{"id":1174086,"date":"2026-07-17T19:55:24","date_gmt":"2026-07-17T19:55:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1174086\/"},"modified":"2026-07-17T19:55:24","modified_gmt":"2026-07-17T19:55:24","slug":"geteilte-reaktionen-auf-eu-vorschlag-zum-emissionshandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1174086\/","title":{"rendered":"Geteilte Reaktionen auf EU-Vorschlag zum Emissionshandel"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/stahlwerk-118.jpg\" alt=\"Ein Stahlwerk im Gegenlicht\" title=\"Ein Stahlwerk im Gegenlicht | dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 17.07.2026 \u2022 16:57 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Mit einer Reform des Emissionshandels will die EU-Kommission die Industrie entlasten. Daf\u00fcr sollen die Einnahmen gezielter in Dekarbonisierung flie\u00dfen. Die Reaktionen sind gespalten. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/thomas-spickhofen-106.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Thomas Spickhofen\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/thomas-spickhofen-110.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dass der Emissionshandel (ETS) das Kernst\u00fcck der EU-Klimapolitik ist, daran l\u00e4sst Klimakommissar Wopke Hoekstra keinen Zweifel: &#8222;Kein anderes politisches Instrument hat den Emissionsaussto\u00df in \u00e4hnlichem Ma\u00dfe reduziert&#8220;, schw\u00e4rmt er und spricht von einem &#8222;ph\u00e4nomenalen Werkzeug in unserer Instrumentenbox f\u00fcr die Klimapolitik&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Trotzdem will die Kommission da rangehen. Zum einen, weil die einheimischen Unternehmen verst\u00e4rkt unter Druck der globalen Konkurrenz geraten sind, die mit Staatssubventionen gef\u00f6rdert wird. Aber die europ\u00e4ischen Unternehmen selbst tun auch noch zu wenig, kritisiert Hoekstra. Und dann sind da noch die Mitgliedsstaaten, die zu wenig Geld aus dem ETS in die Reduzierung der CO2-Emissionen stecken.<\/p>\n<p>    EU kritisiert Verwendung der ETS-Einnahmen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Die Mitgliedsstaaten erhalten <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/energie\/rekorderloes-emissionshandel-100.html\" title=\"Emissionshandel bringt Deutschland Rekordeinnahmen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">rund 80 Prozent der ETS-Gewinne<\/a>. Aber gerade einmal zehn Prozent davon gehen dann wirklich in die Dekarbonisierung. Dabei war das immer das Versprechen&#8220;, erkl\u00e4rt Hoekstra. Der ETS solle keine Steuer sein, sondern ein Motor f\u00fcr die Dekarbonisierung der Industrie.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nun will die Kommission der Industrie entgegenkommen, aber auch die Daumenschrauben anziehen. Eine Zeit lang wird es <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/unternehmen\/emissionshandel-klimaschutz-100.html\" title=\"EU-Kommission will Emissionshandel aufweichen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mehr Zertifikate f\u00fcr den Emissionshandel geben<\/a> als urspr\u00fcnglich geplant. Das nimmt etwas den Druck von den Unternehmen, ihren Aussto\u00df an Kohlendioxid runterzufahren: Es streckt den Zeitraum und reduziert die Kosten.<\/p>\n<p>EU-Emissionshandel ETS<\/p>\n<p>            Mit dem europ\u00e4ischen Emissionshandelsystem ETS (&#8222;Emissions Trading System&#8220;) deckelt die EU die Menge an Kohlendioxid (CO2), die bestimmte Sektoren insgesamt aussto\u00dfen d\u00fcrfen. Unternehmen bekommen f\u00fcr den CO2-Aussto\u00df Zertifikate zugeteilt und k\u00f6nnen nach Bedarf auch damit handeln oder weitere ersteigern. So entsteht ein Preis f\u00fcr jede ausgesto\u00dfene Tonne CO2. <\/p>\n<p>Die Menge der verf\u00fcgbaren Zertifikate sinkt kontinuierlich, damit sie teurer werden und Klimaschutzinvestitionen sich mehr lohnen. Besonders energieintensive Industrien &#8211; dazu z\u00e4hlen die Chemie- und die Stahlindustrie &#8211; erhalten auch jetzt schon einen Teil ihrer Zertifikate kostenlos.<\/p>\n<p>    Klimaneutralit\u00e4t bleibt Ziel f\u00fcr 2050<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aber das Geld, das durch den ETS reinkommt, soll gezielter und vollst\u00e4ndiger in Klimaschutzma\u00dfnahmen in Europa gehen. Au\u00dferdem weitet die Kommission das ETS-System aus, zum Beispiel auf den Luft- und auf den Schiffsverkehr.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Die Vorschl\u00e4ge heute sind voll auf einer Linie, und ich m\u00f6chte das noch mal betonen, voll auf einer Linie mit unseren Klimazielen f\u00fcr 2040&#8220;, sagt Klimakommissar Hoekstra. Und das meint: Gemessen am Stand von 1990 sollen bis 2040 90 Prozent weniger Treibhausgase ausgesto\u00dfen werden, und 2050 soll die Klimaneutralit\u00e4t erreicht sein.<\/p>\n<p>    Lob von Christdemokraten, Kritik von SPD<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein guter Tag f\u00fcrs Klima sei das, findet Peter Liese von den Christdemokraten im Europaparlament: &#8222;Jeder, der den ETS stoppen oder ganz abschaffen wollte, muss nun sehen, dass das nicht passieren wird. Der ETS wird bleiben, und er wird denen Vorteile bringen, die in Klimaneutralit\u00e4t investieren.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Timo W\u00f6lken, der umweltpolitische Sprecher der Sozialdemokraten, ist dagegen entt\u00e4uscht: &#8222;So werden nur 85 Prozent der CO2-Emissionen in den ETS-Sektoren eingespart, auch wenn wir gerade gesetzlich verankert haben, dass 90 Prozent eingespart werden m\u00fcssen.&#8220;<\/p>\n<p>    EU-Mitglieder und Parlament m\u00fcssen noch zustimmen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Den Ausgleich \u00fcber internationale Klimagutschriften und m\u00f6gliche CO2-Entnahmen aus der Atmosph\u00e4re findet W\u00f6lken nicht sicher genug. Auch die Verpflichtung zu Investitionen in Europa reichen ihm noch nicht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Die soziale Konditionalit\u00e4t, dass also auch Arbeitspl\u00e4tze erhalten bleiben, kommt uns Sozialdemokraten deutlich zu kurz&#8220;, f\u00e4hrt W\u00f6lken fort und zieht sein Fazit: &#8222;Dieses Paket ist insgesamt eine Entt\u00e4uschung und muss dringend verbessert werden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Gelegenheit dazu wird kommen, denn der Vorschlag der Kommission braucht noch die Zustimmung der Mitgliedsl\u00e4nder und des Europ\u00e4ischen Parlaments.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 17.07.2026 \u2022 16:57 Uhr Mit einer Reform des Emissionshandels will die EU-Kommission die Industrie entlasten. 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