{"id":1175744,"date":"2026-07-18T12:31:47","date_gmt":"2026-07-18T12:31:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1175744\/"},"modified":"2026-07-18T12:31:47","modified_gmt":"2026-07-18T12:31:47","slug":"berlin-mehr-rente-ohne-laengere-arbeit-was-der-dgb-vorschlaegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1175744\/","title":{"rendered":"Berlin | Mehr Rente ohne l\u00e4ngere Arbeit: Was der DGB vorschl\u00e4gt"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Die Regierung hat die Marschrichtung f\u00fcr ihre Rentenreform schon festgelegt &#8211; da meldet sich der Deutsche Gewerkschaftsbund mit einer Alternative. Eine eigene DGB-Rentenkommission hat ein Konzept erarbeitet, das ein steigendes Niveau der gesetzlichen Rente verspricht, erg\u00e4nzt durch eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge. Beides gemeinsam soll demnach im Ruhestand 70 bis 90 Prozent des letzten Nettoeinkommens sichern &#8211; ohne steigendes Rentenalter.<\/p>\n<p>Erst am Dienstag hatte die offizielle Rentenkommission der Bundesregierung ihre 33 Empfehlungen vorgelegt. Dabei k\u00fcndigten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Sozialministerin B\u00e4rbel Bas (SPD) an, das Ma\u00dfnahmenb\u00fcndel z\u00fcgig und vollst\u00e4ndig umzusetzen. DGB-Chefin Yasmin Fahimi lie\u00df parallel seit Jahresbeginn eigene Fachleute beraten, darunter die Gr\u00fcnen-Politikerin Ricarda Lang und der fr\u00fchere SPD-Generalsekret\u00e4r Kevin K\u00fchnert. Sie pr\u00e4sentieren nun einen anderen Ansatz.\u00a0<\/p>\n<p>Arbeitgeber und Gutverdiener sollen zahlen<\/p>\n<p>Ob dieses Gegenkonzept oder Teile davon eine Chance haben, ist offen. Es ist mit elf Seiten auch recht d\u00fcnn im Vergleich zu den umfassenden Pl\u00e4nen der Regierungskommission. Erst im Sommer will der DGB einen l\u00e4ngeren Abschlussbericht vorlegen.\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr die schwarz-rote Koalition k\u00f6nnte es jedoch ein St\u00f6rfeuer sein. Der DGB-Plan greift unter anderem die Idee einer Erwerbst\u00e4tigenversicherung auf, mit der auch die SPD lange lieb\u00e4ugelte. Finanzielle Lasten sollen vor allem Arbeitgeber sowie Gutverdiener tragen.<\/p>\n<p>Es gehe \u00abnicht um Mathematik oder die Personenzahl in bestimmten Altersgruppen\u00bb, hei\u00dft es im Ergebnispapier Papier. \u00abEs geht um die gerechte Verteilung des Wohlstands, um gute Arbeit, gute L\u00f6hne und gute Renten.\u00bb<\/p>\n<p>\u00abDemografiezuschuss\u00bb vom Bund<\/p>\n<p>Dem DGB-Konzept zufolge sollen Arbeitgeber verpflichtet werden, betriebliche Altersvorsorge f\u00fcr alle Besch\u00e4ftigten anzubieten und daf\u00fcr allein zwei Prozent des Bruttolohns aufbringen. In der gesetzlichen Rente soll das Rentenniveau von heute 48 zun\u00e4chst auf 50 Prozent und im n\u00e4chsten Schritt auf 53 Prozent angehoben werden.\u00a0<\/p>\n<p>Die Kosten in der gesetzlichen Rentenversicherung sollen laut Konzept durch \u00ableicht erh\u00f6hte Beitr\u00e4ge\u00bb sowie einen h\u00f6heren Zuschuss aus dem Bundeshaushalt finanziert werden. F\u00fcr diesen \u00abDemografiezuschuss\u00bb wiederum sollen \u00abhohe Einkommen, gro\u00dfe Verm\u00f6gen und Kapitaleink\u00fcnfte\u00bb herangezogen werden. Au\u00dferdem sollen mehr Menschen in die gesetzliche Rente einzahlen, zun\u00e4chst Selbstst\u00e4ndige sowie Politikerinnen und Politiker als Schritte hin zu einer Erwerbst\u00e4tigenversicherung f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>Entscheidende Unterschiede<\/p>\n<p>Zum Konzept der Regierungskommission gibt es entscheidende Unterschiede. Dieses verl\u00e4sst sich nicht nur auf gesetzliche und betriebliche, sondern als dritte S\u00e4ule auch auf die private Altersvorsorge. Alles zusammen verspricht den heute Jungen in einigen Jahrzehnten im Ruhestand bessere Bez\u00fcge als die heutigen Renten. Die Regierungskommission peilt 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens an.