{"id":1162181,"date":"2026-07-12T22:09:44","date_gmt":"2026-07-12T22:09:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1162181\/"},"modified":"2026-07-12T22:09:44","modified_gmt":"2026-07-12T22:09:44","slug":"grossmachtrivalitaeten-europaeische-imperialisten-wollen-sich-maerkte-billige-arbeitskraefte-und-kritische-rohstoffe-sichern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1162181\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfmachtrivalit\u00e4ten: Europ\u00e4ische Imperialisten wollen sich M\u00e4rkte, billige Arbeitskr\u00e4fte und kritische Rohstoffe sichern"},"content":{"rendered":"<p>Die europ\u00e4ischen imperialistischen M\u00e4chte haben in den letzten Jahren eine Reihe von Handelsabkommen und Rohstoffpartnerschaften in Lateinamerika, Afrika und dem indopazifischen Raum abgeschlossen. Donald Trumps R\u00fcckkehr ins Wei\u00dfe Haus und seine globale Handelskriegspolitik unter dem Motto \u201eAmerica First\u201c haben diesen Prozess deutlich beschleunigt.<\/p>\n<p>Anfang Mai trat das Abkommen zwischen der Europ\u00e4ischen Union (EU) und dem Handelsblock Mercosur, das lange verhandelt wurde, offiziell in Kraft. Das Abkommen zwischen den 27 EU-Mitgliedsstaaten und den lateinamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay steht beispielhaft f\u00fcr die Versch\u00e4rfung des Kampfs zwischen den gro\u00dfen Weltm\u00e4chten um Zugang zu M\u00e4rkten, Rohstoffen und Investitionsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1de625d9-279e-4ee5-bcc8-8a6f833b8bdd.jpeg\" style=\"max-height:100%\"\/>An einem Terminal im Hafen Rotterdam wird Container auf ein selbstfahrendes Fahrzeug verladen [Photo by <a class=\"black-40 hover-black-60 no-underline\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/User:Quistnix\">Quistnix<\/a> \/ <a class=\"black-40 hover-black-60 no-underline\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/1.0\/\">CC BY 1.0<\/a>]<\/p>\n<p>Das Mercosur-Abkommen und \u00e4hnliche Vereinbarungen mit Indien, Mexiko und Neuseeland werden stets als \u201eFreihandelsabkommen\u201c bezeichnet. Tats\u00e4chlich stellen sie jedoch den Versuch dar, wichtige M\u00e4rkte und Lieferketten auf Kosten von Rivalen f\u00fcr das europ\u00e4ische Kapital zu sichern. Zudem markieren sie einen weiteren Zerfall der globalen Handelsvereinbarungen, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf der Grundlage der unangefochtenen Hegemonie des US-Imperialismus errichtet wurden. Der Weltkapitalismus zerbricht in konkurrierende Bl\u00f6cke, von denen jeder versucht, sich auf Kosten der anderen und angesichts zunehmender geopolitischer Konflikte M\u00e4rkte, Rohstoffe und strategische Vorteile zu sichern.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Br\u00fcssel, Berlin und Paris f\u00fcr das europ\u00e4ische Kapital Zugang zu M\u00e4rkten von Buenos Aires bis Mumbai fordern, basiert Washingtons \u201eAmerica First\u201c-Agenda auf dem Ausschluss aller \u201eau\u00dferhemisph\u00e4rischen\u201c Rivalen aus dem Wirtschaftsleben des amerikanischen Kontinents. Die beiden rivalisierenden Bl\u00f6cke sind gleichzeitig gegen China gerichtet, dessen wirtschaftliche Expansion und Streben nach einer Ausweitung von Handel und Investitionen Peking zu einer gro\u00dfen Gefahr f\u00fcr die r\u00e4uberischen Ambitionen der nordamerikanischen und europ\u00e4ischen Imperialisten gemacht haben.