{"id":1160128,"date":"2026-07-11T23:20:23","date_gmt":"2026-07-11T23:20:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1160128\/"},"modified":"2026-07-11T23:20:23","modified_gmt":"2026-07-11T23:20:23","slug":"kritik-the-cure-berlin-2-eden-gallup-rettet-die-show-rolling-stone","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1160128\/","title":{"rendered":"Kritik: The Cure, Berlin 2 \u2013\u00a0Eden Gallup rettet die Show \u2014 Rolling Stone"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/rs-badge-recommendation.png\" alt=\"ROLLING STONE Badge\"\/><\/p>\n<p>Empfehlungen der\u00a0Redaktion<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/91e5a56df5494ab284148a91fab85e39.gif\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\"\/>Die Worte lasen sich dramatisch, aber das liegt nat\u00fcrlich daran, dass sie komplett in Versalien geschrieben sind (Dringlichkeit!) und nicht zuletzt auch ein Zeichen daf\u00fcr sind, dass Robert Smith selbst in die Tasten gehauen hat: Er macht immer All Caps. Wie am heutigen Samstag (11. Juli) auf Instagram: \u201e<a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/kritik-the-cure-berlin-perry-bamonte-3166675\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Kurz vor dem ersten unserer drei Konzerte in der Berliner Wuhlheide gestern wurde Simon krank<\/a>. Sein Sohn Eden r\u00fcckte kurzerhand nach und rettete die Show. Leider geht es Simon noch immer nicht gut genug, um aufzutreten, daher wird Eden auch heute Abend wieder den Bass \u00fcbernehmen. Wir hoffen, ihr schlie\u00dft euch uns an und w\u00fcnscht Simon eine schnelle Genesung. Und danke, Eden! Vorw\u00e4rts! \u2013 RSX\u201c<\/p>\n<p>\u201eRettete die Show\u201c \u2013 das kann man wohl sagen. Nach dem Konzert am Freitag, dem ersten von dreien in der Parkb\u00fchne Wuhlheide, war es das Thema unter Cure-Apologeten: Wie schl\u00e4gt sich Eden Gallup als Stellvertreter seines Vaters? Wird etwas fehlen, wenn er nicht mehr Gitarre spielt?<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hat Simon Gallup, der \u201eBad Wolf\u201c, der Iron-Maiden-meets-Rockabilly-Bassist, eine starke Pr\u00e4senz. Man muss aber auch sagen, dass er nicht wirklich\u00a0 fehlt. Sein Sohn Eden verzichtet sogar auf den Overdrive-Sound des Seniors, der das j\u00fcngste Cure-Album \u201eSongs of a Lost World\u201c so unerquicklich pr\u00e4gte \u2013 so sehr, dass Robert Smith in einem Interview, selten genug, Stellung dazu nahm. Simon ist ihm wichtig, anscheinend auch die Art, wie er sich einbringt, auch wenn Smith manche Dinge anders getan h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Warum in Berlin keine neuen Songs gespielt werden<\/p>\n<p>Dass Eden Gallup zuletzt aber 2019 als Bassist f\u00fcr die Band t\u00e4tig war, erkl\u00e4rt vielleicht auch das Fehlen von \u201eSongs of a Lost World\u201c-Tracks in den Berliner Setlists, weil Eden sie vielleicht noch nicht einge\u00fcbt hat. Das r\u00fcckt The Cure zwar in die N\u00e4he von Kiss, die auf den Tourneen zu ihren letzten aktuellen Alben ebenfalls keine aktuellen Songs spielten, im Fall von The Cure aber nur Vorteile bietet, da die Band sich auf ihren besseren Backkatalog konzentrieren kann.<\/p>\n<p>The Cure gaben den Ausfall Simons am Samstagnachmittag bekannt, \u201eBerlin 2\u201c f\u00e4llt also deutlich entspannter aus als \u201eBerlin 1\u201c. Bei \u201ePictures of You\u201c redet Smith mit Eden, sie lachen, er streckt ihm die Zunge raus. Bei \u201eBurn\u201c st\u00fctzen sich beide gar R\u00fccken an R\u00fccken \u2013 das k\u00f6nnten Jon Bon Jovi und Richie Sambora nicht besser. Die gemeisterte Bew\u00e4hrungsprobe Edens ist \u201eFascination Street\u201c, das zwar nicht Simons kompliziertesten, aber seinen wuchtigsten Basslauf enth\u00e4lt. Das Set bietet mit \u201eThe Lovecats\u201c auch jenes Weimarer-Republik-Gef\u00fchl, das zu Berlin passt; und bei \u201eNever Enough\u201c greift Robert Smith erneut zum Tamburin (\u201eI may have found my instrument!\u201c).