{"id":1172900,"date":"2026-07-17T08:05:15","date_gmt":"2026-07-17T08:05:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1172900\/"},"modified":"2026-07-17T08:05:15","modified_gmt":"2026-07-17T08:05:15","slug":"mozarts-requiem-im-dritten-chorkonzert-in-wuppertal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1172900\/","title":{"rendered":"Mozarts Requiem im dritten Chorkonzert in Wuppertal"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Fast 1400 Besucher waren am Mittwochabend zum Chorkonzert in die Historische Stadthalle gekommen. Beim gemeinsamen Konzert von Sinfonieorchester Wuppertal (SOW), Kurrende und M\u00e4dchenkurrende erlebten sie einen grandiosen Saisonabschluss. Und eine Premiere: Das Sinfonieorchester hatte erstmals die Kurrenden zu einem seiner Chorkonzerte eingeladen. Mit Dorothee Mields (Sopran), Bettina Ranch (Alt), Florian Sievers (Tenor) und Thomas Laske (Bariton) konnten hochkar\u00e4tige Solisten gewonnen werden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zu Beginn des Konzerts erklang die Unheil verk\u00fcndende Ouvert\u00fcre zur Oper Don Giovanni. Unter dem achtsamen Dirigat von Lukas Baumann gelang dem SOW die Balance zwischen rasantem Tempo, tr\u00fcgerischer Ruhe und expressiver Kraft. In nur sieben Minuten wurde die Dramatik der Oper erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Weit weg von Mozart bewegte sich das zweite Werk, das Konzert f\u00fcr Orgel, Streicher und Pauke g-Moll von Francis Poulenc (1899-1963). Es erklang in einer expressiven Tonsprache, mal aufbrausend und gewaltig, mal leise und zur\u00fcckgenommen. Jens-Peter Enk versuchte, an der gro\u00dfen Sauer-Orgel die Palette der Emotionen darzustellen. Das gelang zumeist, geriet aber an manchen Stellen zu vehement und f\u00fcr Zuh\u00f6rer, die \u201eMozart\u201c erwartet hatten, irritierend.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nach der Pause standen 75 S\u00e4nger der Wuppertaler Kurrende und knapp 40 S\u00e4ngerinnen der Elberfelder M\u00e4dchenkurrende auf der Chorempore und pr\u00e4sentierten mit \u00e4u\u00dferst wohlklingenden jungen Stimmen das Requiem d-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Es z\u00e4hlt zu seinen gr\u00f6\u00dften Meisterwerken, blieb jedoch unvollendet, da der Komponist vor der Fertigstellung starb. So wurde Mozarts Requiem zu seiner eigenen Totenmesse und zur Quelle vieler Mythen. Im Spielfilm \u201eAmadeus\u201c von Milos Forman zieht sich das Requiem wie ein eindrucksvoller roter Faden durch den Soundtrack.<\/p>\n<p>Grandioser Saisonabschluss f\u00fcr Beteiligte und Besucher      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Unter dem zugewandten, akzentuierten Dirigat von Baumann, dem Leiter der Wuppertaler Kurrende, sangen beide Ch\u00f6re makellos und mit gro\u00dfer Ausdruckskraft. Der Chorgesang sorgte durchg\u00e4ngig f\u00fcr gr\u00f6\u00dften H\u00f6rgenuss. Die vier Solisten gestalteten Mozarts Werk klar und authentisch, ohne Pathos, mit glaubhaften Emotionen und in deutlicher Diktion. Die renommierte Barockspezialistin Dorothee Mields sang mit glockenhellem, klangsch\u00f6nen Sopran, Bettina Ranch \u00fcberzeugte mit samtig warm timbriertem, farbenreichen Mezzo, Florian Sievers mit klarem, klangsch\u00f6nen Tenor. Thomas Laske begeisterte die Zuh\u00f6rer mit seinem wohlt\u00f6nenden, warmen Bass-Bariton. Die Quartette erklangen in gr\u00f6\u00dfter Sch\u00f6nheit und Harmonie. M\u00e4dchen- und Knabensoprane sangen mit eindrucksvoller Lieblichkeit. Zarte Streicherkl\u00e4nge leiteten das dramatische \u201eLacrimosa\u201c ein, das die gut vorbereiteten Ch\u00f6re \u00e4u\u00dferst ergreifend vortrugen. Nach dem \u201eLacrimosa\u201c setzte der Dirigent eine Pause \u2013 hier brach Mozarts Komposition komplett ab. Auch andere Teile des Requiems blieben nur Fragment.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Franz Xaver S\u00fcssmayr, ein Sch\u00fcler Mozarts, vollendete das Sakralwerk im Auftrag von Mozarts Witwe Constanze. Das Sinfonieorchester erzeugte transparenten Mozartklang, lie\u00df Hoffnung, Hoffnungslosigkeit und die Endlichkeit des menschlichen Lebens gleicherma\u00dfen deutlich sp\u00fcren. Das Requiem tr\u00e4gt alle Emotionen in sich, denen ein Mensch angesichts des Todes begegnet: Angst, Wut, Verzweiflung Traurigkeit, Trost. Es war beeindruckend, wie gut es den Kurrendanern \u2013 die j\u00fcngsten erst zehn Jahre alt \u2013 gelang, dies zu vermitteln. Nachdem der letzte Ton verklungen war, hielt das Publikum ergriffen inne. Dann brandete riesengro\u00dfer, nicht enden wollender Beifall auf f\u00fcr einen grandiosen Saisonabschluss f\u00fcr die Beteiligten und die Besucher.<\/p>\n<p class=\"italic richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Kurrende wurde 1924 vom damals 27-j\u00e4hrigen Erich vom Baur gegr\u00fcndet. Das erste Konzert gab der Knabenchor bereits 1924 in der Elberfelder Stadthalle. Heute z\u00e4hlt die Wuppertaler Kurrende zu den renommiertesten Knabench\u00f6ren des Landes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Fast 1400 Besucher waren am Mittwochabend zum Chorkonzert in die Historische Stadthalle gekommen. 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