{"id":1177568,"date":"2026-07-19T08:37:17","date_gmt":"2026-07-19T08:37:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1177568\/"},"modified":"2026-07-19T08:37:17","modified_gmt":"2026-07-19T08:37:17","slug":"immer-weniger-kompensationsflaechen-im-leipziger-stadtgebiet-gruenflaechenamt-hat-keine-zahlen-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1177568\/","title":{"rendered":"Immer weniger Kompensationsfl\u00e4chen im Leipziger Stadtgebiet: Gr\u00fcnfl\u00e4chenamt hat keine Zahlen \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem Streit um das W\u00e4ldchen an der Capastra\u00dfe wurde auch ein Problem wieder aufgerufen, das die Leipziger Umweltverwaltung gern kleinredet. Denn in der Vorlage des Liegenschaftsamtes zum Verkauf des W\u00e4ldchens wurde einmal mehr vollmundig behauptet, man k\u00f6nne den Verlust des W\u00e4ldchens ja an anderer Stelle kompensieren. Dabei ist das W\u00e4ldchen selbst schon eine Kompensationsma\u00dfnahme. Da wollte die BSW-Fraktion zur letzten Ratsversammlung doch gern mal erfahren, wie viel m\u00f6gliche Kompensationsfl\u00e4chen Leipzig im Stadtgebiet \u00fcberhaupt noch hat.<\/p>\n<p>Denn so hemds\u00e4rmelig, wie die Stadt bei Bauprojekten jedes Mal die Kompensation der Verluste an Biotopen verspricht, m\u00fcsste die Stadt ja geradezu einen \u00dcberfluss solcher noch zu bepflanzender Fl\u00e4chen haben.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/ce18ab5d7e984f9582174fa84f36e212.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2026\/07\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2026\/07\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Und es gibt tats\u00e4chlich ein Kompensationskataster, <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2030904&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">antwortete darauf das Amt f\u00fcr Stadtgr\u00fcn und Gew\u00e4sser (ASG)<\/a>. Nur: Man kann es nicht auslesen. Oder im Ton der Antwort: \u201eF\u00fcr eine entsprechende Auskunft aus dem naturschutzrechtlichen Kompensationskataster m\u00fcsste eine h\u00e4ndische Recherche erfolgen. Eine statistische Erfassung in Bezug auf die angefragten F\u00e4lle ist rechtlich nicht vorgeschrieben und erfolgt nicht.\u201c<\/p>\n<p>Und so kann das Gr\u00fcnfl\u00e4chenamt auch keine Hektarangaben zu den seit 2015 ausgewiesenen Kompensationsfl\u00e4chen machen. Nicht innerhalb des Stadtgebietes und auch nicht au\u00dferhalb. Denn l\u00e4ngst versucht die Stadt den Gr\u00fcnverlust in der Stadt durch Kompensationen irgendwo im Umland auszugleichen.<\/p>\n<p>Wieder nur manuell recherchierbar?<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich erz\u00e4hlt die komplette Antwort aus dem Amt f\u00fcr Stadtgr\u00fcn und Gew\u00e4sser nur davon, dass man dort \u00fcberhaupt keine \u00dcbersicht hat. Nicht einmal zu den st\u00e4dtischen Kompensationsfl\u00e4chen, die inzwischen wieder f\u00fcr Bauma\u00dfnahmen in Anspruch genommen wurden.<\/p>\n<p>\u201eEine systematische Dokumentation \u00fcber F\u00e4lle, in denen bereits etablierte Kompensationsfl\u00e4chen erneut beansprucht wurden und dadurch Ersatzma\u00dfnahmen an anderen Standorten erforderlich wurden, liegt nicht vor\u201c, erkl\u00e4rt das Amt f\u00fcr Stadtgr\u00fcn mit einer Begr\u00fcndung, die eigentlich ins Vor-Computer-Zeitalter geh\u00f6rt: \u201eSie erfordert eine sehr zeitaufw\u00e4ndige manuelle Recherche, unter anderem unter Zuhilfenahme analoger Daten und Informationen. Sie ist mit der mit der Anfrage gesetzten Frist nicht m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<p>Gefragt hatte die BSW-Fraktion aber nur zu den Zahlen seit 2015. Diese sollten eigentlich auch im Gr\u00fcnfl\u00e4chenamt digital vorliegen. Denn mit den Zahlen m\u00fcsste auch die Verwaltung arbeiten. Und zwar sp\u00e4testens,<a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2022\/09\/der-stadtrat-tagte-leipzig-soll-bis-2030-die-netto-null-versiegelung-anpeilen-472115\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"> seit der Stadtrat 2022 die Netto-Null-Strategie f\u00fcr Leipzig beschlossen hat<\/a>. Die kann man nat\u00fcrlich nur anpeilen, wenn man die Hektarfl\u00e4che der noch verf\u00fcgbaren Kompensationsareale in der Stadt kennt.<\/p>\n<p>Konkurrierende Nutzungsanspr\u00fcche<\/p>\n<p>Selbst die BSW-Fraktion kam bei der nebelhaften Strategie der Stadt in dieser Frage ins Gr\u00fcbeln und fragte extra: \u201eWie bewertet die Stadt Leipzig die langfristige Verf\u00fcgbarkeit geeigneter Kompensationsfl\u00e4chen auf st\u00e4dtischen Fl\u00e4chen?