{"id":1173496,"date":"2026-07-17T14:04:16","date_gmt":"2026-07-17T14:04:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1173496\/"},"modified":"2026-07-17T14:04:16","modified_gmt":"2026-07-17T14:04:16","slug":"afd-in-nrw-jetzt-eskaliert-der-konflikt-zwischen-weidel-und-dem-maechtigsten-landeschef-der-afd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1173496\/","title":{"rendered":"AfD in NRW: Jetzt eskaliert der Konflikt zwischen Weidel und dem m\u00e4chtigsten Landeschef der AfD"},"content":{"rendered":"<p>Der Landeschef der NRW-AfD, Martin Vincentz, will die Listenaufstellung f\u00fcr die Landtagswahl fortsetzen \u2013 obwohl die Bundesspitze den Abbruch gefordert hatte. In einem Schreiben erhebt er schwere Vorw\u00fcrfe gegen Parteichefin Alice Weidel.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die Aufstellungsversammlung der nordrhein-westf\u00e4lischen AfD f\u00fcr die Landtagswahl 2027 f\u00fchrt zu einem massiven Zerw\u00fcrfnis zwischen der Bundesvorsitzenden Alice Weidel und dem m\u00e4chtigsten Landesverband der Partei. Weidel hatte den Landesvorsitzenden Martin Vincentz am Donnerstagabend gemeinsam mit dem Co-Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla in einem WELT vorliegenden Schreiben zum Abbruch der Wahlversammlung und zu einer Neuwahl der Liste aufgefordert. <\/p>\n<p>\u201eMehrere in ihrem Kern \u00fcbereinstimmende Schilderungen sprechen daf\u00fcr, dass stimmberechtigte Delegierte bedroht oder erheblich unter Druck gesetzt wurden\u201c, hei\u00dft es in dem Brief \u2013 es drohe eine Nichtzulassung der Landesliste. Solche Vorw\u00fcrfe hatte das Lager um den rechtsextremen Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich gegen das Lager um den innerparteilich gem\u00e4\u00dfigt auftretenden Landeschef Vincentz bereits w\u00e4hrend der Aufstellungsversammlung am vergangenen Wochenende erhoben.<\/p>\n<p>Helferichs Lager, das etwa 40 Prozent der Delegierten versammelt, hatte am Sonntag beim Listenplatz 22 neben den erhobenen Vorw\u00fcrfen mehr als 100 Kandidaten vorgeschlagen und damit f\u00fcr eine Blockade des Parteitags gesorgt, um Verhandlungen f\u00fcr die weitere Listenwahl zu erreichen. Zuvor hatte sich das Vincentz-Lager, das \u00fcber eine Mehrheit verf\u00fcgt, weitgehend durchgesetzt.<\/p>\n<p>Vincentz hat die Forderung der Parteispitze nun zur\u00fcckgewiesen. In einem ebenfalls WELT vorliegenden Schreiben des Landeschefs an Weidel von Freitagmorgen hei\u00dft es: \u201eMit einiger Verwunderung nehme ich zur Kenntnis, dass dem Bundesvorstand zun\u00e4chst eine Mediation \u00fcberaus wichtig war\u00a0\u2013 nachdem die Delegierten eine andere Kandidatenliste gew\u00e4hlt hatten als offenbar erhofft\u00a0\u2013, und dass nun, nachdem diese Mediation an den fortgesetzten Sabotageversuchen gescheitert ist, angebliche Rechtsunsicherheiten angef\u00fchrt werden, die die Liste in G\u00e4nze gef\u00e4hrden sollen.\u201c<\/p>\n<p>Der 40-J\u00e4hrige erhebt einen schweren Vorwurf gegen Weidel: Es dr\u00e4nge sich mithin die Frage auf, \u201eob es um die Rechtssicherheit der Liste geht \u2013 oder um ihre Zusammensetzung\u201c, schreibt er. Weidel unterst\u00fctzt das Lager um Helferich und den Bundesvize Sven Tritschler, Chrupalla ist ein Verb\u00fcndeter von Vincentz. <\/p>\n<p>Die ersten behaupteten Drohungen h\u00e4tten sich bereits \u201enachweislich als unwahr erwiesen\u201c, schreibt Vincentz weiter. \u201eDer Bundesvorstand st\u00fctzt seinen Beschluss damit auf Angaben, die nicht der Aufkl\u00e4rung dienen, sondern der Produktion von Anfechtungsgr\u00fcnden, die bewusst als Drohmittel verwendet werden sollten, um eine f\u00fcr den Bundesvorstand genehme Landtagsliste zu generieren.