{"id":1174981,"date":"2026-07-18T04:52:13","date_gmt":"2026-07-18T04:52:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1174981\/"},"modified":"2026-07-18T04:52:13","modified_gmt":"2026-07-18T04:52:13","slug":"wie-gut-sind-bremens-krankenhaeuser-gegen-hitze-gewappnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1174981\/","title":{"rendered":"Wie gut sind Bremens Krankenh\u00e4user gegen Hitze gewappnet?"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-toplinewrapper\">\nFragen &amp; Antworten<\/p>\n<p>Standdatum: 18. Juli 2026.<\/p>\n<p>Autorinnen und Autoren:<br \/>\nVerena Patel<\/p>\n<p>Audio<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image -image-with-fallback -image-rounded  lazyload\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhEAAJAIAAAP\/\/\/\/\/\/\/yH5BAEKAAEALAAAAAAQAAkAAAIKjI+py+0Po5yUFQA7\"   alt=\"Eine Senioren wird von einer Pflegekraft im Nacken mit einem Waschlappen gewaschen.\" data-image-owner=\"Imago | photothek\" data-image-title=\"Eine Senioren wird von einer Pflegekraft im Nacken mit einem Waschlappen gewaschen.\" data-image-src=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/hitze-krankenhaus-100~_v-800x450_c-1784195648748.jpg\" data-image-rights-src=\"\/bilder\/hitze-krankenhaus-100~_v-640x360_c-1784195648748.jpg\"\/><\/p>\n<p>Kalte Handt\u00fccher oder K\u00fchlpacks im Nacken k\u00f6nnen helfen, den K\u00f6rper zu k\u00fchlen.<\/p>\n<p>Bild: Imago | photothek<\/p>\n<p>Audio-Ende<\/p>\n<p class=\"article-intro\">Besonders f\u00fcr kranke und alte Menschen k\u00f6nnen hohe Temperaturen gef\u00e4hrlich werden. Was die Bremer Krankenh\u00e4user f\u00fcr den Hitzeschutz unternehmen \u2013 und woran es hapert.<\/p>\n<p id=\"sharing-title\" class=\"social-title visuallyhidden\">\nSeite teilen\n<\/p>\n<p class=\"google-prefer\">\n<a class=\"google-prefer-link text-link\" href=\"https:\/\/www.google.com\/preferences\/source?q=https:\/\/www.butenunbinnen.de\" target=\"_blank\" title=\"Einstellungen auf www.google.de vornehmen\" rel=\"nofollow noopener\">buten un binnen bei Google bevorzugen<\/a>\n<\/p>\n<p>Viel trinken, Sonnenschutz auftragen und langsam machen: Viele Tipps f\u00fcr den Umgang mit Hitze beziehen sich auf Menschen, die mobil und grunds\u00e4tzlich gesund sind. Wer im Krankenhaus liegt, hat es da schwerer und ist auf Hilfe von au\u00dfen angewiesen. Hitze kann geschw\u00e4chte Personen zus\u00e4tzlich belasten. Wir blicken darauf, wie die Kliniken im Land Bremen auf hohe Temperaturen vorbereitet sind.<\/p>\n<p>Welche M\u00f6glichkeiten von Hitzeschutz nutzen die Krankenh\u00e4user?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Im Bremer St.-Joseph-Stift war die Belastung w\u00e4hrend der Hitzewelle deutlich zu sp\u00fcren, teilt Pressesprecherin Silke Meiners mit: &#8222;Die R\u00e4umlichkeiten haben sich sp\u00fcrbar aufgeheizt, sowohl in Aufenthaltsr\u00e4umen und St\u00fctzpunkten als auch in den Patientenzimmern.&#8220; Der hauseigene Hitzeschutzplan sieht beispielsweise L\u00fcften in den k\u00fchleren Stunden vor, das Abdunkeln von R\u00e4umen, die besondere Beobachtung hitzeempfindlicher Patientinnen und Patienten und die Sicherstellung einer ausreichenden Fl\u00fcssigkeitszufuhr, auch kalte Handt\u00fccher k\u00e4men zum Einsatz.