{"id":1160917,"date":"2026-07-12T09:19:15","date_gmt":"2026-07-12T09:19:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1160917\/"},"modified":"2026-07-12T09:19:15","modified_gmt":"2026-07-12T09:19:15","slug":"das-herz-in-der-tasse-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1160917\/","title":{"rendered":"Das Herz in der Tasse \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>\u00bbWir wollen ganz feinen Milchschaum\u00ab, sagt Undine Utasch zu der Gruppe, die sich dicht gedr\u00e4ngt um die gl\u00e4nzende Siebtr\u00e4germaschine versammelt. Kurz darauf zischt hei\u00dfer Dampf aus der D\u00fcse, Tassen klirren und der Duft von Espresso und warmer Milch zieht durch die kleine Barista-Nische. Dann passiert es: Der erste Cappuccino schwappt \u00fcber den Rand. Utasch hat es zuvor prophezeit. Die Tasse schr\u00e4g halten, die Milch zun\u00e4chst aus gr\u00f6\u00dferer H\u00f6he eingie\u00dfen, immer kleinere Kreise ziehen, langsam n\u00e4her an die Oberfl\u00e4che kommen und zum Schluss eine Linie durchs Muster ziehen \u2013 fertig w\u00e4re das Herz. Theoretisch. Praktisch vergessen einige aus der Gruppe, die Tasse irgendwann wieder gerade zu halten. Hei\u00dfe Milch tropft auf H\u00e4nde, Kaffee landet auf dem Boden \u2013 und trotzdem wird jeder neue Versuch begeistert kommentiert. Die acht Kurs-Teilnehmenden feuern sich gegenseitig an oder fotografieren die ersten gelungenen Herzen.<\/p>\n<p>Der praktische Teil ist der H\u00f6hepunkt des zweist\u00fcndigen Barista-Kurses der Leipziger R\u00f6sterei Parea. Genau deswegen seien die meisten heute hier, erz\u00e4hlen die Teilnehmenden zu Beginn des Abends. \u00bbIch will endlich richtig guten Milchschaum hinbekommen\u00ab, sagt eine Frau, die selbst gar keinen Kaffee trinkt, aber f\u00fcr ihre Arbeit in der B\u00e4ckerei gerne sch\u00f6ne Kaffees zubereiten m\u00f6chte. Ein anderer hat sogar seine Siebtr\u00e4germaschine dabei und will lernen, \u00bbwie man die richtig benutzt\u00ab. Weltmeister werde man in einer Stunde Latte-Art zwar nicht. Auch Schw\u00e4ne oder kunstvolle Pudel landen am Ende auf keinem Cappuccino. Ein Herz oder eine Tulpe werden aber alle schaffen, versichert Utasch zu Beginn.<\/p>\n<p>Wie macht man eigentlich einen perfekten Kaffee? Und worauf sollte man achten, wenn man Bohnen kauft? Ein Barista-Kurs verspricht Antworten und bietet gleich noch etwas praktische Erfahrung. Beim Blick auf die Kursangebote in der Stadt denkt man schnell: \u00bbGanz sch\u00f6n teuer\u00ab. Mit 70 Euro liegt der Barista-Kurs von Parea im moderaten Bereich \u2013\u00a0anderswo kann man daf\u00fcr auch 150 Euro zahlen. Allerdings dauern viele andere Kurse auch l\u00e4nger, vier bis sechs Stunden.<\/p>\n<p>Von der S-Bahn-Station Wahren aus ist es nur ein kurzer Weg bis zu den Pittlerwerken im Nordwesten Leipzigs. Hinter einer Autowerkstatt und einem Cannabisverein versteckt sich dort eine R\u00f6sterei. Drinnen verteilen sich acht Menschen, die sich nicht kennen, um eine lange Tafel. Zwischen ihnen wandern zwei Sch\u00fcsseln hin und her: Die eine gef\u00fcllt mit dunklen, por\u00f6sen Kaffeebohnen, die andere mit kleinen, hellgr\u00fcnen Bohnen derselben Sorte, der Rohkaffee vor dem R\u00f6sten. W\u00e4hrenddessen sitzt Kursleiterin Undine Utasch hinter ihrer Laptoppr\u00e4sentation \u00fcber Kaffeeanbau, R\u00f6stung und Latte-Art. Immer wieder beschreibt sie den Kaffee von Parea als \u00bbfunky fruity\u00ab, also flippig oder ausgefallen fruchtig. Tats\u00e4chlich sticht der s\u00e4uerlich-fruchtige Espresso im Cappuccino angenehm hervor.