<\/p>\n<p>Der US-amerikanisch-israelische Krieg gegen den Iran und der US-NATO-Krieg gegen Russland in der Ukraine sind die Anfangsphase eines dritten Weltkriegs zur Neuaufteilung der Welt, der von Tag zu Tag eskaliert. Das wachsende Netzwerk von Handelsabkommen und Rohstoffpartnerschaften der EU muss in diesem Kontext analysiert werden.<\/p>\n<p>Der europ\u00e4ische Imperialismus verfolgt nicht nur einen wirtschaftspolitischen Kurs, sondern r\u00fcstet sich auch bis an die Z\u00e4hne auf, um milit\u00e4rische Gewalt gegen seine Rivalen einsetzen zu k\u00f6nnen und sich auf diese Weise M\u00e4rkte, Arbeitskr\u00e4ftereservoirs, Rohstoffe und geostrategischen Einfluss zu sichern. Dieser Kurs beschleunigt den Zusammenbruch des transatlantischen B\u00fcndnisses zwischen dem US-Imperialismus und den europ\u00e4ischen M\u00e4chten, das einen Gro\u00dfteil der Nachkriegszeit pr\u00e4gte.<\/p>\n<p>Der Aufbau eines von Europa gef\u00fchrten Handelsblocks<\/p>\n<p>Im Zentrum der globalen Strategie wirtschaftlicher Auspl\u00fcnderung und Profiterzielung der EU steht das Bestreben, sich kritische Rohstoffe f\u00fcr Zukunftsindustrien und f\u00fcr aggressive Milit\u00e4roperationen zu sichern. Das europ\u00e4ische Gesetz zu kritischen Rohstoffen (Critical Raw Materials Act bzw. (CRM Act), das im Jahr 2024 in Kraft trat, nannte als ausdr\u00fcckliches Ziel die Verringerung der Abh\u00e4ngigkeit von einzelnen Lieferanten, vor allem von China. Dies soll durch eine Kombination aus strategischen Partnerschaften mit anderen Anbietern auf der ganzen Welt, einer Ausweitung der Wiederverwertung von Mineralien und der F\u00f6rderung heimischer Rohstoffgewinnungs-Projekte erreicht werden.<\/p>\n<p>Obwohl China keine nennenswerten Mengen kritischer Rohstoffe f\u00f6rdert, dominiert es die Raffination und Verarbeitung einiger der wichtigsten Elemente. So verarbeiten chinesische Raffinerien einen Gro\u00dfteil der Mangan-, Kobalt- und Graphitbest\u00e4nde der Welt. Diese drei Stoffe sind von entscheidender Bedeutung bei der Produktion von Batterien f\u00fcr Elektrofahrzeuge und digitale Ger\u00e4te sowie andere Hightech-Anwendungen. Der US- und der europ\u00e4ische Imperialismus haben jahrzehntelang hunderte Milliarden in China investiert, um das Land zum Sweatshop der Welt aufzubauen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/8ddb690f-03ce-4ba2-b7d6-79eac30111c6.jpeg\" style=\"max-height:100%\"\/>Abbau von seltenen Erden in der Region Ganxian in der zentralchinesischen Provinz Jiangxi, Dezember 2010 [AP Photo\/Chinatopix via AP]<\/p>\n<p>Der CRM Act ist Ausdruck der zunehmenden Erkenntnis, dass die direkte Kontrolle \u00fcber Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, seltene Erden und Nickel von entscheidender Bedeutung f\u00fcr die \u201etechnologische Souver\u00e4nit\u00e4t\u201c Europas ist, d.h. f\u00fcr die F\u00e4higkeit, Elektrofahrzeuge, Infrastruktur f\u00fcr erneuerbare Energien, Smartphones, digitale Infrastruktur sowie Ausr\u00fcstung f\u00fcr die Kriegsf\u00fchrung unabh\u00e4ngig von den USA und China herzustellen. Die Europ\u00e4ische Kommission erkl\u00e4rt dazu:  \u201eLithium, Kobalt und Nickel werden in der Batterieherstellung eingesetzt. Gallium ben\u00f6tigen wir f\u00fcr Solarpaneele. Rohbor wird f\u00fcr Windtechnologien verwendet\u00a0\u2013 Titan und Wolfram sind in der Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie essenziell.