{"id":1160495,"date":"2026-07-12T04:51:55","date_gmt":"2026-07-12T04:51:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1160495\/"},"modified":"2026-07-12T04:51:55","modified_gmt":"2026-07-12T04:51:55","slug":"drei-erhebliche-straftaten-auf-der-eisenbahnstrasse-landgericht-schickt-jungen-mann-in-psychiatrie-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1160495\/","title":{"rendered":"Drei erhebliche Straftaten auf der Eisenbahnstra\u00dfe: Landgericht schickt jungen Mann in Psychiatrie \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p class=\"translation-notice\">This article is also available in English: <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/en\/incidents-accidents\/2026\/07\/three-serious-offences-on-eisenbahnstrasse-regional-court-orders-young-man-to-be-admitted-to-a-psychiatric-hospital-663701\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Read this article in English<\/a>.<\/p>\n<p>Wegen schwerer Straftaten auf der Leipziger Eisenbahnstra\u00dfe stand er vor dem Landgericht, galt jedoch aufgrund einer schizophrenen Erkrankung als schuldunf\u00e4hig: Nun entschied die zust\u00e4ndige Strafkammer, dass ein junger Mann dauerhaft in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen wird. Der 22-J\u00e4hrige soll unter anderem einen anderen Mann mit einem Messer potenziell lebensbedrohlich verletzt haben.<\/p>\n<p>Das sogenannte Sicherungsverfahren gegen Muhamad M. <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/faelle-unfaelle\/2026\/05\/mehrere-straftaten-an-einem-morgen-auf-eisenbahnstrasse-22-jaehriger-vor-gericht-657782\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">hatte Mitte Mai am Leipziger Landgericht begonnen<\/a>. Hier ging es von vornherein nicht um eine Bestrafung des Tatverd\u00e4chtigen, sondern um seine dauerhafte Einweisung in die Psychiatrie. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass der 22-J\u00e4hrige an einer Erkrankung aus dem \u201eschizophrenen Formenkreis\u201c leidet und in diesem Zustand Straftaten beging. Aktenkundig sind gef\u00e4hrliche K\u00f6rperverletzung in Tatmehrheit mit versuchter schwerer r\u00e4uberischer Erpressung in zwei F\u00e4llen.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/793439d370fa4db582a0d7a816165c32.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/faelle-unfaelle\/2026\/07\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/faelle-unfaelle\/2026\/07\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>\u201eDu kannst mich nicht t\u00f6ten, aber ich kann dich t\u00f6ten\u201c<\/p>\n<p>Der erste Fall ereignete sich demnach am 9. August 2025 etwa um 02:42 Uhr, als Muhamad M. einem anderen Mann an einem Freisitz in der <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/tag\/eisenbahnstrasse\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Eisenbahnstra\u00dfe<\/a> das Smartphone entwendet haben soll. Als der Betroffene das Ger\u00e4t zur\u00fcckforderte, soll Muhamad M. ihm mit einem Messer in die Brust gestochen haben und gefl\u00fcchtet sein, ohne sich um das Opfer zu k\u00fcmmern. Dieses erlitt potenziell lebensbedrohliche Verletzungen, unter anderem im Bereich seiner Lunge \u2013 eine Not-OP rettete das Leben des Mannes.<\/p>\n<p>Kurz vor 03:00 Uhr, also nur Minuten nach dem ersten Angriff, habe Muhamad M. dann den Betreiber einer nahen Bar mit einem Messer bedroht und in dem Lokal Geld gefordert. Dabei seien die Worte \u201eAllahu Akbar\u201c und \u201eDu kannst mich nicht t\u00f6ten, aber ich kann dich t\u00f6ten\u201c gefallen. Der Raubversuch scheiterte allerdings, weil der Barbetreiber und ein Helfer den ungebetenen Gast mit Holzschl\u00e4ger und Stabtaschenlampe in Schach hielten. \u00c4hnlich erfolglos sei kurz darauf ein weiterer Versuch geendet, in einem Caf\u00e9 an Geld zu kommen.<\/p>\n<p>Unterbringung auf unbestimmte Zeit angeordnet<\/p>\n<p>Nach seiner Verhaftung war der in Afghanistan geborene Mann begutachtet und Mitte Oktober 2025 in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht worden, wo er sich seither befindet. Am 30. Juni erfolgte nach mehreren Verhandlungstagen schlie\u00dflich die Entscheidung: Die 6. Strafkammer des Landgerichts ordnete die dauerhafte Unterbringung Muhamad M.s an, der schon vor den hier verhandelten Taten immer wieder auff\u00e4llig geworden sein soll.<\/p>\n<p>Ausschlaggebend war hier auch das Gutachten des forensischen Psychiaters Dr. Matthias Lammel. Die Entscheidung entsprach dem Willen der Staatsanwaltschaft, w\u00e4hrend die Verteidigung nach Gerichtsangaben darum gebeten hatte, von der Unterbringung abzusehen. Der Beschluss war zun\u00e4chst noch nicht rechtskr\u00e4ftig.<\/p>\n<p>Die Unterbringung auf unbestimmte Zeit gilt nicht als Strafe, sondern als Ma\u00dfnahme zum Schutz der Allgemeinheit sowie einer Therapie und Behandlung psychisch kranker Straft\u00e4ter. Deren Zustand wird dabei regelm\u00e4\u00dfig gepr\u00fcft und eine Entscheidung gef\u00e4llt, ob von ihnen k\u00fcnftig noch eine erhebliche Gef\u00e4hrdung ausgeht. Sollte dies verneint werden, ist eine Freilassung m\u00f6glich, eventuell mit Auflagen. Ein genauer Zeitpunkt ist aber, anders als bei einer befristeten Haft, nicht absehbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"This article is also available in English: Read this article in English. 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