{"id":1173365,"date":"2026-07-17T12:45:56","date_gmt":"2026-07-17T12:45:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1173365\/"},"modified":"2026-07-17T12:45:56","modified_gmt":"2026-07-17T12:45:56","slug":"fuenfte-gedenk-und-erinnerungsreise-des-riga-komitees","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1173365\/","title":{"rendered":"F\u00fcnfte Gedenk- und Erinnerungsreise des Riga-Komitees"},"content":{"rendered":"<p>Das Deutsche Riga-Komitee beim Volksbund Deutsche Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge e.V. versteht sich als St\u00e4dteb\u00fcndnis f\u00fcr das Erinnern und Gedenken an die Deportation von J\u00fcdinnen und Juden, insbesondere nach Riga. Dem im Jahr 2000 gegr\u00fcndeten Riga-Komitee geh\u00f6ren inzwischen 80 St\u00e4dte an. Die Landeshauptstadt Hannover geh\u00f6rt zu den Gr\u00fcndungsst\u00e4dten.<\/p>\n<p>Auftakt der Gedenkreise war eine Begr\u00fc\u00dfung der Delegationen durch die Stadt Riga im Rathaus. Oberb\u00fcrgermeister Viesturs Kleinbergs, Stadtratsmitglied Edgars Ikstens und Laura Efeja, Leiterin der Tourismusinformation, standen f\u00fcr Fragen und Diskussionen bereit. In der lettischen Erinnerungskultur spielt neben der Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus die jahrzehntelange sowjetische Besatzung eine gro\u00dfe Rolle. Auch die gegenw\u00e4rtige Bedrohung durch Russland ist dort viel n\u00e4her und pr\u00e4gt die Perspektive.<\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" class=\"fullwidth image-zoomable\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d0cb1a2b7535-am-Gedenkstein-fuer-Hannover-im-Wald-von-Bikernieki.jpg\" alt=\"B\u00fcrgermeister Thomas Hermann und Dr. Jens Binner am Gedenkstein f\u00fcr Hannover im Wald von Bikernieki\" data-copyright-text=\"Gints Ivu\u0161k\u0101ns\" data-large-image=\"https:\/\/www.hannover.de\/var\/storage\/images\/_aliases\/full\/9\/5\/0\/1\/30641059-1-ger-DE\/d0cb1a2b7535-am-Gedenkstein-fuer-Hannover-im-Wald-von-Bikernieki.jpg\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                            \u00a9                                 Gints Ivu\u0161k\u0101ns<\/p>\n<p>B\u00fcrgermeister Thomas Hermann und Dr. Jens Binner am Gedenkstein f\u00fcr Hannover im Wald von Bikernieki<\/p>\n<p>An den Gedenkorten Rumbula und Bahnhof \u0160\u0137irotava gab es kurze Gedenkzeremonien. Im Wald von Rumbula befinden sich die Massengr\u00e4ber von \u00fcber 20.000 erschossenen lettischen J\u00fcdinnen und Juden. Durch diese Mordaktion sollte im Ghetto von Riga Platz f\u00fcr die eintreffenden Transporte mit J\u00fcdinnen und Juden aus dem Deutschen Reich geschaffen werden. Der Bahnhof \u0160\u0137irotava war Endpunkt vieler Deportationen. Der Bahnhof ist aber auch mit der sowjetischen Besatzung verbunden. Er war Ausgangspunkt vieler Z\u00fcge, mit denen Lett*innen in den sowjetischen GULag gebracht wurden.<\/p>\n<p>Am ehemaligen KZ Jungfernhof begegnete die Delegation einer Gruppe von Nachfahren von H\u00e4ftlingen des Konzentrationslagers, die aus Schweden, den USA und weiteren L\u00e4ndern angereist waren. Diese Gruppe war auch Gast beim abendlichen Empfang in der Kleinen Gilde in der Altstadt von Riga, der von der \u00f6sterreichischen und der deutschen Botschaft gemeinsam ausgerichtet wurde.