\u201c<\/p>\n<p>Bei der Frage gesteht dann das Amt f\u00fcr Stadtgr\u00fcn und Gew\u00e4sser tats\u00e4chlich zu, dass man dort \u00fcberhaupt nicht wei\u00df, ob es noch verf\u00fcgbare Kompensationsfl\u00e4chen im Stadtgebiet gibt.<\/p>\n<p>Das klingt dann so: \u201eFl\u00e4che ist in einer wachsenden Stadt wie Leipzig ein sehr knappes Gut. Unterschiedliche Nutzungsanspr\u00fcche an den Raum konkurrieren miteinander. Zus\u00e4tzlich besteht die Herausforderung, dass der rechtliche Zugriff auf die Fl\u00e4chen gesichert sein muss, auf denen Kompensationsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt werden sollen. Die sehr begrenzte Fl\u00e4chenverf\u00fcgbarkeit ist ein gro\u00dfes Hemmnis bei der Herstellung von Kompensationsma\u00dfnahmen. Ziel der Verwaltung ist es, konzeptionell und gesamtst\u00e4dtisch Fl\u00e4chen zu identifizieren, auf denen Kompensationsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen und dabei m\u00f6glichst Synergien mit anderen Themen der Stadtentwicklung (z.B. Klimawandelanpassung) bef\u00f6rdert werden.\u201c<\/p>\n<p>Und dann wird es erst recht schwammig, wenn das ASG erkl\u00e4rt: \u201eDennoch wird die Verf\u00fcgbarkeit geeigneter Fl\u00e4chen zur Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft im Stadtgebiet Leipzigs weiter zur\u00fcckgehen. Dies ist unter anderem auf die unterschiedliche Wichtung der Belange von Natur und Landschaft in Abw\u00e4gungsverfahren bei Zielkonflikten zwischen konkurrierenden Nutzungsinteressen zur\u00fcckzuf\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p>Kompensieren \u2013 nur wo?<\/p>\n<p>Was ja \u2013 wenn man das in die Alltagssprache \u00fcbersetzt \u2013 hei\u00dft, dass die Stadt nur zu bereit ist, Gr\u00fcnfl\u00e4che zu opfern, wenn es \u201ekonkurrierende Nutzungsinteressen\u201c gibt.<\/p>\n<p>So wie beim Capa-W\u00e4ldchen, <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2029064&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">wo schnell mal ein Verkaufsbeschluss formuliert wird<\/a>, in dem eindeutig steht, dass man nur sehr vage Vorstellungen \u00fcber m\u00f6gliche Kompensationen im n\u00e4heren Umfeld hat: \u201eDer heutige Geh\u00f6lzbestand m\u00fcsste ganz oder teilweise im Zuge einer Umnutzung gerodet und durch Ausgleichsma\u00dfnahmen an anderer Stelle ersetzt werden. In den Verhandlungen mit RB ist herauszuarbeiten, ob Teile der Waldfl\u00e4che im Zuge der Bebauung erhalten werden k\u00f6nnen. Die Ausgleichsma\u00dfnahmen sollen nach M\u00f6glichkeit ortsnah erfolgen und sind von der Oberen Forstbeh\u00f6rde zu genehmigen.<\/p>\n<p>Ein Schwerpunkt kann die St\u00e4rkung des Gew\u00e4sserrandstreifens entlang des Elsterbeckens haben. Grunds\u00e4tzlich soll die Kompensation vorzugsweise auf Fl\u00e4chen stattfinden, die f\u00fcr den Verbund der gr\u00fcn-blauen Infrastruktur in Leipzig von Bedeutung sind.\u201c<\/p>\n<p>Kleiner Trost: K\u00fcnftig wird es wohl tats\u00e4chlich einmal Zahlen zu den Kompensationsfl\u00e4chen im Stadtgebiet geben. Denn diese Zahlen braucht auch das ASG selbst, wenn es die Biotoppflege dort durch die Abteilung Stadtforsten organisieren und finanziell absichern will.<\/p>\n<p>In der Antwort auf die entsprechende Frage hei\u00dft es: \u201eMit dem im Jahr 2024 begonnenen Aufbau des Sachgebietes Biotoppflege in der Abteilung Stadtforsten, wurden die Aufgaben dort zusammengef\u00fchrt. Aktuell werden die Fl\u00e4chen in ein Bestandskataster digitalisiert und ein entsprechendes Pflegemanagement aufgebaut. Die Kosten werden erst auf der Grundlage ermittelt werden.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit dem Streit um das W\u00e4ldchen an der Capastra\u00dfe wurde auch ein Problem wieder aufgerufen, das die Leipziger&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1177569,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[168150,3364,29,6831,29461,30,29472,71,859],"class_list":["post-1177568","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-biotopverbund","tag-de","tag-deutschland","tag-ersatzpflanzungen","tag-flaechenversiegelung","tag-germany","tag-gruenflaechen","tag-leipzig","tag-sachsen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116945737991246705","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1177568","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1177568"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1177568\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1177569"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1177568"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1177568"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1177568"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}