\u201c<\/p>\n<p>Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach einigen dieser Rohstoffe in den kommenden Jahrzehnten um ein Vielfaches steigen wird. So prognostizierte die EU im Jahr 2024, dass sich die Nachfrage nach Lithium bis 2030 verzehnfachen und bis 2040 um das 21-Fache steigern wird. Die Nachfrage nach seltenen Erden d\u00fcrfte im gleichen Zeitraum um das Sechs- bis Siebenfache steigen.<\/p>\n<p>Als Reaktion darauf versucht die Europ\u00e4ische Union, ein globales Netzwerk von Beziehungen f\u00fcr Rohstoffe aufzubauen.<\/p>\n<p>Im Indopazifik nimmt Australien eine zentrale Stellung ein. Im Jahr 2024 unterzeichnete die EU eine Absichtserkl\u00e4rung \u00fcber strategische Mineralien, die den Bedarf der EU an gr\u00f6\u00dferer Versorgung mit Lithium, seltenen Erden, Graphit, Mangan und Kobalt benannte. Der Zugang zu den gro\u00dfen australischen Rohstoffvorkommen soll durch Finanzierungen der Europ\u00e4ischen Investitionsbank unterst\u00fctzt werden, die Ende 2025 zustimmte, finanzielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr Projekte zum Abbau und zur Verarbeitung von Rohstoffen und der notwendigen Transportinfrastruktur zu leisten.<\/p>\n<p><a class=\"db avenir f6 lh-title pa1 br2 tc mw6 mw-75rem-m bg-black-05 mt3 center\" href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/special\/pages\/international-mayday-online-rally-2026.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"dn db-m\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/11d17052-6cfe-4508-a369-0296defc96b6.png\"\/><img decoding=\"async\" class=\"db dn-m\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/4b19da99-80bf-4b7c-8443-cc2e6d33b6f6.png\"\/><\/a><\/p>\n<p>Zentralasien ist eine weitere Arena, die der europ\u00e4ische Imperialismus wegen seiner nat\u00fcrlichen Rohstoffe erschlie\u00dfen will. Dabei ger\u00e4t die EU in Konflikt mit China, den USA und Russland. L\u00e4nder wie Kasachstan, Usbekistan und Tadschikistan besitzen betr\u00e4chtliche Vorkommen an Uran, Kupfer und seltenen Erden. Die EU hat versucht, ihr Engagement in der Region auszuweiten, u.a. beim ersten Gipfeltreffen zwischen der EU und Zentralasien im usbekischen Samarkand im April 2025. In der Abschlusserkl\u00e4rung des Gipfels verpflichteten sich die Teilnehmer zum Aufbau einer \u201estrategischen Partnerschaft\u201c zwischen der EU und den zentralasiatischen Republiken und skizzierten ihre Pl\u00e4ne f\u00fcr eine gemeinsame Erschlie\u00dfung der Rohstoffe und den Aufbau von Transportkorridoren, die Russland umgehen.<\/p>\n<p>Das j\u00fcngste Gipfeltreffen der Europ\u00e4ischen Politischen Gemeinschaft in Jerewan, der Hauptstadt von Armenien, das traditionell ein enger Verb\u00fcndeter Russlands ist, stand im Zusammenhang mit der geografischen Lage des Landes als wichtige Transportroute f\u00fcr den Handel zwischen Zentralasien und Europa, der Russland umgeht. Nachdem Aserbaidschan im Jahr 2023 im Krieg mit Armenien Bergkarabach erobert hatte, intervenierten die USA, um einen Transportroute durch den Sangesur-Korridor zu entwickeln, einen schmalen Streifen armenischen Staatsgebiets, der Aserbaidschan von der T\u00fcrkei trennt. Dieser wurde mittlerweile in \u201eTrump-Route f\u00fcr internationalen Frieden\u201c umbenannt.