{"id":1166304,"date":"2026-07-14T15:34:31","date_gmt":"2026-07-14T15:34:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1166304\/"},"modified":"2026-07-14T15:34:31","modified_gmt":"2026-07-14T15:34:31","slug":"china-politik-wie-deutschland-seine-industrie-schuetzen-will","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1166304\/","title":{"rendered":"China-Politik: Wie Deutschland seine Industrie sch\u00fctzen will"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/konjunktur-358.jpg\" alt=\"Dunkle Wolken \u00fcber dem Hamburger Containerhafen.\" title=\"Dunkle Wolken \u00fcber dem Hamburger Containerhafen. | picture alliance \/ Maximilian Ko\"\/><\/p>\n<p>                    <strong>Analyse<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 14.07.2026 \u2022 16:37 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Der Verlust deutscher Industriearbeitspl\u00e4tze wird zunehmend auf China zur\u00fcckgef\u00fchrt. Die Bundesregierung setzt deshalb auf einen h\u00e4rteren Kurs gegen\u00fcber Peking. Doch die neue Strategie birgt auch Risiken.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/ruth-kirchner-106.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Ruth Kirchner\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ruth-kirchner-108.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein unscheinbarer Besprechungsraum im Reichstag. An der Wand ein Gem\u00e4lde mit dem Titel &#8222;Panik&#8220;. Der Name passt irgendwie zu dem, was Anton Hofreiter (Gr\u00fcne) und Johannes Volkmann (CDU) in ungew\u00f6hnlicher Einm\u00fctigkeit vortragen und sp\u00e4ter in Interviews wiederholen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Die Situation ist dramatisch&#8220;, warnt Volkmann. Deutschland verliere 10.000 Industriearbeitspl\u00e4tze im Monat. &#8222;Ein Gro\u00dfteil dieser Arbeitsplatzverluste ist auf unfairen Wettbewerb aus China zur\u00fcckzuf\u00fchren.&#8220;<\/p>\n<p>    Sorge um den Standort<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Volkmann besch\u00e4ftigt sich seit Jahren mit China, warnt vor Abh\u00e4ngigkeiten und staatlich subventionierten \u00dcberkapazit\u00e4ten, mit denen chinesische Unternehmen Konkurrenten aus dem Markt dr\u00e4ngen &#8211; gerade in f\u00fcr Deutschland wichtigen, technologieintensiven Branchen wie der Automobilindustrie und im Maschinenbau. Die k\u00fcnstliche niedrig gehaltene chinesische W\u00e4hrung verschafft Chinas Exporteuren weitere Vorteile.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Volkmann und Hofreiter verbindet die Sorge um den Industriestandort Deutschland. Der gr\u00fcne Oppositionspolitiker sagt, ohne Gegenma\u00dfnahmen drohe eine Deindustrialisierung mit dramatischen Folgen. &#8222;Wenn wir uns nicht wehren, verlieren wir Wohlstand und Freiheit.&#8220; Denn dann dr\u00e4nge sich der Eindruck auf, &#8222;dass die chinesische Diktatur den Systemwettbewerb gegen die freiheitliche Demokratie gewonnen hat&#8220;.<\/p>\n<p>    Chinas \u00dcbermacht<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Warnungen vor dem sogenannten China-Schock werden seit Monaten lauter. <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/unternehmen\/vw-krise-blume-100.html\" title=\"VW-Chef sieht &quot;intelligentere L\u00f6sungen&quot; als Werksschlie\u00dfungen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Krise bei Volkswagen<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/finanzen\/autobranche-vw-mercedes-bmw-100.html\" title=\"Alarmsignale aus der deutschen Autobranche\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in der gesamten Automobilindustrie<\/a>, die schw\u00e4chelnde deutsche Wirtschaft &#8211; die Probleme sind nicht nur hausgemacht. Deutsche Exporte nach China sind eingebrochen; die chinesische \u00dcbermacht auf vielen M\u00e4rkten kostet Deutschland l\u00e4ngst Wachstum, sagen Fachleute. Innenpolitische Reformen und B\u00fcrokratieabbau allein k\u00f6nnten das China-Problem nicht l\u00f6sen, betonen Volkmann und Hofreiter.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Diese Erkenntnis hat sich auch in der Bundesregierung durchgesetzt. Bundeskanzler Friedrich Merz fand zuletzt ziemlich klare Worte. Deutschland stelle sich dem internationalen Wettbewerb, betonte er. &#8222;Aber wir wehren uns auch gegen unfaire Handelspraktiken.&#8220; Kritik \u00fcbte er auch an Chinas Geldpolitik.