<\/p>\n<p>Kern der Regierungspl\u00e4ne ist eine Kapitalrente, um die gesetzliche Rente aufzubessern. Daf\u00fcr sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen zwei Prozent des Bruttolohns einzahlen. Anders als bei den DGB-Pl\u00e4nen soll das Rentenalter schrittweise weiter steigen. Die vorzeitige Rente ohne Abschl\u00e4ge nach 45 Berufsjahren soll abgeschafft werden &#8211; was der DGB strikt ablehnt. Die Regierungskommission will, dass der \u00abNachhaltigkeitsfaktor\u00bb ab 2032 die j\u00e4hrliche Rentensteigerung und damit auch das Niveau der gesetzlichen Rente d\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Generationenkapital als Modell?<\/p>\n<p>DGB-Chefin Fahimi hatte einige Punkte in den Regierungspl\u00e4nen gelobt, so etwa die Zielmarke von 70 Prozent des letzten Nettolohns. Positiv nahm der DGB auch auf, dass mehr Menschen in die Rente einzahlen sollen, sowie Pl\u00e4ne zur Abschaffung der heutigen Konditionen f\u00fcr Minijobs.\u00a0<\/p>\n<p>Das Regierungsmodell f\u00fcr die Kapitalrente unter dem Dach der gesetzlichen Rente lehnt der DGB ab. Im Papier der DGB-Rentenkommission hei\u00dft es jedoch, eine M\u00f6glichkeit w\u00e4re, \u00abanalog dem Gedanken des Generationenkapitals einen zus\u00e4tzlichen Zuschuss zur GRV \u00fcber einen Kapitalstock zu finanzieren und mit dieser Erg\u00e4nzung das Umlagesystem zu st\u00e4rken. Dazu sind gro\u00dfe Betr\u00e4ge notwendig, die am sinnvollsten \u00fcber Steuern aufgebracht werden sollten.\u00bb Das k\u00f6nnte Bund und Beitragszahler auf Dauer entlasten.<\/p>\n<p>Das sogenannte Generationenkapital war auf Wunsch der FDP Teil der gescheiterten Ampel-Rentenreform: Milliarden sollten am Kapitalmarkt angelegt werden, finanziert gr\u00f6\u00dftenteils aus Schulden des Bundes. Aus den Ertr\u00e4gen sollten sp\u00e4ter prognostizierte Beitragssteigerungen ged\u00e4mpft werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Die Regierung hat die Marschrichtung f\u00fcr ihre Rentenreform schon festgelegt &#8211; da meldet sich der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1175745,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,1173,29,30,618,44,1940,1938,379],"class_list":["post-1175744","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","tag-aktuelle-news-aus-berlin","tag-berlin","tag-berlin-news","tag-bundesregierung","tag-deutschland","tag-germany","tag-gewerkschaft","tag-koalition","tag-nachrichten-aus-berlin","tag-news-aus-berlin","tag-rente"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116940995639148883","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1175744","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1175744"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1175744\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1175745"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1175744"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1175744"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1175744"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}