<\/p>\n<p>Daneben hat die EU mit mehreren afrikanischen Staaten eine Reihe strategischer Partnerschaften \u00fcber Rohstoffe und Lieferketten geschlossen. <\/p>\n<p>Im Jahr 2022 unterzeichnete Br\u00fcssel eine Absichtserkl\u00e4rung mit Namibia \u00fcber seltene Erden, Lithium und erneuerbaren Wasserstoff. Im Jahr 2023 folgte eine umfangreichere Absichtserkl\u00e4rung mit Sambia, die u.a. Kupfer- und Kobaltabbau sowie umfangreiche Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur umfasst. Im gleichen Jahr wurde auch eine strategische Partnerschaft mit der Demokratischen Republik Kongo (DRK) geschlossen, dem weltweit gr\u00f6\u00dften F\u00f6rderer von Kobalt. Letzteres ist ein wesentlicher Bestandteil digitaler Ger\u00e4te.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/9d31ad47-0adf-44a2-9d63-0f602ae5bf40.jpeg\" style=\"max-height:25rem\"\/>Karte der Benguela-Eisenbahn, mit Verbindungen zu den Eisenbahnstrecken der DRK und von Sambia  [Photo by Hallel \/ <a class=\"black-40 hover-black-60 no-underline\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/\">CC BY-SA 4.0<\/a>]<\/p>\n<p>Die EU will den Lobito-Korridor ausbauen, um den Transport von Rohstoffen aus der DRK und Sambia \u00fcber Angola an die Atlantikk\u00fcste und von dort in den Welthandel zu erleichtern. Das Infrastrukturprojekt wird von der Europ\u00e4ischen Investitionsbank und privaten Finanziers bezahlt und zielt unmittelbar darauf ab, den Einfluss Chinas und der USA in der Region zu schw\u00e4chen.<\/p>\n<p>Auf dem amerikanischen Doppelkontinent st\u00e4rkt das Mercosur-Handelsabkommen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und zwei ihrer wichtigsten Partner f\u00fcr den Zugang zu kritischen Mineralien: Argentinien und Brasilien. Chile, das zusammen mit Argentinien zum sogenannten Lithiumdreieck geh\u00f6rt, hat im Jahr 2024 ein separates Freihandelsabkommen mit Br\u00fcssel abgeschlossen.<\/p>\n<p>In Nordamerika gilt Kanada als Lieferant kritischer Mineralien und Erdgas mit betr\u00e4chtlichem Erweiterungspotenzial. Kanada ist daran interessiert, seine Beziehungen zu den europ\u00e4ischen M\u00e4chten zu vertiefen. Trump hatte seine Absicht erkl\u00e4rt, das Land als 51. US-Bundesstaat zu annektieren und gedroht, seine stark von den US-M\u00e4rkten abh\u00e4ngige Wirtschaft zu ruinieren.<\/p>\n<p>Die Teilnahme des kanadischen Premierministers Mark Carney am j\u00fcngsten Gipfel der Europ\u00e4ischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in Jerewan \u2013 als erster nicht-europ\u00e4ischer Regierungschef bei einem solchen Treffen \u2013, machte deutlich, wie weit die traditionellen transatlantischen Beziehungen zerst\u00f6rt sind. Kanada ist sichtlich bem\u00fcht, seine wirtschaftlichen Beziehungen zu Europa als Gegengewicht zu Washingtons Drohungen zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Rohstoffe und Aufr\u00fcstung<\/p>\n<p>Das weltweite Streben der europ\u00e4ischen Imperialisten nach Rohstoffen und Handelsm\u00e4rkten erfordert ein kampfbereites Milit\u00e4r, das in der Lage ist, ihre Interessen gegen ihre Rivalen durchzusetzen. Die europ\u00e4ischen M\u00e4chte investieren hunderte Milliarden Euro in ihre Milit\u00e4rmaschinerien. Deutschland ist ein Sonderfall und hat sein Grundgesetz ge\u00e4ndert, um seine Milit\u00e4rausgaben von der verfassungsrechtlichen Schuldenbremse