{"id":1178410,"date":"2026-07-19T17:50:14","date_gmt":"2026-07-19T17:50:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1178410\/"},"modified":"2026-07-19T17:50:14","modified_gmt":"2026-07-19T17:50:14","slug":"buergerbewegungen-in-bremen-was-welche-initiative-antreibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1178410\/","title":{"rendered":"B\u00fcrgerbewegungen in Bremen: Was welche Initiative antreibt"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-toplinewrapper\">\nHintergrund<\/p>\n<p>Standdatum: 19. Juli 2026.<\/p>\n<p>Autorinnen und Autoren:<br \/>\nAlexander Schnackenburg<\/p>\n<p>Video<\/p>\n<p>Initiativen begleiten den Bau der A281 seit jeher mit Protesten. Unser Foto zeigt eine Demo von 2008 gegen die Freigabe des St\u00fccks zwischen Airport-Stadt und Neust\u00e4dter Hafen.<\/p>\n<p>Bild: dpa | Ingo Wagner<\/p>\n<p>Video-Ende<\/p>\n<p class=\"article-intro\">F\u00fcr Natur, gegen Beton \u2013 oder umgekehrt: Bremens B\u00fcrger beteiligen sich aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden an der Gestaltung der Stadt. Nicht immer aber ist das im Sinne des Senats.<\/p>\n<p id=\"sharing-title\" class=\"social-title visuallyhidden\">\nSeite teilen\n<\/p>\n<p class=\"google-prefer\">\n<a class=\"google-prefer-link text-link\" href=\"https:\/\/www.google.com\/preferences\/source?q=https:\/\/www.butenunbinnen.de\" target=\"_blank\" title=\"Einstellungen auf www.google.de vornehmen\" rel=\"nofollow noopener\">buten un binnen bei Google bevorzugen<\/a>\n<\/p>\n<p>Mal geht es um eine Autobahn, dann um eine Wohnsiedlung oder um den Erhalt eines Krankenhauses: B\u00fcrgerinitiativen spielen in Bremen traditionell eine gro\u00dfe Rolle. Das betrifft zentrale Fragen zur Stadtentwicklung ebenso wie vermeintlich kleinere, etwa zur Aufarbeitung der Stadtgeschichte oder zum Erhalt von Krankenh\u00e4usern.<\/p>\n<p>Um die Menschen in der Region k\u00fcnftig noch \u00f6fter und st\u00e4rker einzubeziehen, fordert der &#8222;Zusammenschluss Bremer B\u00fcrgerinitiativen&#8220; den Senat dazu auf, B\u00fcrgerbeteiligungsprozesse &#8222;auch zu anderen Themen&#8220; ins Leben zu rufen. Allerdings ist B\u00fcrgerbeteiligung nicht gleich B\u00fcrgerbeteiligung. Auch bedarf es l\u00e4ngst nicht immer der Aufforderung oder auch nur der Zustimmung des Bremer Senats, damit sich die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger einbringen. buten un binnen erkl\u00e4rt anhand von f\u00fcnf Beispielen unterschiedliche Wege der B\u00fcrgerbeteiligung. <\/p>\n<p>1 Langemarckstra\u00dfe in der Neustadt<\/p>\n<p>Dass die Langemarckstra\u00dfe auch k\u00fcnftig so hei\u00dfen wird, ist das Ergebnis eines parlamentarisch gelenkten Entscheidungsprozesses mit Hilfe von Anwohnerinnen und Anwohnern. In K\u00fcrze: Der Name der Stra\u00dfe geht auf ein Gefecht zur\u00fcck, das sich zu Beginn des Ersten Weltkriegs nahe des belgischen Ortes Langemark ereignet hatte. Sp\u00e4ter verkl\u00e4rten die Nazis die Geschichte um das Gefecht. Daher beschloss der Beirat Neustadt 2022, die Langemarckstra\u00dfe umzubenennen. <\/p>\n<p>Doch dagegen regte sich heftiger Widerstand in der Bev\u00f6lkerung. Der Senat forderte daher eine st\u00e4rkere B\u00fcrgerbeteiligung. Im Zuge einer Befragung sowie bei zwei Einwohnerversammlungen wurde klar: Die Anwohnerinnen und Anwohner wollen, dass die Langemarckstra\u00dfe ihren Namen beh\u00e4lt. <\/p>\n<p>Dem ist der Beirat im Juni gefolgt. Er m\u00f6chte, dass der Senat &#8222;einen strukturierten und nachhaltigen Erinnerungsprozess zur Geschichte der Langemarckstra\u00dfe&#8220; aufsetzt. Das k\u00f6nnte etwa bedeuten: Bremen erkl\u00e4rt die Geschichte des Stra\u00dfennamens auf einer separaten Tafel. <\/p>\n<p>2 Kaufhof-Areal in der Innenstadt<\/p>\n<p>Was aus dem Kaufhof-Areal in Bremens Innenstadt wird, dar\u00fcber m\u00f6chte die Stadtentwicklungsgesellschaft Brestadt mit Hilfe der Bremer B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger entscheiden. K\u00fcrzlich hatte sie deshalb zu einer Online-Befragung aufgerufen, an der sich etwa 1.100 Personen beteiligt haben. Sie w\u00fcnschen sich f\u00fcr das Gel\u00e4nde vor allem mehr Gr\u00fcn. <\/p>\n<p>Das Besondere an diesem Entscheidungsprozess: Bremen hat die Geschicke des Areals erst seit Kurzem weitgehend selbst in der Hand. Denn erst Ende 2024 hat die stadteigene Brestadt das Gel\u00e4nde samt Geb\u00e4ude f\u00fcr 37,2 Millionen Euro gekauft. Zuvor geh\u00f6rte es privaten Eigent\u00fcmern. Der Abriss des einstigen Horten-Geb\u00e4udes ist f\u00fcr das kommende Jahr geplant.