{"id":1163252,"date":"2026-07-13T09:59:18","date_gmt":"2026-07-13T09:59:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1163252\/"},"modified":"2026-07-13T09:59:18","modified_gmt":"2026-07-13T09:59:18","slug":"reiner-holznagel-der-staat-gibt-sich-gar-keine-muehe-uns-steuerzahler-zu-entlasten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1163252\/","title":{"rendered":"Reiner Holznagel: \u201eDer Staat gibt sich gar keine M\u00fche, uns Steuerzahler zu entlasten\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Reiner Holznagel attackiert die Finanzpolitik. Der Pr\u00e4sident des Bundes der Steuerzahler warnt vor einem System, das Mehrarbeit bestraft und den Schwarzmarkt bei Tabak anheizt. Viele Menschen f\u00fchlten sich \u201ever\u00e4ppelt\u201c.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Nach Ansicht des Pr\u00e4sidenten des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, bleibt die Steuer- und Abgabenbelastung in Deutschland zu hoch. Nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler w\u00fcrden 53,1 Prozent eines verdienten Euro an Steuern und Sozialabgaben entfallen, sagte er im Interview mit dem Fernsehsender WELT.<\/p>\n<p>\u201eVon einem verdienten Euro bleiben uns nur 46,9 Cent zur freien Verf\u00fcgung.\u201c Zwar bek\u00e4men B\u00fcrger auch staatliche Leistungen zur\u00fcck. \u201eAber die Frage, die wir uns stellen m\u00fcssen, ist, ob das, was wir zur\u00fcckbekommen, auch wirklich dem \u00c4quivalent entspricht, was wir auch bezahlen.\u201c Deshalb m\u00fcsse hinterfragt werden, \u201eob der Staat wirklich fit ist und ob auch all das, was wir bezahlen, gerechtfertigt ist\u201c.<\/p>\n<p>Holznagel sieht die Belastung auch als Standortnachteil. \u201eNat\u00fcrlich sind die Arbeitnehmer in Deutschland hoch belastet, aber eben auch die Betriebe\u201c, sagte er weiter. <\/p>\n<p>Zudem kritisierte er den hohen Grenzsteuersatz. \u201eWir haben ein Einkommensteuersystem kreiert, das Mehrarbeit bestraft. Aber das Gegenteil soll ja eigentlich der Fall sein.\u201c Ziel m\u00fcsse sein, \u201edass am Ende auch wirklich eine Motivation da ist, dass die Menschen wieder Bock auf Arbeit haben\u201c.<\/p>\n<p>\u00c4u\u00dferst kritisch \u00e4u\u00dferte sich Holznagel \u00fcber die von der Bundesregierung angek\u00fcndigten Entlastungen. \u201eViele Menschen f\u00fchlten sich ver\u00e4ppelt.\u201c Als Beispiel nannte er eine Familie mit zwei Kindern und 60.000 Euro Jahreseinkommen. 600 Euro steuerliche Entlastung seien angek\u00fcndigt worden. \u201eWenn ich auch die Sozialabgaben hinzurechne, dann dreht sich diese 600 Euro Entlastung in 100 Euro Belastung. Das hei\u00dft, am Ende hat die Familie gar nichts davon.\u201c Deshalb m\u00fcssten Steuern und Sozialabgaben gemeinsam betrachtet werden. \u201eBeides muss auch gesenkt werden.\u201c Zugleich m\u00fcsse der Staat seine Ausgaben \u00fcberpr\u00fcfen. \u201eWarum brauchen wir \u00fcber 100 Krankenkassen? Warum brauchen wir so viele Beamte und Angestellte? Der Staat muss runter mit seinen Ausgaben.\u201c<\/p>\n<p>Mit Blick auf das Steuerpaket der Bundesregierung sagte Holznagel, die Erwartungen seien aus seiner Sicht nicht erf\u00fcllt worden. \u201eMein Eindruck war, dass man nach diesen Vorschl\u00e4gen erst mal selbst von sich so begeistert war, dass man sich selbst gelobt hat.\u201c Inzwischen zeige sich jedoch, \u201edass das kein gro\u00dfer Wurf war\u201c. Viele der angek\u00fcndigten Ma\u00dfnahmen seien ohnehin verfassungsrechtlich geboten.<\/p>\n<blockquote class=\"c-citation__body\">\n<p class=\"c-citation__text\">Die Tabaksteuer geht hoch. Es soll eine Zuckersteuer eingef\u00fchrt werden. Nat\u00fcrlich soll auch der Alkohol teurer werden. Die CO\u2082-Besteuerung steigt<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Zugleich verwies Holznagel auf weitere geplante oder diskutierte Steuererh\u00f6hungen. \u201eDie Tabaksteuer geht hoch. Es soll eine Zuckersteuer eingef\u00fchrt werden. Nat\u00fcrlich soll auch der Alkohol teurer werden. Die CO\u2082-Besteuerung steigt\u201c \u2013 um schlie\u00dflich zu res\u00fcmieren: \u201eDer Staat gibt sich eigentlich gar keine gro\u00dfe M\u00fche, uns Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zu entlasten. Das ist schon bitter.\u201c Weniger verf\u00fcgbares Einkommen f\u00fchre dazu, dass Verbraucher ihren Konsum einschr\u00e4nkten. \u201eDas ist der Anfang einer wirklich wirtschaftlichen Krise.\u201c<\/p>\n<p>Auch die geplante st\u00e4rkere Besteuerung von Tabak kritisierte Holznagel. Nach Einsch\u00e4tzung des Bundes der Steuerzahler w\u00fcrden h\u00f6here Abgaben den Schwarzmarkt st\u00e4rken. \u201eWenn die Schachtel zu teuer wird, dann weichen die Menschen aus und gehen in den Schwarzmarkt.\u201c Internationale Studien zeigten aus seiner Sicht nicht, \u201edass weniger geraucht wird\u201c. Die Steuererh\u00f6hung sei deshalb \u201eGift\u201c und letztlich \u201enur ein Kassenverbesserungsprogramm\u201c. Seine Prognose: \u201eDas wird nicht aufgehen.\u201c<\/p>\n<p>jm<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Reiner Holznagel attackiert die Finanzpolitik. 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