{"id":1162256,"date":"2026-07-12T22:56:28","date_gmt":"2026-07-12T22:56:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1162256\/"},"modified":"2026-07-12T22:56:28","modified_gmt":"2026-07-12T22:56:28","slug":"the-cure-abend-3-das-beste-konzert-ihrer-berliner-tournee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1162256\/","title":{"rendered":"The Cure, Abend 3: Das beste Konzert ihrer Berliner Tournee"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/dfcf308ec6434accb48eaa81d917b045.gif\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\"\/>Entgegen des Klischees sind <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/the-cure-berlin-3-gesundheitsupdate-simon-plus-exklusives-merch-3167331\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">The Cure<\/a> keine \u201eHerbstband\u201c der regenverhangenen Tage im Jugendzimmer, sondern ein echter Sunshine Act: Zehn ihrer 14. Studioalben erschienen im Fr\u00fchjahr, darunter die drei wichtigsten, \u201eSeventeen Seconds\u201c, \u201eKiss Me Kiss Me Kiss Me\u201c sowie \u201eDisintegration\u201c, jenes Album mit Liedern wie Leichent\u00fcchern, bei deren Aufnahme Robert Smith, wie er sagte, die gl\u00fccklichste Zeit seines Lebens genoss.<\/p>\n<p>Dies zeigt sich auch beim dritten und letzten Konzert der Band in der Berliner Parkb\u00fchne Wuhlheide, wo sie zuletzt 2005 auftraten (und seltene Klassiker wie \u201eShiver and Shake\u201c auff\u00fchrten), und damit \u00fcbrigens auch mit nahezu 20.000 Zuschauern ihre heutige Live-Gr\u00f6\u00dfe pro Konzert zementierten. Sie sind ein Sunshine Act, weil Robert Smith w\u00e4hrend der vergangenen Tourneen zunehmend Gefallen an Setdramaturgien gefunden hat, bei denen er im Zugabenblock einen bewegungsintensiven Hit nach dem anderen darbietet und somit im Rahmen einer fast dreist\u00fcndigen Show deutlich seltener Gitarre spielen muss.<\/p>\n<p>Ein energetischer Abend mit Tourpremieren<\/p>\n<p>Das dritte Wuhlheide-Konzert ist auch ihr bestes in diesem Jahr, das entspannteste und technisch perfekteste. Es hat zweifellos damit zu tun, dass The Cure wegen der Sonntagssperrstunde eine Stunde eher beginnen, man dem Totgebruzzel der Sonne schon um 19.30 Uhr ein paar Lieder entgegenstemmen kann. Wieder geht es um die sch\u00f6nste Jahreszeit: \u201eDiesen Song haben wir diesen Sommer noch nicht gespielt\u201c, und dann stimmt Smith erstmals bei dieser Tournee \u201eCatch\u201c an, jene s\u00fcdfranz\u00f6sische Ballade, bei deren Aufnahmen zum Riviera-Dreh Smith 1987 ausrastete, weil der dauerbetrunkene Lol Tolhurst es nicht schaffte, mit einer Geige eine Wendeltreppe hinabzulaufen. Herrlich. Geiler Song, geile Memory Lane. Smith schafft es live sogar irgendwie, seine \u00fcberlappende Gesangsspur aus der Studioversion zu replizieren.<\/p>\n<p>Simon Gallup fehlt noch immer krankheitsbedingt, aber allein, dass sein Sohn Eden diese \u201eCatch\u201c-Tourpremiere (wie zwei Abende zuvor \u201ePrimary\u201c) m\u00fchelos absolviert, beweist doch, wie sehr ihm diese Lieder bereits in die Knochen gegangen sind \u2013 f\u00fcr Rehearsals gab es keine Zeit, Eden spielte \u201eCatch\u201c also from the scratch erstmals in seinem Leben (letztmals f\u00fchrten The Cure \u201eCatch\u201c 2016 auf, da war Eden noch nicht Teil der Band).<\/p>\n<p>An dieser Stelle findest du Inhalte aus Youtube<\/p>\n<p>Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.<\/p>\n<p>\tSoziale Netzwerke aktivieren<\/p>\n<p>Die PA h\u00e4lt durch<\/p>\n<p>Wir w\u00fcnschen Simon schnelle Genesung, trotzdem ist allein der Gedanke lustig, dass Simon nicht nach Hause f\u00e4hrt, sondern im Krankenbett mitreist, weil er ja von Tag zu Tag absch\u00e4tzen will, ob er nicht doch einsatzf\u00e4hig sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die exzellente Stimmung zeigte sich bereits im definitiv von Robert Smith kompilierten Pre-Show-Tape, das erstmals mit seinem Lieblingslied best\u00fcckt war, \u201eStarfish and Coffee\u201c von Prince, und tr\u00e4gt sich weiter zum Er\u00f6ffnungsst\u00fcck \u201ePlainsong\u201c, bei dem Smith zun\u00e4chst einen Kussmund verteilt, nur um dann angewidert die Zunge auszustrecken (welche Antwort muss er wohl zuvor aus dem Publikum erhalten haben?).