auszunehmen. Das erm\u00f6glicht ihm, eine Billion Euro an Krediten aufzunehmen, um das Milit\u00e4r und die entsprechende Infrastruktur zu finanzieren. Die EU hat 800 Milliarden Euro f\u00fcr milit\u00e4rische Investitionen zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Das Geld wird jedoch nicht viel wert sein, wenn es den europ\u00e4ischen Imperialisten nicht gelingt, das Rohmaterial zum Bau einer modernen Kriegsmaschinerie zu bekommen. Laut einer Sch\u00e4tzung sind f\u00fcr den Bau eines einzigen F-35-Kampfjets aus US-Produktion 400 Kilogramm seltene Erden notwendig. Kampfpanzer, gepanzerte Fahrzeuge und Radarsysteme sind alle von der Versorgung mit kritischen Mineralien abh\u00e4ngig, welche die EU-Staaten derzeit von China, Russland oder anderen L\u00e4ndern beziehen, die nicht direkt unter ihrer Kontrolle stehen. In einer Studie des International Institute for Strategic Studies (IISS) \u00fcber die notwendigen Komponenten zum Bau eines Kampfpanzers hei\u00dft es:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Die F\u00e4higkeit eines modernen Kampfpanzers (Main Battle Tank, MBT) wird heute sowohl anhand der Komplexit\u00e4t seiner Sensoren und Optronik als auch der traditionellen Ma\u00dfst\u00e4be wie Feuerkraft, Schutz und Mobilit\u00e4t bewertet. In dieser Hinsicht sorgen bessere Sensoren f\u00fcr bessere \u00dcbersicht \u00fcber das Gefechtsfeld, d.h. die Besatzung hat die M\u00f6glichkeit, Zielsuche, -erkennung und -identifizierung zu vergr\u00f6\u00dfern. Sensoren sind zunehmend komplex und erfordern eine Reihe von kritischen Materialien. Einfaches Glas und Spiegel erfordern Silizium und Keramik, Infrarot- und Nachtsichtsysteme \u2013 wichtige Werkzeuge bei schlechter Sicht \u2013 k\u00f6nnen Quecksilber, Cadmium-Tellurid, Germanium, Kupfer und Tantalum enthalten. Laser-Reichweitenmesser und M\u00fcndungsreferenz-Sensoren geh\u00f6ren zur Standardausstattung moderner Panzer; sie beschleunigen die Ermittlung von Feuerleitdaten, sobald ein Ziel visuell identifiziert ist. Hierbei kommen unter anderem Neodym-Yttrium-Aluminium-Granat sowie Indium und Erbium zum Einsatz. Neodym und Yttrium sind Seltenerdelemente. Yttrium kommt laut der US Geological Survey zu 94 Prozent aus China.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Weiter hei\u00dft es, die Kommunikationssysteme eines Kampfpanzers erforderten \u201eKupfer und andere kritische Materialien wie Galliumarsenid, Galliumnitrid, Beryllium, Silizium, Silber und Indium.\u201c F\u00fcr seine Prim\u00e4rwaffen und die Panzerung seien \u201eAntimon, Kohlenstoff, Manganlegierungen, Chrom, Nickel, Molybd\u00e4n und Vanadium\u201c notwendig, und f\u00fcr die H\u00e4rtung von Munition und Armierung Wolfram und Titan.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/37d09243-3d8f-4283-bc58-f5a8fd393cf5.jpeg\" style=\"max-height:100%\"\/>Leopard 2 Kampfpanzer in Aktion w\u00e4hrend eines Besuchs von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) beim Panzerbataillon 203 der Bundeswehr in der Feldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf, 1. Februar 2023  [AP Photo\/Martin Meissner]<a href=\"https:\/\/www.mehring-verlag.de\/library\/wohin-geht-amerika\/00.html\" class=\"no-underline pointer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/d8b1e754-dda2-4b2e-b1f0-58e6cab66628.png\" style=\"max-height:25rem\"\/><\/p>\n<p>David North (Hrsg.)