Personal einsparen. Die Krankenhausgesellschaft spricht hier von knapp 10.000 Krankenhausbesch\u00e4ftigten.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/krankenkassenreform-110.webp\" alt=\"Auf einer roten H\u00e4ngeregistermappe klemmt ein Sichtreiter mit der Aufschrift &quot;Krankenkassenreform&quot;.\" title=\"Auf einer roten H\u00e4ngeregistermappe klemmt ein Sichtreiter mit der Aufschrift &quot;Krankenkassenreform&quot;. | picture alliance\/SULUPRESS.DE, Torsten Sukrow\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Niedersachsen, Schleswig-Holstein, MV, Hamburg und weitere wollten nachverhandeln. Doch dieser Antrag fiel im Bundesrat durch.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/brake-146.webp\" alt=\"Das St. Bernhard Hospital in Brake von au\u00dfen.\" title=\"Das St. Bernhard Hospital in Brake von au\u00dfen. | Jan-Bastian Buck \/ NDR\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Betroffen ist auch das Medizinischen Versorgungszentrum. Hintergrund sind finanzielle Schwierigkeiten des Tr\u00e4gers.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/beleghebammen-102.webp\" alt=\"Beleghebamme Johanna Ebenthal mit Mutter und Baby im St. Marienhospital Vechta\" title=\"Beleghebamme Johanna Ebenthal mit Mutter und Baby im St. Marienhospital Vechta | NDR, Luisa Tolis\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Ein neuer Vertrag soll die Schwangerenbetreuung verbessern, erh\u00f6ht aber den Arbeitsdruck. Beleghebammen in Vechta stellen ihr System um.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/klinik-138.webp\" alt=\"Ein Arzt h\u00e4lt ein Stethoskop hinter dem R\u00fccken in den H\u00e4nden.\" title=\"Ein Arzt h\u00e4lt ein Stethoskop hinter dem R\u00fccken in den H\u00e4nden. | picture-alliance\/ dpa\/dpaweb | Patrick Pleul\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Mehrere L\u00e4nder fordern Verbesserungen bei Forschung und Versorgung. Topthema in Hannover ist die Gesundheitsreform.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/gmk-112.webp\" alt=\"Mehrere Politiker sitzen bei einem Pressetermin der Gesundheitsministerkonferenz nebeneinander.\" title=\"Mehrere Politiker sitzen bei einem Pressetermin der Gesundheitsministerkonferenz nebeneinander. | NDR,Jule Lampe\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Bei der Gesundheitsministerkonferenz wurden Nachbesserungen an den geplanten Reformen des Bundes gefordert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 10.07.2026 19:51 Uhr Bundestag und Bundesrat haben sich mehrheitlich f\u00fcr die Reform ausgesprochen. 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