{"id":1176702,"date":"2026-07-18T22:37:15","date_gmt":"2026-07-18T22:37:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1176702\/"},"modified":"2026-07-18T22:37:15","modified_gmt":"2026-07-18T22:37:15","slug":"nachhaltigkeit-grosse-firmen-duerfen-unverkaufte-mode-nicht-mehr-wegwerfen-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1176702\/","title":{"rendered":"Nachhaltigkeit &#8211; Gro\u00dfe Firmen d\u00fcrfen unverkaufte Mode nicht mehr wegwerfen &#8211; Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Br\u00fcssel (dpa) &#8211; Gro\u00dfe Unternehmen in der Europ\u00e4ischen Union d\u00fcrfen unverkaufte Kleidung und Schuhe k\u00fcnftig nicht mehr vernichten. Eine entsprechende EU-Vorschrift gilt ab heute und soll daf\u00fcr sorgen, dass betroffenen Firmen ihre Waren etwa erneut verkaufen oder spenden, anstatt sie wegzuschmei\u00dfen. Bisweilen gilt die Entsorgung teils g\u00fcnstiger, als Produkte zu lagern, aufzubereiten oder wieder zum Verkauf anzubieten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ausnahmen gelten aber unter anderem f\u00fcr den Fall, dass die Ware gef\u00e4hrlich, besch\u00e4digt oder verschmutzt ist, nicht wiederverwendet oder -aufbereitet werden kann. Auch was mehreren sozialwirtschaftlichen Einrichtungen mit Sitz in der EU als Spende angeboten, aber nicht innerhalb einer Frist angenommen wurde, darf vernichtet werden. F\u00fcr kleinere Unternehmen treten die neuen Vorgaben sp\u00e4ter in Kraft.<\/p>\n<p>Handelsverband sieht Vorteile f\u00fcr Verbraucher<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Laut Handelsverband Deutschland (HDE) k\u00f6nnte das Verbot Vorteile f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Verbraucher\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Verbraucher<\/a> mit sich bringen: So k\u00f6nnte laut Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Stefan Genth das Angebot an reduzierter Ware steigen, etwa \u00fcber Outlets, Restpostenm\u00e4rkte oder Second-Hand-Kan\u00e4le. Au\u00dferdem sieht er m\u00f6gliche \u00f6kologische Vorteile, \u201eda weniger neuwertige Kleidung vernichtet wird und Produkte h\u00e4ufiger weiterverkauft oder gespendet werden\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Handel werde jedoch vor Herausforderungen gestellt, sagt Genth: \u201eNicht alle unverkauften Waren lassen sich ohne Weiteres erneut verkaufen oder spenden.\u201c Gr\u00fcnde k\u00f6nnten etwa besch\u00e4digte Verpackungen, hohe Logistikkosten, fehlende Nachfrage oder geringe Warenwerte sein. F\u00fcr H\u00e4ndler entst\u00fcnden zus\u00e4tzliche Kosten f\u00fcr Lagerung, Sortierung, Aufbereitung und Weitervermarktung. Hinzu k\u00e4men Dokumentationsauflagen, rechtliche Unsicherheiten und praktische H\u00fcrden bei Spenden oder Secondhand.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/eb4564b3-8394-4b47-9c46-2f8fcc9ab410.jpg\"   alt=\"Der Handelsverband sieht mit der Regel neue Herausforderungen auf den Handel zukommen. (Symbolbild)\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Der Handelsverband sieht mit der Regel neue Herausforderungen auf den Handel zukommen. (Symbolbild) Sina Schuldt\/dpaVerband: weniger Auswirkungen f\u00fcr europ\u00e4ische Unternehmen<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Modeverband GermanFashion bef\u00fcrwortet die neue Regelung. \u201eBekleidung ist ein wertvolles Produkt, dessen Vernichtung vermieden werden sollte\u201c, so Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Thomas Lange. Das Vernichtungsverbot setze ein wichtiges Signal f\u00fcr einen verantwortungsvolleren Umgang mit Ressourcen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">F\u00fcr viele europ\u00e4ische Bekleidungsunternehmen werde die Regelung aber kaum Auswirkungen haben, weil unverkaufte Ware in der Regel nicht vernichtet werde. Die eigentliche Herausforderung liege bei den gro\u00dfen Mengen g\u00fcnstiger Ultra-Fast-Fashion-Produkte, die Verbraucher direkt bei au\u00dfereurop\u00e4ischen Anbietern bestellten, so Lange. Er fordert, dass diese