<\/p>\n<p>An der Gedenkst\u00e4tte im Wald von Bikernieki hat das Riga-Komitee eine Gedenkveranstaltung durchgef\u00fchrt, bei der unter anderem Dr. Gundula Bavendamm, Mitglied im Bundesvorstand des Volksbundes Deutsche Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge e.V., und Ilya Lensky, Direktor des Museums der Juden in Lettland, gesprochen haben. Bikernieki war ein zentraler Ort des Massenmordes an J\u00fcdinnen und Juden aus ganz Europa. Aber auch sowjetische Kriegsgefangene wurden hier erschossen. In 55 Massengr\u00e4bern liegen hier die \u00dcberreste von ca. 40.000 Ermordeten.<\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" class=\"fullwidth image-zoomable\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/61203bdb8b35-Margers-Vestermanis-Holocaustueberlebender-Riga.jpg\" alt=\"Mar\u0123ers Vestermanis, 100j\u00e4hriger Holocaust\u00fcberlebender aus Riga\" data-copyright-text=\"Gints Ivu\u0161k\u0101ns\" data-large-image=\"https:\/\/www.hannover.de\/var\/storage\/images\/_aliases\/full\/9\/0\/1\/1\/30641109-1-ger-DE\/61203bdb8b35-Margers-Vestermanis-Holocaustueberlebender-Riga.jpg\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                            \u00a9                                 Gints Ivu\u0161k\u0101ns<\/p>\n<p>Mar\u0123ers Vestermanis, 100j\u00e4hriger Holocaust\u00fcberlebender aus Riga<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend nahm die Delegation an der offiziellen Gedenkveranstaltung zum lettischen Holocaust-Gedenktag an der Ruine der Gro\u00dfen Choral-Synagoge teil. Neben der Ansprache des lettischen Ministerpr\u00e4sidenten Andris Kulbergs erhielten hier besonders die bewegenden Worte des 100-j\u00e4hrigen Holocaust\u00fcberlebenden Mar\u0123ers Vestermanis gro\u00dfe Aufmerksamkeit. Er mahnte, die Erinnerung an die Verbrechen nicht verblassen zu lassen. Sein unabl\u00e4ssiger Kampf f\u00fcr Demokratie und Freiheit ist seine zentrale Lehre aus den damaligen Geschehnissen.<\/p>\n<p>An der Gedenk- und Erinnerungsreise des Riga-Komitees haben \u00fcber 40 Delegierte aus ganz Deutschland teilgenommen. Im gegenseitigen Erfahrungsaustausch wurde deutlich, dass die Besch\u00e4ftigung mit den Ursachen und Folgen der nationalsozialistischen Diktatur gerade in Zeiten zunehmender Demokratiegef\u00e4hrdung eine herausragende Bedeutung f\u00fcr Gegenwart und Zukunft einer freien Gesellschaft hat. Bei einem Symposium Ende September 2026 in N\u00fcrnberg wollen die Mitgliedsst\u00e4dte des Riga-Komitees dar\u00fcber diskutieren, wie sie dazu weiterhin zeitgem\u00e4\u00dfe Beitr\u00e4ge leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Deutsche Riga-Komitee beim Volksbund Deutsche Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge e.V. versteht sich als St\u00e4dteb\u00fcndnis f\u00fcr das Erinnern und Gedenken an&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1173366,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1836],"tags":[245700,3364,26390,29,15738,5972,30,46,9681,1597,1411,26227,210030],"class_list":["post-1173365","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-hannover","tag-245700","tag-de","tag-deportation","tag-deutschland","tag-erinnerungskultur","tag-gedenken","tag-germany","tag-hannover","tag-holocaust","tag-juden","tag-niedersachsen","tag-riga","tag-riga-komitee"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116935394325574409","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1173365","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1173365"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1173365\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1173366"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1173365"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1173365"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1173365"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}