<\/p>\n<p>Alte Visuals, starke Songs und ein vermisstes Highlight<\/p>\n<p>Dass die Visuals sich seit 2016 nicht ge\u00e4ndert haben \u2013 Schattenrisse, auch von Perry Bamonte, bei \u201eShake Dog Shake\u201c, die phallischen Birken bei \u201eA Forest\u201c \u2013, f\u00e4llt fast nicht ins Gewicht, w\u00e4re da nicht dieser sch\u00f6n farbgefilterte Doppelherz-Margarine-Werbungsbaum, der bei \u201eThe Last Day of Summer\u201c, gewidmet dem erkrankten Simon, eingespielt wird. Ein \u201eBloodflowers\u201c-Lied, das uns wieder in Erinnerung ruft, dass The Cure in diesem Jahrtausend noch kein gutes Album ver\u00f6ffentlicht haben. Ungl\u00fccklicherweise erw\u00e4hnt Smith vor \u201eThe Last Days of Summer\u201c in seiner Ansage, die sich wie immer schwer verstehen l\u00e4sst, auch noch \u201eIf Only Tonight We Could Sleep\u201c, das die Band auf dieser Tour leider noch kein einziges Mal gespielt hat und das man sehnlichst erwartet.<\/p>\n<p>\u201ePlay for Today\u201c wird vom Publikum mit jenem Chorgesang gesteuert, den uns auf dem 1993er-Livealbum \u201eParis\u201c die Franzosen vorgemacht haben und der seitdem Weltkarriere gemacht hat \u2013 das einzige Cure-St\u00fcck, bei dem die Menschen keinen Gesang, sondern eine Instrumentallinie nachsingen. \u201ePlay for Today\u201c geht \u00fcber in \u201eA Forest\u201c, bei dem Eden Gallup selbstbewusst seinen unwahrscheinlichen Starfaktor ausspielt: Dem Bass-Freakout am Ende setzt er eine kleine Pause voran, um die Spannung zu erh\u00f6hen. Man w\u00fcnscht Simon also schnelle Genesung, muss sich aber auch nicht f\u00fcr den Gedanken sch\u00e4men, dass beide Konzerte auch ohne den Bad Wolf vollwertige Cure-Konzerte sind.<\/p>\n<p>Am beeindruckendsten ist der \u201ePornography\u201c-Block, dessen drei Titel \u201eA Strange Day\u201c, \u201eOne Hundred Years\u201c und \u201eCold\u201c vielleicht noch nie in dieser Reihenfolge gespielt wurden, uns aber auch in Erinnerung rufen, dass die Dramaturgie dieser Tournee ziemlich abrupten Br\u00fcchen folgen kann. Es fehlt ein Mittelteil. Der erste Block besteht aus den Epen, der zweite aus dem, was \u201eMusikexpress\u201c-Kollegin Hella Wittenberg treffend den \u201eTikTok-Block\u201c nennt, also den Pop-Hits. Bei vielen anderen Tourneen gab es einen Mittelteil, der sich meist einer fr\u00fchen, dunkleren \u00c4ra widmete \u2013 so wie hier der Ausflug in die \u201ePornography\u201c-Epoche, der zu kurz geraten ist.<\/p>\n<p>England vor Augen bis zum Schluss<\/p>\n<p>The Cure performen heute einen Song mehr (27) als gestern, aber dass Robert Smith ausgerechnet heute \u00fcberzieht, war von Anfang an unvorstellbar. Um 23 Uhr ist Anpfiff England\u2013Norwegen. Einst k\u00fcndigte Smith gar an, an Turnierspieltagen Englands \u00fcberhaupt nicht auftreten zu wollen.<\/p>\n<p>Vor dem letzten Song \u201eBoys Don\u2019t Cry\u201c fliegt ein Gegenstand auf die B\u00fchne, den Keyboarder Roger O\u2019Donnell unbeholfen wegkickt und dabei keine gute Figur macht. Smith hebt den mahnenden Zeigefinger: \u201eUnd genau darum wirst du heute Abend nicht f\u00fcr England spielen!\u201c Smith hat gut lachen. Ob backstage schon ein Fernseher mit der Live-\u00dcbertragung wartet? Dass die Verbindung steht, ist nichts, worauf man sich in diesem Berliner Wald verlassen sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Empfehlungen der\u00a0Redaktion Die Worte lasen sich dramatisch, aber das liegt nat\u00fcrlich daran, dass sie komplett in Versalien geschrieben&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1160129,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,23448,23447],"class_list":["post-1160128","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-berlin","tag-deutschland","tag-germany","tag-robert-smith","tag-the-cure"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116903911767839693","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1160128","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1160128"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1160128\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1160129"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1160128"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1160128"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1160128"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}