Unternehmen k\u00fcnftig in gleicher Weise wie europ\u00e4ische Hersteller an den Kosten f\u00fcr Sammlung, Sortierung und Recycling von Alttextilien beteiligt werden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie kritisiert, das Gesetz gehe an der Realit\u00e4t vorbei, belaste die heimische Industrie mit B\u00fcrokratie und l\u00f6se Probleme mit Fast Fashion nicht im Ansatz. Experte Jonas Stracke sagt, f\u00fcr mehr Nachhaltigkeit brauche es etwa funktionierende Sammel-, Sortier- und Recyclingstrukturen. Solange diese Voraussetzungen fehlten, bleibe das Vernichtungsverbot ein Papiertiger. \u201eEinen echten Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leiste es in der Praxis leider nicht.\u201c<\/p>\n<p>Umweltsch\u00fctzer fordern Kontrollen<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Umweltschutzorganisationen gehen die neuen Vorschriften nicht weit genug. So bezeichnet Moritz J\u00e4ger-Roschko von Greenpeace das Verbot zwar als richtig, sieht jedoch Schlupfl\u00f6cher f\u00fcr Konzerne. \u201eUnternehmen k\u00f6nnen die Regeln leicht umgehen, etwa durch Falschdeklaration von Produkten. Ohne konsequente Kontrollen wird sich in der Praxis nichts \u00e4ndern.\u201c Das eigentliche Problem &#8211; Fast Fashion &#8211; bleibe vom Gesetz unber\u00fchrt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Aus Sicht des WWF ist das Vernichtungsverbot ein wichtiger erster Schritt. Ein Gesetz sei jedoch immer nur so gut wie seine Durchsetzung, sagte Silke D\u00fcwel-Rieth von der Umweltorganisation. \u201eWirksam wird es erst, wenn die Vorgaben konsequent von den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden kontrolliert und eingefordert werden.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/045c9320-1fc5-414e-ad3a-f9ee99e04240.jpg\"   alt=\"Angaben der EU-Kommission zufolge werden in Europa j\u00e4hrlich vier bis neun Prozent der unverkauften Textilien zerst\u00f6rt, bevor sie \u00fcberhaupt getragen wurden. (Symbolbild)\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Angaben der EU-Kommission zufolge werden in Europa j\u00e4hrlich vier bis neun Prozent der unverkauften Textilien zerst\u00f6rt, bevor sie \u00fcberhaupt getragen wurden. (Symbolbild) Jens Kalaene\/dpa<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Angaben der EU-Kommission zufolge werden in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Europa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europa<\/a> j\u00e4hrlich vier bis neun Prozent der unverkauften Textilien zerst\u00f6rt, bevor sie \u00fcberhaupt getragen wurden. Diese Abf\u00e4lle verursachten rund 5,6 Millionen Tonnen CO2-Emissionen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:260718-930-405794\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Br\u00fcssel (dpa) &#8211; Gro\u00dfe Unternehmen in der Europ\u00e4ischen Union d\u00fcrfen unverkaufte Kleidung und Schuhe k\u00fcnftig nicht mehr vernichten.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1176703,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3933],"tags":[331,332,1072,548,663,158,3934,3935,3986,13,7176,38083,14,15,12,149,625,55],"class_list":["post-1176702","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-einzelhandel","tag-eu","tag-europa","tag-europaeische-union","tag-europe","tag-european-union","tag-handel","tag-headlines","tag-konsum-und-handel","tag-konsumgueter","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-sueddeutsche-zeitung","tag-verbraucher","tag-wirtschaft"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116943378880940900","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1176702","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1176702"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1176702\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1176703"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1176702"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1176702"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1176702"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}