{"id":1164232,"date":"2026-07-13T19:21:16","date_gmt":"2026-07-13T19:21:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1164232\/"},"modified":"2026-07-13T19:21:16","modified_gmt":"2026-07-13T19:21:16","slug":"wiesn-wirte-setzen-mit-oktoberfestkrug-auf-nostalgie-und-sorgen-sich-um-tradition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1164232\/","title":{"rendered":"Wiesn-Wirte setzen mit Oktoberfestkrug auf Nostalgie \u2013 und sorgen sich um Tradition"},"content":{"rendered":"<p>        <strong>M\u00fcnchen<\/strong><\/p>\n<p>Das Bier str\u00f6mt, die Kr\u00fcge klirren \u2013 Wiesn! Aber irgendwas ist anders: Die M\u00fcnchnerinnen und M\u00fcnchner sind teils elegant gekleidet, man sieht Damen mit Stola, Herren in Anzug und Krawatte und das Bier wird in Steinkr\u00fcgen ausgeschenkt. Das Bild auf dem diesj\u00e4hrigen Wirte-Krug zeigt das Oktoberfest, wie es noch nach dem Zweiten Weltkrieg war.\u00a0<\/p>\n<p>Die Steinkr\u00fcge waren 1955 abgeschafft worden, seither wird das Bier in Glaskr\u00fcgen ausgeschenkt; Dirndl und Lederhose haben sich als Wiesn-Outfit erst in j\u00fcngerer Vergangenheit durchgesetzt.\u00a0<\/p>\n<p>Lange m\u00fcnchnerische Tradition\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Mir gef\u00e4llt das diesj\u00e4hrige Motiv des Wirtekrugs, das daran erinnert, wie lange es das Oktoberfest schon gibt und wie manche Traditionen bewahrt und gleichzeitig Raum f\u00fcr Ver\u00e4nderungen gelassen wurde&#8220;, sagte Wiesnchef Christian Scharpf. &#8222;Ein Krug wie dieser ist ein St\u00fcck gelebte Wiesn-Erinnerung, das Vergangenheit und Gegenwart zusammenf\u00fchrt.&#8220;<\/p>\n<p>     <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1713324_bierkrug-der-wiesn-wirte-2026_artikelbild-75proz_1GlhOl_an3iHf.jpg\" alt=\"Der Bierkrug der Wiesn-Wirte zeigt ein besonders traditionell-historisches Motiv.\" title=\"Der Bierkrug der Wiesn-Wirte zeigt ein besonders traditionell-historisches Motiv.\" width=\"609\" height=\"406\"\/><\/p>\n<p>      Der Bierkrug der Wiesn-Wirte zeigt ein besonders traditionell-historisches Motiv.<br \/>\n      \u00a9 Peter Kneffel\/dpa<\/p>\n<p>    Der Bierkrug der Wiesn-Wirte zeigt ein besonders traditionell-historisches Motiv.<\/p>\n<p>von Peter Kneffel\/dpa <\/p>\n<p>&#8222;}&#8220;&gt; <\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die historischen Szenen als Verweis auf die lange m\u00fcnchnerische Tradition wirken fast wie ein kleiner Fingerzeig in Zeiten, in denen ein Wirt mit der Forderung nach einer Vergabe von Wiesn-Zelten nach europ\u00e4ischem Vergaberecht f\u00fcr Aufruhr sorgt. \u00dcber seine entsprechende Klage soll im September kurz vor dem Anstich verhandelt werden.<\/p>\n<p>&#8222;Rettet die Wiesn&#8220;<\/p>\n<p>Der Wiesn-Stammgast Armin Jumel hat deshalb eine Online-Petition &#8222;Rettet die Wiesn&#8220; gestartet. Er habe schon gut 5.000 Unterschriften, berichtet der 55-J\u00e4hrige, der seit 36 Jahren an jedem Wiesn-Tag an seinem angestammten Tisch im Festzelt Schottenhamel sitzt. &#8222;Wir m\u00fcssen aufpassen, dass die Wiesn die Wiesn bleibt. Wir wollen das Oktoberfest so traditionell erhalten, wie es geht&#8220;, mahnt er.\u00a0<\/p>\n<p>Freilich m\u00fcsse es Neuerungen geben \u2013 aber es k\u00f6nne nicht sein, dass das Fest komplett gewinn optimiert werde. Und &#8222;dass ein CEO irgendwo in der Welt im 23. Stock entscheidet, wie viele Minuten ich an meinem Tisch sitzen darf \u2013 um alles noch mehr zu optimieren&#8220;. Jumel, dessen Familie den Tisch seit der Wiederer\u00f6ffnung der Wiesn nach dem Krieg 1949 hat, will die Unterschriften nach f\u00fcnf Monaten an die <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/regierung-von-oberbayern\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Regierung von Oberbayern<\/a> \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>Die Wirte-Sprecher Peter Inselkammer und <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/person\/christian-schottenhamel\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Christian Schottenhamel<\/a> hatten mehrfach vor einem Ausverkauf der Tradition und grenzenloser Kommerzialisierung durch eine europaweite Ausschreibung gewarnt. Die Wiesn d\u00fcrfe nicht internationalen Multis geopfert werden, die nur auf Gewinnmaximierung aus seien.\u00a0<\/p>\n<p>Steinkrug, Dirndl, Lederhose<\/p>\n<p>Der Krug zeigt auch die \u00fcblichen Insignien der Wirte, darunter die Symbole der 15 gro\u00dfen Zelte: eine Hopfendolde mit Krone f\u00fcr das Hofbr\u00e4uhaus, eine Armbrust f\u00fcrs Armbrustsch\u00fctzenzelt und ein wei\u00dfer Hammel f\u00fcr den Schottenhamel, auch wenn der nur mit einem m geschrieben wird.\u00a0<\/p>\n<p>Begehrtes Sammlerobjekt<\/p>\n<p>Den Krug gibt es seit fast einem Vierteljahrhundert, er erscheint in limitierter Auflage und ist ein begehrtes Sammlerobjekt. Um ihn mit dem Gerstensaft zu f\u00fcllen, m\u00fcssen Wiesn-G\u00e4ste heuer wieder tiefer in die Tasche greifen: Die Ma\u00df kostet zwischen 14,80 Euro und 15,90 Euro.\u00a0<\/p>\n<p>Die Bierpreise steigen damit im Durchschnitt um 2,38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2025 hatte die Ma\u00df noch zwischen 14,50 Euro und 15,80 Euro gekostet. Allj\u00e4hrlich werden in den gut zwei Festwochen rund sieben Millionen Ma\u00df Bier getrunken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00fcnchen Das Bier str\u00f6mt, die Kr\u00fcge klirren \u2013 Wiesn! 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