{"id":1174588,"date":"2026-07-18T00:57:51","date_gmt":"2026-07-18T00:57:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1174588\/"},"modified":"2026-07-18T00:57:51","modified_gmt":"2026-07-18T00:57:51","slug":"protest-ein-berliner-kiez-am-kipppunkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1174588\/","title":{"rendered":"Protest: Ein Berliner Kiez am \u00abKipppunkt\u00bb?"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Hier ist <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/berlin\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlin<\/a> in vielen N\u00e4chten so krass wie sein Klischee. Frauen auf dem Stra\u00dfenstrich, offene Drogenszene, Verm\u00fcllung, Gebr\u00fcll und Gewalt \u2013 im Kurf\u00fcrstenkiez in Mitte und Sch\u00f6neberg ist das oft genug traurige Realit\u00e4t. \u00abViele leben auf der Stra\u00dfe, sind zugedr\u00f6hnt und sehr unberechenbar\u00bb, sagt Sulaf Ahmed, Betreiber von zwei Rewe-M\u00e4rkten im Kiez.\u00a0\n<\/p>\n<p>Aktuelles<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2026-07\/leihmutterschaft-jens-spahn-alice-schwarzer-verbot-deutschland\" data-ct-label=\"Leihmutterschaft: Kritik aus Politik und Kirche an Jens Spahn wegen Leihmutter\" data-uuid=\"5354b002-0fb9-46f7-ab92-ea6096fae0c0\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Leihmutterschaft:<br \/>\n                        Kritik aus Politik und Kirche an Jens Spahn wegen Leihmutter<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/zeit-verbrechen\/2026\/39\/religioeser-wahn-familie-schizophrenie-mutter-schwester\" data-ct-label=\"Religi\u00f6ser Wahn in der Familie: \u00bbWenn du das jemandem erz\u00e4hlst, kommen wir beide ins Gef\u00e4ngnis\u00ab\" data-uuid=\"cb532c3c-8b21-416d-adb4-d52db81a0cf5\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Religi\u00f6ser Wahn in der Familie:<br \/>\n                        \u00bbWenn du das jemandem erz\u00e4hlst, kommen wir beide ins Gef\u00e4ngnis\u00ab<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2026-07\/geiselnahme-berlin-supermarkt-polizei-marienfelde-gxe\" data-ct-label=\"Berlin: Geiselnahme in Berliner Supermarkt beendet\" data-uuid=\"3715ea6c-94d0-496b-9478-cb6db2c72704\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Berlin:<br \/>\n                        Geiselnahme in Berliner Supermarkt beendet<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Stra\u00dfenprostitution habe es hier schon immer gegeben, das sei nicht das Problem. Doch seit etwa eineinhalb Jahren k\u00e4men viel mehr Menschen mit massivem Drogenkonsum her. Die Folge in seinen L\u00e4den: viele Diebst\u00e4hle und auch immer mehr Gewalt, so dass es seine Mitarbeiter abends und morgens mit der Angst zu tun bekommen.\u00a0\n<\/p>\n<p>                        Nicht mehr allein ins Treppenhaus            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Am Donnerstagnachmittag demonstrierten nun mehrere Dutzend Anwohner und Gewerbetreibende, um auf die Lage aufmerksam zu machen. Bei dem Treffen vor der Zw\u00f6lf-Apostel-Kirche schilderte ein Familienvater, dass regelm\u00e4\u00dfig Fremde ins Wohnhaus und die Tiefgarage einbr\u00e4chen, so dass er seine Kinder im Alter von sieben und zw\u00f6lf Jahren nicht einmal mehr allein ins Treppenhaus lasse. Sein Wunsch: einfach mehr Sicherheit in der Nachbarschaft.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Eine 65 Jahre alte Anwohnerin, die seit gut drei Jahren nahe der Kirche wohnt, sagte der dpa: \u00abDie Drogenkriminalit\u00e4t nimmt zu. Dealer sprechen Kinder an, daher werden sie oft von Eltern zur Schule begleitet. Viele Leute haben gerade abends Angst auf die Stra\u00dfe zu gehen, insbesondere Frauen.\u00bb Sie w\u00fcnscht sich mehr Polizeipr\u00e4senz; im Kiez w\u00fcrden <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/drogen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Drogen<\/a> gehandelt \u00abwie auf dem Flohmarkt\u00bb.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Gegen den Stra\u00dfenstrich, den es schon immer gebe, habe sie nichts, sagte die Frau, die ihren Namen nicht genannt wissen wollte. \u00abDie Frauen sind nicht das Problem, denn sie sind ganz \u00fcberwiegend einfach nur ganz arme Menschen.\u00bb\u00a0\n<\/p>\n<p>            Wieder ein \u00abkriminalit\u00e4tsbelasteter Ort\u00bb?            