{"id":1171035,"date":"2026-07-16T13:40:17","date_gmt":"2026-07-16T13:40:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1171035\/"},"modified":"2026-07-16T13:40:17","modified_gmt":"2026-07-16T13:40:17","slug":"eu-vorgaben-android-muss-fuer-ki-assistenten-von-fremdanbietern-komplett-oeffnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1171035\/","title":{"rendered":"EU-Vorgaben: Android muss f\u00fcr KI-Assistenten von Fremdanbietern komplett \u00f6ffnen"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              EU-Vorgaben: Android muss f\u00fcr KI-Assistenten von Fremdanbietern komplett \u00f6ffnen<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die EU-Kommission hat am Donnerstag verbindliche Spezifikationsma\u00dfnahmen ver\u00f6ffentlicht, die beschreiben, wie Fremdanbieter ihre KI-Alternativen zu Gemini in Android integrieren d\u00fcrfen. Sie sollen im Sinne der Interoperabilit\u00e4tsvorgaben des Digital Markets Acts (DMA) nach Artikel 6 Absatz 7 die gleichen Zugriffsrechte erhalten wie Googles eigener KI-Assistent. <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/Android\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Android<\/a> gilt seit 2023 unter dem DMA als Gatekeeper und muss f\u00fcr Mitbewerber ge\u00f6ffnet werden.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Gemini soll nicht zur dominierenden Plattform werden<\/p>\n<p>Ende Januar hatte die EU-Kommission das Feststellungsverfahren begonnen und Google eine Frist von sechs Monaten gesetzt, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Google-EU-fordert-Oeffnung-von-Android-fuer-KI-Konkurrenz-binnen-sechs-Monaten-11155741.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">um etwaige technische H\u00fcrden f\u00fcr KI-Assistenten der Mitbewerber auf Android abzubauen<\/a>. Die Aufsichtsbeh\u00f6rden der Europ\u00e4ischen Union pr\u00fcften, ob Google die EU-Vorgaben nach dem Gesetz \u00fcber digitale M\u00e4rkte (DMA) einh\u00e4lt und konkurrierende KI-Software in Android fair behandelt. Im <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Interoperabilitaet-mit-Googles-Android-EU-Kommission-schlaegt-Massnahmen-vor-11274212.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">April stellte die EU dann Ma\u00dfnahmen vor<\/a> und bat um Stellungnahmen interessierter Parteien. Nun hat die EU-Kommission anhand des Feedbacks sowohl von interessierten Unternehmen als auch von Google weitere Details der Integration ver\u00f6ffentlicht, die Google umsetzen muss. Google kann der EU zufolge immer noch gegen die Vorgaben vorgehen.<\/p>\n<p>Nach <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/en\/ip_26_1634\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">den Ausf\u00fchrungen der EU-Kommission<\/a> sollen KI-Chatbots von Fremdanbietern im Android-Betriebssystem den gleichen Funktionsumfang respektive Schnittstellenzugang haben, wie Googles eigener Chatbot Gemini zurzeit besitzt. Zurzeit lassen sich Chatbots in Android installieren und zum Teil auch gegen Gemini austauschen. Den vollen Funktionsumfang, \u00fcber den Gemini in Android verf\u00fcgt, haben sie jedoch nicht. Das soll sich \u00e4ndern. Die EU-Kommission fordert die vorgegebenen Ma\u00dfnahmen, damit Gemini nicht zur dominierenden KI-Plattform auf Android werden kann.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/1\/1\/8\/3\/0\/1\/dma-android-KI-Apps-2e19cce7f3dfca13.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Infografik mit KI-Funktionen, die Google in Android f\u00fcr Fremdanbieter \u00f6ffnen muss. \" height=\"1080\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 1920 \/ 1080; object-fit: cover;\" width=\"1920\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Funktionen, die Google in Android f\u00fcr Fremdanbieter \u00f6ffnen muss.