<\/p>\n<p>Wohin geht Amerika? Faschismus oder Sozialismus<\/p>\n<p>Die Ereignisse vom Januar 2026 in Minneapolis haben die ganze Welt schockiert und deutlich gemacht, dass die Umwandlung der amerikanischen Demokratie in einen Milit\u00e4r- und Polizeistaat nicht l\u00e4nger nur eine theoretische M\u00f6glichkeit ist. Sie vollzieht sich vor unseren Augen.<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>\u00c4hnlich detailliert geht dieselbe IISS-Studie auf die Milit\u00e4rausr\u00fcstung der See- und Luftstreitkr\u00e4fte ein. In der Einleitung dazu hei\u00dft es: \u201eEuropas starke Abh\u00e4ngigkeit von externen Lieferungen, insbesondere von kritischen Rohstoffen, die oft an einem Ort konzentriert vorkommen, stellt ein erhebliches und wachsendes Risiko f\u00fcr die europ\u00e4ische R\u00fcstungsproduktion dar.\u201c<\/p>\n<p>Von Handelsbl\u00f6cken zum Weltkrieg. Die sozialistische Reaktion der Arbeiterklasse<\/p>\n<p>Die EU strebt nicht zuf\u00e4llig nach dem Zugang zu Rohstoffen und billigen Arbeitskr\u00e4ften und der Ausweitung ihrer M\u00e4rkte: Der globale Kapitalismus befindet sich in einer tiefen Krise. Deren Widerspr\u00fcche haben die Gro\u00dfm\u00e4chte bereits in die Anfangsstadien eines dritten Weltkriegs um die Neuaufteilung der Welt gef\u00fchrt. Der Versuch einer einzelnen Macht, ihre Lieferketten zu stabilisieren, f\u00fchrt zu Spannungen mit ihren Rivalen. Das gleichzeitige Bestreben aller Gro\u00dfm\u00e4chte, dies zu tun, muss unweigerlich zu einem imperialistischen Krieg f\u00fchren. Innerhalb Europas kommt erschwerend hinzu, dass die EU keine einheitliche Macht darstellt, sondern ein B\u00fcndnis imperialistischer M\u00e4chte, deren Interessen voneinander abweichen, wie das wiederholte Aufflammen von Spannungen zwischen Frankreich und Deutschland zeigt.<\/p>\n<p>In der Ukraine, wo die USA und die NATO systematisch einen Krieg mit Russland provozierten, eskalieren bereits die gegens\u00e4tzlichen Interessen. Letztes Jahr hat die Trump-Regierung im Rahmen ihres Versuchs, sich \u00fcber die K\u00f6pfe der europ\u00e4ischen M\u00e4chte hinweg mit Russland zu verst\u00e4ndigen, ein bilaterales Abkommen mit der Ukraine \u00fcber die Ausbeutung kritischer Mineralien geschlossen, das die europ\u00e4ischen Imperialisten ausschlie\u00dfen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Schon im vergangenen Jahr hat Trump die Spannungen mit den europ\u00e4ischen M\u00e4chten versch\u00e4rft, indem er wiederholt mit der Annektierung Gr\u00f6nlands gedroht hat, eines rohstoffreichen autonomen d\u00e4nischen Territoriums. Gr\u00f6nland nimmt eine strategische Schl\u00fcsselposition im Zentrum der arktischen Schifffahrtsrouten ein, die durch den Klimawandel zug\u00e4nglich werden. Die New York Times berichtete im Mai, die USA w\u00fcrden mit D\u00e4nemark und Gr\u00f6nland \u00fcber dauerhafte St\u00fctzpunkte f\u00fcr US-Soldaten verhandeln. Ein weiteres Ziel der USA sei ein Vetorecht f\u00fcr Washington bei allen Entscheidungen \u00fcber gro\u00dfe Investitionen auf der Insel.