\u201c <\/p>\n<p>Die Versammlung werde daher am Freitagmorgen fortgesetzt, die beschlossene Landesliste werde fristgerecht bei der Landeswahlleiterin eingereicht. \u00dcber m\u00f6gliche Beschwerden m\u00fcsste am Ende die Landeswahlleiterin entscheiden. Weidel und Chrupalla hatten ihrem Schreiben von Donnerstagabend auf die B\u00fcrgerschaftswahl 2023 in Bremen verwiesen. Die AfD konnte damals nicht antreten, weil sich zwei verfeindete Parteigruppen jeweils mit eigenen Kandidatenlisten beworben hatten. Wegen dieser schweren formalen M\u00e4ngel lie\u00df der Bremer Landeswahlausschuss keine der Listen zur Wahl zu. \u201eEs liegt in Ihrer Verantwortung, ein <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus244342675\/AfD-Bremen-Putschversuch-Chaos-in-der-Partei-fuehrt-zum-Aus-bei-Buergerschaftswahl.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus244342675\/AfD-Bremen-Putschversuch-Chaos-in-der-Partei-fuehrt-zum-Aus-bei-Buergerschaftswahl.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">derartiges Debakel<\/a> im gr\u00f6\u00dften Landesverband der AfD auszuschlie\u00dfen.\u201c <\/p>\n<p>Vincentz wiederum wirft nun Weidel vor, der von ihr geforderte Weg f\u00fchre \u201egenau in das Debakel, das Sie angeblich abwenden wollen\u201c. Eine \u201eNeuaufstellung\u201c erzeuge \u201ezwangsl\u00e4ufig eine zweite Liste\u00a0\u2013 und damit exakt den Bremer Rechtsfehler\u201c.<\/p>\n<p>Vincentz wirft Weidel au\u00dferdem vor, eine Absetzung des Landesvorstands vorzubereiten. \u201eEiner Amtsenthebung eines Landesvorstands, der nichts anderes tut, als geltendes Wahl- und Satzungsrecht zu befolgen, fehlt jede Grundlage \u2013 sie w\u00e4re ein Rechtsversto\u00df des Bundesvorstandes\u201c, schreibt er. <\/p>\n<p>\u201eSchlie\u00dflich spricht es B\u00e4nde, dass die von Ihnen gef\u00fchrte Mehrheit des Bundesvorstands zur dokumentierten Sabotage aus den Reihen des eigenen Vorstands bis heute kein Wort verliert \u2013 kein Wort der Distanzierung, kein Wort der Aufkl\u00e4rung.\u201c Damit bezieht sich Vincentz auf die Blockade der Listenwahl. In einem Brief am Mittwoch hatte Vincentz bereits an die Parteispitze geschrieben, er sei \u201efassungslos, dass eine Bundessprecherin sich nicht klar von derartigen undemokratischen, Antifa-\u00e4hnlichen Ausw\u00fcchsen distanziert\u201c.<\/p>\n<p>Im Interview mit dem WELT-Fernsehsender spielte Vincentz das Zerw\u00fcrfnis mit der Parteichefin am Freitagnachmittag herunter. In Berlin sei man \u201eschlecht informiert\u201c, sagte er. \u201eAuch in den besten Beziehungen kriselt es an der ein oder anderen Stelle mal.\u201c Es gebe aber \u201ekeinen Konflikt zwischen mir und Alice, ganz im Gegenteil\u201c. <\/p>\n<p>WELT hatte am Mittwoch \u00fcber von Vize-Bundeschef Tritschler gegr\u00fcndete Chatgruppe namens \u201eOperation Filibuster\u201c berichtet, in der die Massenkandidaturen und damit einhergehenden Blockaden der Wahlversammlung geplant worden waren. \u201eJetzt mobilisieren f\u00fcr Freitag. Die Schattenarmee muss stehen, egal was passiert\u201c, schrieb Tritschler darin etwa.<\/p>\n<p>Auch mehrere Mitarbeiter des Bundesvorstandsmitglieds Maximilian Kneller waren Teil der Gruppe. Kneller hatte zudem auf X von einem \u201edemokratischen Notwehrrecht\u201c <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/x.com\/maxkneller\/status\/2076951825979236393\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/x.com\/maxkneller\/status\/2076951825979236393&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">gesprochen<\/a>. In einem WELT vorliegenden Brief von etwa 200 Mitgliedern der NRW-AfD, der am Freitagmittag an den Bundesvorstand verschickt werden soll, hei\u00dft es nun: \u201eWir fordern den sofortigen R\u00fccktritt von Sven Tritschler und Maximilian Kneller aus ihren Funktionen im Bundesvorstand sowie die unverz\u00fcgliche Einleitung parteirechtlicher Ordnungsma\u00dfnahmen gegen beide.