<\/p>\n<p>\u00dcber den Soundmix l\u00e4sst sich streiten \u2013 <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/the-cure-in-berlin-fans-unterstuetzen-band-nach-ausfall-der-pa-anlage-3167325\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">vielleicht hatte deshalb am Samstag kurzzeitig die PA gestreikt<\/a> \u2013, so dass gerade Liedstrecken wie \u201ePictures of You\u201c und \u201eHigh\u201c in einem Jive-Bunny-artigen Megamix unterzugehen drohen, aber beim vierten Lied, \u201eLovesong\u201c, ist die Subtilit\u00e4t gegeben; auch der eher handwerklich orientierte zweite Gitarrist Reeves Gabrels wei\u00df hier durch sein sehnsuchtsd\u00fcnenartiges, fl\u00e4chiges Spiel diesem Klassiker unerwartete neue Nuancen zu verleihen.<\/p>\n<p>\u201eSeventeen Seconds\u201c im Sonnenlicht<\/p>\n<p>Wann haben The Cure \u201eM\u201c zuletzt bei Tageslicht gespielt? Gro\u00dfartig. \u201eM\u201c leitet den Mini-Block aus drei \u201eSeventeen Seconds\u201c-St\u00fccken ein, auf \u201ePlay for Today\u201c mit seinem Santiano-Publikumsgesang folgt \u201eA Forest\u201c, bei dem ich mir niemals werde helfen lassen k\u00f6nnen: Es geht um einen Wald, schon klar, Farbe Gr\u00fcn, aber f\u00fcr mich klang dieses New-Wave-Meisterwerk immer klinisch blau.<\/p>\n<p>An dieser Stelle findest du Inhalte aus Youtube<\/p>\n<p>Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.<\/p>\n<p>\tSoziale Netzwerke aktivieren<\/p>\n<p>Es folgt \u201eFrom The Edge of the Deep Green Sea\u201c mit seinen r\u00f6tlichen, Mufasa-artigen Sonnenuntergangsvisuals, ein Gef\u00fchl wie beim \u201eK\u00f6nig der L\u00f6wen\u201c \u2013 \u201eEines Tages wird das alles dir geh\u00f6ren!\u201c, sowie der unerwartete Soundtrack zur Klimakatastrophe, bereits 1989 vorweggenommen: \u201ePrayers for Rain\u201c.<\/p>\n<p>Aus demselben Jahr ist auch \u201eLullaby\u201c, ihr wirklich unwahrscheinlichster Hit: Hat es im UK jemals eine Top-Ten-Single gegeben, die nicht nur keinen Chorus hat, sondern auch durchg\u00e4ngig gefl\u00fcstert wird?<\/p>\n<p>Der Zugabenblock als Hit-Feuerwerk<\/p>\n<p>\u201eLullaby\u201c leitet auch den Olivia-Rodrigo-Block der Hit-Singles ein, von denen eine wundersamer ist als die andere. \u201eClose To Me\u201c von 1985 nat\u00fcrlich, von dem sich, wie Simon Price in seiner exzellenten <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/reviews\/kritik-curepedia-immersive-beautifully-designed-z-biography-cure\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">\u201eCurepedia\u201c<\/a> verweist, George Michael f\u00fcr seinen Evergreen \u201eFaith\u201c \u00fcberstark \u201einspirieren\u201c lie\u00df.<\/p>\n<p>The Cure sind sehr viel. Eine Rock-Band, eine Goth-Band, und, deshalb sind auch Menschen aller Altersklassen in der Wuhlheide, eine Pop-Band. Fr\u00fcher verteilten sie ihre Klassiker in einer m\u00f6glicherweise inszenierten Fahrl\u00e4ssigkeit auf ihre manchmal \u00fcber drei Stunden langen Sets, manche vorn, manche mittig. Mittlerweile wuchten sie das Gros davon in ihren Zugabenblock.<\/p>\n<p>Man sollte \u201eBerlin 3\u201c deshalb gut in Erinnerung behalten.<\/p>\n<p>The Cure performen:<\/p>\n<p>Alle vier Singles von \u201eKiss Me Kiss Me Kiss Me\u201c.<\/p>\n<p>Alle vier Singles von \u201eDisintegration\u201c.<\/p>\n<p>Beide Singles von \u201eThe Head on The Door\u201c.<\/p>\n<p>Zwei Singles von \u201eWish\u201c.<\/p>\n<p>Zwei Singles aus den \u201eJapanese Whispers\u201c-Jahren. Nur \u201eLet\u2019s Go To Bed\u201c fehlte.<\/p>\n<p>Nie haben The Cure in Deutschland mehr Hit-Singles gespielt als an diesem Sonntag in der Wuhlheide.<\/p>\n<p>Ist das wichtig? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Sie h\u00e4tten sich auf Deep Cuts konzentrieren k\u00f6nnen, und der Abend w\u00e4re genauso denkw\u00fcrdig geworden.<\/p>\n<p>Aber diese Setlist war einmalig, man sollte das, zumindest als Cure-Fan, immer bei sich tragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Entgegen des Klischees sind The Cure keine \u201eHerbstband\u201c der regenverhangenen Tage im Jugendzimmer, sondern ein echter Sunshine Act:&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1162257,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,23447],"class_list":["post-1162256","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-berlin","tag-deutschland","tag-germany","tag-the-cure"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116909480874988113","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1162256","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1162256"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1162256\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1162257"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1162256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1162256"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1162256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}