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/947fb85e-c033-4dc0-9add-88a76eede937.jpeg\" style=\"max-height:100%\"\/>US-Vizepr\u00e4sident J.D. Vance bei seiner Rede auf der Pituffik Space Base des US-Milit\u00e4rs in Gr\u00f6nland, neben ihm Energieminister Chris Wright (links) und US-Sicherheitsberater Mark Waltz (rechts), 28. M\u00e4rz 2025  [AP Photo\/Jim Watson]<\/p>\n<p>Die Versch\u00e4rfung interimperialistischer Gegens\u00e4tze und das offene Wiederaufleben konkurrierender Bl\u00f6cke erinnert an die Zeit der konkurrierenden Handelsbl\u00f6cke der 1930er, die dem Zweiten Weltkrieg vorausgingen und ihn anheizten. Das Internationale Komitee der Vierten Internationale identifizierte den Ursprung des Prozesses bereits in einem viel fr\u00fcheren Entwicklungsstadium, in den fr\u00fchen 1990er Jahren, als das Gleichgewicht der Nachkriegszeit, das auf der unangefochtenen Hegemonie der USA beruhte, zusammenbrach. Das IKVI rief in seiner Erkl\u00e4rung zum 1. Mai 1991 zu einem internationalen Kongress gegen imperialistischen Krieg und Kolonialismus auf \u2013 der sp\u00e4ter, im gleichen Jahr, in Berlin stattfand. Es schrieb:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Niemals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat es eine derartige Unsicherheit in den internationalen Beziehungen gegeben wie heute. Die berechenbaren Kan\u00e4le, durch welche die internationale Diplomatie w\u00e4hrend des \u201eKalten Krieges\u201c floss, sind von den Ereignissen \u00fcberholt worden. Alte B\u00fcndnisse zerbrechen, und die neuen formieren sich erst. Der Kampf der m\u00e4chtigen transnationalen Konzerne um die Vormachtstellung auf der Welt l\u00e4sst die Spannung auf dem internationalen Parkett bis zur Unertr\u00e4glichkeit ansteigen (&#8230;) Die Gruppierung von \u201eFreunden\u201c und \u201eFeinden\u201c kann noch ganz unerwartete Formen annehmen. Aber der Imperialismus w\u00e4re kein Imperialismus, w\u00fcrde der Zusammensto\u00df der Interessen nicht in jedem Fall unausweichlich zu Krieg f\u00fchren. (IKVI, \u201eGegen imperialistischen Krieg und Kolonialismus!\u201c, in: Vierte Internationale, Jg. 18, Nr. 1, S. 16-17)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>F\u00fcnfunddrei\u00dfig Jahre sp\u00e4ter ist ein Weltkrieg kein Zukunftsszenario mehr, sondern ein erschreckender Prozess, der sich vor den Augen der Arbeiter abspielt. Der v\u00f6lkerrechtswidrige US-amerikanisch-israelische Krieg gegen den Iran, den die europ\u00e4ischen M\u00e4chte unterst\u00fctzten und sich nur dar\u00fcber beklagten, nicht im Voraus dar\u00fcber konsultiert worden zu sein, war der Abschluss einer ganzen historischen Periode, die bis zur Aufl\u00f6sung der Sowjetunion zur\u00fcckreicht. Doch der Versuche des amerikanischen Imperialismus, durch eine Reihe ununterbrochener Kriege seinen wirtschaftlichen Niedergang durch den Einsatz milit\u00e4rischer Gewalt auszugleichen, ist gescheitert.<\/p>\n<p>Der Iran und der gesamte Nahe Osten sind eine Front in einem rapide eskalierenden Dritten Weltkrieg, zu dem auch der Krieg gegen Russland in der Ukraine und die Vorbereitungen auf einen Krieg mit China im Indopazifik geh\u00f6rt. W\u00e4hrend die europ\u00e4ischen M\u00e4chte bem\u00fcht sind, im globalen Ringen um M\u00e4rkte, Rohstoffe und billige Arbeitskr\u00e4fte ein gewisses Ma\u00df an transatlantischer Zusammenarbeit aufrechtzuerhalten, weil sie bei der milit\u00e4rischen Ausr\u00fcstung und den nachrichtendienstlichen Informationen weiterhin stark von den USA abh\u00e4ngig sind, betrachten sich diese ehemaligen Verb\u00fcndeten an allen globalen Kriegsfronten als Rivalen.