<\/p>\n<p>    Koalition stellt Ma\u00dfnahmen vor<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bei ihrem <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/analyse-koalition-reformpaket-100.html\" title=\"Koalition stellt Reformpl\u00e4ne vor: Ein staatstragender Auftritt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Koalitionsausschuss Anfang des Monats<\/a> hat die Koalitionsspitze erstmals ausbuchstabiert, welche Ma\u00dfnahmen Deutschland auf EU-Ebene mittragen k\u00f6nnte: zum Beispiel h\u00f6here Ausgleichsz\u00f6lle; Klauseln, die EU-Anbietern bei bestimmten \u00f6ffentlichen F\u00f6rderprogrammen den Vorrang geben; in Einzelf\u00e4llen k\u00f6nnten sogar Investoren aus dem au\u00dfereurop\u00e4ischen Ausland verpflichtet werden, technologisches Wissen an ihre EU-Partner weiterzugeben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">CDU-Au\u00dfenpolitiker Volkmann spricht von einem &#8222;guten Signal&#8220; und einer &#8222;Schubumkehr&#8220; in der deutschen China-Politik. Darauf m\u00fcssten jetzt auf EU-Ebene konkrete Ma\u00dfnahmen folgen. Auch Oppositionspolitiker Hofreiter sieht positive Ans\u00e4tze: &#8222;Das geht langsam in die richtige Richtung&#8220;, lobt er und fordert im gleichen Atemzug mehr Tempo. Viel zu lange habe die Bundesregierung auf europ\u00e4ischer Ebene gebremst.<\/p>\n<p>    H\u00e4rter und im Ton etwas sch\u00e4rfer<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Lange hat die Bundesregierung vor allem auf enge Zusammenarbeit mit China gesetzt, auf den gro\u00dfen Absatzmarkt, auf China als Produktionsstandort. Gro\u00dfe Konzerne, wie die deutschen Autobauer, BASF oder Siemens haben massiv in China investiert. Sie f\u00fcrchten Nachteile, sollte die Europ\u00e4ische Union eine h\u00e4rtere Gangart beschlie\u00dfen. China droht bereits mit Gegenma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das w\u00fcrde Deutschland hart treffen, r\u00e4umt Volkmann ein, aber, &#8222;es kann nicht in unserem nationalen Interesse sein, dass wir St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck unseren Mittelstand an chinesische \u00dcberkapazit\u00e4ten verf\u00fcttern, in der Hoffnung, dass einige deutsche Gro\u00dfunternehmen als Letztes gefressen werden&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Herbst will die EU-Kommission Vorschl\u00e4ge f\u00fcr den weiteren Umgang mit China machen. Frankreich dr\u00e4ngt auf einen harten Kurs, spricht von der &#8222;China-Dampfwalze&#8220;, die Europa plattzumachen droht. So weit w\u00fcrde die Bundesregierung in ihrer Wortwahl nicht gehen. Aber zumindest etwas h\u00e4rter und im Ton etwas sch\u00e4rfer als bisher d\u00fcrfte auch ihre China-Politik k\u00fcnftig ausfallen.<\/p>\n<p>    Mehr China unter strengen Vorgaben?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Den Wunsch, robuster aufzutreten und &#8222;China sozusagen gegen das Schienbein zu treten&#8220;, kann Sebastian Heilmann nachvollziehen. Der Politikwissenschaftler von der Universit\u00e4t Trier bezweifelt aber, ob man damit China zu Verhandlungen zwingen kann. Denn wer mit Z\u00f6llen und anderen Strafma\u00dfnahmen droht, muss auch bereit sein, die Konsequenzen zu tragen. Einen Handelskrieg mit China aber w\u00fcrde die EU kaum gewinnen k\u00f6nnen, die Abh\u00e4ngigkeiten &#8211; etwa bei Seltenen Erden &#8211; sind zu gro\u00df, die wirtschaftlichen Kosten w\u00e4ren sofort sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zudem wird Abschottung allein die deutsche Industrie nicht retten, warnt Heilmann. &#8222;Wir bauen dann hier ein Industriemuseum in Europa auf.&#8220; Wer ausl\u00e4ndische Konkurrenz versucht, rauszuhalten, k\u00f6nne technologisch und bei der Innovationskraft leicht ins Hintertreffen geraten. &#8222;Am Ende fallen wir zur\u00fcck und sind dann international auch nicht mehr konkurrenzf\u00e4hig.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Heilmann pl\u00e4diert stattdessen daf\u00fcr, unter strengen Vorgaben mehr China zuzulassen &#8211; mehr chinesische Technologie, Innovation und Produktion nach Europa zu holen. Gerade in der Automobilindustrie gebe es gemeinsame Interessen an einer engeren Zusammenarbeit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Der Druck ist extrem&#8220;, mahnt Heilmann, &#8222;denn wenn wir es laufen lassen wie bisher, werden wir gro\u00dfe Automobilstandorte abst\u00fcrzen sehen.&#8220; Und dann habe die Bundesregierung auch ein massives innenpolitisches Problem.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Analyse Stand: 14.07.2026 \u2022 16:37 Uhr Der Verlust deutscher Industriearbeitspl\u00e4tze wird zunehmend auf China zur\u00fcckgef\u00fchrt. 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