<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0EU)\n    <\/p>\n<p>Neben der M\u00f6glichkeit, den Chatbot mit einem Aktivierungswort zu \u00f6ffnen, m\u00fcssen Nutzerinnen und Nutzer mit den Anwendungen ebenso Essen oder Fahrdienste per Befehl bestellen k\u00f6nnen. \u00dcberdies sollen Fremdanbieter-Apps genauso wie Gemini den Kontext eines Bildschirms erfassen k\u00f6nnen und die Inhalte analysieren. Die Gemini-Alternative soll zudem permanent im Hintergrund arbeiten und auch auf weitere Fremdanbieter-Apps zugreifen k\u00f6nnen, um Aufgaben f\u00fcr den Nutzer zu erledigen. Das hei\u00dft: Fremdanbieter-KI-Apps sollen genauso wie Gemini agentische, mehrstufige Funktionen ausf\u00fchren k\u00f6nnen, erkl\u00e4rt die EU-Kommission in <a href=\"https:\/\/digital-markets-act.ec.europa.eu\/developer-portal\/interoperability\/alphabet-specification-proceedings-interoperability-ai-services_en\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">einem Q&amp;A-Dokument<\/a>.<\/p>\n<p>Das bedeutet letztlich, dass Googles Mitbewerber im KI-Markt Android zu ihren eigenen KI-Gadgets nutzen k\u00f6nnen. F\u00fcr OpenAI, Perplexity und weitere Unternehmen d\u00fcrfte dies eine willkommene \u00d6ffnung des Betriebssystems sein.<\/p>\n<p>Sicherheit<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Damit KI-Fremdanbieter den tiefen Systemzugriff nicht missbrauchen, gelten s\u00e4mtliche \u201eEU-Vorschriften, die Standards f\u00fcr Datenschutz und Sicherheit festlegen, insbesondere die DSGVO und das Gesetz zur Cyber-Resilienz\u201c.<\/p>\n<p>\u00dcberdies sollen die Nutzerinnen und Nutzer durch Einwilligungsmechanismen entscheiden, welche KI-Dienste sie nutzen m\u00f6chten und welche KI-Dienste auf welche Funktionen ihrer Ger\u00e4te zugreifen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Laut der EU k\u00f6nne Google \u201eunter au\u00dfergew\u00f6hnlichen Umst\u00e4nden\u201c [&#8230;] \u201eangesichts der Sensibilit\u00e4t einiger dieser Funktionen objektive und nichtdiskriminierende Zugangsvoraussetzungen festlegen, um den Zugriff auf Dritte zu beschr\u00e4nken, die bestimmte Datenschutz-, Sicherheits- und Integrit\u00e4tsstandards erf\u00fcllen\u201c, hei\u00dft es. Jedoch d\u00fcrfe Google Fremdanbietern keine weiteren kommerziellen Anforderungen auferlegen.<\/p>\n<p>Ab Android 18<\/p>\n<p>Neben Google sollen zudem unabh\u00e4ngige Dritte best\u00e4tigen, dass eine Drittanbieter-KI-App die Sicherheitskriterien erf\u00fclle. Der vorgegebene Zeitrahmen sieht vor, dass Google den \u201eEntwurf der Bedingungen f\u00fcr das Zulassungsprogramm zur Konsultation durch Dritte und die Kommission\u201c zum 1. Februar 2027 ver\u00f6ffentlichen muss.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend muss Google bis zum 1. Mai 2027 die endg\u00fcltigen Bedingungen des Programms ver\u00f6ffentlichen. Ab dem 1. Mai 2027 muss Google schlie\u00dflich Antr\u00e4ge auf die Zertifizierung entgegennehmen. Google darf sich dabei nicht zu viel Zeit lassen: Die Pr\u00fcfung, ob ein bestimmter KI-Dienst die Kriterien erf\u00fclle, m\u00fcsse innerhalb von vier Wochen nach Antragseingang abgeschlossen sein. Nicht-KI-Dienste k\u00f6nnen den Zugang zu den Funktionen \u00fcber ein separates Verfahren beantragen. Ab Juli 2027 sollen Nutzer dann von den \u00c4nderungen an Android profitieren. <\/p>\n<p>Google muss die Ma\u00dfnahmen in der n\u00e4chsten gro\u00dfen Android-Version, also Android 18, sp\u00e4testens bis zum 1. August 2027 umsetzen. Die Erkennung gleichzeitiger Aktivierungsw\u00f6rter muss in Android 19, also sp\u00e4testens bis zum 1. August 2028, implementiert werden. Mit letzterer Funktion lassen sich mehrere KI-Dienste per Sprachbefehl ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>\u201eDie Gesellschaft durchl\u00e4uft derzeit einen tiefgreifenden