<\/p>\n<p>Utaschs Pr\u00e4sentation f\u00fchrt durch die Grundlagen des Kaffees: vom Pfl\u00fccken der Kaffeekirschen bis zum Verkauf im Supermarkt. Manche der Fr\u00fcchte, deren Samen die Kaffeebohnen sind, werden maschinell geerntet, andere von Hand gepfl\u00fcckt, was deutlich aufwendiger und entsprechend teurer ist. Nach der Ernte landet der Rohkaffee in wetterfesten 60-Kilo-S\u00e4cken und wird nach Europa verschifft. Bei Parea wird er dann ger\u00f6stet, verpackt und verkauft. Auch \u00fcber R\u00f6stgrade lernen die Barista-Kursteilnehmenden einiges: Helle R\u00f6stungen schmecken oft s\u00e4uerlicher, dunkle eher kr\u00e4ftig und bitter. Parea bevorzugt hellere R\u00f6stungen, erkl\u00e4rt Utasch. Das passe \u00bbperfekt zu Cappuccino\u00ab.<\/p>\n<p>Nach der Pr\u00e4sentation beginnt der praktische Teil. Jeder darf zwei Cappuccini zubereiten und zweimal Milch aufsch\u00e4umen. Bei acht Personen und nur zwei Dampfd\u00fcsen ist das sportlich durchgetaktet. Alles ist automatisiert: Die Kaffeem\u00fchle wiegt das Pulver automatisch ab, ein Tamper dr\u00fcckt den Kaffee selbstst\u00e4ndig fest und auch die Maschine misst exakt mit, wie lange der Espresso durchl\u00e4uft. Zwischen 25 und 35 Sekunden soll er brauchen \u2013 bei weniger schmecke der Kaffee schnell sauer, bei mehr bitter oder verbrannt.<\/p>\n<p>Der zweist\u00fcndige Kurs vergeht \u00fcberraschend schnell, vielleicht auch wegen des stetigen Koffeinkicks. Wer m\u00f6chte, darf zum Abschluss noch einen Blick auf die silberne R\u00f6stmaschine werfen, die etwas an ein Laborger\u00e4t erinnert. Dann geht es wieder hinaus aus der warmen R\u00f6sterei, vorbei am Cannabisverein und an der Autowerkstatt, zur\u00fcck Richtung Bahnhof mit einem leichten Koffeinhigh.\u00a0<\/p>\n<p> &gt; Parea, Am B\u00f6rnchen 2, 04159 (L\u00fctzschena-Stahmeln), Tel. 01 52\/24 09 24 77, <a href=\"http:\/\/www.parea-leipzig.de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">www.parea-leipzig.de<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00bbWir wollen ganz feinen Milchschaum\u00ab, sagt Undine Utasch zu der Gruppe, die sich dicht gedr\u00e4ngt um die gl\u00e4nzende&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1160918,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[25974,3364,29,14627,3593,54138,243437,6763,243438,39675,30,10871,13327,39641,175509,1626,10083,71,859,146953],"class_list":["post-1160917","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-barista","tag-de","tag-deutschland","tag-freunde","tag-gastro","tag-gastro-tipp","tag-gastronome","tag-gastronomie","tag-gastroparty","tag-gastrotipp","tag-germany","tag-geschenk","tag-geschenke","tag-geschenkidee","tag-geschenkideen","tag-kaffee","tag-kurs","tag-leipzig","tag-sachsen","tag-weihnachtsgeschenk"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1160917","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1160917"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1160917\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1160918"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1160917"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1160917"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1160917"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}