{"id":1172951,"date":"2026-07-17T08:36:16","date_gmt":"2026-07-17T08:36:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1172951\/"},"modified":"2026-07-17T08:36:16","modified_gmt":"2026-07-17T08:36:16","slug":"ohren-gespitzt-weil-jemand-hier-am-mikro-sitzt-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1172951\/","title":{"rendered":"\u00bbOhren gespitzt, weil jemand hier am Mikro sitzt\u00ab \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>Es ist kurz vor um acht in der Kurt-Masur-Schule. Die meisten Kinder sitzen schon in ihren Klassenr\u00e4umen, einige laufen noch durch die G\u00e4nge \u2013 aber alle h\u00f6ren pl\u00f6tzlich einen Gong \u00fcber die Lautsprecheranlage und schon erklingt in der ganzen Schule ein Jingle: \u00bbGut aufgepasst und Ohren gespitzt, weil jemand hier am Mikro sitzt, im Sch\u00fclerradio.\u00ab Es folgen Musik und ein Radiobeitrag. Das kann ein Interview sein, ausgedachte Quatschnachrichten, eine Umfrage und noch vieles mehr. Das Besondere: Die kleinen Radiomacher und Radiomacherinnen dieser Beitr\u00e4ge sitzen genauso in den Schulklassen oder gehen durch die G\u00e4nge wie die anderen Kinder. Seit zehn Jahren wird hier so der Schultag vom Radio eingel\u00e4utet.<\/p>\n<p>Die Radiobeitr\u00e4ge der Grundschul-Kinder entstehen jede Woche als Teil des Ganztagsangebots der Schule. Interessierte Kinder k\u00f6nnen am Mittwochnachmittag f\u00fcr eine Stunde zu Medienschaffenden werden. Das Angebot ist eine Kooperation der Kurt-Masur-Schule und des Vereins H\u00f6rfunk- und Projektwerkstatt Leipzig. Unterst\u00fctzt werden die Kinder von Katja R\u00f6ckel, die viele in Leipzig als Mrs. Pepstein kennen. R\u00f6ckel macht selbst begeistert Radio (Blau) und Begeisterung ist auch zu sp\u00fcren, wenn sie davon erz\u00e4hlt, wie es ist, die Kinder dabei zu unterst\u00fctzen, sich selbst im Radio auszuprobieren. Vor dem aktuellen Projekt gab es bereits ein Schulradio f\u00fcr die Kinder, das von einer Lehrkraft organisiert wurde. Als R\u00f6ckel dann vor zehn Jahren das Projekt \u00fcbernahm, wurde aus dem Radio f\u00fcr Kinder ein Radio mit Kindern. Das Konzept von R\u00f6ckel hat dabei den Kerngedanken, \u00bbdass viel von den Kindern kommt, dass Themen aus der Schule aufgegriffen werden, aber einfach auch aus den Interessen der Kinder. Dass das Radio ein kreatives Feld ist, wo sie sich selbst ausprobieren k\u00f6nnen.\u00ab In der Stunde entstehen dann verschiedenste Radiobeitr\u00e4ge f\u00fcr die Woche. Ganz begeistert erz\u00e4hlt eins der Kinder: \u00bbIch finde das Radio richtig cool, weil man da so viele Sachen machen kann, die man im normalen Schulalltag nicht machen kann. Zum Beispiel Interviews, Umfragen und Geschichten erz\u00e4hlen und aufnehmen.\u00ab Die Kinder k\u00f6nnen sich dabei selber aussuchen, was sie machen wollen. Manche f\u00fchren lieber Interviews, andere schneiden gerne. Nach den Stunden schneidet Katja R\u00f6ckel meist den Rest der Beitr\u00e4ge zu Ende, Ti Rostalski spielt sie dann aus. Er ist Lehrer an der Schule und ebenfalls sehr stolz auf das Projekt. Trotz des hohen Engagements der Kinder k\u00f6nnen in nur knapp einer Stunde Arbeitszeit nicht f\u00fcr alle f\u00fcnf Schultage Beitr\u00e4ge entstehen. Die restlichen Radiobeitr\u00e4ge werden von Referendaren und Referendarinnen der Schule beigesteuert, die sich am Projekt beteiligen. <\/p>\n<p>Anekdotisch berichtet R\u00f6ckel von einer Sendung, die ihr besonders gut in Erinnerung geblieben ist: Deren Idee basierte darauf, dass sich die Kinder fragten, was nach Weihnachten mit den weggeworfenen Weihnachtsb\u00e4umen passiert. F\u00fcr die Sendung machten sie einen Ausflug zu einer M\u00fclldeponie, wo sie die dort Arbeitenden interviewen konnten. Solche Ausfl\u00fcge sind jedoch eher die Ausnahme, meistens entstehen die Radiobeitr\u00e4ge vor Ort in der Schule. \u00bbIch w\u00fcrde auch gerne mit ihnen mehr im Stadtteil machen, zum Beispiel in die Bibliothek gehen oder so\u00ab, sagt R\u00f6ckel, \u00bbaber das ist in der einen Stunde, die ich nur da bin, und \u00fcber die hinaus ich eh oft noch am Projekt arbeite, leider selten m\u00f6glich.\u00ab Einen gr\u00f6\u00dferen Ausflug gibt es aber in jedem Halbjahr: Dann geht es mit den Kindern in die Studios der H\u00f6rfunk- und Projektwerkstatt Leipzig, wo eine l\u00e4ngere Sendung aus den besten Beitr\u00e4gen des Halbjahres entsteht. Ein Highlight f\u00fcr die Kinder, die davon berichten, dort \u00bbnoch viele Sachen \u00fcber das Radio gelernt\u00ab zu haben.<\/p>\n<p> Man merkt: Sowohl bei der Schule wie beim Team der H\u00f6rfunk- und Projektwerkstatt kommt das Projekt nach nun zehn Jahren weiterhin sehr gut an. Um Nachwuchs muss sich das Projekt nicht sorgen, denn auch f\u00fcr die Kinder, f\u00fcr die das Radio l\u00e4ngst zum Schulalltag geworden ist, sorgt der Anblick der kleinen Reporter und Reporterinnen mit ihren Mikrofonen oft daf\u00fcr, dass die sich selbst mal am Radiomachen ausprobieren wollen.    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist kurz vor um acht in der Kurt-Masur-Schule. 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