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Und die Politik? Erst vergangene Woche forderte die CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Sch\u00f6neberg eine \u00abSofort-Offensive f\u00fcr Sicherheit und Sauberkeit\u00bb f\u00fcr den Kurf\u00fcrstenkiez, der vor einem \u00abKipppunkt\u00bb stehe. Ziel sei es, die dort ausufernde Drogen- und Prostitutionsszene zur\u00fcckzudr\u00e4ngen, \u00abdie Sicherheit wiederherzustellen\u00bb und Kinder sowie Familien besser zu sch\u00fctzen.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Konkret setzt sich die Fraktion wie auch der CDU-Landesverband f\u00fcr ein Verbot des Stra\u00dfenstrichs ein. Zudem soll der Kiez wider als \u00abkriminalit\u00e4tsbelasteter Ort\u00bb eingestuft werden, damit es mehr Streifen der <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/polizei\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Polizei<\/a> gibt.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Weitere Forderungen der lokalen CDU-Politiker: eine intensivere Stra\u00dfenreinigung sowie der Ausbau von Hilfs- und Ausstiegsangeboten f\u00fcr Prostituierte. Polizei und Ordnungsamt m\u00fcssten besser zusammenarbeiten, um bestehende Prostitutionsverbote im Umfeld von Schulen, Kitas und Spielpl\u00e4tzen durchzusetzen. Zudem sollten Anmeldungen nach dem Prostituiertenschutzgesetz regelm\u00e4\u00dfig kontrolliert, die \u00abVerrichtungsboxen\u00bb entfernt und \u00abauff\u00e4llige Personen\u00bb konsequent auf ihre Aufenthaltsberechtigungen \u00fcberpr\u00fcft werden.\n<\/p>\n<p>            Demonstration gegen Verbot der Stra\u00dfenprostitution            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Doch es gibt auch andere Stimmen. Eine Stra\u00dfenecke weiter demonstrieren einige Dutzend Menschen gegen die Forderung der <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/cdu\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">CDU<\/a> nach einem ein Verbot der Stra\u00dfenprostitution. Viele tragen bei 35 Grad rote Regenschirme, auf denen etwa \u00abSupport Migrant Sex Workers\u00bb (deutsch etwa: Unterst\u00fctzt migrantische Sexarbeiter) steht.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dazu sagt Anne Bonny von Hydra, einer Beratungsstelle zu Prostitution, ein Sperrbezirk werde viele Menschen, die Sexarbeit nachgingen und Drogen konsumierten, massiv schaden und sie aus der Stadt oder in die Illegalit\u00e4t dr\u00e4ngen. In dem Kiez gebe es Sexarbeit schon seit den 1880er Jahren, mit der Gentrifizierung entlang der Kurf\u00fcrstenstra\u00dfe h\u00e4tten sich nun aber Konflikte gerade mit neuen Nachbarn zugespitzt, schildert sie.\u00a0\n<\/p>\n<p>                                    Appell an Menschen in \u00abLuxuswohnungen\u00bb            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">An die Menschen \u00abin den Luxuswohnungen\u00bb appelliert sie, den Kiez mit den \u00abVulnerabelsten\u00bb weiter zu teilen sowie f\u00fcr gemeinsame Schutzstrukturen zu k\u00e4mpfen. Demonstriert werde zudem f\u00fcr den Erhalt des Frauentreffs Caf\u00e9 Olga, der Beratung und medizinische Versorgung f\u00fcr t\u00e4glich bis zu 70 Sexarbeiterinnen anbiete, dessen Mietvertrag aber gek\u00fcndigt worden sei. \u00abWenn Caf\u00e9 Olga weg w\u00e4re, werden Menschen sterben. Und da \u00fcbertreibe ich nicht\u00bb, warnt sie.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auch in der Politik gibt es Stimmen, die an der harten Linie zweifeln, die die CDU gerade vorgibt, wenige Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl.\u00a0So ist etwa der Koalitionspartner SPD nicht \u00fcberzeugt. \u00abDie CDU macht es sich mit dieser Forderung zu einfach. Wer glaubt, Stra\u00dfenprostitution lasse sich durch ein Verbot l\u00f6sen, verwechselt Symbolpolitik mit wirksamem Gewaltschutz\u00bb, kritisierte die frauenpolitische Sprecherin Mirjam Golm. \u00abDie Realit\u00e4t verschwindet dadurch nicht &#8211; sie wird lediglich aus dem \u00f6ffentlichen Raum verdr\u00e4ngt und f\u00fcr Hilfsangebote schwerer erreichbar.\u00bb\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:260626-930-285873\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hier ist Berlin in vielen N\u00e4chten so krass wie sein Klischee. 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