{"id":117066,"date":"2025-05-17T06:27:12","date_gmt":"2025-05-17T06:27:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/117066\/"},"modified":"2025-05-17T06:27:12","modified_gmt":"2025-05-17T06:27:12","slug":"wie-die-smartphonenutzung-der-eltern-kleinkinder-beeinflusst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/117066\/","title":{"rendered":"Wie die Smartphonenutzung der Eltern Kleinkinder beeinflusst"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 17.05.2025 04:55 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Sind Eltern viel am Handy, kann das auch deren Kindern schaden &#8211; und das mehr als den meisten bewusst ist. Eine neue Studie zeigt: Allein das Checken von Benachrichtigungen k\u00f6nnte einen Einfluss haben.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Anja Braun und Emily Burkhart, SWR\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs ist kein seltenes Bild auf Spielpl\u00e4tzen: W\u00e4hrend die Kinder L\u00f6cher im Sand graben, scrollt mindestens die H\u00e4lfte der Eltern durchs Handy &#8211; und f\u00fchlt sich eher gest\u00f6rt, wenn die Kleinen ihre Aufmerksamkeit suchen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch eine aktuelle Studie zeigt: Die digitale Ablenkung durch Smartphones oder Tablets kann bei Kindern &#8211; besonders im Alter bis f\u00fcnf Jahre &#8211;<strong> <\/strong>mehr Schaden anrichten, als den meisten Eltern wohl bewusst ist. In der Forschung wird das als Technologie-Interferenz bezeichnet, kurz Technoferenz. Sie tritt auf, wenn die Interaktion und Kommunikation durch die Verwendung digitaler Ger\u00e4te gest\u00f6rt wird.\u00a0<\/p>\n<p>    Folgen f\u00fcr die kognitive Entwicklung des Kindes<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nForschende der University of Wollongong in Australien <a href=\"https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jamapediatrics\/article-abstract\/2833506\" title=\"Studie: Mediennutzung der Eltern in der Gegenwart eines Kindes\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">analysierten Daten aus 21 Forschungsarbeiten<\/a> mit fast 15.000 Teilnehmern aus zehn L\u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Forschungsteam kommt zu dem Ergebnis: Kinder deren Eltern h\u00e4ufig am Ger\u00e4t waren, zeigten geringere kognitive F\u00e4higkeiten, eher emotionale Probleme sowie Verhaltensprobleme und verhielten sich weniger sozial. Au\u00dferdem h\u00e4tten diese Kinder eine insgesamt schw\u00e4chere Bindung an ihre Eltern und verbr\u00e4chten selbst viel Zeit vor Bildschirmen. Die Unterschiede stufen das Forscherteam zwar eher als gering ein, doch waren sie in fast allen untersuchten Bereichen statistisch messbar.<\/p>\n<p>    &#8222;Anwesend aber nicht emotional verf\u00fcgbar&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas best\u00e4tigt Paula Bleckmann, Professorin f\u00fcr Medienp\u00e4dagogik an der Alanus Hochschule Alfter. &#8222;Der Aufbau einer sicheren Bindung wird massiv gest\u00f6rt, wenn Kleinkinder wieder und wieder Situationen der sogenannten &#8218;absent presence&#8216; erleben: Die Eltern sind k\u00f6rperlich anwesend, aber emotional f\u00fcr das Kind nicht verf\u00fcgbar&#8220;, warnt sie.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch kann sie best\u00e4tigen: Kinder, deren Eltern h\u00e4ufiger digital abgelenkt sind, h\u00e4tten ein signifikant erh\u00f6htes Risiko, digitale Medien selbst schon in j\u00fcngerem Alter und zeitlich ausgedehnter zu nutzen &#8211; bis hin zu einer sp\u00e4teren m\u00f6glichen Sucht. &#8222;Dann fressen Bildschirme die Zeit, die Kinder f\u00fcr den direkten Weltkontakt mit allen Sinnen brauchen, der f\u00fcr ein gesundes Hirnwachstum unerl\u00e4sslich ist. Das hat wiederum negative Folgen f\u00fcr die kognitive Entwicklung&#8220;, so Bleckmann.