<\/p>\n<p>3 Bahnwerkstatt<\/p>\n<p>Um in Oslebshausen eine Bahnwerkstatt bauen zu k\u00f6nnen, muss der Zugbauer Alstom eine Reihe von L\u00e4rmschutzma\u00dfnahmen umsetzen. Obendrein muss er sich an den Kosten einer Gedenkst\u00e4tte beteiligen. Das haben Anwohnerinnen und Anwohner vor Gericht erreicht. <\/p>\n<p>Sie hatten vor allem wegen der bef\u00fcrchteten Emissionen gegen die Bahnwerkstatt mobil gemacht. Anders als bei der Langemarckstra\u00dfe und beim Kaufhof-Areal ging die Initiative von ihnen aus \u2013 nicht von der Politik.<\/p>\n<p>4 Autobahn 281<\/p>\n<p>Mal ging es um den L\u00e4rm-, den Tier- und den Umweltschutz, dann wieder um die Streckenf\u00fchrung und um die Bauart des Wesertunnels: Je nach Wohnlage haben eine Reihe von Initiativen im Lauf der Jahrzehnte unterschiedliche Interessen f\u00fcr und gegen den Bau der A281 verbunden. Diese soll die A1 mit der A27 zusammenf\u00fchren \u2013 das Ringen darum dauert bereits mehr als 50 Jahre. Erste Pl\u00e4ne f\u00fcr den Bau der Autobahn gab es schon vor 1970. Doch immer wieder zogen Initiativen aus Bremen und Niedersachsen dagegen vor Gericht. Die A281 ist noch immer nicht fertig. <\/p>\n<p>Nach jetzigem Stand k\u00f6nnte die Autobahn im Jahr 2030 finalisiert werden. Schon jetzt ist ihre Geschichte ein Musterbeispiel daf\u00fcr, dass B\u00fcrgerinitiativen auch Gro\u00dfprojekte \u2013 je nach Blickwinkel \u2013 zum Erfolg oder zum Scheitern f\u00fchren k\u00f6nnen. Unbedingt aber k\u00f6nnen sie diese Projekte erheblich verz\u00f6gern, \u00fcber mehrere Generationen. <\/p>\n<p>5 Galopprennbahn<\/p>\n<p>Das Beispiel des etwa 30 Hektar gro\u00dfen Rennbahngel\u00e4ndes sticht schon deswegen hervor, weil hier eine B\u00fcrgerbewegung mit Teilen der parlamentarischen Opposition (CDU und FDP) zusammengearbeitet hatte \u2013 und das mit Erfolg. Zur Erinnerung: Der Bremer Senat wollte auf dem Areal Wohnungen schaffen und es daher bebauen. Eine Initiative wandte sich dagegen. Im Mai 2019 kam es zum Volksentscheid. Rund 56 Prozent stimmten gegen die Bebauung und somit daf\u00fcr, das Gel\u00e4nde als Gr\u00fcnfl\u00e4che zu erhalten. <\/p>\n<p>Ob das aber tats\u00e4chlich das Ende vom Lied ist, erscheint zumindest fraglich. So machen sich Bremens Bausenatorin \u00d6zlem \u00dcnsal (SPD) und Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) f\u00fcr eine &#8222;ma\u00dfvolle Teilbebauung am Rande des Rennbahngel\u00e4ndes&#8220; stark.<\/p>\n<p>Information zum Thema<br \/>\nZusammenschluss Bremer B\u00fcrgerinitiativen<\/p>\n<p>Nicht jede Bremer B\u00fcrgerinitiative erf\u00e4hrt die gleiche \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit. Auch um die einzelnen Initiativen zu st\u00e4rken, arbeiten viele von ihnen zusammen. So setzt sich der Zusammenschluss Bremer B\u00fcrgerinitiativen BreBI zur Zeit aus 17 Initiativen zusammen: von der &#8222;Stadtgestaltung Vegesack&#8220; \u00fcber &#8222;Mobilit\u00e4tsfrieden \u2013 \u00d6stliche Vorstadt&#8220; bis hin zu &#8222;Klimawald Gete-Vahr&#8220;. Mehr dazu steht auf dieser <a target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" data-external=\"true\" href=\"https:\/\/bremer-buergerinitiativen.de\/\" class=\"text-link\">Website<\/a>.<\/p>\n<p>Ende der Information zum Thema<\/p>\n<p>Mehr zu Bremer B\u00fcrgerinitiativen:<\/p>\n<p class=\"article-legal-agencies\"><strong>Quelle<\/strong>:<br \/>\nbuten un binnen.\n<\/p>\n<p class=\"article-legal-broadcast-reference\"><strong>Dieses Thema im Programm:<\/strong><br \/>\nbuten un binnen, 19. Juli 2026, 19:30 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hintergrund Standdatum: 19. Juli 2026. 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