digitalen Wandel. Wir m\u00fcssen daf\u00fcr sorgen, dass dieser Prozess fair verl\u00e4uft und dass unsere B\u00fcrger Wahlm\u00f6glichkeiten haben. Unsere Entscheidung wird kleineren Wettbewerbern, Suchmaschinen oder KI-Assistenten dabei helfen, im Wettbewerb zu bestehen und diese Wahlm\u00f6glichkeiten zu bieten, w\u00e4hrend gleichzeitig die Privatsph\u00e4re der Nutzer gesch\u00fctzt wird\u201c, sagte Teresa Ribera, Executive Vice-President for Clean, Just and Competitive Transition, zu den Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Henna Virkkunen, Executive Vice-President for Tech Sovereignty, Security and Democracy, erg\u00e4nzt: \u201eMit den heutigen Ma\u00dfnahmen wollen wir Innovation und Vielfalt in der Europ\u00e4ischen Union f\u00f6rdern und einen fairen Wettbewerb auf den M\u00e4rkten f\u00fcr KI-Assistenten f\u00fcr Android-Ger\u00e4te und Suchmaschinen erm\u00f6glichen. Wir hoffen, dass dank dieser Ma\u00dfnahmen neue Alternativen zur Google-Suche und zu Googles KI-Diensten wie Gemini entstehen und dass die Nutzer in der EU von einer gr\u00f6\u00dferen Auswahl an Diensten profitieren k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Google sieht Sicherheit von Millionen Europ\u00e4ern in Gefahr<\/p>\n<p>Auch Google \u00e4u\u00dfert sich zu den Ma\u00dfnahmen: \u201eDie heutigen Entscheidungen aus Br\u00fcssel zum Digital Markets Act (DMA) bergen die Gefahr, wesentliche Schutzmechanismen f\u00fcr die Privatsph\u00e4re und Sicherheit von Millionen Europ\u00e4ern zu untergraben. Wir haben wiederholt L\u00f6sungen vorgeschlagen, um Nutzerinnen und Nutzer zu sch\u00fctzen und gleichzeitig die Ziele des DMA zu erf\u00fcllen; doch diese Entscheidungen lassen umfangreiche Belege f\u00fcr Sch\u00e4den f\u00fcr die Nutzer au\u00dfer Acht.\u201c<\/p>\n<p>Zudem sagt Google, dass KI-Assistenten \u201el\u00e4ngst sicher auf die Funktionen von Android\u201c zugreifen. Hier spielten die Smartphone-Hersteller bei deren \u00dcberpr\u00fcfung eine Schl\u00fcsselrolle. \u201eDer heutige Beschluss zu Android gef\u00e4hrdet jedoch die Ger\u00e4tesicherheit, indem er externen Apps sensible und weitreichende Berechtigungen einr\u00e4umt \u2013 und das ohne besagte Schutzma\u00dfnahmen.\u201c Google erg\u00e4nzt, dass diese \u00d6ffnung zu einem Zeitpunkt geschehe, \u201ean dem die EU-eigene Cybersicherheitsagentur warnt, dass \u201agrundlegende Sicherheitsaspekte im Zeitalter von KI wichtiger sind denn je\u2019\u201c.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Google Android weiter \u00f6ffnen muss, scheint Mitbewerber Apple das KI-Thema in der EU auszusitzen. Der neue KI-Assistent <a class=\"heiseplus-lnk\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/Siri-AI-Warum-EU-iPhones-leer-ausgehen-11348496.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Siri AI wird zun\u00e4chst nicht auf hiesigen iPhones angeboten<\/a>. <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Apple-und-EU-im-Dialog-ueber-Siri-AI-Freischaltung-11352075.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Apple und die EU befinden sich zwar im Dialog<\/a>, ein Ergebnis stehe aber noch aus. Apple sperrt in der EU \u00fcbrigens seit 2024 <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Nicht-nur-Apple-Intelligence-Diese-neuen-Funktionen-sperrt-iOS-18-in-der-EU-9916012.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">einige Funktionen wie iPhone-Mirroring<\/a>, die f\u00fcr den Konzern zu einer \u00d6ffnung seines Betriebssystems iOS f\u00fcr Fremdanbieter f\u00fchren w\u00fcrden.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:afl@heise.de\" title=\"Andreas Floemer\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">afl<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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