{"id":1173700,"date":"2026-07-17T15:59:15","date_gmt":"2026-07-17T15:59:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1173700\/"},"modified":"2026-07-17T15:59:15","modified_gmt":"2026-07-17T15:59:15","slug":"wohnungen-statt-bueros-umbauagentur-soll-wohnraum-schaffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1173700\/","title":{"rendered":"Wohnungen statt B\u00fcros: Umbauagentur soll Wohnraum schaffen"},"content":{"rendered":"<p>Wohnraum ist knapp und teuer, gerade in St\u00e4dten wie M\u00fcnchen. Zugleich stehen zahlreiche B\u00fcros leer. In M\u00fcnchen waren das laut Stadt im ersten Quartal 2026 zehn Prozent der B\u00fcroimmobilien. Und: Die Nachfrage nach B\u00fcros geht laut einer Studie des ifo-Instituts zur\u00fcck. Homeoffice und hybride Arbeitsmodelle f\u00fchrten dazu, dass Unternehmen ihre Fl\u00e4chen verkleinern. Etwa 60.000 Wohnungen k\u00f6nnten rechnerisch in M\u00fcnchen entstehen, wenn dieses Potenzial genutzt und die Geb\u00e4ude, bei denen das baurechtlich und technisch m\u00f6glich ist, umgenutzt werden, hei\u00dft es in der ifo-Instituts-Studie &#8222;Homeoffice und die Zukunft der B\u00fcros&#8220;. <\/p>\n<p>Umbauagentur soll Projekte zu leerstehenden B\u00fcros begleiten <\/p>\n<p>Das will die Stadt M\u00fcnchen nutzen und hat daf\u00fcr nun eine eigene Umbauagentur &#8222;B\u00fcro zu Wohnen&#8220; gegr\u00fcndet. Was die Stadt sich vorstellt: Die Agentur soll das konkrete &#8222;realistische Potenzial&#8220; identifizieren. Dazu soll sie auf Eigent\u00fcmer leerstehender B\u00fcroimmobilien zugehen und sie unterst\u00fctzen, diese zu Wohnraum umzubauen. Au\u00dferdem soll sie Anlaufstelle f\u00fcr Umbau-Projekte sein, diese von der Idee bis zur Umsetzung begleiten, \u00fcber F\u00f6rderungen informieren und ein Netzwerk zum Thema aufbauen.<\/p>\n<p>Kosten: Bis 2028 etwa 6,3 Millionen Euro geplant<\/p>\n<p>Bis 2028 plant die Stadt daf\u00fcr laut Beschlussvorlage etwas mehr als 6,3 Millionen Euro f\u00fcr Personal und Sachmittel wie Gutachten, Machbarkeitsstudien und Projekte ein. Die Agentur soll mit zw\u00f6lf Vollzeitstellen ausgestattet werden. Noch in diesem Jahr soll sie f\u00fcnf Pilotprojekte angehen.<\/p>\n<p>Ein Schwerpunkt: Tempor\u00e4re Wohnkonzepte f\u00fcr junge Menschen<\/p>\n<p>Ein Schwerpunkt soll auf tempor\u00e4rem Wohnen und der Schaffung von Wohnraum f\u00fcr Auszubildende, Studierende und Berufsanf\u00e4nger liegen. Das k\u00f6nnten beispielsweise &#8222;Pop-Up-Wohnkonzepte&#8220; in leeren B\u00fcrogeb\u00e4uden sein. Nach einer Zeit sollen die Geb\u00e4ude auch wieder als B\u00fcros genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Projekte wie Ten Towers im Osten von M\u00fcnchen<\/p>\n<p>Manche Ideen liegen bereits auf dem Tisch. Im Februar hatte die Stadt den Weg f\u00fcr ein Pilotprojekt zu den Ten Towers im M\u00fcnchner Osten freigemacht. Ein Teil der T\u00fcrme soll in Wohnraum f\u00fcr Auszubildende und Studierende umgewandelt werden. Denn der fr\u00fcher von der Telekom genutzte B\u00fcrokomplex steht seit Jahren leer. Entstehen soll nun ein gemischtes Gebiet: Vier der zehn T\u00fcrme sollen in Wohnraum f\u00fcr junge Menschen umgewandelt werden, in zwei soll ein Hotel entstehen und vier sollen weiter als B\u00fcros genutzt werden.<\/p>\n<p>Mieterverein M\u00fcnchen lobt Umbau-Vorhaben<\/p>\n<p>Der Mieterverein M\u00fcnchen begr\u00fc\u00dft den Schritt: &#8222;Jeder Quadratmeter an Wohnraum in M\u00fcnchen z\u00e4hlt&#8220;, teilte die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Monika Schmid-Balzert auf Anfrage mit. Sie weist allerdings auch darauf hin, dass eine Umwandlung in der Praxis &#8222;sicherlich auch manchmal schwierig&#8220; sein werde. Dem Mieterverein sei wichtig, mit pragmatischen L\u00f6sungen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Sie betont zugleich: &#8222;Auch wenn beim Wohnen Abstriche gemacht werden m\u00fcssen, muss Wohnen sicher bleiben.&#8220;<\/p>\n<p>Architektinnen und Architekten: Proaktiver Zugang wichtig<\/p>\n<p>Wie das funktionieren kann? Daf\u00fcr hat etwa der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) Bayern Tipps und Ideen im Papier &#8222;Office to Housing&#8220;: etwa zu gemischten Quartieren, juristischen Rahmenbedingungen oder Optionen f\u00fcr Umbauten. Der Verband lobt das M\u00fcnchner Vorhaben ausdr\u00fccklich, insbesondere den Ansatz, gezielt auf Eigent\u00fcmerinnen und Eigent\u00fcmer zuzugehen: &#8222;Dieser proaktive Zugang ist ein wichtiger Schritt, um Bewegung in einen komplexen und zur\u00fcckhaltenden Markt zu bringen. &#8222;<\/p>\n<p>F\u00fcr den Erfolg des Vorhabens ist es laut BDA Bayern wichtig, planende Berufsgruppen und Architekten fr\u00fchzeitig einzubinden. Ansonsten werde &#8222;diese Transformation weder qualitativ noch wirtschaftlich \u00fcberzeugen&#8220;, ist der Verband \u00fcberzeugt. Umnutzungen seien komplex und erforderten &#8222;planerische Kompetenz von Anfang an, interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit und einen starken Fokus auf Baukultur&#8220;. Um dauerhaft lebenswerten Wohnraum zu gestalten, m\u00fcssten architektonische Qualit\u00e4t, funktionale Grundrisse und langfristige Nutzbarkeit ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wohnraum ist knapp und teuer, gerade in St\u00e4dten wie M\u00fcnchen. Zugleich stehen zahlreiche B\u00fcros leer. 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