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich sieht es in den Krankenh\u00e4usern der Gesundheit Nord (Geno) aus. Dort werden an hei\u00dfen Tagen au\u00dferdem zus\u00e4tzliche Getr\u00e4nke und K\u00fchlpacks angeboten, die Patienten sich in den Nacken oder aufs Handgelenk legen k\u00f6nnen, teilt Sprecherin Karen Matiszick mit. Im Diako Krankenhaus sind laut Sprecherin Nastasja-Klara Nadolska s\u00e4mtliche Fenster der Patientenzimmer mit einer W\u00e4rmeschutzfolie ausgestattet. W\u00e4hrend der Hitzewelle im Juni 2026 seien auch Ventilatoren aufgestellt worden. <\/p>\n<blockquote class=\"citation -citation-type-simple\">\n<p class=\"citation-text\">Ventilatoren aufzustellen, war in den meisten Zimmern m\u00f6glich. Ausnahmen bestanden beispielsweise bei Patientinnen und Patienten mit offenen Wunden, da der Einsatz von Ventilatoren in diesen F\u00e4llen aus hygienischen Gr\u00fcnden nicht zul\u00e4ssig ist.<\/p>\n<p>Diako-Sprecherin Nastasja-Klara Nadolska<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Dazu kommen bauliche Ma\u00dfnahmen: Am Bettenhaus des St.-Joseph-Stift wurde vor einigen Jahren die Fassade ged\u00e4mmt, mit dreifachverglasten Fenstern und einer neuen L\u00fcftungsanlage ausgestattet. Im Klinikum Bremerhaven Reinkenheide ist das Bettenhaus, in dem sich die Patientenzimmer befinden, beschattet. <\/p>\n<p>Bei den Neubauten am Klinikum Bremen-Mitte ist ein relativ geringer Fensteranteil vorgesehen, sodass die Sonneneinstrahlung reduziert wird. Es sei \u00fcberall ein automatisierter, au\u00dfenliegender Sonnenschutz vorgesehen. Eine Dachbegr\u00fcnung ist laut Geno-Sprecherin Matiszick in Teilen des Krankenhauses bereits vorhanden und wird auch f\u00fcr die neuen Geb\u00e4ude gepr\u00fcft. In den kommenden Jahren sollen auf einigen Stationen K\u00fchldecken in den Patientenzimmern verbaut werden, zum Beispiel auf der Palliativstation.<\/p>\n<p>Welche Bereiche von Krankenh\u00e4usern verf\u00fcgen \u00fcber Klimaanlagen?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Eine Abfrage von buten un binnen unter den Bremer Kliniken ergab, dass diese zum Teil mit Klimaanlagen ausgestattet sind. Die regul\u00e4ren Patientenzimmer verf\u00fcgen allerdings nicht dar\u00fcber. In den Kliniken der Gesundheit Nord (Geno) wird die Luft im Operationssaal, auf den Intensivstationen und auf den Stationen mit besonders geschw\u00e4chten Patienten wie Krebspatienten mit Stammzellentherapie oder Fr\u00fchgeborenen gek\u00fchlt.<\/p>\n<p>Im Diako Krankenhaus verf\u00fcgen die Zentrale Notaufnahme, die Intensivstation, die Intermediate-Care-Station \u2013 also die \u00dcberwachungsstation zwischen Normal- und Intensivstation \u2013 und das Labor sowie die Technikr\u00e4ume \u00fcber eine Klimaanlage. Die Operationsr\u00e4ume werden \u00fcber eine Zentrall\u00fcftung klimatisiert, teilt das Krankenhaus mit. Klimatisierte L\u00fcftungsanlagen gibt es im Rotes-Kreuz-Krankenhaus unter anderem auf der Intermediate-Care-Station, im OP und in der Notaufnahme, auch auf der Intensivstation wird die Luft gek\u00fchlt. <\/p>\n<p>\u00c4hnlich ist es am St.-Joseph-Stift, wo der OP, die Intensivstation und die Intermediate-Care-Unit klimatisiert sind. Im Klinikum Bremerhaven Reinkenheide sind die Intensivstation, die Fr\u00fchgeborenen- und Neugeborenenstation, die Dialyse, alle R\u00f6ntgenabteilungen und alle Operationss\u00e4le mit Klimaanlagen ausgestattet. Im Ameos Klinikum Bremerhaven sind die &#8222;besonders sensiblen Bereiche&#8220; klimatisiert.<\/p>\n<p>Information zum Thema<br \/>\nHitzeschutzpl\u00e4ne f\u00fcr Kliniken<\/p>\n<p>Bis Ende 2027 sollen Hitzeschutzpl\u00e4ne f\u00fcr Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen in Bremen und Bremerhaven erstellt werden. Dies ist Teil des Hitzeaktionsplans, wie das Bremer Gesundheitsressort mitteilt. Dabei solle ein gemeinsamer Leitfaden f\u00fcr den Umgang mit Hitzeereignissen erarbeitet werden.