{"id":1167419,"date":"2026-07-15T02:44:48","date_gmt":"2026-07-15T02:44:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1167419\/"},"modified":"2026-07-15T02:44:48","modified_gmt":"2026-07-15T02:44:48","slug":"die-buhmaenner-der-nation-auch-jobcenter-beschaeftigte-in-leipzig-berichten-von-ueberlastung-und-gewalt-im-alltag-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1167419\/","title":{"rendered":"Die Buhm\u00e4nner der Nation: Auch Jobcenter-Besch\u00e4ftigte in Leipzig berichten von \u00dcberlastung und Gewalt im Alltag \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Auch die Besch\u00e4ftigten des Leipziger Jobcenters arbeiten am Limit: Das zeigt eine aktuelle bundesweite ver.di-Befragung unter Besch\u00e4ftigten in Jobcentern. Die Ergebnisse aus Leipzig zeichnen dabei nahezu dasselbe Bild wie die bundesweite ver.di-Befragung unter rund 6.800 Jobcenter-Besch\u00e4ftigten: hohe Arbeitsbelastung, Personalmangel, \u00dcberstunden und gesundheitliche Folgen. Und sie fangen den ganzen Frust f\u00fcr eine verpeilte Bundespolitik ab, berichten \u00fcber zunehmende Gewalterfahrungen im Alltag.<\/p>\n<p>In Leipzig bewerten \u00fcber 80 Prozent der Befragten ihre Arbeitsbelastung als hoch oder sehr hoch, zwei Drittel leisten regelm\u00e4\u00dfig \u00dcberstunden. Fast die H\u00e4lfte berichtet von h\u00e4ufigen Ersch\u00f6pfungs- und Stresssymptomen. Damit liegen die Ergebnisse nahezu auf dem Niveau der bundesweiten Befragung, stellt ver.di fest.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/0c00f45a0ff04a55991ae1344b9e081b.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/wirtschaft-leipzig\/2026\/07\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/wirtschaft-leipzig\/2026\/07\/1\"\/><\/p>\n<p>Auch Gewalt geh\u00f6rt f\u00fcr viele Besch\u00e4ftigte zum Berufsalltag: 55 Prozent der Befragten haben bereits \u00dcbergriffe erlebt. Genannt werden Beleidigungen, Morddrohungen, Stalking, sexuelle Bel\u00e4stigungen und k\u00f6rperliche Angriffe.<\/p>\n<p>Ein \u00fcberlastetes System<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Zust\u00e4nde sind hausgemacht, Folge einer Politik, die den Deutschen immer wieder Faulheit und fehlende Leistungsbereitschaft attestiert und immer wieder dieselben prek\u00e4r Besch\u00e4ftigten glaubt mit Sanktionen \u00fcberziehen zu m\u00fcssen, die nach jeder K\u00fcndigung sofort im Jobcenter landen, weil sie einfach nie genug verdient haben. Das Ergebnis. Die Jobcenter sind mehr mit \u201eErziehungsma\u00dfnahmen\u201c besch\u00e4ftigt als mit der tats\u00e4chlichen Hilfe bei der Vermittlung in neue Jobs. Und dass dann selbst die T\u00e4tigkeit der Jobcenter-Besch\u00e4ftigten nicht wertgesch\u00e4tzt wird, bringt das Fass letztlich zum \u00dcberlaufen.<\/p>\n<p>Und so sch\u00e4tzt es auch ver.di ein: Als gr\u00f6\u00dfte Probleme benennen die Besch\u00e4ftigten zu hohe Fallzahlen, fehlendes Personal, st\u00e4ndige Umstrukturierungen, hohe Krankenst\u00e4nde sowie mangelnde Wertsch\u00e4tzung. Viele kritisieren zudem die unterschiedliche Bezahlung von kommunalen Besch\u00e4ftigten und Besch\u00e4ftigten der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit bei vergleichbarer T\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Mit \u201eReformen\u201c \u00fcberh\u00e4uft<\/p>\n<p>\u201eUnser Ziel ist es, unseren Kundinnen und Kunden eine gute Beratung und m\u00f6glichst die passende Unterst\u00fctzung zu bieten. Stattdessen sind wir damit besch\u00e4ftigt, die Gesetzes\u00e4nderungen, immer neue Vorgaben und Umstrukturierungen umzusetzen. Dies alles muss gleichzeitig geschehen und das sorgt daf\u00fcr, dass viele Kolleginnen und Kollegen \u00fcberlastet sind und die freie Zeit zur Erholung nicht mehr ausreicht\u201c, so Bastian M\u00fcller, Mitarbeiter im Jobcenter.<\/p>\n<p>\u201eDie Leipziger Ergebnisse best\u00e4tigen nahezu eins zu eins die bundesweiten Befunde des ver.di-Jobcenter-Reports. Die Probleme sind nicht individuell und auch kein lokales Ph\u00e4nomen, sondern strukturell. Die Besch\u00e4ftigten stemmen immer mehr Aufgaben mit zu wenig Personal. Gleichzeitig erleben viele Gewalt, hohe psychische Belastungen und mangelnde Anerkennung f\u00fcr ihre Arbeit. Wer leistungsf\u00e4hige Jobcenter will, muss endlich f\u00fcr ausreichend Personal, bessere Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung sorgen. Gleiche Arbeit muss auch gleich bezahlt werden\u201c, kritisiert Katharina Raschdorf, Gewerkschaftssekret\u00e4rin ver.di.<\/p>\n<p>Als wichtigste Verbesserungen nennen die Besch\u00e4ftigten mehr Personal, mehr unbefristete Stellen, geringere Fallzahlen, verl\u00e4ssliche Vertretungsregelungen und eine fr\u00fchzeitige Nachbesetzung frei werdender Stellen. \u00dcberdies w\u00fcnschen sie sich mehr Zeit f\u00fcr die eigentliche Beratungsarbeit, eine bessere technische und r\u00e4umliche Ausstattung, realistische Betreuungsschl\u00fcssel, mehr Planungssicherheit sowie gleiche Bezahlung f\u00fcr gleiche Arbeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auch die Besch\u00e4ftigten des Leipziger Jobcenters arbeiten am Limit: Das zeigt eine aktuelle bundesweite ver.di-Befragung unter Besch\u00e4ftigten in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1167420,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[25748,2555,10472,3364,29,30,71,859,26217],"class_list":["post-1167419","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-jobcenter","tag-arbeitsbedingungen","tag-arbeitsbelastung","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-leipzig","tag-sachsen","tag-ver-di"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116921700777080206","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1167419","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1167419"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1167419\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1167420"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1167419"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1167419"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1167419"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}