{"id":1165492,"date":"2026-07-14T07:42:22","date_gmt":"2026-07-14T07:42:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1165492\/"},"modified":"2026-07-14T07:42:22","modified_gmt":"2026-07-14T07:42:22","slug":"eichen-netzwanzen-lieben-die-hitze-invasiver-schaedling-breitet-sich-in-deutschland-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1165492\/","title":{"rendered":"Eichen-Netzwanzen lieben die Hitze: Invasiver Sch\u00e4dling breitet sich in Deutschland aus"},"content":{"rendered":"<p>Die aktuellen Hitze-Episoden bereiten einem Sch\u00e4dling ideale Voraussetzungen: Die Eichen-Netzwanze breitet sich in Deutschland aus. Experten warnen vor massiven Folgen f\u00fcr Eichen durch das \u201ebedrohlichste invasive Gliederf\u00fc\u00dfertier\u201c.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Mit der Hitzewelle taucht in Deutschland ein Sch\u00e4dling vermehrt auf: Die Eichen-Netzwanze verbreitet sich in diesem Sommer mancherorts massiv. Dass sich die aus Nordamerika stammenden invasiven Sch\u00e4dlinge hierzulande vehement ansiedeln, sei neu, sagte der Direktor des Karlsruher Naturkundemuseums, Martin Husemann. \u201eIch denke, dass sie sich schnell \u00fcber Deutschland ausbreiten.\u201c<\/p>\n<p>Die ohnehin schon durch die Trockenheit geschw\u00e4chten Eichen w\u00fcrden durch den Wanzenbefall zus\u00e4tzlich geschw\u00e4cht, erkl\u00e4rte Husemann. \u201eWas das f\u00fcr Auswirkungen hat, kann man bisher nicht so richtig einsch\u00e4tzen.\u201c<\/p>\n<p>Eichen-Netzwanzen (Corythucha arcuata) werden etwa drei Millimeter gro\u00df. Markante dunkle Flecken auf den sonst durchsichtigen Fl\u00fcgeln unterscheiden sie von den verwandten Platanen-Netzwanzen (Corythucha ciliata).<\/p>\n<p>Die Insekten saugen an der Unterseite der Bl\u00e4tter verschiedenster Eichenarten. Zu sehen sind dann \u2013 etwa in Karlsruhe \u2013 hellgelbe Verf\u00e4rbungen. Die Bl\u00e4tter k\u00f6nnen auch vertrocknen. Zudem mache die Schw\u00e4chung es anderen Krankheiten wie Mehltau leichter, erkl\u00e4rte Husemann. Fachleute sehen in den Tieren eine erhebliche Bedrohung f\u00fcr die europ\u00e4ischen Eichenw\u00e4lder.<\/p>\n<p>Im Jahr 2021 hatte die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-W\u00fcrttemberg den Fund einer Eichen-Netzwanze best\u00e4tigt. Diese habe damit Deutschland erreicht, teilte die FVA dazu mit. <\/p>\n<p>Erstmals in Europa sei sie im Jahr 2000 in Italien nachgewiesen worden. Laut FVA war davon auszugehen, dass die Tiere entlang der Bahnstrecke zwischen Mannheim und Karlsruhe durch mit dem Wind vorbeifahrender Z\u00fcge verwirbelt wurden und sich so in Baden-W\u00fcrttemberg ausbreiteten.<\/p>\n<p>Eichen-\u00d6kosysteme bedroht <\/p>\n<p>\u201eBesonders beunruhigend ist das rasante Tempo ihrer Ausbreitung seit ihrer Ankunft\u201c, schreibt ein internationales Forscherteam, zu dem Husemann z\u00e4hlte, in einer 2024 ver\u00f6ffentlichten Studie. \u201eMan kann mit Fug und Recht behaupten, dass sie das bedrohlichste invasive Gliederf\u00fc\u00dfertier in europ\u00e4ischen Eichen-\u00d6kosystemen ist und vielf\u00e4ltige negative Auswirkungen nicht nur auf die Eichen selbst, sondern auch auf die Nahrungsnetze der Eichen hat.\u201c <\/p>\n<p>Der Klimawandel tr\u00e4gt seinen Teil zur Ausbreitung bei. Zudem blieben die Wanzen leicht an Haaren oder Kleidung h\u00e4ngen und w\u00fcrden so verschleppt, sagte Husemann. Auch k\u00f6nnen die Wanzen gut fliegen und \u00fcberwintern unter der dicken Rinde der B\u00e4ume.<\/p>\n<p>\u201eProblematisch ist, dass man \u00fcber Ausbreitung und Folgen hier noch relativ wenig wei\u00df\u201c, sagte der Museumsdirektor. Weil Eichen-Netzwanzen recht unscheinbar seien, werde das Thema nicht so richtig wahrgenommen. In ihrer Heimat h\u00e4tten die Tiere nat\u00fcrliche Gegenspieler, die hierzulande noch fehlten.<\/p>\n<p>dpa\/rc<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die aktuellen Hitze-Episoden bereiten einem Sch\u00e4dling ideale Voraussetzungen: Die Eichen-Netzwanze breitet sich in Deutschland aus. 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