<\/p>\n<p>    Zusammenhang nicht zwingend kausal<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach den Daten gibt es da einen deutlichen Zusammenhang &#8211; aber dieser war korrelativ. Das hei\u00dft, das eine steht in Beziehung zum anderen, bedingt es aber nicht zwingend. Man kann also nicht sagen, wenn Eltern zu oft am Handy sind, dann schaden sie automatisch der Entwicklung ihrer Kinder. Aber die \u00dcberblicksstudie zeigt eindeutig die Beobachtung: Wenn Eltern viel am Handy h\u00e4ngen, haben die Kinder mehr Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, ihre Gef\u00fchle zu regulieren und gute Noten zu bekommen.<\/p>\n<p>    Verz\u00f6gert, oberfl\u00e4chlich oder abweisend<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWenn Mama oder Papa \u00f6fter das Handy benutzen, so die Studie, bekomme das Ger\u00e4t Aufmerksamkeit, die sonst eher f\u00fcr das Kind da gewesen w\u00e4re. Die Eltern reagierten auf die Signale ihrer Kleinen oft verz\u00f6gerter, h\u00e4ufiger oberfl\u00e4chlich oder oft sogar abweisend &#8211; oder sie n\u00e4hmen sie gar nicht wirklich wahr.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas f\u00fchre dazu, dass die kleinen Kinder weniger geistig angeregt werden durch ihre Eltern, die in der Regel ihr direktes Umfeld sind. Dadurch k\u00f6nne sich zum Beispiel die Sprachentwicklung der Kinder verz\u00f6gern &#8211; das hat eine <a href=\"https:\/\/www.frontiersin.org\/journals\/developmental-psychology\/articles\/10.3389\/fdpys.2024.1404235\/full\" title=\"Studie: Eltern-Bildschirmnutzung und Sprachkenntnisse der Kinder\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">finnische Studie<\/a> gezeigt. Schlicht weil die allt\u00e4gliche verbale Interaktion zwischen Eltern und Kind eingeschr\u00e4nkt ist. Gerade in den ersten Lebensjahren ist das laut Experten eigentlich der einflussreichste Faktor der Sprachentwicklung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWenn Kinder sich h\u00e4ufiger nicht wahrgenommen f\u00fchlen und mit dem Ger\u00e4t um die Aufmerksamkeit ihrer Eltern konkurrieren m\u00fcssen, dann kann das auch negative Auswirkungen auf ihre sozialen F\u00e4higkeiten haben.<\/p>\n<p>    Das Problem wird von Eltern oft nicht gesehen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMehr als 70 Prozent der Eltern haben demnach angegeben, dass sie beim Spielen mit ihren Kindern oder beim Essen digitale Ger\u00e4te benutzen. Doch dass die st\u00e4ndige digitale Ablenkung offenbar den Kindern schadet, sei den meisten Eltern gar nicht bewusst.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDabei spielte laut der Untersuchung die Art der Unterbrechung keine gro\u00dfe Rolle: Ob Eltern generell in Anwesenheit ihrer Kinder am Handy waren oder ob eine laufende Eltern-Kind-Interaktion von einer Nachricht oder einem Anruf unterbrochen wurde. Die Auswirkungen auf die Kinder schienen \u00e4hnlich. Hier sei aber weitere Forschung n\u00f6tig, so Wissenschaftler.<\/p>\n<p>    Kleinkinder leiden besonders<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBesonders gravierend sind die Auspr\u00e4gungen von \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Handynutzung der Eltern auf Kleinkinder. Denn da sind die Auswirkungen sehr grundlegend und pr\u00e4gend f\u00fcr die weitere Entwicklung. In der Metastudie wurden deshalb Eltern mit Kindern bis zum Alter von f\u00fcnf Jahren untersucht. Die Forschenden schreiben, dass wechselseitige Interaktionen gerade zu Hause mit den Eltern f\u00fcr die kognitive Entwicklung von Kleinkindern unerl\u00e4sslich sind.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie \u00fcberm\u00e4\u00dfige Handynutzung der Eltern spielt aber auch f\u00fcr \u00e4ltere Kinder eine Rolle, so die Beobachtung einer <a href=\"https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jamanetworkopen\/fullarticle\/2822421\" title=\"Studie: Elterliche Ablenkung durch Technologie\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">kanadischer Studie<\/a>. Dort wurde bei Neun- bis Elfj\u00e4hrigen untersucht, inwieweit die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Smartphone-Nutzung der Eltern die psychische Gesundheit der Kinder beeinflusst. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die h\u00e4ufige Ablenkung der Eltern durch das Handy bei ihren Kindern Angstsymptome, Unaufmerksamkeits- und Hyperaktivit\u00e4tssymptome in der sp\u00e4teren Entwicklung beg\u00fcnstige.<\/p>\n<p>    Was Experten Eltern raten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEltern sollten sich bewusst machen, welche Technikgewohnheiten sie haben und bildschirmfreie Zeiten und Zonen schaffen &#8211; vor allem im Umgang mit dem Nachwuchs. Eltern sind sich h\u00e4ufig wahrscheinlich gar nicht bewusst, wie oft oder wie lange sie Ger\u00e4te in der N\u00e4he ihrer Kinder benutzen. Sie arbeiten nebenher im Homeoffice, nehmen gerade mal einen Anruf entgegen, w\u00e4hrend das Kind aus der Schule erz\u00e4hlt oder tippen beim gemeinsamen Essen rasch die Kuchenzusage f\u00fcr den Basar in die WhatsApp-Gruppe der Kita-Eltern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTechnologie ist aber nicht grunds\u00e4tzlich schlecht, betonen die Forscher. &#8222;Unser Ziel ist es nicht, Eltern ein schlechtes Gewissen zu machen, sondern das Bewusstsein daf\u00fcr zu sch\u00e4rfen, wie sich die allt\u00e4gliche Ger\u00e4tenutzung auf Momente der Verbundenheit auswirken kann und wie kleine, absichtliche \u00c4nderungen einen bedeutenden Unterschied machen k\u00f6nnen&#8220;, sagt Marcelo Toledo-Vargas Hauptautor der Studie. Er r\u00e4t etwa darauf zu achten, dass gerade beim Essen, w\u00e4hrend der Spielzeiten oder beim Ins-Bett-Bringen keine Handys im Raum sind oder stumm geschaltet sind. Das sei schon mal ein erster Schritt, um pr\u00e4sent und aufmerksam bei den Kindern zu sein.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMedienp\u00e4dagogikprofessorin Bleckmann r\u00e4t den Medienkonsum realistisch zu betrachten, denn &#8222;an dem Perfektionsanspruch, zu den Wachzeiten ihres Kinder niemals digital abgelenkt zu sein, w\u00fcrden fast alle scheitern&#8220;. &#8222;Kinder brauchen keine perfekten Eltern, sondern Eltern, die eigene Bed\u00fcrfnisse und kindliche Bed\u00fcrfnisse klug ausbalancieren&#8220;, betont sie. &#8222;Denn stellen Sie sich vor, da ist irgendwann ein riesiger Klo\u00df im Hals der jungen Mutter, die den ganzen Tag mit diesem Kleinkind verbringt, was anstrengend genug ist, und dann noch nicht mal ans Smartphone darf, um ihre Freundin anzurufen, wenn sie die Krise kriegt und ihr die Decke auf den Kopf f\u00e4llt.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 17.05.2025 04:55 Uhr Sind Eltern viel am Handy, kann das auch deren Kindern schaden &#8211; und das&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":117067,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[1459,13,1114,14,15,13353,12,769,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-117066","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-eltern","9":"tag-headlines","10":"tag-kinder","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-psychologie","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-smartphone","16":"tag-top-news","17":"tag-top-meldungen","18":"tag-topmeldungen","19":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114521757631558459","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117066","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=117066"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117066\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/117067"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=117066"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=117066"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=117066"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}