<\/p>\n<p>Lenin beschrieb das historische Stadium, das mit dem Ersten Weltkrieg und der Russischen Revolution begann, als Epoche von Kriegen und Revolutionen, da die Widerspr\u00fcche des Kapitalismus soweit herangereift waren, dass sie nur noch durch einen imperialistischen Weltkrieg oder eine sozialistische Revolution gel\u00f6st werden konnten. Das IKVI bekr\u00e4ftigte dieses Verst\u00e4ndnis der Epoche in seiner Erkl\u00e4rung zum 1. Mai 1991, in der es hei\u00dft:<\/p>\n<blockquote>\n<p>[D]ie historische Erfahrung legt ein beredtes Zeugnis davon ab, dass diese Frage letztlich von den objektiven Widerspr\u00fcchen des Imperialismus und nicht von den moralischen Bedenken oder subjektiven \u00c4ngsten der kapitalistischen Politiker entschieden wird. Die einzige Kraft auf der Welt, die einen weiteren Weltkrieg verhindern kann, ist die revolution\u00e4re Arbeiterklasse. (Ebd., S.17)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Es ist die Aufgabe der Arbeitenden in Europa, eine unabh\u00e4ngige politische Bewegung gegen Krieg, Aufr\u00fcstungsetats, Angriffe auf soziale Bedingungen und die gesamte Logik des kapitalistischen Wettbewerbs aufzubauen, und dies muss in bewusster Einheit mit den Arbeitern in den USA, Russland, China, der Ukraine, Indien, Afrika und der ganzen Welt geschehen. Die Arbeiter aller L\u00e4nder m\u00fcssen f\u00fcr die sozialistische Umgestaltung der Gesellschaft k\u00e4mpfen: f\u00fcr die Abl\u00f6sung der profitorientierten Produktion durch eine Produktion zur Befriedigung menschlicher Bed\u00fcrfnisse und die Abl\u00f6sung des Nationalstaatensystems durch eine br\u00fcderliche Union sozialistischer Republiken.<\/p>\n<p>Dies ist das Programm des Internationalen Komitees der Vierten Internationale. Es gibt keinen anderen Weg, die Katastrophe abzuwenden, auf welche die gesamte Logik der derzeitigen Gesellschaftsordnung zutreibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die europ\u00e4ischen imperialistischen M\u00e4chte haben in den letzten Jahren eine Reihe von Handelsabkommen und Rohstoffpartnerschaften in Lateinamerika, Afrika&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1162182,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3977],"tags":[331,332,10473,663,243725,13,243724,174,14,15,4065,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":["post-1162181","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-usa","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-arbeitskraefte","tag-europa","tag-grossmachtrivalitaeten","tag-headlines","tag-imperialistische-maechte","tag-maerkte","tag-nachrichten","tag-news","tag-rohstoffe","tag-schlagzeilen","tag-united-states","tag-united-states-of-america","tag-us","tag-usa","tag-vereinigte-staaten","tag-vereinigte-staaten-von-amerika"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116909296383987291","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1162181","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1162181"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1162181\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1162182"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1162181"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1162181"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1162181"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}