<\/p>\n<p>Zudem gibt es bereits die Bundesempfehlung Musterhitzeschutzplan f\u00fcr Krankenh\u00e4user, die verschiedene kurz- bis langfristige Ma\u00dfnahmen vorsieht, vom angepassten Speiseplan bis zur Fassadenbegr\u00fcnung, Ausstattung der Fenster mit Hitzeschutzfolien und k\u00fchlenden Vorh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Ende der Information zum Thema<\/p>\n<p>Wie viel Geld braucht es f\u00fcr den Hitzeschutz in Krankenh\u00e4usern?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">&#8222;Haupthindernis f\u00fcr einen deutlich verbesserten Hitzeschutz im Krankenhaus sind fehlende finanzielle Mittel&#8220;, sagt Judith Borsch, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Bremer Krankenhausgesellschaft, auf Anfrage von buten un binnen. Handlungsbedarf gebe es bei der finanziellen F\u00f6rderung von Bauma\u00dfnahmen f\u00fcr zus\u00e4tzliche Verschattung, K\u00fchlung, D\u00e4mmung und energetische Sanierung. <\/p>\n<p>Borsch verweist auf ein F\u00f6rderprogramm des Landes aus dem Jahr 2022. &#8222;Die Kliniken im Land Bremen hatten zu diesen F\u00f6rdermitteln Investitionsbedarfe in H\u00f6he von 130 Millionen Euro angemeldet, die das Land umsetzen wollte.&#8220; Doch dann kam die Schuldenbremse dazwischen: Die zugesagten Mittel seien daher nur im geringen Umfang von 14,8 Millionen Euro gew\u00e4hrt worden.<\/p>\n<blockquote class=\"citation -citation-type-simple\">\n<p class=\"citation-text\">\u00dcber den Bund sollte es gezielte F\u00f6rderma\u00dfnahmen f\u00fcr klimaresiliente Krankenh\u00e4user geben. Dann k\u00f6nnten effektive und sch\u00fctzende Ma\u00dfnahmen im gro\u00dfen Umfang realisiert werden.<\/p>\n<p>Judith Borsch, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Bremer Krankenhausgesellschaft<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Was fordern Patientensch\u00fctzer?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Der Bremer Patientensch\u00fctzer Reinhard Leopold spricht sich daf\u00fcr aus, dass die Temperatur in allen R\u00e4umen von Krankenh\u00e4usern und Pflegeeinrichtungen erfasst wird und eine Temperaturgrenze festgelegt wird, \u00e4hnlich wie es in den Arbeitsst\u00e4ttenvorschriften der Fall ist. Demnach soll es in Arbeitsr\u00e4umen nicht w\u00e4rmer als 26 Grad Celsius sein. &#8222;Es fehlt ein Richtwert, der auch rechtlich eingefordert werden kann&#8220;, sagt Leopold. Die Pflicht der Einrichtungstr\u00e4ger zur Sicherstellung eines angemessenen Raumklimas, wie es in der Bauverordnung zum Bremischen Wohn- und Betreuungsgesetz hei\u00dft, sei zu unkonkret.<\/p>\n<p>Laut der Deutschen Stiftung Patientenschutz seien Klima-Solaranlagen eine wirksame L\u00f6sung. &#8222;Bei Neubauten darf die Raumtemperatur 25 Grad nicht \u00fcberschreiten. Das kann aber nur gelingen, wenn die Schutzvorkehrungen in jedem Bundesland baurechtlich verankert werden&#8220;, l\u00e4sst Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, auf Anfrage mitteilen.\u00a0Brysch fordert au\u00dferdem ein Hitzestopp-Investitionsprogramm in H\u00f6he von 30 Milliarden Euro f\u00fcr die 1.600 Krankenh\u00e4user und 12.000 Pflegeeinrichtungen deutschlandweit. <\/p>\n<blockquote class=\"citation -citation-type-simple\">\n<p class=\"citation-text\">Statt sich gegenseitig die Verantwortung zuzuschieben, m\u00fcssen Bund, L\u00e4nder und Kommunen jetzt gemeinsam handeln.<\/p>\n<p>Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Mehr zur Hitze in Bremen:<\/p>\n<p class=\"article-legal-agencies\"><strong>Quelle<\/strong>:<br \/>\nbuten un binnen.\n<\/p>\n<p class=\"article-legal-broadcast-reference\"><strong>Dieses Thema im Programm:<\/strong><br \/>\nbutenunbinnen.de, Dein Audio-Update, 17. Juli 2026, 11 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Fragen &amp; Antworten Standdatum: 18. Juli 2026. 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