{"id":1166649,"date":"2026-07-14T18:57:18","date_gmt":"2026-07-14T18:57:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1166649\/"},"modified":"2026-07-14T18:57:18","modified_gmt":"2026-07-14T18:57:18","slug":"wipo-report-patentboom-bei-generativer-ki-deutschland-fuehrt-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1166649\/","title":{"rendered":"WIPO-Report: Patentboom bei generativer KI \u2013 Deutschland f\u00fchrt in Europa"},"content":{"rendered":"<p>Die Erforschung und kommerzielle Nutzung generativer K\u00fcnstlicher Intelligenz (GenAI) hat zu einer hohen Dynamik auf dem globalen Patentmarkt gef\u00fchrt. Laut einem Bericht der Weltorganisation f\u00fcr geistiges Eigentum (WIPO) wurden 2024 und 2025 weltweit mehr als 56.000 neue GenAI-Patentfamilien ver\u00f6ffentlicht. Damit \u00fcbertrifft der Output der vergangenen zwei Jahre die Gesamtzahl aller entsprechenden Patentanmeldungen des vorherigen Jahrzehnts. Zwischen 2023 und 2025 stieg die Zahl der j\u00e4hrlichen Ver\u00f6ffentlichungen von rund 14.000 auf \u00fcber 37.800.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>2025 erreichte der Anteil von GenAI an allen KI-bezogenen Patenten 8,7 Prozent, nach 4,2 Prozent im Jahr 2017. Der WIPO zufolge spiegelt der Anstieg das Auslaufen der \u00fcblichen 18-monatigen Verz\u00f6gerung zwischen Anmeldung und Ver\u00f6ffentlichung wider, die auf den weltweiten Forschungsboom nach der Vorstellung von ChatGPT Ende 2022 folgte.<\/p>\n<p>Deutschland \u00fcberrundet Gro\u00dfbritannien<\/p>\n<p>Europa <a href=\"https:\/\/www.wipo.int\/web-publications\/spark-patent-trends-update-in-genai\/assets\/97929\/1089%203%20-%20SPARK%20Patent%20Trends%20Update%20in%20Gen%20AI%20-%20EN.pdf\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">liegt im globalen Vergleich zwar hinter Asien und den USA<\/a>. Es zeigt aber zumindest eine hohe Wachstumsdynamik. In Europa hat Deutschland Gro\u00dfbritannien als f\u00fchrenden Erfinderstandort f\u00fcr generative KI \u00fcberholt. Mit einer durchschnittlichen j\u00e4hrlichen Wachstumsrate von 85 Prozent zwischen 2023 und 2025 belegt die Bundesrepublik weltweit Rang sechs. Gro\u00dfbritannien folgt mit 69 Prozent Wachstum auf Platz acht.<\/p>\n<p>Getragen wird der Aufstieg vor allem von der heimischen Industrie. So schaffte Bosch mit 368 Patentfamilien als Neueinsteiger den Sprung in die Top 25 der weltweiten Patentinhaber. F\u00fcr die WIPO zeigt das, dass GenAI l\u00e4ngst nicht mehr nur ein Thema von Software- und Internetkonzernen ist. KI erreiche zunehmend Industrie, Logistik und Infrastruktur. Auch die Schweiz holte mit einer j\u00e4hrlichen Wachstumsrate von 124 Prozent auf.<\/p>\n<p>Softbank f\u00fchrt, OpenAI setzt auf Geheimhaltung<\/p>\n<p>Global bleibt China unangefochtener Spitzenreiter. Chinesische Entwickler ver\u00f6ffentlichten 2024 und 2025 mehr als 43.000 Patentfamilien und \u00fcbertrafen damit ebenfalls ihre Gesamtleistung des vorherigen Jahrzehnts. Es folgen die USA, deren kommerzielle GenAI-Entwicklung einer j\u00e4hrlichen Wachstumsrate von 92 Prozent entspricht. Die h\u00f6chste relative Zunahme unter den Top-Nationen verzeichnete Japan mit 210 Prozent \u2013 vor allem dank der KI-Strategie von Softbank. Der Konzern publizierte knapp 3000 Patentfamilien und f\u00fchrt so die Rangliste der einzelnen Patentinhaber vor Tencent, Ping An und Baidu an.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Auch Alphabet, Microsoft und IBM geh\u00f6ren zu den f\u00fchrenden Patentinhabern. OpenAI verfolgt dagegen eine andere Strategie: Ende 2025 verf\u00fcgte das Unternehmen weltweit nur \u00fcber 35 Patentanmeldungen. Es setzt st\u00e4rker auf Gesch\u00e4ftsgeheimnisse sowie schnelle Produktentwicklung.<\/p>\n<p>Technologisch dokumentiert der WIPO-Bericht einen grundlegenden Wandel: Gro\u00dfe Sprachmodelle (LLMs) haben die zuvor dominierenden <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/Duell-der-KIs-4133903.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Generative Adversarial Networks (GANs)<\/a> klar \u00fcberholt. 2025 entfielen rund 14.100 Patentfamilien auf LLMs, gegen\u00fcber etwa 5200 auf GANs. Diffusionsmodelle belegen inzwischen Rang drei. Bild- und Videoanwendungen dominieren zwar weiterhin, doch Text- und Softwarecode-Anwendungen holen deutlich auf. F\u00fcr die Zukunft erwartet die WIPO eine st\u00e4rkere Internationalisierung der Schutzrechte. Bislang entfallen nur rund 9 Prozent der GenAI-Patentfamilien auf internationale Anmeldungen. Mit zunehmender Marktreife d\u00fcrfte sich der Wettbewerb um globale Schutzrechte versch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:wpl@heise.de\" title=\"Werner Pluta\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wpl<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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