\u201c<\/p>\n<p>Die Beweislage sei \u201edahingehend erdr\u00fcckend, dass Herr Tritschler und Herr Kneller konspirativ dazu angestiftet haben, den Konflikt zu sch\u00fcren, eskalieren zu lassen und den Parteitag und eine demokratische Listenaufstellung in freier Wahl durch die Delegierten unm\u00f6glich zu machen\u201c, hei\u00dft es in dem Schreiben weiter. \u201eDar\u00fcber hinaus fordern wir Frau Alice Weidel auf, sich \u00f6ffentlich und unmissverst\u00e4ndlich gegen die Sabotage der Listenaufstellung in Nordrhein-Westfalen auszusprechen. Ebenso erwarten wir eine klare und pers\u00f6nliche Distanzierung von Sven Tritschler und Maximilian Kneller.\u201c<\/p>\n<p>Tritschler hatte WELT am Mittwoch gesagt, er habe \u201eseit Monaten auf eine Einigung\u201c hingearbeitet und sei \u201eebenso lange hingehalten\u201c worden. \u201eIch habe mich auch beim besten Willen nicht darum gerissen, die Verhandlungen in dieser verfahrenen Situation zu f\u00fchren, gerne darf das auch ein anderer \u00fcbernehmen.\u201c<\/p>\n<p>Nachdem die Forderung nach einem Abbruch der Listenwahl durch die Parteispitze am Donnerstagabend \u00f6ffentlich wurde, hie\u00df es in einer Helferich-nahen Telegram-Gruppe, \u201ealle Patrioten\u201c seien \u201ezum Wohle der Partei und als Zeichen des Vertrauens in den Bundesvorstand aufgerufen, morgen auf zahlreiche Kandidaturen zu verzichten\u201c. Gleichzeitig ehre jeden Einzelnen die Bereitschaft, \u201etrotz angedrohter oder zu erwartender Repressionen am gr\u00f6\u00dften demokratischen Befreiungsschlag in der Geschichte der AfD mitgewirkt zu haben\u201c.<\/p>\n<p><b>Politikredakteur <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/frederik-schindler\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/frederik-schindler\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Frederik Schindler<\/b><\/a><b> berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber die AfD, Islamismus, Antisemitismus und Justiz-Themen. Zweiw\u00f6chentlich erscheint seine Kolumne \u201eGegenrede\u201c. Seit Februar 2026 erscheint w\u00f6chentlich sein Podcast <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/55RCoJkx8UoenIKGNKvSiL\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/open.spotify.com\/show\/55RCoJkx8UoenIKGNKvSiL&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\"><b>\u201eInside AfD\u201c<\/b><\/a><b>.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Landeschef der NRW-AfD, Martin Vincentz, will die Listenaufstellung f\u00fcr die Landtagswahl fortsetzen \u2013 obwohl die Bundesspitze den&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1173497,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[5],"tags":[186,331,332,28184,10358,3364,29,30,13,49600,245721,49601,14,15,12,45,11366,10359],"class_list":["post-1173496","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-afd","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-alice-afd","tag-chrupalla","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-headlines","tag-helferich","tag-listenplaetze-ks","tag-matthias-afd","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-texttospeech","tag-tino","tag-weidel"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116935699057082940","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1173496","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1173496"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1173496\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1173497"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1173496"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1173496"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1173496"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}